Lieben sie ihre Gemeinde?!
Das war doch selbstverständlich. Ich schaute
wohl etwas verwundert, als mein Ausbildungspfarrer mir in den Worten "Lieben
sie ihre Gemeinde" diesen Rat erteilte.
Wie sollte sonst wohl eine Gemeindearbeit, die wächst und gedeiht, möglich
sein?
Die Liebe zur Gemeinde wurde mir auch leicht gemacht.
Von allen Seiten erfuhr ich Unterstützung, Dank und Ermutigung.
Jahre später fiel mir der Satz wieder ein.
"Halt, nicht so schnell! Sie sind schon da vorn und wir sind weiter
hinten", mahnte ein Mitarbeiter.
Geduld war nicht meine Stärke. Viele Projekte wollte ich schneller
vorantreiben.
Doch zur Liebe gehörte der lange Atem. Durch meine Ungeduld konnte ich das
Wachstum der Gemeinde nicht beschleunigen.
Es war Liebe gefragt, die dem anderen Zeit lässt, damit wir gemeinsam den Bau
des Reiches Gottes fördern konnten.
Bei der nächsten Stelle fühlte ich mich noch stärker herausgefordert.
Falsche Unterstellungen erschütterten das Vertrauen zwischen Mitarbeitern.
Die Versuchung war groß, heftig gegen unberechtigte Vorwürfe, gegen Ehrsucht
und Sturheit zu Felde zu ziehen.
Wo war sie meine Liebe zur Gemeinde?
Ich musste mir die Liebe Jesu wieder neu erbitten, damit mein Herz wieder weit
wurde.