Der Weg nach Kurdistan: Vom Wannsee zum Van-See
1988 radelte ich hinter dem damals noch existenten "Eisernen Vorhang" von Berlin nach Istanbul. Es mag bizarr klingen, aber von all den Ländern hinter dem Vorhang beeindruckte mich das von Ceaucescus wölfischem Staatsapparat zu Grunde gerichtete Rumänien am meisten: So bedrückt und rückständig, so verwunschen und seltsam, so allein gelassen und verachtet - dieses Land voller Trotz und Rotz berührte mich sehr.
Geheimsache: Der 17. Parteitag sollte der letzte gewesen sein (CSSR 1988)
Gut bewacht: Säcke voller Gold (Rumänien 1988)
Ganz Rumänien war in einer Depression versunken. Ganz Rumänien? Nein, eine Minderheit war weiterhin gut drauf. Den Tigani konnte offenbar keiner die Butter vom Brot nehmen. Sie identifizierten sich erst gar nicht mit dem Land. Wohl gelitten waren sie noch nie und durchschlagen mussten sie sich schon immer.
Heute werden die Tigani (vulgo "Zigeuner") auch in Rumänien offiziell als Roma bezeichnet. Viele Rumänen meinen, diese Umbezeichnung wäre ein Fehler, weil Roma zu sehr nach Rumänien klinge.
Aktion Größenwahn: 1988 entsteht in Bukarest der "Palast des Volkes". Er hat tausende von Räumen, aber nur ein paar wenige Toiletten.
Leben in bescheidenster Eintracht - ein Herr und sein Volk (Rumänien/Walachei 1988)
Auf die ersten 3000 km bis Istanbul sollten noch einmal soviele in der Türkei folgen. Vom Bosporus radelte ich weiter. Am Schwarzen Meer entlang, durch Ostanatolien zum Van-See, schließlich durch Türkisch-Kurdistan bis Uludere. Die enorme Gastfreundschaft und die vielen Begegnungen veränderten mein Türkei-Bild grundlegend.
Bibliographie
Wilde Berglandschaften, traditionelle Lebensweisen, verwegene Gestalten - der Osten der Türkei war "großes Kino" für mich.
Egal wo, egal wie, immer wieder eingeladen
Mann ohne Lächeln
Überraschung! Am Schwarzen Meer traf ich Murat und sein Team. Es war das einzige Mal, dass ich in der Türkei auf Leute stieß, die ernsthaft Fahrrad fuhren.
Nur zu Fuß erreichte ich am Ende das in einer Bergwand klebende Kloster Sumela
Biblische Fuhre. Meilenweit war das Quietschen der hölzernen Scheibenräder zu hören.
Einen "Schlafsackzeltmantel" und ne Kippe - mehr braucht ein kurdischer Hirte nicht
Gülüfe entwickelte großen Charme, um einen neuen Mann für ihre Mutter zu finden.
Die Kuhfladen waren getrocknet und aufgeschichtet, der Winter mochte kommen.
Sehr nette Gastgeber
Am Rande (Van)
Über den Kraterkamm zu den Vulkanseen des Nemrut Dagi
Camping im Vulkan (Nemrut Dagi)
Wenn die Sonne hinterm Van-See untergeht
Meine Retter - sie lösten den kurdischen Knoten
Skeptische und freundlich gesonnene Gastgeber auf der Zoma (kurdische Hochalm)
Der Schuhmacher und seine Neffen


