Island
Landesdaten: 103.000 qkm • Ausd. 300 x 500 km • 282.000 Einwohner • 2,7 Ew./qkm
Land
Trotzig ragt die „Insel aus Feuer und Eis“ aus dem Atlantik. Bewohnt von einer Handvoll Menschen mit Superjeeps. Gemacht aus frischer Schlacke und ungebändigten Gewässern. Eine Rettungsinsel zwischen Europa und Grönland. Gerade zwanzig Millionen Jahre alt, praktisch noch wie neu. Das Eis: Der größte Gletscher, der Vatnajökull, ist tausend Meter dick und nimmt eine Fläche von der Hälfte Schleswig Holsteins ein, auf dem Gletscher thront Islands höchster Berg, der Hvannadalshnúkur (2119 m). Das Feuer: Von Islands 140 Vulkanen sind noch dreißig aktiv. Jene, die unter dem Eis liegen, machen sich bei einem Ausbruch durch große Gletscherläufe bemerkbar.
Fjorde und Buchten zerlappen die Nord- und Westküste, Sanduren (vulkanische Schwemmlandebenen) prägen die Südküste. Wie eine Lupe wirkt die klare Luft im Hochland, entfernte Bergketten scheinen greifbar nah. Moose und Gräser, Lavaformationen und Aschefelder, Wüsten und Tundren prägen das weitgehend baumlose Antlitz Islands. Flüsse stürzen allerorten als Wasserfälle zu Tal, reißende Schmelzflüsse machen das Inselinnere bis Juni, manchmal sogar bis Juli unpassierbar. Typisch isländisch auch die vielen heißen Quellen, deren bekannteste der Namensgeber aller Springfontänen ist: Der Große Geysir.
und Leute
Erst im 9. Jahrhundert wurde die karge Basaltinsel von Wikingern und Kelten besiedelt. Die reichlich vorhandene geothermische Energie versorgt die Isländer heute mit Wärme und Strom, Obst und Gemüse. Dennoch sind vier Fünftel der Insel kaum besiedelt; zwei Drittel der Bevölkerung lebt im Großraum Reykjavik. Isländisch ist die letzte germanische Sprache, die noch in ihrer mittelalterlichen Form gesprochen wird. Fahrrad heißt reidhjól, Mountainbike fjallahjól, ein Computer ist ein Zahlenprophet (tölva). Englisch ist die halboffizielle Zweitsprache.
per Rad entdecken
Island ist nicht Honolulu. Hier liegt man nicht am Strand und lauscht dem Meer, sondern im Zelt bei Regen und Wind. Dass Island uns Radlern nicht auf dem silbernen Tablett serviert wird, dürfte den meisten klar sein. Erstaunlich nur, wie viele es trotzdem dorthin treibt. Oder gerade deshalb? Wer nicht gerade auf den abgelegensten Pisten unterwegs ist, wird jeden Tag Gesinnungsgenossen treffen. Blutige Anfänger und richtige Harteier. Alles Nicht-Isländer natürlich – die Einheimischen haben für solche Spinnereien keine Zeit. Zwar sind Radreisende eine Minderheit unter den Islandtouristen, aber wegen der Kürze der Tourensaison, kommen die meisten Radler geballt im Juli und August. Und dann trifft man sich halt. Und umso länger man auf Island unterwegs ist, umso familiärer erscheint die Insel. Im Kontrast dazu stehen die menschenleeren Landschaften, die die Seele berühren. So eine Islandtour ist immer ein seltsamer Mix aus Nähe und Weite, aus Geborgenheit und Ausgesetztsein.
