Trost in der Krankheit

Wenn ihr selbst krank seid, dann fühlt euch wie ein armer Fremdling, der in einem fremden Hause untergebracht ist und gern in seinem ewigen Vaterland sein möchte.
Seid geduldig, frohen Mutes, ertragt alles und seid Gott dankbar für seine Gaben.
Wählt und verlangt nichts, als was Gott geben will
Seid nicht allzu besorgt um euch; seid zufrieden mit dem, was man euch tut. 
Vertraut auf Gott, klagt
nicht über eure Krankheit, nicht über Mangel an Treue bei den Menschen.
 
Besucht euch keiner so murrt nicht, nehmt alles aus der Hand Gottes an, was er euch schicken will.
Esst und trinkt, was man euch vorsetzt, soweit ihr könnt, wie ein Armer. Ist das Essen auch versalzen oder angebrannt oder unschmackhaft, denkt daran, dass unser Herr im höchsten Leiden gespeist oder getränkt wurde mit Essig und Galle. Er schwieg und klagte nicht. 
Seid auch ihr so zufrieden um seinetwillen. Möchtet ihr irgend etwas, was ihr nicht habt, aber braucht, dann sagt es denen, die bei euch sind. Gibt man es euch, dann dankt Gott.

Bekommt ihr es nicht, dann seid geduldig und verzichtet darauf um Gottes Willen. Gott selbst wird euer Lohn sein. Bezwingt eure Begierde und verlangt nicht all das, woran ihr denkt, wonach euch gelüstet. 

Solches pflegen Verwöhnte zu tun.  Es bringt denen Verdruss, die dabei sind und es mit Ärger anhören müssen. 

Vergisst man euch und kommt nicht zu euch, wenn es euch notwendig erscheint, dann seid geduldig und friedlich. 

Denn Christus ist bei euch mit seinen Engeln und "Heiligen".
Seid immer frohen Mutes,  klagt und murrt nicht. Habt Gott im Herzen und gute Worte auf den Lippen.
So nehmt ihr allezeit zu in den Tugenden, und alle, die zu euch kommen, werden durch euch besser werden.

                                                                                                                                 (Johannes Ruysbroeck)