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Lage der Fundstelle

Etwa 1,5 km südlich der Ortschaft Bilzingsleben, Kr. Sömmerda liegt am Rande des Wippertals der ehemalige Steinbruch "Steinrinne". Seine Oberfläche liegt etwa 35 m über der heutigen Aue und 175 m N. N. Eingerahmt wird die kleine spornartige Erhebung durch die Wipper im Osten und den Wirbelbach im Süden.
Die Ortschaft und damit auch die Fundstelle auf der Steinrinne liegen am Nordrand des Thüringer Beckens, welches geologisch hauptsächlich durch die Ablagerungen des Keupers (Trias) geprägt ist. Nur wenige Kilometer entfernt erheben sich im Nordwesten und Nordosten die bis zu 480 m hohen Kuppen der Hainleite, des Kyffhäusers und der Schmücke, die aus Ablagerungen des Buntsandsteins und des Muschelkalkes bestehen.


Bilzingsleben liegt am Nordrand der sogenannten Kindelbrücker Störungszone, die Teil der herzynisch verlaufenden Finne-Störung ist. Diese wiederum gehört zu einem System parallel verlaufender Störungen bis hin zum Rand des Thüringer Waldes. Die Finne-Störung beginnt im NW bei Sondershausen und verläuft bis nach Gera im SE. Dort beginnt als Fortsetzung die Pohlener Störung. Die Finne-Störung bildet gleichzeitig den Südrand der Hermundurischen Scholle.
Solche Störungen und Verwerfungen sind Ursache für die Entstehung zahlreicher Quellen in diesem Gebiet, von denen das Gründelsloch bei Kindelbrück, südlich von Bilzingsleben, noch heute ein eindrucksvolles Zeichen ist. Die kalkreichen Gesteine der Trias, die im Thüringer Becken und seinen "Randgebieten" dominieren, und aus ihnen austretende Sicker- und Quellwässer, die den Kalk lösen, sind Ursache für die unter hochwarmzeitlichen Bedingungen entstandene Travertindecke, die sich schützend über die Fundstelle legte und aufgrund ihrer Festigkeit durch erosive Prozesse nicht so leicht abgetragen werden konnten. Sie ermöglichte es, daß die Fundstelle von Bilzingsleben über fast 400.000 Jahre erhalten blieb ist und so von der Anwesenheit des frühen Menschen in Thüringen berichten kann.

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Bilzingsleben, Ansicht von der Steinrinne

Bilzingsleben, Ansicht vom Wippertal




Letzte Aktualisierung:
12.03.2004


Erstellt und betreut von Th. Laurat und M. Häckel im Auftrag des Fördervereins Bilzingsleben.