Umleitung
Troas. Das war die Endstation.
Ein bescheidener Hafen, ein paar Häuser, wenige Geschäfte.
Die Welt schien mit Brettern vernagelt.
In irgendeiner Kneipe mietete sich Paulus ein.
Müde war er und warf sich auf das Bett.
Aber schlafen konnte er nicht.
Bilder jagten durch seinen Kopf.
Da war Jerusalem. Mit seinen Freunden Timotheus, Silas und Lukas schritt er
durch die Tore der Stadt hinaus:
"Aufbruch zur zweiten
Missionsreise"
In den Großstädten wollten sie Jesus bekannt machen.
Da war der Weg:
Oft lag er in der sengenden Sonne.
Nicht nur einmal kletterte er über die Pässe.
Wie ein Faden zog er sich durch riesige Ebenen
Paulus scheute keine Strapazen.
"Dieses Land für Jesus!" war sein Antrieb.
Das war sein Ziel: Philadelphia, Sardes, Laudicea.
Städte mussten für Jesu Sache gewonnen werden. Knotenpunkte des Weltverkehrs
sollten Stützpunkte für Gott werden.
Aber dieses Ziel erreichte Paulus nicht.
Der Weg nach Westen war blockiert.
Erdrutsch, Kriegswirren, Zollschranken? Wir wissen es nicht. Jedenfalls war der
Durchgang gesperrt.
Paulus und seine Freunde wurden nach Norden umgeleitet.
Aber auch dort kein Weiterkommen.
Die Straße führte nicht mehr weiter.
Viele Tage auf einem schmalen Pfad.
So kamen die Männer nach Troas.
Deshalb lag Paulus auf seinem Bett, frustriert und resigniert.
Er bohrte nach einer Antwort:
"Warum diesen Strich durch mein Leben?"
"Gott warum?" -
Wer sich von Gott leiten lässt,
wird auf den richtigen Weg umgeleitet.
Man kann nicht früh genug mit der Bitte anfangen:
"Weise mir, Herr, deinen
Weg!"
(Konrad Eißler)