Am 28.04.87 trat ich bei den Pfadfindern ein. Es war seit langer Zeit die erste Truppstunde die wieder in der Waldstadt stattfand. Ich war damals 7 Jahre alt und wir waren noch kein eigenständiger Stamm, sondern gehörten zu St. Konrad. Meine Leiter waren Thomas Kirchner und Judith Möhrmann. Zu meiner Wölflingszeit hatten wir unsere Truppräume noch in den Jugendräumen von St. Hedwig, wo ich viele schöne Stunden verbracht habe und natürlich nicht nur dort, sondern auch im Wald, an der Pfinz und in der näheren Umgebung.

Am 15.05.88 war es dann soweit, wir, der Zweig St. Konrad Waldstadt, wurden zum Stamm Don Bosco, Karlsruhe - Waldstadt. Damals war ich noch Wölfling und auch erst 9 Jahre alt, deshalb kann ich mich an Einzelheiten nicht mehr so gut erinnern, aber eins werde ich nie vergessen: Die feierliche Übergabe des DPSG-Banners; es war wirklich ein unvergeßliches Ereignis, endlich ein selbständiger Stamm.

Die Geschichte blieb natürlich nicht stehn. 1991 schließlich war ich Jupfi, Thomas war nach Frankreich gezogen und so bekamen wir einen neuen Leiter, Marcus Freitag , auch unter dem Namen Frogger bekannt. Er begleitete uns dann, mit wechselnden Mitleitern, unter ihnen Diana Müller, Christian Brüstle, Kai Jendrian und Petra Padberg, in unserer Jupfi- und Pfadizeit bis 1996. Zuletzt mit weiblicher Unterstützung durch Karin Mann.

Von den Anfängen bis heute habe ich viel interessantes und abenteuerliches auf Lagern erlebt, was mir immer in Erinnerung bleiben wird. Jedes Lager war anders und hatte etwas besonders auf seine Art, man kann sie nicht miteinander vergleichen, da sie vollkommen unterschiedlich sind.

Ein ausführlicher Bericht aller Details würde den Rahmen dieser Broschüre sprengen, deshalb nur einige Beispiele, die jedoch als Verdeutlichung der Besonderheiten eines jeden Lagers genügen dürften.

Sola ´90, ich war damals  noch Wölfling, es war mein erstes Sommerlager, das Wufti - Lager der Diözese Freiburg. Wir waren auf einem abgelegenen Lagerplatz irgendwo in der Botanik, weit und breit keine Ortschaft. Das Lager ging 10 Tage, es war das erste mal das ich solange von zu Hause weg war. Allein das war schon etwas besonderes. Das aber was es von allen anderen Lagern unterscheidet, war: Wir hatten dort eine eigene Währung, das Wuftigeld, und es gab dort Workshops an denen wir teilnahmen und bei denen es viel interessantes zu lernen gab. Ein besonderes Highlight waren auch immer die täglichen Balgereien mit Thomas Kirchner.

Sola ´91, mein erstes Sommerlager als Jupfi, mit Frogger und Kai als Leiter. Kandersteg, Schweiz: internationaler Pfadfinder - Lagerplatz. Wir haben dort viele ”ausländische” Pfadfinder kennen gelernt und haben Halstücher getauscht. Wir haben ein Abenteuerabzeichen abgelegt, für das man in einem 40C ”warmen” Bergsee baden und auf über 2500m übernachten mußte und vieles mehr. Außerdem haben wir uns von einer Steilwand abgeseilt.

Sola ´92, Mecklenburg - Vorpommern. Wir lagerten dort auf der Wiese eines Pfarrers nahe einem See. Eine der Aktionen war, Flöße zu bauen, unseres war das einzige das auf Anhieb schwamm. Weiterhin machten wir einen Hajk, d.h. wir mußten zu einem bestimmten Ort laufen, an dem wir viel früher als geplant ankamen, und dort übernachten, was wir aber nicht taten, da wir keine Lust hatten, also liefen wir in der Nacht wieder zurück. Schließlich ”durften” wir noch die Kirche putzen, die ehrlich gesagt ein Schweinestall war.

Sola ´94, Radtour durch Holland. Wir sind 300 km am Ijsselmeer entlang geradelt. Auf unserem 1. Lagerplatz sind wir  gesegelt, Kanu gefahren und sind gesurft. Als nächstes haben wir auf dem European Jamboree vorbeigeschaut und schließlich auf dem letzten Lagerplatz sind wir mit Einsitzern gepaddelt.

Sola ´96, Schottland. Wir, das sind 7 Pfadis bzw. Leiter, waren mit einem Tojota-Bus in England und Schottland unterwegs. Wir haben London besucht, Birmingham, Glasgow und Edinburgh. Aber wir waren natürlich nicht nur zur Besichtigung in Großbritannien. Wir unternahmen eine 3-Tagestour durch die Berge Schottlands. Keine Ortschaften, kein Haus nichts, nur Schafe. Alles was wir brauchten mußten wir tragen, vor allem unser Essen, Bäche gab es genug. Die Landschaft in den Lowlands ist unbeschreiblich, wie aus dem Bilderbuch. Auf einem Lagerplatz konnten wir mit Luftgewehren schießen. Zwischendurch hatten wir auch mal alle bunte Haare, und vor allen Dingen haben wir viel gesungen, wodurch wir auf manchen Lagerplätzen zur Attraktion wurden. Das waren wirklich sehr, sehr vielseitige 3 Wochen, mehr kann man in ein Lager wirklich nicht reinpacken. Das was ich jetzt erzählt habe, ist vielleicht grade mal ein 10tel(!) von dem was wir auf diesem Lager erlebt haben.

Gut Pfad

               Ihr Christian Hahn