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Oktober 1997 /Feb 2005
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FACHFORUM EINE WELT IN DER MÜNCHNER AGENDA 21


LEGISLATIVES THEATER

ZUR DEMOKRATISIERUNG DER POLITIK DURCH THEATER


[ Theater der Unterdrückten ] - [ Augusto Boal ] - [ Das Legislative Theater in Rio ] - [ Legislatives Theater in Deutschland? ] - [ Das CTO Rio ] - [Wie geht's weiter? Zur deutschen Adaption] - [ Grundlagen des Theater der Unterdrückten ] - [ Literatur ]   andere Seiten: [ Linz und München 2004 ]

Einführung

CTO RIO: Center for Theatre of the Oppressed RIO   cto-rio


Übertragung eines englischen Textes des CTO Rio, mit dem Augusto Boal das "Teatro Legislativo" entwickelt hatte,
bisher liegen diese Erfahrungen in einer "Beta-Version" in portugiesisch vor,
die englische Ausgabe ist dann im Spätherbst '98 bei Routledge / London erschienen.

Die angefügten Teile beruhen auf persönlichen Gesprächen und Berichten Augusto Boals beim
8. Internationalen Festival des Theater der Unterdrückten "The Ripple Effect" Mai / Juni '97 in Toronto. Fritz Letsch


Theater der Unterdrückten

Das Theater der Unterdrückten, entwickelt durch Augusto Boal,
ist eine Sammlung von Übungen, Spielen und Theatertechniken,
die eine neue, aktive Dimension des Theaters intendieren.

Spiele, Übungen und Theatertechniken
Sie sind in die folgenden Kategorien eingeteilt:
  1. Gruppe: "fühlen, was wir berühren" zur Erforschung der Fähigkeiten in Bewegung, Balance und Berührung  
  2. Gruppe: "Horchen, was wir hören" zur Verbesserung der Wahrnehmung von Klang und Rhythmus
  3. Gruppe: "Dynamisierung verschiedener Sinne" zur Anregung und Entwicklung der Sinne ohne die Hilfe der Augen
  4. Gruppe: "wahrnehmen, was wir sehen"  zur Kommunikation durch Bilder in nicht-verbaler Sprache

Bilder-Theater

Techniken, die Fragen, Probleme und Gefühle in konkrete Bilder übertragen.
Das Lesen der Sprache des Körpers bringt ein Verständnis der Fakten und Situationen,
die von den Teilnehmenden präsentiert werden.


Zeitungs-Theater

Ein weiterer Satz von Theatertechniken,
welche die Nachrichten einer Zeitung in verschiedene Formen theatralischer Präsentation bringen.


Unsichtbares Theater

Die Inszenierung einer alltäglichen Szene zur Präsentation an einem Platz,
wo sie wirklich stattfinden könnte. Sie wird in einer Weise verwirklicht,
daß die ZuschauerInnen wirklich an dem Ereignis teilnehmen
und so spontan auf die Diskussion in der Vorstellung reagieren, als wäre es ein normales Ereignis.


Forum-Theater

In Forum-Theater-Stücken ist die Zentralfigur eine unterdrückte Person,
die ihre Wünsche nicht verwirklichen kann,
weil sie durch eine Figur der Unterdrückung daran gehindert wird.


Im ersten Durchlauf soll das Publikum nur zusehen,
dann beginnt die Szene von vorne und der Joker / die Spielleiterin regt die ZuschauerInnen an,
in die Szene zu gehen und die Zentralfigur zu ersetzen,
um einen anderen Ausgang der Situation zu probieren und so alle möglichen Alternativen zu erproben.


Der Regenbogen der Wünsche

Die "Boal-Methoden für Theater und Therapie" sind eine Sammlung
therapeutischer und theatraler / dramaturgischer Techniken
zur Untersuchung zwischenmenschlicher und persönlicher Themen und Anliegen.


Legislatives Theater

Dieses setzt den Aufbau von örtlichen Theatergruppen voraus,
die in Forum-Theater-Stücken von ihrem Alltagsproblem berichten
und für klar definiertes Publikum spielen.
Die Änderungsversuche des Publikums werden in Berichten festgehalten,
die dann auf Möglichkeiten für politische, gesetzgebende oder rechtliche Aktionen untersucht werden.


Augusto Boal 

Boal begann seine Laufbahn als Theaterleiter 1956 und entwickelte seitdem seine unübertroffenen innovativen, kreativen und erfinderischen Fähigkeiten in Zusammenarbeit mit vielen Gruppen und Personen. Seine gegenwärtigen Projekte sind aus der gleichen imaginativen und inspirativen Energie geboren, mit der er auch das Teatro de Arena in Sao Paulo leitete. Dort baute er ein Seminar für Dramaturgie und ein Laboratorium der Interpretation auf, die neue Theater-Talente zum Vorschein brachten und die Konzepte des brasilianischen Theaters dieser Zeit transformierten.

1971 wurde Boal für seine Herausforderungen der Militärdiktatur durch sein revolutionäres Theater exiliert.
Er arbeitete in Peru in einem Alfabetisierungprojekt, das die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire benutzte.

In Argentinien schrieb er Bücher, gab Unterricht, produzierte Stücke und setzte die Entwicklung des Theater der Unterdrückten fort. Während der 70er Jahre arbeitete er in den meisten lateinamerikanischen Ländern, aber die Diktaturen, die sich über den Kontinent ausbreiteten, zwangen ihn, sich nach demokratischen Ländern umzusehen.

Er ging 1976 nach Europa, zuerst nach Portugal, dann nach Frankreich, wo er 1979 in Paris, unterstützt durch das Kulturministerium, sein erstes CTO, das Zentrum des Theater der Unterdrückten gründete. Er lehrte an der Sorbonne und anderen europäischen Universitäten. Inzwischen wird das Theater der Unterdrückten in vielen Ländern der Welt praktiziert, was seinen Namen weltweit bekannt gemacht hat.

1980 besuchte das Pariser Zentrum des Theater der Unterdrückten Rio de Janeiro, was langfristig zu Boals Rückkehr nach Brasilien führte. 1986 gründete er das CTO Rio und siedelte sich wieder fest in Brasilien an. Auf seiner unermüdlichen Suche nach neuen Ausdrucksformen wurde er zum Stadtrat / Senator von Rio de Janeiro gewählt und begann 1993 das Projekt des Legislativen Theater.

Die UNESCO würdigte 1994 seine Arbeit mit der "Pablo Picasso-Medaille",
neben vielen anderen Ehrungen bekamen er und Paulo Freire 1996 die Ehrendoktorwürde der Universität Nebraska.

Nach der Vollendung von 40 Jahren Theaterarbeit feiert er 25 Jahre des Theater der Unterdrückten,
10 Jahre des CTO RIO, vier Jahre Legislatives Theater und die Präsentation einer neuen Serie von Projekten
mit dem Zentrum des Theater der Unterdrückten in Rio de Janeiro.


Das Legislative Theater


Als Theaterleiter verwandelte Augusto Boal die Zuschauer in Schauspielende, als Stadtrat oder Senator verwandelte er die Wähler zu Gesetzgebenden. Seine Art der Amtsführung eröffnete eine neue Bühne des Theater der Unterdrückten: Das Legislative Theater.

Die Ziele seines Mandats waren die Demokratisierung der Politik durch Theater und die Entwicklung einer neuen Beziehung zwischen Gesetzgebenden und Bürgern. Die Gestaltung der Politik durch Theater war gleichzeitig Ziel, Thema und Erfüllung des Projekts.

Während der vier Jahre seines Mandats war das Team der "coringas" / Joker / Spielleiterinnen / Trainer in vielen Teilen der Stadt präsent und organisierte Gruppen nach ihrer Stadtteil-Identität oder ihren besonderen Themen.

Mit Ihnen entwickelte er Stücke über Alltagsprobleme, die auf öffentlichen Plätzen, Strassen, in Schulen, Krankenhäusern, Gemeindezentren etc. gespielt wurden. Wann immer ein Stück vorgestellt wurde, war das Publikum eingeladen, auf die Bühne zu kommen und die Hauptfigur zu ersetzen, um Lösungen für ihr Problem zu finden.

Die Versuche wurden aufgeschrieben und in Berichte verwandelt, die von Boals politisch-legislativem Team ausgewertet wurden. Nach der Analyse wurden die möglichen Lösungen in Projekte zur Erarbeitung eines neuen Gesetzes, in Änderungen existierender Vorschriften, zu Initiativen oder politischen Aktionen verwandelt.

 
 

Gruppe

Thema

Legislative Initiative 

Renascer 

Drittes Alter

Gesetz, das öffentliche Krankenhäuser zur Bereitstellung geriatrischer Hilfe verpflichtet

Gotha

Homosexualität

Gesetz gegen Diskriminerung von Personen wegen ihrer sexuellenOrientierung in Geschäft, Industrie und öffentlichem Sektor

Sol da Manha

Ökologie

Gesetz, das Markthändler zum Gebrauch von Abfalltüten verpflichtet

Casa das Palmeiras

Psychische Gesundheit

Änderung des Gesetzes zur Sicherung der Patienten in der Psychiatrie vor irreversiblen oder gewaltsamen Behandlungen

Galera da Levy

Öffentliche Erziehung / Bildung

Gesetzesprojekt zur Eröffnung von Kinderkrippen in öffentlichen Schulenfür LehrerInnen und MitarbeiterInnen in diesen Schulen

körperlichBehinderte

Diskriminierung

Gesetz zur Einrichtung niedriger Strassenbegrenzungen umGefahrenstellen für Blinde zu sichern und Änderung im städtischen Haushaltsplan zur Bereitstellung von Mitteln für behindertengerechten Ausbau der Metro

Favelas

Menschenrechte

Programm zum Schutz von Kriminalitäts-Opfern und zum Zeugenschutz

Das Mandat regte Dialoge zwischen den Gruppen an, indem es Treffen organisierte, die gegenseitiges Verständnis erweckten und die "Knoten der Solidarität" festigte. Alle zwei Monate wurden Festivals des Theater der Unterdrückten organisiert, die Theater und Gesetze auf die Plätze der Stadt brachten.

Das Projekt brachte nicht nur die Probleme der Bewohnerkreise ins Rathaus, sondern auch das Geschehen in der "Kammer" in die Aussenwelt. So wurden nun Sitzungen als "Der Stadtrat auf den Plätzen" organisiert. Dies waren legislative Diskussionen über Projekte, die im Stadtrat / Senat begannen und aktuell auf den öffentlichen Plätzen stattfanden. Auf diesem Weg konnte JedeR Vorschläge zur Meinungsbildung und Entscheidung Boals beitragen.


Legislatives Theater in Deutschland?


Zuerst ist es noch schwer vorstellbar, weil hierzulande eher alles zu sehr geregelt ist und wir uns sehr daran gewöhnt haben, uns von "Herrschaften" PolitikerInnen regieren zu lassen. Aber ich sehe eine große Notwendigkeit:

Einerseits muß im Rahmen der Deregulierung auch für eine neue Abstimmung unter den Bürgern gesorgt werden, andererseits schwindet das Vertrauen in die Parteienpolitik mit deren Schwerfälligkeit.

Im derzeitigen Abbau des Sozialstaates und vor allem des Gemeinsinns durch die reichen und einflußreichen Schichten wird es immer mehr notwendig, daß die Bürger sich selbst organisieren und für neue Sozialstrukturen sorgen, die auch bis in das internationale Denken und solidarisches Handeln reichen.

Das Fachforum Eine Welt in der Münchner Agenda will in Kontakten und Zusammenarbeit dafür Projekte entwickeln, die vom solidarischen Lebensstil bis zur CO2-Reduzierung für Zukunft sorgen: Dunkle Geschäfte wie Müllexporte und Altkleider-Vermarktung, Minenproduktion und Waffenhandel geben sich in unserer Stadt zwar oft ehrbares Ansehen, sind aber an den Armuts- und Fluchtgründen beteiligt, die MigrantInnen auf eine Zukunft in unserem Land hoffen lassen. (FL)


Das CTO Rio: Zentrum des Theater der Unterdrückten


Abgeschlossene Projekte:

Volkstheaterfabik

Ein Projekt, das eine Gruppe von dreissig Kultur-Animatoren mit der Aufgabe der Weitergabe der Techniken und der Organisation von Gemeinde-/Community-Theatergruppen ausbildete (1986-1987)


Gewerkschaftsworkshops

Das CTO Rio half verschiedenen Gewerkschaften (öffentliche Erziehung / Metallarbeiter / Banken / Versicherungen) beim Aufbau von Theatergruppen und bei der Vorbereitung öffentlicher Aktionen.


Aufbau von Volkstheaterzentren

In Zusammenarbeit mit progressiven Stadtparlamenten arbeitete das CTO Rio in verschiedenen Städten einschließlich Ipatinga, Betim, Belo Horizonte (MG), Sao Bernado de Campo e Campias (SP). Gruppen des Theater der Unterdrückten vor Ort wurden zur Förderung und Diskussion lokaler Themen organisiert.


Land und Demokratie

Das CTO RIO nahm am kulturpolitischen Projekt "Land und Demokratie" der IBASE (President Betinho) 1990 und 1991 teil.


500 Jahre Kolonisation Amerikas

Austauschprogramm zwischen Brasilien und Deutschland, organisiert durch Internationale Dritte-Welt- Organisationen 1992 (Workshops und Vorstellungen in Hamburg, Mainz, Berlin und Frankfurt)


7. Internationales Festival des Theater der Unterdrückten

Organisiert durch das CTO RIO in Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum der Bank of Brazil, das Festival versammelte 25 Gruppen von fünf Kontinenten, die mit den Methoden des Theater der Unterdrückten arbeiten.


Legislatives Theater

Augusto Boals parlamentarische Zeit: Januar 1993 bis Dezember 1996. Das Team der Coringas / Joker arbeitete überall in der Stadt Rio de Janeiro, präsentierte Forum-Theater, gab Theaterwerkstätten in verschiedenen Communities, organisierte Gruppen des Theater der Unterdrückten, entwarf Gesetzesvorschläge.


Teilnahme am 8. Internationalen Festival des Theater der Unterdrückten
"The Ripple Effect" Mai / Juni 1997 in Toronto / Canada (fl)


Wie geht's weiter?

In diesen 25 Jahren, in denen sich das Theater der Unterdrückten in der Welt verbreitete,
wurde es in allen seinen Dimensionen genutzt: Pädagogisch, Sozial und Therapeutisch.
Aber ohne jeden Zweifel wurde 1993 -96 in Brasilien am klarsten seine politischer Kontext
mit dem Legislativen Theater entwickelt (Im engl. Original folgen noch Antragsunterlagen und Karten.)



Fritz Letsch: Zur deutschen Adaption: 
Auszug aus dem Rundbrief des entwicklungsdienst theater - methoden


Es begann ganz einfach ...

mit dem Angebot der Gruppe um Augusto Boal an die PT (Arbeiterpartei) in Rio de Janeiro, 1991 ihren Wahlkampf zu gestalten, wenn diese im Gegenzug später für Räume und Finanzierung der Grundlagen der Theaterarbeit eintreten würde. Der Zustimmung folgte die Bitte, auch einen Kandidaten für die Wahl zum Senat zu benennen, die zuerst nicht so ganz ernst genommen wurde, da Wahlkampf in Rio dem Karneval verwandt ist und etwa 1200 Bewerber für 42 Plätze kandidieren.

Da die Presse auf die neuen politischen Formen heftig reagierte und Augusto das Motto gewählt hatte:
Es braucht Mut, glücklich zu sein,
zeichnete sich doch bald ab, daß Augusto Chancen für das Amt eines Vereador hat und seine gesamte Gruppe als MitarbeiterInnen einstellen kann.

Der Stab wird mit einigen Fachfrauen zur Verwaltung, zu Recht und Organisation erweitert, und bald spielen mehr als zwanzig Gruppen in der 7-Millionenstadt nicht nur ihre eigenen Themen und die der aktuellen Rathauspolitik, sondern auch die ihrer Umgebung und des Publikums auf den Strassen und Plätzen der Stadt.


Dabei wird immer nach dem gleichen Muster gearbeitet:

Für FORUM -THEATER bereiten wir mit den Teilnehmenden eine kurze Spielszene vor, in der ein "Held" exemplarisch scheitert: Dem Publikum bleibt vorbehalten, Lösungen für das Problem durch Übernahme der Hauptrolle zu finden.

Auf dieser brechtischen Grundlage, nach der Theater immer der Veränderung dient, werden die Versuche und Vorschläge des Publikums protokolliert und ins Rathaus zur Auswertung und Aufbereitung gegeben, zu Eingaben verarbeitet und witer diskutiert.

Neben der Einbeziehung der interessierten Mitspielenden kommt eine Auseinandersetzung in Gang, die nicht nur zwischen den Gruppen in Fiestas vertieft wird, sondern auch fachlich alle Ebenen der Verwaltung ergreift: Nach dem behindertengerechten Umbau der vorher gefährlichen Telefonzellen wurde ein Gesetz zum Zeugenschutz auf den Weg gebracht, um überhaupt Verbrechen verfolgen zu können, auf den verschiedensten Ebenen Umweltschutz entwickelt und Altenmedizin eingerichtet.

Die Legislaturperiode endete Dezember 1996, die Gruppe um Augusto will jetzt, nachdem die PT in einigen anderen Städten auch BürgermeisterInnen stellt, diesen anbieten, mit dem Legislativen Theater zu arbeiten.

Von den Grundlagen des Theater der Unterdrückten ...

sind hierzulande nur die ersten Methoden bekannt, wie sie auch im suhrkamp-Büchlein beschrieben sind: Das STATUEN-THEATER kann den Blick schärfen: Wo haben wir Druck, woher kommt er, wo gebe ich nach? Der Blick für den Körper löst ein Tabu unserer Kultur.

FORUM-THEATER holt die Antwort für eine Problematik aus dem Publikum: Es kann eine Szene, die von einer Gruppe mit schlechtem Ausgang vorgestellt wird, anders zu Ende zu spielen, indem jemand in die Rolle der Unterdrückten einsteigt.

Das UNSICHTBARE THEATER stammt aus der Zeit der Zensur: Was ist bei uns so verboten und tabu, daß wir es mit einer öffentlichen Szene erproben sollten, von der niemand erfährt, daß es Theater war? In der Aktionsforschung findet es heute adäquate Anwendung.

... bis zu psychologischen Methoden ...

Der POLIZIST IM KOPF und der REGENBOGEN DER WÜNSCHE sind hilfreiche Techniken, unsere Gedanken zu ordnen und den Blick auf die Wirklichkeit mit den Augen der Anderen zu üben. Leider sind diese Techniken hierzulande noch nicht sehr verbreitet, da in der allgemeinen Bildungsarbeit dafür meist zu wenig Zeit eingesetzt wird.

... und zur politischen Umsetzung

reicht die Palette der Anwendungen auch hierzulande: Vor allem in der politischen Bildung, aber auch in der Aus- und Fortbildung bei SozialpädagogInnen sind die Methoden an vielen Hochschulen bereits Standard, wogegen die direkte Anwendung in politischen Aktionsgruppen mangels konzentrierter längerer Entwicklungsarbeit zurückgegangen ist.

Neue Bedeutung könnte den bewußtseinsbildenden Faktoren zukommen, wenn Grundlagen für längerfristig arbeitende Theatergruppen auch auf beruflicher Ebene geschaffen werden könnten, die Auftragsarbeiten wie Aids-, Gewalt- und Suchtprävention, Konfliktbearbeitung und Bürgerbeteiligung professionell übernehmen. Bislang sind die innovationsbereiten Einrichtungen meist nicht mit den Finanzen gesegnet ... und umgekehrt.


europäisches treffen '95 in münchen mit Augusto Boal
interview mit boal mit meiner Übersetzung und zweiter Teil der Übersetzung
Boal+ Der Regenbogen der Wünsche
das legislative theater und Nachrichten vom Theater der Unterdrückten in aller Welt von 1996 /97

Workshop vom 23. - 27.10.1997 mit Augusto Boal: Vom Theater der Unterdrückten zum Legislativen Theater
Bericht von der Europäischen Konferenz zum Legislativen Theater 23.-27. Oktober 1997 in München
ein legislatives pilot- projekt von ARTANGEL mit Boal in greater london
öffentliche Expertenanhörung Sollen wir die Flüchtlinge aushungern?  27. April '98 am Marienplatz München
Theaterszenen zur Gesundheitskonferenz Alkohol München Mi 26. + Do 27. Nov. 1997

Literatur:


Zeitschrift für befreiende Pädagogik der Paulo-Freire-Gesellschaft,  München 1996 Heft 10:
Es braucht Mut, glücklich zu sein: Anwendungen des Theater der Unterdrückten in versch. Ländern, vergriffen

Inge Ruth Marcus, Trudi und Heinz Schulze: Globales Lernen, Projekte, Prozesse, Perspektiven, AG SPAK BÜCHER

Susana Pendzik: Gruppenarbeit mit mißhandelten Frauen, AG SPAK BÜCHER M 129 (Neuauflage)

Flavia Mädche: Kann Lernen wirklich Freude machen? Der Dialog in der Erziehungskonzeption von Paulo Freire AG SPAK BÜCHER

Augusto Boal: Games for Actors and Non-Actors,

Daniel Feldhendler: Psychodrama und Theater der Unterdrückten, erweitert, ffm 92 und: Das Leben in Szene setzen! Ansätze für eine fremdsprachliche Dramaturgie, in: Die Neueren Sprachen, Bd. 90 Heft 2,April 1991 Diesterweg ffm und: Einsatz von Dramaturgischen und Psychodramatischen Lehr- und Lernformen in der Fremdsprachenausbildung, in: Praktische Handreichungen für den Fremdsprachenlehrer, Hg: Jung, Udo O.H.

Bernd Ruping (Hrsg.): "Gebraucht das Theater, Die Vorschläge von Augusto Boal: Erfahrungen, Varianten, Kritik" vergriffen

Arbeitsstelle Weltbilder, Agentur für interkulturelle Pädagogik Münster und Schulstelle der AG Bern: Spiel-Räume, ein Werkbuch zum Boal'schen "Theater der Unterdrückten" Münster/Bern 1993 (südstr. 71b, 48153 münster, 0251-72009 oder Schulstelle, monbijoustr. 31, ch-3001 bern

Simone Neuroth: Augusto Boals "Theater der Unterdrückten in der pädagogischen Praxis,
Deutscher Studien Verlag Weinheim 1994

Gisela Honens (Freiburg) und Rita Willerding (Kassel): Praxisbuch feministische Theaterpädagogik,
Brandes & Apsel, wissen & praxis 43 ffm'92

Korrespondenzen Zeitschrift für Theaterpädagogik über Prof. Gerd Koch an der Alice-Salomon-FHS, Karl-Schrader-Str. 6, 10781 Berlin. Heft 34/1999: Reflexionen Perspektiven: 20 Jahre Theater der Unterdrückten in Deutschland

Videofilm: "Theater, wie im richtigen Leben!" interkulturelles schul - theaterprojekt "miteinander reden lernen", Verleih und Bezug über das Inkomm, INKOMM Projektzentrum interkulturelle Kommunikation, Rupprechtstr. 25-27, 80636 München,tel. 089-121643-06,fax 089-121643-07 Euro20.- für Einrichtungen (mit Aufführungsrecht) und Euro 12,50- für Privat.
 

Fritz Letsch, Theater macht Politik, Die Methoden des Teotro Oprimido in der Jugendbildungsarbeit
 Werkstattbuch in der Reihe "Gautinger Protokolle", www.institutgauting.de geplant bei AG Spak-buecher/
erhältlich im Institut für Jugendarbeit des Bayrischen Jugendring, Germeringerstr. 30, 82131 Gauting für ca. Euro 8.- + Porto & Verpackung

Im Forum zu partizipativen Arbeitsweisen wie Theater und Moderation
gibts auch meinen letzten Artikel zu lesen: Die Verwandtschaft von Gestalt und Forum-Theater
erschienen in:
Helmut Wiegand (Hg): Theater im Dialog: heiter, aufmüpfig und demokratisch:

Deutsche und europäische Anwendungen des Theaters der Unterdrückten.
Mit einem Beitrag von Augusto Boal. Als Buch bei mir oder im ibidem-Verlag zu haben: http://www.theaterderunterdrueckten.de
 Das Theater der Unterdrückten erlebt in Deutschland eine Renaissance, nachdem es jahrelang in sozialpädagogischen Nischen verschwand. ... [-> mehr dazu]


Internationale Links zum Theater der Unterdrückten: Weitere in deutsch folgen unten

international theatre of the oppressed  ITO Die Internationale des Theater der Unterdrückten (most english)

International Labour Organization Promoting decent work for all - english - francais - español und
CIARIS - Theatre of the Oppressed
SITI SU INTERNET di Giolli  (italian) and The Applied and Interactive Theatre Forum
EIN JÜDISCH-PALÄSTINENSISCHES THEATER-DIENSTJAHR


Neu im Netz: Die Arbeit am Tabu: Lehren und Lernen mit Boal: Werkstattgedanken
Artikel in dem Buch: Gebraucht das Theater, Die Vorschläge von Augusto Boal: Erfahrungen, Varianten, Kritik

Eine Reihe von Bildern zu Theater-Methoden in der Pflege-Ausbildung im
bfw august 2004

Lernen zurückerobern: Theater-Werkstatt-Arbeit als kooperative Arbeitsform
in Kulturen des Lernens, Bildung im Wertewandel, Hg. von Hannelore Zimmermann in der sammlung kritisches wissen Band 14 Verband unabhängiger Bildungsinitiativen und Tagungshäuser Baden-Württemberg, Mit Beiträgen von Ossip K Flechtheim, Wolfgang Pauls, Ekkehard Nuissl, Günther Dohmen, Rita Süßmuth, Rolf Schwendter, Fritz Vilmar, Brigitte Runge, u.v.a. 1995

Mailing-Listen und öffentliche Archive
Internet-Gruppen, in denen aktuelle Nachrichten per mail landen
und in denen meine Projekte derzeit regelmässig aktualisiert werden: sie können abonniert werden, dann kommen zu diesem thema die mails von mir und allen,
die interesse haben, drin zu schreiben, bisher je nach thema ein /zwei mails /woche /monat /jahr:
fritz-letsch verschickt und archiviert die wichtigsten allgemeinen Nachrichten,
auch zu neuen Projekten und Gruppen, Platz für Fotos, Reaktionen und Spätfolgen ...

theater-methoden
Forum-Theater ist allgemein zu den grundlegenden Boal-Methoden, ausser:
LegislativesTheater
unsichtbaresTheater
visionstheater zur Arbeit in Betrieben und Unternehmen mit flacher Hierarchie
mehr Projekte auf der homepage fritz letsch

 das war 2004:
Legislatives Theater: Bürgerbeteiligung in München? Bericht für 3.-5. Dez 2004
Einzelheiten im Forum zu partizipativen Arbeitsweisen wie Theater, Gemeinsinn und Moderation

Call for Papers--Praxis: Drama as Reflective Action for Social Transformation

Linz2004 mit Augusto und Julian Boal zum Legislativen Theater

Forum-Theater in der Ausbildung zu Kunsttherapie und Theaterpädagogik
Lehrauftrag an der
Fachhochschule Ottersberg:
zum Ehemaligentag: Kunst im Sozialen, Theaterpädagogik 22.-23. Okt. 2004
und der Bahnhof für uns dort:www.bahnhof-ev.org  mit Bildern vom Workshop


Ansonsten: Nach meinem Unfall jan 04 inzwischen wieder zuverlässig,bei Wetterwechsel noch etwas belastet;
Überarbeitung des Werkstatt-Buches "Theater macht Politik" des Institut für Jugendarbeit Gauting
Projektierung von Fortbildungen für interkulturelle Theaterpädagogik und Zukunftswerkstätten

Dokumentierte Projekte 2003 stehen unten, Frühere Projekte noch unvollständig gelistet

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