Europa A-ZDie Lange MeileAnhang

Tschechien

Barockes Budweis

Landesdaten: 78.864 qkm Ausd. 250 x 500 km 10,3 Mio. Einwohner 131 Ew./qkm

Land
Die einst habsburgischen Kronländer Böhmen und Mähren haben zwar keine politische Bedeutung mehr, sind aber immer noch die geografischen Oberbegriffe Tschechiens. Ein durchlässiges Mittelgebirge (Böhmisch-Mährische Höhe) trennt diese beiden landschaftlichen Großräume.
Böhmen nimmt die westlichen zwei Drittel des Landes ein. Randgebirge (bis 1600 m) umschließen das Böhmische Becken wie eine Festung. An das flache, breite Elbetal in der Mitte des Beckens schließen sich Böhmens charakteristische Hügel- und Hochplateaulandschaften an. Die zum Teil tief in das Land schneidenden Täler von Eger, Beraun und Moldau entwässern das Böhmische Becken großräumig zur Elbe hin. Den Übergang zu Mähren bildet die sanft gestaltete Böhmisch-Mährische Höhe (bis 838 m).
Mähren nimmt das restliche Drittel des Landes im Osten ein. Im Gegensatz zu Böhmen gibt es hier mehr kleinere Becken. Die höchste Erhebung ist das zu den Sudeten gehörende Altvatergebirge im Norden (bis 1491 m). Bevor östlich davon die Karpaten beginnen, haben eiszeitliche Gletschermassen noch ein weiteres Becken eingefügt – die Mährische Pforte. Gemeinsam mit den anschließenden Grabenlandschaften bildete sie seit der frühen Eisenzeit den bedeutendsten Nord-Süd-Durchgang im mitteleuropäischen Raum. Auch die legendäre, von der Ostsee zur Adria führende „Bernsteinstraße“ nutzte die Pforte.

 

Die Burg Cesky Sternberk über dem Tal der Sazava

und Leute
Unter den slawischen Nationen sind die Tschechen die westlichsten. Über große Zeiträume bestimmten deutsche Minderheiten die Geschicke des Landes. Erst nach dem Ersten Weltkrieg konnten sich Böhmen und Mähren von den österreichischen Habsburgern lösen und selbstständig werden. Der westliche Charakter ist bis heute geblieben, einerseits stark industrialisiert, andererseits schöne alte Städte, die im Krieg keinen Kratzer abbekamen (erst zu Zeiten des Sozialismus, aber inzwischen fast alle alles wieder wie neu). Auch die Tschechen selbst wirken mehr mitteleuropäisch als slawisch. Ältere Tschechen sprechen teilweise noch Deutsch, jüngere vor allem Englisch. Bei rätselhaften Speisekarten und verständnislosen Fahrkartenverkäufern hilft ein Wörterbuch aus der Klemme.

 

Eindeutig

per Rad entdecken
Obwohl Tschechien überwiegend hügelig-bergig ist, sind Radsport und Fahrradtourismus so populär wie in keinem anderen ex-Ostblockland. Radler treffen auf entsprechend gute Bedingungen: gute ruhige Nebenstraßen, Fahrradwerkstätten in jedem Städtchen, ein dichtes nationales Radroutennetz, gute Mitnahmemöglichkeiten bei der Bahn. Nur im städtischen Alltagsverkehr haben Radler seltener grünes Licht. Abgesehen von den Relikten des Sozialismus ist Tschechien ein attraktives Radreiseland, zugleich eines der preiswerteren Europas.