Durchwachte Nächte
(zu Lukas 6, 12 bis 16)
Eine ganze Nacht lang im Gebet!
Warum wachte Jesus gerade diese Nacht? Und was hat er gebetet?
Vielleicht hielt er zunächst sein verletztes, erschöpftes Herz einfach dem
Vater entgegen, ruhte sich in seinen Armen aus.
Denn er kam gerade aus der Versuchung des Widersachers.
hatte erfahren, dass man Johannes verhaftet hatte, als er seinen Ruf erhielt
seinen Auftrag in Kapernaum, mit genauer Lagebezeichnung laut Prophet Jesaja)
anzutreten von Gott bekam. Lückenlos begann er nun statt Johannes zu predigen,
berief seine ersten 4 Jünger am See Genezareth (Matth. 4 bis 5, 22) Jesus
musste genau mit dem Vater abgestimmt sein, auf ihn hören.
Angesichts der Wut seiner Gegner (V. 11) wollte er sicher von seinem Vater
hören, was als Nächstes dran war.
Es war Vorsorge für die Zukunft:
"Die Auswahl der 12" (Es ging nicht von heute
auf morgen, wie viele Nächte Jesus wirklich gewacht und gebetet hat, wir wissen
es nicht. Er ließ sich damit Zeit, bis er sie von Gott gezeigt bekam -
Johannes meint es wäre gleich nach der Taufe am Jordan gewesen, der Geist wie
eine Taube vom Himmel auf ihn kam, wo sie den von
Gott verheißenen gefunden hatten, sie sagten es sofort weiter Joh. 1, 29 - 54)
Es ist also kein Erweis der Unwahrheit der Bibel, sondern verweist auf die
verschiedenen Blickwinkel, die aus der Persönlichkeit der Menschen resultieren,
die ihre Wahrnehmung mit beeinflussen) Wer das nicht versteht braucht nur einmal
die Zeugenaussagen vor Gericht anzuhören, wo sich ihre Aussagen wiedersprechen,
sie sich nicht mehr daran erinnern können. Darum muss man auch in der Bibel
Personen, Stellen, Zeiten, wann es geschrieben wurde mit hinzunehmen um sich ein
vollständiges Bild zu machen.
Die kleine Schar der 12 sollte die halbe Welt
mit der Botschaft Jesu erreichen und in der neuen Welt auf zwölf Thronen
sitzen.
Dann kann man verstehen, dass es eine Nacht dauerte.
Vielleicht hat Jesus bei einigen länger gerungen, sogar zurückgefragt, ob er
richtig gehört habe.
Sicher bei Judas, wohl auch bei Petrus und Thomas.
Jesus kannte seine Freunde. Keiner der Zwölf war hoch qualifiziert für seinen
Job. Doch der Sohn horchte auf den Vater, er ging das Wagnis ein.
Der Aufwand hat sich gelohnt bis heute, auch für jeden von uns.
Und wie fällen wir heute unsere Entscheidungen? Geben wir Gott eine Chance, uns
seinen Willen auf zu zeigen?
(Margarete Dennemoser)
Anfügungen dazu Heike Stetter 19.01.2005