Deutschland
Landesdaten: 356.973 qkm • Ausd. 875 x 640 km • 81 Mio. Einwohner • 228 Ew./qkm
Land
Wer das Land von "oben" nach "unten" (oder umgekehrt) durchradelt, erfährt es in seiner ganzen landschaftlichen Vielfalt. Da sind zunächst die Nord- und Ostsee mit ihren Inseln und Küstenregionen, dann das Norddeutsche Tiefland, das sich mit großen Buchten bis in die Deutsche Mittelgebirgsschwelle schiebt (Kölner Bucht, Münsterländer Bucht und Leipziger Bucht).
Diese "Schwelle" ist zwischen 500 und 1000 m hoch, im Schwarzwald und im Bayerischen Wald sogar fast 1500 m. Wer die Schwelle möglichst steigungsarm hinter sich bringen will, folgt am besten dem Lauf des Rheins. Er ist der einzige Fluss, der es geschafft hat, sie zu durchbrechen.
Den Mittelgebirgen folgt das grüne, seenreiche Alpenvorland, das zwischen Donau und Alpenrand von 300 auf 800 m ansteigt. Im Westen endet es beim Bodensee, im Osten setzt es sich nach Österreich fort. An den Alpen hat Deutschland nur einen kleinen Anteil. Die Bayerischen Alpen bilden dennoch nicht nur eine pittoreske Kulisse sondern auch Raum für Bergvergnügungen aller Art. Wobei die Grenzen zu Österreich allerdings schnell überschritten werden. Sogar die Zugspitze, der höchste Berg Deutschlands, soll einer gern kolportierten Legende nach ein Geschenk des österreichischen Kaisers Franz-Josef sein: "Damit's ihr a aan richt'gen Berg habt!"
und Leute
Saumagen, Obatzter, Maultaschen, Grüne Soße, Lehm und Stroh, Köhlersuppe, Himmel und Erde, Buletten, Schwarzsauer, Labskaus, Hannoversches Blindhuhn, Plum'n un Klüt, Zerbster Brägenwurst - Deutschlands regionale Spezialitäten sind bodenständig. Das Wort "deutsch" kommt aus dem Althochdeutschen und heisst schlicht "Volk". Gemeint waren die Germanen und Franken rechts des Rheines. Die kulinarische Kreativität entwickelte sich indes links des Rheines. Da wo man im Mittelalter erst Bauernlatein und später Französisch sprach.
Obwohl ein klassisches Industrieland ist das seit 1990 wiedervereinigte Deutschland zugleich ein grünes Land mit hohen Waldanteilen. Am geringsten ist die Besiedlungsdichte im Nordosten (MVP, Brandenburg), am dichtesten im Westen (NRW, Saarland). Nur ein Zehntel der Bevölkerung lebt auf dem Land - in Gemeinden mit nicht mehr als 2000 Einwohnern. Etwa ein Fünftel der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Während im Norden der eher kühl-pragmatische Protestantismus dominiert, neigt der Süden des Landes dem sinnlicheren Katholizismus zu.
per Rad entdecken
Von der Nordsee bis zu den Bayerischen Alpen, vom Bodensee bis Rügen, von der Eifel bis zur Oberlausitz erschliessen Radfernwege die deutschen Lande. Wer sie alle abradeln würde, führe fast zwei mal "um die Welt", denn sie bringen es mittlerweile auf eine Gesamtlänge von rund 70.000 km. Kein Zweifel: Deutschland ist beliebt bei Radwanderern, insbesondere den einheimischen. Das Land hat viel Idyllisches zu bieten, die Anreise ist einfach, das Tourenspektrum groß, das Milieu vertraut und die touristische Infrastruktur sehr gut. Ein standardisiertes, deutschlandweit verknüpftes D-Routennetz ist zur Zeit in der Mache und soll den sanften Tourismus weiter beflügeln. Nur gut, dass es noch keine überdachten Radwege mit garantiertem Rückenwind gibt. So bleibt auch eine Radtour durch D-Land immer noch ein Erlebnis.




