Im Einklang mit Gott
(nach Manfred Pagel, der zum Thema im Einklang mit Gottes Willen leben eine
Seminarreihe hielt)
Wir wissen nicht wo es lang geht, gerade nach dem alten Glaubenslied:
"Weiß ich den Weg auch nicht, du weist es wohl, das macht mein Herz getrost und friedevoll, ..."
Im Einklang mit Gott zu sein, bedeutet den
Willen aus der Hand zu geben, sich seiner Kontrolle zu unterstellen.
Es gilt nicht wie bei weltlichen Menschen dass sie immer nur anstreben genug zu
haben, um anderen nicht zur Last zu fallen, von ihnen abhängig zu sein, dass
sie um jeden Preis ihr Leben absichern, ständig nach mehr Genuss, Sicherheit
und Luxus streben.
Menschen wollen unabhängig von anderen sein, sich selbst verwirklichen, ihre
Fähigkeiten weiterentwickeln und vor anderen zur Geltung kommen.
Bei Glaubenden, wird alles auf den Kopf gestellt, denn da gilt es von Jesus
abhängig zu bleiben, von ihm zu erwarten, ihm zu vertrauen, sich von ihm
entfalten und begaben zu lassen, einander zu dienen.
Dabei kommt es auch beim Umgang mit der Zeit an, ihm zur Verfügung zu stehen,
Zeit für ihn zu haben, auch was die Urlaubs-, Freizeitplanung betrifft.
Gott möchte gefragt werden, was dran ist.
Es liegt auf der Hand, dass dabei zwei Welten aufeinanderprallen.
Jesus schickt uns wie Schafe unter die Wölfe.
Das klingt nach allem anderen als nach Sicherheit.
Er gibt nicht immer Klarheit oftmals bleiben Fragen, Zweifel, langen
Wartezeiten, wo sich scheinbar nichts bewegt.
Jesus erwartet, dass wir nicht alles glatt
reden, er wirkt ganzheitlich.
Um im Einklang mit Gott zu sein dürfen wir nicht vergleichen, was
andere besser, schlechter können, was andere haben, was andere beruflich sind.
Auch Warum-Fragen in diesem Zusammenhang bringen nichts.
Denn es gilt mit dem zufrieden zu sein, was uns Gott an Gaben zugeteilt
hat, was er uns in unserem Leben erreichen lies, was wir mit ihm wagten.
Es gilt nicht Zufriedenheit an Ergebnissen und vorweisbaren Erfolgen zu
messen, denn Gott legt sein Maßband nicht um unseren Kopf, sondern um unser
Herz.
Außerdem hat Gott mit jedem einzelnen seine eigenen Pläne, zieht zuweilen
sogar die Bremsen an, schleift und werkelt an jedem herum. Wir können und
sollen Gott keine Vorschriften machen.
Nicht alles was schlecht läuft ist ein Irrweg oder eine Sackgasse. Gott
benutzt auch Schieflaufendes um in die richtige Richtung zu manövrieren, zumal
sonst viele auf bequemen Wegen oberflächlich dahinleben würden.
Er rüttelt dadurch auf, lockt aus der Reserve, holt Leute von Ersatzbänken,
...
Für jeden gilt, dass es die Beziehungsebene
zwischen Gott und mir zu fördern gilt.
Man soll dabei nicht auf der Sachebene stehen bleiben, auch nicht bei guten
Vorträgen nur konsumieren.
Es gilt nicht Gott ins "eigene System" einzubauen, um eigene
Vorstellungen durch zu setzen, sondern ihm geht es um intensive Zweierbeziehung
zu ihm.
Diese ist am Ehesten vergleichbar mit einer Ehe oder intensiv gelebten
Freundschaft.
Jesus möchte dass wir wie er:
vor dem Vater still werden. Das war ihm
zuweilen wichtiger als predigen, heilen, Menschen dienen.
Auch er suchte wo immer es ging intensive Zweisamkeit mit dem Vater
uns regelmäßig zurückziehen (z. B. 1 mal pro Woche für 2-3 Stunden, bzw. jeden Tag um in der Bibel zu lesen, zu beten, ...) um mit dem Vater Gemeinschaft zu pflegen
Einklang anstreben mit dem Willen des Vaters, für unser Leben
auf Gott hören
den Vater nie aus den Augen verlieren, zu ihm aufsehen und nicht auf die Schwierigkeiten, die uns zuweilen bedrängen
die Beziehung zu Gott über Aktionismus für ihn stellen
Es wurde auch ganz klar dargestellt, dass
diese Zeit mit Gott eine angefochtene Zeit ist, denn der Feind kann es am
wenigsten ertragen, wenn eine enge Verbindung zu Gott besteht.
Darum setzt er alles daran uns davon abzuhalten, indem er uns einredet und
suggeriert:
wir hätten keine Zeit dazu (dabei hat jeder 24 h am Tag, über die er verfügen kann, wo er selbst die Prioritäten setzt.
diese Zeit wäre vergeudete Zeit, denn sie brächte keine Anerkennung (von Menschen!!!)
dass es langweilig ist, Gleichförmigkeit nichts bringt, es droht uns unwichtig zu werden und verunsichert uns
manche manövriert er dahingehend, dass sie Situationen verdrängen, da sie nur Schattenseiten erkennen, sich dem bewusst nicht mehr aussetzten, weil es ihre gesamte Kraft bindet, sie lieber so tun als ob alles in Ordnung wäre... sich einfach treiben lassen
Manche weigern sich durch sein Anstoßen, sich selbst mit Gottes Augen an zu sehen
wieder anderen mangelt es an Vertrauen auf Gott, sie werden in Zweifeln und Ungewissheit aufgerieben
Unruhe (von Außen wie auch von innen) kann auch vor der Stille bei Gott abhalten und blockieren
Doch wenn wir Stille vor Gott praktizieren,
gewinnen wir innere Freiheit,
bekommen den Blick geweitet. Gott zeigt uns Perspektiven auf, lässt uns
erkennen, was er Schritt für Schritt mit uns vorhat.
Er möchte uns Impulse zur Veränderung geben.
Nur vor ihm gewinnen wir Wahrhaftigkeit, denn vor ihm kann man sich
nichts vormachen. Er hält uns gnadenlos den Spiegel vor, korrigiert uns wo
nöftig. Aber genauso baut er auf und ermutigt sich auch bei schwierigen
Wegstrecken wieder zu erheben.
Begegnung mit Gott bewirkt Begeisterung. Nicht jeder leuchtet wie Mose, aber es
prägt sich trotzdem in unser Wesen ein.
Gott ist vollkommen, er ist treu, barmherzig.
Er möchte uns heiligen, reinigen, befreien, dass wir fruchtbarer werden für
unseren Dienst für ihn.
Dabei will er dass Freude an ihm und seinem Wirken immer größeren Raum in uns
gewinnt.
Jeder muss seine eigene Art für die Stille
vor Gott finden.
Er praktiziert einmal pro Woche besonders intensiv Gemeinschaft mit Gott (ca.
2 - 3 Stunden), wobei er sich ein offenes Ende vorbehält, keine Fixtermine
dahinter stehen.
zuerst lässt er alles vor dem Vater
ab.
Angestaute Wut auf Leute, beschreibt Gott seine momentane Situation
er tut dies draußen und redet laut mit Gott (andere wie z. B. seine Frau suchen einen schützenden Ort, er baute ihr dazu eine kleine Hütte auf ihrem Grundstück, wo sie jeden Tag stille Zeit mit Gott hält)
er schüttet sein ganzes Herz aus mit
allen Empfindungsschattierungen vor Gott aus (Freude, Angst,
Schmerz, Ärger, Frust, ...), Gott ist nichts verborgen.
Es gilt wahrhaftig vor Gott zu sein.
Er teilt seine Gedanken und Wünsche mit
um innerlich frei zu werden singt er
dann Anbetungslieder, um Gott in den Blick zu bekommen, oder aber er liest
Psalmen.
Er lässt sich so mit hineinnehmen, vor Gottes Augen stellen.
Erst gibt er sich in die Gedanken anderer hinein, macht sie aber im Laufe
der Anbetung immer mehr zu seinen eigenen, zuweilen singt er eine Strophe 3
mal bis er darin im Gleichklang ist.
Stille vor Gott ist keine Einwegkommunikation, denn er will nicht nur Wegweisung geben, sondern gibt uns auch Anteil an seiner Freude, seiner Fülle.
Er unterbreitet Gott verschiedene Möglichkeiten für Entscheidungen, prüft sie unter ihm, bittet um Wegweisung
Er lässt sich hinterfragen, nimmt bewusst aus Gottes Hand auch den Blickwinkel, den andere von ihm haben.
Er setzt sich vor Gott mit Argumenten auseinander, führt mit ihm Debatten.
Es ist ihm ein Bedürfnis für andere Fürbitte zu tun, segnet andere, bittet, dass Segen auf sie und ihr Tun kommt.
Als Auswirkung erkennt er klarer seine Lebenszusammenhänge, wird von Lasten frei, erfährt, wie der Vater in sein Leben ausstrahlt und verändert.
Schon in Hebräer 12, 1 + 2 heißt es,
dass wir im Glauben alles ablegen sollen was uns im "Kampf" des
Glaubens behindert, vor allem Sünde, die uns fesseln will.
Wir sollen mit aller Kraft laufen, wie ein Wettkämpfer, der von Zuschauern im
Stadium angefeuert wird.
Mit zäher Ausdauer, sollen wir uns ausstrecken und das letzte Stück bis zum
Ziel durchhalten, dabei nicht nach rechts noch links schauen, sondern allein auf
Jesus.
Er allein hat uns gezeigt, wie man diesen Lauf beginnt und als Sieger ans Ziel
gelangt.
Jesus erduldete alles, weil große Freude auf ihn wartete, das ging bei ihn bis
zum Tod am Kreuz. Jetzt hat er aber auch als Sieger den Platz neben dem Vater
eingenommen und bereitet alles für uns vor.
Dass unser Glaube nicht auf der Strecke bleibt, brauchen wir immer wieder
Extrazeiten mit unserem Vater.
Denn der Glaube ist etwas Prozeßhaftes und nichts Statisches.
(abends 12.06.2004) nach