Startseite

Förderverein

Fundstelle

Lage

Forschungsgeschichte

Geologie und Geomorphologie

Natürliche Umwelt

Der Mensch von Bilzingsleben

Die archäologischen Reste

Künstliche Microumwelt

Artefakte und planvolles Verhalten

Strategien der Nahrungsgewinnung

Geistige und Kognitive Fähigkeiten

Forschungsstelle

Literatur

Aktuelles

Shop

Kontakt zu uns

Links

Strategien der Nahrungsgewinnung

Die Nahrung des Homo erectus bestand aus Pflanzen und Tiere. Erstere sind allerdings nicht überliefert. Welchen Anteil beide im Speiseplan hatten, ist unklar, doch aufgrund der kühlen bis kalten Winter während dieser Zeit muß von einem entsprechend großen Anteil an tierischer Nahrung ausgegangen werden.
Ein Großteil der Tierknochen muß als Jagdbeute interpretiert werden. Dabei beweisen die Speere von Schöningen aktive Jagd. Etwa 60 % der Jagdbeute war Großwild, wie Elefant, Nashorn, Wildrind, Wildpferd, Bären, gut 20 % mittelgroßes Wild wie Hirsch und Reh und der Rest Niederwild, wie Biber. Daneben können auch die Fische und einige Vögel sicher als Nahrungsreste angesehen werden.
Die Jagd auf Großwild benötigt Kenntnis vom Wildverhalten, Ortskenntnisse, Erinnerungs- und Kombinationsvermögen, vor allem aber auch Kenntnisse vom jahreszeitlichen Ablauf und dessen Auswirken auf das Tierverhalten.
Aufgrund der Mobilität der großen Tierherden musste auch der Homo erectus mobil sein. Sichere Voraussetzung ist das Basislager, von dem aus kleinere Gruppen auszogen und in einem Schweifgebiet mit einem Radius der maximal möglichen Tagesentfernung von 15 bis 20 km jagten und sammelten. Darüber hinaus muß aber auch ein erheblich größeres Jagddistrikt bestanden haben. Vermutlich beschränkte sich dieses Jagddistrikt auf das Thüringer Becken und den angrenzenden Höhenlagen, da die bewaldeten Mittelgebirge als natürliche Barriere wirken.


Vermutliches Schweifgebiet des Homo erectus von Bilzingsleben


Letzte Aktualisierung:
12.03.2004


Erstellt und betreut von Th. Laurat und M. Häckel im Auftrag des Fördervereins Bilzingsleben.