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Oman - Bilder einer Radtour (Teil 1)

Seit 1970 regiert Sultan Qabus das Land und hat es aus dem Mittelalter in die Moderne katapultiert. Er ist einer der wenigen Autokraten dieser Welt, die eine gewisse Beliebtheit im Volk genießen. Da er unverheiratet ist und keine Nachkommen hat, sorgt man sich, was nach ihm kommt.  
Ich tausche meine Kamera gegen ein Kamel. Tatsächlich wäre das kein schlechter Deal. So ein Kamel ist leicht mehrere Tausend Euro wert. Besonders, wenn es schnell rennen kann.  
Kurz vor dem Hauptstadkonglomerat Mutrah/Muscat passieren wir die Große Sultan Qabus-Moschee. Die ist zwar nicht sehr alt, aber wirklich groß. 300.000 Tonnen indischer Sandstein wurden verbaut und nicht weniger als fünf Minarette mussten es sein - wegen der fünf Säulen des Islams: Das Glaubensbekenntnis ("La ilaha illa Allah wa Muhammad rasul Allah"), das Gebet (fünf mal am Tag), das Fasten (zum Ramadan, dem 9. Monat im islamischen Kalender), die Zakat (Wohltätigkeit) und die Hadsch (Pilgerfahrt nach Mekka).  
Wir campen am Rande der Wahiba-Wüste. Rot schimmert das erste Morgenlicht ins Zelt.  
Frühstück: Omelett und Barratta (Pfannkuchen) bekommt man überall. 
Dishdasha (das weiße Gewand), Kumma (die bestickte Kappe) und Shisha (die Wasserpfeife) schmücken den Omani.  
Die omanische Frau geht mit der Zeit. Im Gegensatz zu anderen arabischen Ländern werden Frauen im Oman von höchster Stelle, und das ist immer der Sultan persönlich, vor allem in beruflicher Hinsicht besonders gefördert. Der Oman war auch das erste arabische Land mit einer Ministerin.  
Vor einer Stunde war hier noch ein großer Parkplatz. Dann kam das Wasser aus den Bergen, und wie aus dem Nichts wälzten sich braune Fluten durch das ehemalige Wadi vor den Toren von Nizwa.  
Eine Militärstraße führt zum Sayq-Plateau, das auf über 2000 m liegt. Normale Autos lässt das Militär nicht passieren (Radler schon mal gar nicht). Nur mit 4x4 darf man hinauf, in eine Landschaft wie im Himalaya. Es ist natürlich nicht die grandiose Aussicht, die für die Bewohner zählt, sondern die besondere Fruchtbarkeit der Region. Neben Granatäpfeln und Früchten sind die Terrassenfelder im Sommer vor allem von duftschwangeren Rosenteppichen bedeckt - Grundstoff für die Rosenwasserproduktion. Jetzt im Januar ist von all dem noch wenig zu ahnen. Dafür zeigt uns unser Fahrer Khalifa einen versteinerten Fisch. Etwas muss sich hier auf 2000 m zugetragen haben, etwas Gewaltiges.