Seelsorge
Unter einem Referat von Hansjörg Bräumer über das Thema Seelsorge fand ich einige bemerkenswerte Zitate und Ausführungen:
"Die Seelsorge beginnt mit dem
einfühlsamen Sehen, das nicht als Mitleid,
sondern als Nächstenliebe erweist" (Manfred Seitz)
Zeichen der Nächstenliebe ist ein Dialog nach einfühlsamen, hörendem
Schweigen.
"Die Achtung vor Menschen drückt sich
weniger in Worten aus, als im Schweigen,
weniger durch das Reden, als durch das Zuhören"
(Remi Mens)
Das wortlose Dasein ist zunächst
hilfreicher als das wortreiche Tröstenwollen.
Arthur Mader nennt es "den Mangel in der Seelsorge, dass es wenigen gegeben
ist, schweigend mit dem Leidenden mitzugehen"
Das Schweigen hat einen doppelten Sinn,
denn neben dem Zuhören, ist es Stillesein vor Gott, umschließt also das
stille Bitten, um eine rechte Antwort zur rechten Zeit.
Wenn der andere über seine Not spricht,
sollte der Seelsorger nicht unterbrechen, sondern eher zum Ausdrücken
derselben ermutigen.
Je nach der Persönlichkeit des Seelsorgeersuchenden kann Zuhören
verschieden gehandhabt werden:
a) durch unmerkliches Forschen der Augen
b) durch Mitzittern im Miterleben, es dürfen Emotionen mitempfunden werden
c) durch ermunterndes Zunicken
d) Anbieten eines Taschentuches
Aber so hoch auch der Stellenwert des
Schweigens zu sehen ist, es gibt eine gefährliche Grenze, wo Schweigen keine
Hilfe mehr ist, sondern zerstörerische Gestalt annimmt.
Wer Schweigen als Methode anwendet, kann regelrecht Ausbrüche auslösen und
provozieren, dass der Betroffene laut seinen Unwillen herausschreit.
Zur Wahrheit gelangt der Seelsorger nicht
durch ein Seelsorgekonzept.
Der Seelsorger kann nur dazu verhelfen, dass der Seelsorgebedürftige seinen
persönlichen Weg findet.