Färöer - Finnland
Färöer
Landesdaten: 1400 qkm • 48.000 Einwohner
Land und Leute
Die außenpolitisch zu Dänemark gehörende Inselgruppe der Färöer bilden eine eigene Nation mit innerer Autonomie. 48.000 Färinger bewohnen 17 von insgesamt 25 Eilanden. Steilküsten, Fjorde und Sunde bestimmen die äußere Gestalt der Färöer (wörtl. "Ferne Inseln", im Volksmund auch "Schafinseln"), Wiesen, Heiden, Hochplateaus und Vogelfelsen die innere. Wer auf der Überfahrt nach Island in Tórshavn an Land geht, sollte den zweitägigen Stopover für Tagestouren nutzen.
per Rad entdecken
Da die melancholischen Inseln praktisch nur aus Erhebungen bestehen (höchste auf Eysturoy, 882 m) erlebt der Radler das weitgehend asphaltierte Straßennetz als stete Abfolge von Anstiegen und Gefällen, gelegentlich unterbrochen von einem einspurigen, u. U. kilometerlangen Tunnel (manche beleuchtet und gut, andere stockfinster und voller Schlaglöcher). Eine Sundbrücke verbindet die Hauptinseln Streymoy und Eysturoy, was eine größere Rundtour ermöglicht. Durch Dämme mit den Nachbarinseln verbunden ist Bordoy. Fähren verkehren regelmäßig zwischen allen Inseln. Bei starkem Seegang besteht allerdings die Gefahr, auf einer der Inseln hängenzubleiben und dann ggf. die Fähre nach Island zu versäumen. Die öffentlichen Hubschrauber nehmen keine Räder mit! Nicht erlaubt ist Geländeradeln abseits von Fahrwegen. Wer es trotzdem tut, den bestraft der Dicknebel!
Finnland
Landesdaten: 338.000 qkm • Ausd. 1150 x 600 km • 5,2 Mio. Einwohner • 17 Ew./qkm
Land
Finnland, Land der Zehntausend Seen, macht seinem Beinamen alle Ehre. Die allerkleinsten gar nicht mitgerechnet, sind es sogar an die 190.000 Seen. Ein Zehntel der Landesfläche steht solchermaßen unter Wasser, und über zwei Drittel sind bewaldet. Was Wunder, dass in Finnland die Sauna erfunden wurde. Sümpfe und Moore, diese dritte Landschaftsform, finden sich vor allem in Mittel- und Nordfinnland. Spätestens hier wird klar, weshalb die Finnen ihr Land Suomi nennen – Suomi, Sumpfland!
Das Übergangsgebiet zwischen den nordskandinavischen Gebirgen und dem osteuropäischen Flachland heißt: Finnland. Die durchschnittliche Landeshöhe liegt bei 150 m. Der Haltia (1324 m), Finnlands höchste Erhebung, gehört ohnehin fast noch zu Norwegen. Dennoch ist das eisgletschermodellierte Finnland alles andere als flach. Felsige Moränenzüge bilden im Süden bis zu 250 m hohe "Querfalten" (Salpausselkä!), im Norden ragen Inselberge und Fjälls (baumlose Hochflächen) aus weitschwingendem Land. Wirklich flach sind nur die Küstenregionen und die Åland-Inseln. Während Finnlands Südhälfte von der granitfelsigen Schärenküste und der dicht bewaldeten Seenplatte geprägt ist, wird die Nordhälfte vom hügeligen Waldfinnland und den menschenarmen Weiten Finnisch-Lapplands eingenommen.
und Leute
Finnische Haustüren gehen nach außen auf, so dass jeder potenzielle Besucher erst einmal Abstand halten muss. Dass die stoische Wesensart der Finnen auch andere Vorteile hat, zeigt ihre Badefreude in eiskalten Seen und ihr lässiger Umgang mit blutrünstigen Mücken. Wirtschaftlich hat sich das einst bäuerliche Land in eine Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft verwandelt. Neben den im Norden lebenden Sami (Lappen) lebt als zweite ethnische Minderheit eine schwedischstämmige Bevölkerung im Südwesten. Diese Region ist komplett zweisprachig, auch die Ortsnamen sind finnisch/schwedisch (Helsinki - Helsingfors usw.). Englisch ist in Finnland gängig, Deutsch zumindest nicht unbeliebt. Es ist nicht immer leicht, mit den Finnen warm zu werden. Den Unterschied merkt man in den schwedischsprachigen Gebieten Finnlands, wo der menschliche Kontakt unkomplizierter ist.
per Rad entdecken
Die ganz dicken Speicherkarten müssen Finnlandradler vielleicht nicht mitnehmen, denn die Landschaft bleibt sich irgendwie immer treu bzw. ändert sich nur langsam. Kilometerweit geht es in Südfinnland geradeaus durch Wälder, dann kommt eine Kurve oder ein See, und schon geht es wieder kilometerweit geradeaus durch Wälder. Überzeugte Finnlandradler wissen schon, auf was sie sich einlassen. Hyvää matkaa – Gute Reise!
