Da die Presse auf die neuen politischen Formen heftig reagierte und Augusto das Motto gewählt hatte: Es braucht Mut, glücklich zu sein, zeichnete sich doch bald ab, daá Augusto Chancen für das Amt eines Vereador hat und seine gesamte Gruppe als MitarbeiterInnen einstellen kann.
Der Stab wird mit einigen Fachfrauen zur Verwaltung, zu Recht und Organisation erweitert, und bald spielen mehr als zwanzig Gruppen in der 7-Millionenstadt nicht nur ihre eigenen Themen und die der aktuellen Rathauspolitik, sondern auch die ihrer Umgebung und des Publikums auf den Strassen und Plätzen der Stadt.
Auf dieser brechtischen Grundlage, nach der Theater immer der Veränderung dient, werden die Versuche und Vorschläge des Publikums protokolliert und ins Rathaus zur Auswertung und Aufbereitung gegeben, zu Eingaben verarbeitet und weiter diskutiert.
Neben der Einbeziehung der interessierten Mitspielenden kommt eine Auseinandersetzung in Gang, die nicht nur zwischen den Gruppen in Fiestas vertieft wird, sondern auch fachlich alle Ebenen der Verwaltung ergreift: Nach dem behindertengerechten Umbau der vorher gefährlichen Telefonzellen wurde ein Gesetz zum Zeugenschutz auf den Weg gebracht, um überhaupt Verbrechen verfolgen zu können, auf den verschiedensten Ebenen Umweltschutz entwickelt und Altenmedizin eingerichtet.
Die Legislaturperiode endete Dezember 1996, die Gruppe um Augusto will jetzt, nachdem die PT in einigen anderen Städten auch BürgermeisterInnen stellt, diesen anbieten, mit dem Legislativen Theater zu arbeiten.
reicht die Palette der Anwendungen auch hierzulande: Vor allem in der politischen Bildung, aber auch in der Aus- und Fortbildung bei SozialpädagogInnen sind die Methoden an vielen Hochschulen bereits Standard, wogegen die direkte Anwendung in politischen Aktionsgruppen mangels konzentrierter längerer Entwicklungsarbeit zurückgegangen ist.
Neue Bedeutung könnte den bewußtseinsbildenden Faktoren zukommen, wenn Grundlagen für längerfristig arbeitende Theatergruppen auch auf beruflicher Ebene geschaffen werden könnten, die Auftragsarbeiten wie Aids-, Gewalt- und Suchtprävention, Konfliktbearbeitung und Bürgerbeteiligung professionell übernehmen. Bislang sind die innovationsbereiten Einrichtungen meist nicht mit den Finanzen gesegnet ... und umgekehrt.
Einführungsabend: Vom
Theater der Unterdrückten zum Legislativen Theater
in
Zusammenarbeit u.a. mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt
München
und der Offenen Akademie der Volkshochschule München
im Rahmen der Lateinamerikawochen
In der Schilderung des Entstehens der Methoden des Theater der Unterdrückten wird schon anschaulich, was diese im südamerikanischen Kontext bedeuten: Weit ursprünglichere Mitwirkung, aber auch klare Forderungen in der politischen Auseinandersetzung: Tiefe und Präsenz, wie sie im lebensweltlichen Ansatz des Pädagogen-Freundes Paulo Freire auch aus dem Publikum ermöglicht wird. Eintritt 20.- bis 8.-
Schluß-Vorstellung: Die Anwendung der Methoden durch Interessierte in München in Zusammenarbeit u.a. mit den BürgermeisterInnen und den politischen Parteien (angefragt)
Auch wenn wir nicht gleich ins Rathaus einziehen werden (oder vielleicht probeweise mit dieser Veranstaltung?), ist es auch hier möglich, die Themen und Probleme der Bevölkerung in Beispielen und Szenen sichtbar zu machen. Die Lösungs vorschläge für die Situationen, die hoffentlich die jeweilige Sache auf den Punkt bringen, erwarten wir dann vom Publikum.
Eine Gruppe von Teilnehmenden wird kurze Stücke mit Augusto Boal erarbeiten, die der Öffentlichkeit, der Presse, den BürgermeisterInnen und den Stadträten zur Veränderung vorgestellt werden.
in
der Fachhochschule München, FachBereich 11 Sozialwesen,
Pasing, Am Stadtpark 20,
vormittags jeweils ca 3 Stunden
öffentliche Workshops, zu einem Thema, mit Übungen und
Beispielszenen, Diskussion und Umsetzungsversuchen in den Alltag und
die politische Praxis. in deutsch, englisch, französisch oder
italienisch, mit Arbeitsbeispielen und Erfahrungsberichten aus der
Arbeit der jeweiligen KollegInnen in den Bereichen wie Schule,
Hochschule, Psychiatrie, Drogenarbeit, politischer Bildung, Therapie,
Entwicklungspolitik, ... abends Gelegenheit zum kollegialen
Austausch,
Themenbereiche: erster
Vorschlag zu Arbeitsbereichen, bitte ergänzen / variieren, immer
mit dem Gedanken, daß alles (mit anderem Schwerpunkt) auch in
den anderen Gruppen vorkommt ...
Theater, politische
Selbstorganisation und Bildungsarbeit
Theater, Pädagogik und
politische Reflexion
Theater, Selbsthilfe und Therapie
Workshop-Aufbau
öffentlich,
ca 10 - 13 Uhr (ab 9 Uhr Vorbereitung)
Donnerstag
Vorstellungsrunde, Fachbereiche, , Kurzvorstellung Arbeitsbeispiele
Freitag Workshopbeispiele zum Thema, Arbeitshintergründe,
Austausch
Samstag Workshopbeispiele zum Thema, wissenschaftliche
grenzen, Austausch
Sonntag Beispiel-Arbeit, fachliche Reflexion
und Vereinbarungen zur Weiterentwicklung
Teilnehmende:
In unseren regelmäßigen Werkstätten und
Fortbildungen kommen wir mit einem breiten Spektrum zusammen: Die
Konferenz wird, zusammen mit Fachleuten aus den Bereichen Empowerment
und Community-Organizing, den Einsatz theaterpädagogischer
Mittel im Bereich der Selbstorganisation sowie im interkulturellen
Bereich austauschen und Möglichkeiten besserer Ansiedlung sowohl
in den Ausbildungs- und Fortbildungsbereichen pädagogischer.
sozialer, therapeutischer und kommunikativer Berufe, aber auch
in den kulturellen Sparten und im Arbeits- und Wirtschaftsbereich
erarbeiten. Teilnahmebeitrag 100.- ermässigt bis 5.-
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vormittag (9) 10- 13 Uhr FHM |
nachmittag 15 - 18 Uhr FHM |
abend 19 - 22 Uhr |
|
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Do 23. Oktober '97 |
Vorbesprechung
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Workshop Boal |
Einführungsabend Gasteig |
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Fr 24. Oktober |
Workshop Konf-Teilnehmende |
Workshop Boal |
Konferenz-Austausch |
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Sa 25. Oktober '97 |
Workshop Konf-Teilnehmende |
öffentliche Diskussionen |
Workshop Boal |
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So 26. Oktober '97 |
Workshop Konf-Teilnehmende |
Workshop Boal |
Vorstellung Ergebnisse |
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Mo 27. Oktober '97 |
gemeinsame Zusammenfassung |
gemeinsamer Abschied |
fritz letsch, und hier ein Workshop-Bericht von Sabine Bollenbach
Zeitschrift für befreiende Pädagogik der Paulo-Freire-Gesellschaft, Adlzreiterstr. 23, 80337 München, Heft 10: Es braucht Mut, glücklich zu sein: Anwendungen des Theater der Unterdrückten in versch. Ländern, nur noch im Netz unter
Inge Ruth Marcus, Trudi und Heinz Schulze: Globales Lernen, Projekte, Prozesse, Perspektiven, AG Spak Verlag München http://www.leibi.de/spak-buecher/
Susana Pendzik: Gruppenarbeit mit mißhandelten Frauen, AG Spak M 129 http://www.leibi.de/spak-buecher/
Flavia Mädche: Kann Lernen wirklich Freude machen? Der Dialog in der Erziehungskonzeption von Paulo Freire, AG SPAK München http://www.leibi.de/spak-buecher/
Augusto Boal: Theater der Unterdrückten, Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler SUHRKAMP-TB NF 361,
Games for Actors and Non-Actors, und neu: The Rainbow of Desire, (...) Rootlegde, London1995
Daniel
Feldhendler: Psychodrama und Theater der Unterdrückten,
erweitert, ffm 92 und:
Das Leben in Szene
setzen! Ansätze für eine fremdsprachliche Dramaturgie, in:
Die Neueren Sprachen, Bd. 90 Heft 2,April 1991 Diesterweg ffm und:
Einsatz von Dramaturgischen und Psychodramatischen
Lehr- und Lernformen in der Fremdsprachenausbildung, in: Praktische
Handreichungen für den Fremdsprachenlehrer, Hg: Jung, Udo O.H.
Bernd Ruping (Hrsg.): "Gebraucht das Theater, Die Vorschläge von Augusto Boal: Erfahrungen, Varianten, Kritik" bei: Theaterpädagogisches Zentrum Lingen, Universitätsplatz 5-6. oder Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung, Küppelstein 34, Remscheid, 1991
Arbeitsstelle
Weltbilder, Agentur für interkulturelle Pädagogik Münster
und Schulstelle der AG Bern:
Spiel-Räume,
ein Werkbuch zum Boal'schen "Theater der Unterdrückten"
Münster/Bern 1993 (südstr. 71b, 48153 münster,
0251-72009 oder Schulstelle, monbijoustr. 31, ch-3001 bern
Simone Neuroth: Augusto Boals "Theater der Unterdrückten in der pädagogischen Praxis, Deutscher Studien Verlag Weinheim 1994
Gisela Honens (Freiburg) und Rita Willerding (Kassel): Praxisbuch feministische Theaterpädagogik, Brandes & Apsel, wissen & praxis 43 ffm'92
Korrespondenzen Zeitschrift für Theaterpädagogik über Prof. Gerd Koch an der Alice-Salomon-FHS, Karl-Schrader-Str. 6, 10781 Berlin (8.-)
Videofilm:
"Theater, wie im richtigen Leben!" interkulturelles schul -
theaterprojekt "miteinander reden lernen", Verleih und
Bezug über das Inkomm, INKOMM Projektzentrum interkulturelle
Kommunikation, Rupprechtstr. 25-27, 80636 München,tel.
089-121643-06,fax 089-121643-07 Euro 20.- für Einrichtungen (mit
Aufführungsrecht) und Euro 12,50 für Privat.
Inzwischen auch:
Fritz Letsch: Theater macht Politik ...
Helmut Wiegand: Europ. Anwendungen ...
Aktualisiert
Anmerkungen
(1)
Ich bleibe hier bei der männlichen Form, da ich bisher nur von
Männern in diesen Ämtern gehört habe. zurück
(2) augusto boal: theater der unterdrückten,
Übungen und spiele für schauspieler und nicht-schauspieler,
suhrkamp frankfurt / main 1989 retour
(3) augusto boal: the rainbow of desire, the boal
method of theatre and therapy, routledge london und new york 1995 and
back
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