Kosovo - Kroatien
Kosovo
Landesdaten: 10.887 qkm • Ausd. 140 x 160 km • 2,2 Mio. Einwohner • 220 Ew./qkm • Hauptstadt Pristina 160.000 Ew.
Land und Leute
Zwei Beckenlandschaften prägen das Innere des neuen Kleinstaates. Zum einen das östliche Kosovo Polje (um 600 m) – auch bekannt als Amselfeld – zum anderen das westliche Metohija (um 500 m). Ein Hochgebirgsring umschließt die Beckenlandschaften. Im Westen das Prokletije-Gebirge (auch Nordalbanische Alpen, 2656 m), im Süden die Sar Planina (2494 m), im Norden das Kopaonik-Gebirge (der Pancicev vrh, 2017 m, ist fast noch Kosovo, faktisch aber Serbien).
90 % der Bevölkerung sind Albaner, 5 % sind Serben, 5 % gehören zu anderen Minderheiten (Türken, Roma, Aschkali). Die Landessprachen sind Albanisch und Serbisch. Englisch ist die dritte, inoffizielle Landessprache. Mit der albanischstämmigen Bevölkerung kann man relativ gut auf englisch oder deutsch kommunizieren. Die Kosovo-Serben sind weniger polyglott. Die im Deutschen gebräuchliche Bezeichnung Kosovo (= Amsel) kommt aus dem Serbischen. Im Albanischen heißt das Land Kosova.
Der Konflikt zwischen Albanern und Serben begann mit der verlorenen Schlacht auf dem Amselfeld. 1389 unterlagen die Serben hier den Türken und verließen ihre Heimat. Ende des 17. Jh. wanderten Albaner in das mittlerweile entvölkerte Gebiet, übernahmen die verlassenen Landwirtschaften, den Glauben der türkischen Besatzer und manche ihrer Methoden, wie die Haltung von Wasserbüffeln (bis heute). Erst 1912, in den Balkankriegen, wurden die Türken verjagt. Die serbische Verwaltung begann das Kosovo wieder in Besitz zu nehmen und die albanischen "Zwischennutzer" zu verdrängen. Doch trotz aller Begünstigungen schafften es die Serben nicht mehr, die Bevölkerungsmehrheit im Kosovo zu stellen. Seit 2008 steht die "Amsel" auf eigenen Beinen, wackelig, von Gerechtigkeit noch immer weit entfernt.
per Rad erfahren
Wer mit dem Rad durchs Kosovo fährt, wird oft nach seiner "Mission" gefragt. Touristen kennt man hier kaum. Ausländer kommen entweder, um Geschäfte zu machen, oder um zu helfen. Noch immer wird in den kriegszerstörten Siedlungsgebieten gebaut was das Zeug hält. Schön ist anders. Arbeitslosigkeit und Korruptionsindex sind hoch. Trotzdem herrscht Aufbruchstimmung nach dem Motto "es kann nur besser werden".
Praktisch das ganze Land ist besiedelt und wird irgendwie bewirtschaftet. Selbst in scheinbar einsamen Bergregionen trifft man immer wieder auf Leute.
Mit 2000 km ist das Straßennetz halb so dicht wie das serbische. Auf den Hauptachsen (E65, E80, E851) ist der Verkehr heftig. Als Radler braucht man da ein dickes Fell. Die geplante Autobahn Pristina-Skopje soll Entlastung bringen. Auf den gebirgigen Nebenstrecken ist der Verkehr deutlich geringer, und manche Straßen sind sogar wie ausgestorben.
Kroatien
Landesdaten: 56.500 qkm Ausd. 450 x 440 km 4,5 Mio. Einwohner 80 Ew./qkm
Die einstige jugoslawische Teilrepublik Kroatien zieht heute die meisten Urlauber an. Was auch kein Wunder ist, denn fast die gesamte Adria ist kroatisch. Auch Reiseradler mögen das Land mit den vielen Stränden. Das Interesse konzentriert sich folgerichtig auf die dem Meer zugewandten Regionen. In erster Linie auf die italienisch anmutende Halbinsel Istrien, aber auch auf die Küstenlandschaft Dalmatiens mit den Dalmatinischen Inseln. Erst weit abgeschlagen folgt das Kroatische Berg- und Hügelland nördlich Zagrebs. Gleich gar kein Tourismus findet in jenen Teilen Kroatiens statt, die noch immer unter den Folgen des Balkankriegs leiden.
Kroatiens asphaltiertes Straßennetz ist nicht sehr dicht. Wer die stärker befahrenen Europa-Straßen meidet, kann dennoch auf ruhigen Haupt- und Nebenstraßen Rundtouren verschiedenen Ausmaßes realisieren. Achtung bei sommerlichen Regenfällen, die Straßen sind dann oft rutschig. Im Vergleich zu anderen Balkanstaaten pflegen kroatische Autofahrer einen nicht ganz so offensiven Fahrstil.


