Ein Spaziergang zum Aufatmen

Herr, die Luft ist dick zu Hause!
Sie nimmt mir fast den Atem. Termine, Arbeit, Stress, Sorgen, dazu noch Konflikte,  ...
wie wird es wohl weitergehen mit uns, den Kindern, den Großeltern,
mit Menschen, die mir nahe stehen?

Ich fühle mich bedroht und spüre, wie mir die Freude am Leben versickert.
Ich stehe in der Gefahr, nur noch auf mich zu schauen,
mich ängstlich zu fragen, reicht die Kraft auf meinem Weg?
Kann ich die Lasten der anderen mittragen - habe ich noch Kraft dazu?

Herr, du siehst, wie die schwere Seite meines Lebens mich gefangenhält.
Ich kann mich nicht selbst befreien.

Da höre ich auf einmal, wie du zu mir sprichst:

Danke Herr für deinen Rat.
Ich konnte ihn mir nicht selbst geben.
Nun bin ich allein, es tut so wohl.

Unterwegs spüre ich, wie der Wind mich umgibt.
Die Sonnenstrahlen durchleuchten das Herbstlaub.
Mit welcher Leichtigkeit fallen vereinzelt die Blätter.
Sie klammern sich nicht an den Ästen fest. Sie sind bereit, sich zu lösen.

Deine Natur lehrt mich, dass wir der Vergänglichkeit unterworfen sind.
Auch ich bin von dir geschaffen. Immer wieder feilst du an mir.

Weil du mein Ursprung und mein Ziel bist, will ich mich auch von dir verwandeln lassen.
Du machst mich frei, ich atme auf.

Danke, Herr, dass du mir diesen wunderbaren Spaziergang geschenkt hast.
Er hat sich gelohnt.
Ich möchte dankbar und mit neuer Freude für den Alltag zurückkehren.

(Gerdi Stoll)