Europa A-ZDie Lange MeileAnhang

Polen - Portugal

Polen

Seit Polens EU-Beitritt sind solche Bilder Vergangenheit

Landesdaten: 312.683 qkm • Ausd. 650 x 690 km • 39 Mio. Einwohner • 126 Ew./qkm

Land
90 % der Landesfläche liegen unter 300 m Höhe. Doch Tiefland ist nicht der einzige Aspekt der Landesgestalt: Eiszeitliche Gletscher hinterließen in der nördlichen Landeshälfte Hügelketten (Endmoränen), Urstromtäler und Tausende von Seen, u.a. die berühmte Masurische Seenplatte. Riesige Sandstrände, Steilküsten, hohe Dünen, Nehrungen und Haffs sorgen hingegen an der Ostsee-Küste für Abwechslung. Die angrenzende Küstenebene mit ihren dichten Pinienwäldern verjüngt sich nach Osten hin. Ist sie bei Stettin noch etwa 100 km breit, misst sie vor Danzig nur noch 1 km. Gerade mal auf 328 m bringt es die höchste Erhebung im nördlichen Polen.
Ackerland und weite Wälder finden sich in den flachen mittelpolnischen Tiefländern Großpolen, Masowien und Podlachien. Zunehmend bergiger wird es im Süden Polens. Abgesehen vom flachen Schlesischen Tiefland bestimmen dort vor allem hügelig-bergige Hochflächen und Gebirgsvorländer das Relief. Im südlichen Randbereich erstrecken sich als natürliche Landesgrenzen die Gebirge der Sudeten und Beskiden. Rasch steigt die „polnische Scholle“ hier bis auf Höhen über 1000 m an und gipfelt im Riesengebirge auf 1602 m (Schneekoppe), in der Hohen Tatra bei 2499 m (Rysy/Meeraugspitze).
Wer also Naturnähe und mittelalterliche Backsteinromantik liebt, wird im nördlichen Polen bestens bedient. Das südliche Polen bietet hingegen mehr Bergland und die meisten Sehenswürdigkeiten des Landes.

 

Marek und Agnieszka

und Leute
Größte Minderheit im Lande sind die ca. 300.000 deutschstämmigen Schlesier. Englisch und Deutsch sind die favorisierten Fremdsprachen der jungen Generation. Ein polnischer Sprachführer muß aber mit. Und sei es auch nur, um sich einmal selbst in dieser zungenbrecherischen Sprache versucht zu haben.

per Rad entdecken
Thomas Dionisius: "Voraussetzung für ein unvergleichlich ruhiges und entspanntes Radeln auf wunderschönen Straßen ist natürlich, dass man die viel befahrenen Hauptstraßen meidet und auf die in der RV-Karte gelb eingezeichneten Straßen zurückgreift. Dort erwarten einen kaum befahrene, pittoreske Alleen, die jeden Kilometer zum Genuß werden lassen. Das Land ist noch sehr ursprünglich, etwa ein Viertel der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft, und es ist keine Überraschung, wenn in jedem Dorf ein Storchenpaar auf seinen Nachwuchs aufpaßt und dabei auf uns Radler herabschaut. In den Dörfern springen Hühner auf der Landstraße herum, jagen Hunde hinter einem her. Und immer gibt es einen kleinen sklep (Laden), der ein paar Dinge hat und dessen Verkäuferin einen schier ungläubig anschaut, wenn man mit Radlerhose und durchgeschwitzt das Geschäft betritt. Außerhalb der Dörfer fährt man durch weite Feldlandschaft und kleine Wälder. Nichts ist wirklich spektakulär, dafür alles sehr beschaulich und natürlich."

 

Polnische Sahara an der Ostsee (Slowinzischer Nationalpark)

Portugal

Da lang? Könnte sein, aber mehr rechts!

Landesdaten: 92.389 qkm • Ausd. 560 x 160 km • 10,3 Mio. Einwohner • 112 Ew./qkm

Land
Im äußersten Südwesten unseres Kontinents liegt ein Land, das selten Schlagzeilen macht; es sei denn, es geht um Fußball. Die Grenzen zum spanischen Nachbarn sind mit die ältesten und stabilsten Europas.
Allerdings von den Spaniern auch immer wieder „geprüft“, denn eine natürliche Grenze gibt es nicht. Innerhalb Portugals teilen die Westausläufer des Kastilischen Scheidegebirges, mit dem herausgehobenen Hochgebirge Serra da Estrêla (bis 1991 m), das Land in zwei Großlandschaften: Die höhergelegene Nordregion (Hauptort Porto) überwiegend bergig bis gebirgig; die tieferliegende Südregion (Hauptort Lissabon) sanfter und nur oberhalb der Algarve-Küste gebirgig (Serra de Monchique, 902 m). Steil- und Schwemmlandküsten schließen das Land zum Atlantik hin ab.
Rund 1600 bzw. 1000 km vom portugiesischen Mutterland entfernt befinden sich die autonomen Regionen Azoren und Madeira.

und Leute
Trotz sozialer Ungleichgewichte lebten die Lusitanier bzw. ihre Nachkommen bis zur jüngsten Finanzkrise weitgehend mit sich im Frieden. Da sich die Portugiesen seit den 1960er Jahren massenhaft als Gastarbeiter verdingten, gibt es heute in vielen Dörfern jemanden, der Deutsch oder Französisch spricht, Englisch hingegen kaum.

per Rad erleben
Portugals Pflasterstraßen waren früher der Schrecken aller Reiseradler. Heute muss man den Asphalt schon wegkratzen, um noch Spuren dieser Zeiten zu finden. Ansonsten werden Portugalradler aber nicht gerade verwöhnt. Dass Portugal selten flach, sondern mehr oder weniger hügelig oder sogar bergig, ist eine naturgegebene Eigenschaft. Auch dass es keine Radwege gibt, ist in Südeuropa eher normal. Hinzu kommen aber noch kleine "Schikanen" wie die dürftige Wegweisung jenseits der Hauptstraßen und die stark eingeschränkte Möglichkeit der Fahrradbeförderung mit der Bahn. Unter dem Strich kommt man in Portugal dennoch ganz gut über die Runden.
Kaum wahrgenommen als Tourenreviere werden Madeira und die Azoren. Die Anreise ist zwar relativ lang, aber der Aufwand lohnt!

 

Statt Google Earth ein Blick aus dem Fenster: Portugals Südwestspitze ist zugleich der südwestlichste Punkt des europäischen Festlands. Oben sieht man die Felsalgarve, rechts unten das Cabo de Sao Vicente. Dann kommt nur noch der kalte Atlantik...