Baltikum - Belgien
Baltikum
Landesdaten:
Estland (EST) • 45.227 qkm • Ausd. 240 x 350 km • 1,5 Mio. Einw. • 35 Ew./qkm
Lettland (LV) • 64.589 qkm • Ausd. 200 x 400 km • 2,7 Mio. Einw. • 42 Ew./qkm
Litauen (LT) • 65.300 qkm • Ausd. 270 x 370 km • 3,7 Mio. Einw. • 57 Ew./qkm
Land
Wie im Alphabet reihen sich die drei baltischen Länder von oben nach unten aneinander: E wie Estland „hoch“ im Norden, L-e wie Lettland in der Mitte, L-i wie Litauen im Süden. Ähnlich sind sich die baltischen Länder bei der Dimension (klein), der Besiedlungsdichte (gering) und den Landschaften (eiszeitlich geprägt). überwiegend flach ist das Baltikum im Westen und im Landesinnern, aus dessen fruchtbaren Tiefebenen aber auch einige plateauartige Hochländer (150–318 m) ragen. Das östliche Baltikum bilden der Ostbaltische Höhenrücken (bis 284 m) mit den verbundenen nordöstlichen Hochländern (bis 318 m) sowie dem Peipus-See – grösster Binnensee des Baltikums. Kein Mangel besteht im Baltikum an Wäldern, Seen, Flüssen, Moor- und Sumpfgebieten. Die baltische „Bernsteinküste“ zeigt sich im litauischen Süden als sandige Ausgleichsküste (Kurische Nehrung), im lettischen Westen als langgestreckt und gleichförmig (Sandbänke, schmale Strände, Dünen, Küstenwälder, eiszeitliche Findlinge nördlich von Riga) und im estnischen Norden ist sie zerklüftet, klippenreich und mit rund 800 Inseln stark gegliedert.
und Leute
Der Ostseehandel brachte frühen Wohlstand ins Baltikum, der sich in den Altstädten niederschlug. Zu den typischen Zeugen der Geschichte gehören auch zahlreiche Burgen und Wehrkirchen, die im Mittelalter während der Herrschaft des Deutschen Ritterordens entstanden. 51 Jahre standen die baltischen Länder unter sowjetischer Vormundschaft (1940-1991). Noch immer ist die realsozialistische Tristesse vielerorts Teil des Alltagsbildes – am meisten in Lettland, am wenigsten in Estland. Die drei baltischen Sprachen sind recht unterschiedlich. Während Litauisch und Lettisch die eigentlich baltischen Sprachen darstellen, gehört das Estnische zur finno-ugrischen Sprachfamilie. Das ungeliebte Russisch wird von den Balten zwar verstanden, jedoch nur notfalls gesprochen. Mit Deutsch und Englisch kommt man ganz gut durch.
per Rad entdecken
Sofort nachdem das baltische Dreigestirn für den Tourismus wieder frei zugänglich war, übte es auf Radreisende, insbesondere deutsche, einen erheblichen Reiz aus. Der Landschaftsmix mit den skandinavischen Anklängen, die überschaubaren Dimensionen, die ländlich-dünne Besiedlung, der geringe Verkehr, das Fehlen höherer Berge, nostalgische Einschübe und ein gewisses Pioniergefühl motivieren Baltikum-Radler. Nach der ersten Neugier-Tour zeigt sich dann, wer zum wahren Fan geworden ist. Wer nur ein baltisches Land bereisen möchte, sollte sich auf Estland konzentrieren, das landschaftlich, kulturhistorisch und infrastrukturell die Nachbarn klar aussticht. Das soll nicht heißen, dass man die beiden anderen Länder nicht gesehen haben müsste. Ihre Reize sind nur spezieller.
Belgien
Landesdaten: 30.518 qkm • Ausd. 220 x 270 km • 10 Mio. Einwohner • 329 Ew./qkm
Land
Naturräumlich ist das Niederbelgien des Nordens eine Fortsetzung der Niederlande: Dem Dünengürtel der flandrischen Nordseeküste folgen fruchtbares Marschland und sandig-lehmige Geest, die höchsten Erhebungen liegen bei 50 m. Daran schliesst sich das flachwellige Mittelbelgien an, das allmählich auf 200 m ansteigt. Dieses Hügel- und Tafelland ist von fetten Böden bedeckt und gilt als Kernland Belgiens. Schliesslich bilden die Flusstäler von Maas und Sambre die Grenze zu Hochbelgien, wo sich das arg zerfurchte Gebirgsmassiv der Ardennen erhebt (bis 694 m).
und Leute
Eine unsichtbare Grenze zwischen germanischer und romanischer Welt verläuft durch Belgien. Sie führte zum sog. Sprachenstreit der Belgier, die sich auch anderthalb Jahrhunderte nach der Staatsgründung schwer damit tun, eine gemeinsame Nation zu bilden. Niemand spricht „belgisch“ in Belgien, eine belgische Sprache gibt es schlicht nicht. Drei Fünftel aller Belgier leben im flämischen Norden und sprechen niederländische Dialekte (= germanisch), das Bevölkerungsdrittel im südlichen Wallonien ist dagegen französischer Zunge (= romanisch). Zweisprachig ist nur die Hauptstadt Brüssel. Eine kleine deutschsprachige Minderheit lebt im Kreis Eupen (Provinz Lttich, 0,7 %).
per Rad entdecken
Lange lag Belgien radtouristisch im Dornröschenschlaf, doch ein Teil Belgiens, das „holländische“ Flandern, ist aufgewacht und wirbt mit Verve um Radwanderer. Untermauert wird das Werben durch gut markierte Radrouten, bauliche Radwege und korrespondierende Tourenführer. Herzstück ist die Vlaanderen Fietsroute, ein gemütlicher Rundkurs, der es auf insgesamt 800 km bringt.



