Informations- und Koordinationsstelle Hilfe
für
Flüchtlingsfrauen und -familien aus dem ehemaligen Jugoslawien
Franziskanerstr. 6, 81669 München
Leben nach der Flucht / Vertreibung aus dem
ehem.
Jugoslawien: Heimat? Exil?
17.+18. Februar 1995 im Sitzungssaal des
Flüchtlingsamtes, Franziskanerstr. 6
Die Fortbildung stellte die Aufgabe, die
Situationen von
Flüchtlingen selbständig zu reflektieren und mit der Methode
der Zukunftswerkstatt nach Robert Jungk für die eigene Arbeit
umzusetzen, die wichtigsten Methoden der Zukunftswerkstatt
kennenzulernen und anzuwenden:
- nach einer Klärung des Themas in der
Gruppe in
drei Schritten
- zwei Methoden zur Problembenennung und
Vertiefung
anzuwenden
- die Entwicklung von Utopien und Hoffnungen
in Projekten
- Elemente zur Verwirklichung der Projekte zu
entwerfen
und dann
- in der Reflexion den weiteren Einsatz der
Methode zu
überlegen.
Die Fortbildung hatte die Ziele:
- Die Entwicklung von Lösungsstrategien
für
Probleme des Alltags als moderierten Prozeß zu gestalten,
- eine eigene Konzeption für den
beruflichen Einsatz
in der Gruppe zu entwerfen
- in Protokollbeiträgen analytisch die
Situation der
Lerngruppe zu erfassen und zu bearbeiten,
- eine eigenständige Co-Moderation
für eine
große gemeinsame Veranstaltung im Sommer vorzubereiten
Mein Ort - mein Leben - meine Zukunft
Was
kann ich beitragen,
dass
sich unsere Gemeinde gut entwickelt
Rahmen:3 parallele Zukunftswerkstätten werden
von erfahrenen ModeratorInnen aus Deutschland mit Unterstützung
von Assistenzen sowohl von dort als auch aus dem Kosovo in der
Übersetzung angeleitet. Eine findet in der Stadt Klina,
eine im Dorf Kramovik und eine in einer Schule in Shtime
/Godansk statt.
1. - 9. August 2003,
zweisprachiger
Bericht erscheint im Januar 2004
Projektantrag
Zukunftswerkstätten für Kosova 2004
1. Zukunftswerkstätten für Kosova 03
2. Vorgeschichte
3. Zukunftspläne
4. Das Konzept Zukunftswerkstätten für Kosova 2004
5. Finanzierungsplan 2004
6. aktuelle Entwicklungen
Zukunftswerkstätten für Kosova 2003
Im August 2003 fuhr eine hochmotivierte
Gruppe von pädagogischen Fachkräften und aus Ko-sova
stammenden Jugendlichen von München aus mit dem Bus nach Kosova,
um einen Bei-trag für die Zukunft dort lebender Jugendlicher zu
leisten.
An drei Orten wurden Zukunftswerkstätten für Jugendliche und
junge Erwachsene durchgeführt. Diese fanden parallel in der Stadt
Klinë und in den Dörfern Kramovik und Godanc statt.
Zukunftswerkstätten sind eine Form der politischen Partizipation
von Bürgern, die von Robert Jungk entwickelt worden sind. Diese
Methode arbeitet in 3 Phasen:
1. Analyse- und Kritikphase: die eigenen Bedürfnisse und
Notwendigkeiten bewusst machen
2. Utopie- und Phantasiephase: Elemente einer traumhaften Gesellschaft
skizzieren
3. Strategie- und Verwirklichungsphase: aus der Spannung zwischen
Analyse und Utopie einen zukunftsweisenden Weg für das Handeln der
partizipierenden Gruppe entwickeln
Demokratie: Was genau bewirken Zukunftswerkstätten in Kosova
Ziel dieses methodischen Vorgehens ist es, die eigenen Ressourcen an
Planungskompetenz und Zukunftsdenken zu erschließen und
Entwicklung nicht von fremdbestimmter Hilfe zu erwarten.
Durch diese Form des Empowerment erhoffen sich die InitiatorInnen eine
nachhaltige Bewusstseinsveränderung, die in langfristiger
Partnerschaft die eigenständige und demokratische Entwicklung in
Kosova anregen und fördern kann und die Beteiligten Verantwortung
übernehmen lässt.
Viele der kosovarischen Kinder und Jugendlichen waren während der
Kriegsjahre in verschiedenen europäischen Ländern und haben
dort Schulen, Kultur und demokratische Gesellschaft kennengelernt. Nach
der Rückkehr sind diese Jugendlichen in der alten Heimat zuerst
oft unsicherer.
Das Einbringen auch der Fähigkeiten, die sie in den
Gastländern während des Krieges erworben haben, kann
Kräfte und Ideen unterstützen, um gemeinsam mit den
Jugendlichen ohne Migrationserfahrung die schweren Erfahrungen der
Flucht und des Krieges sowie der ethni-schen Auseinandersetzungen und
da-mit einhergehender Traumatisierung zu überwinden.
Beteiligte
Institutionen und Personen
Bisherige Veranstaltende sind der Jugendverband Shiponja e.V.
München, das Jugendzentrum "Qendra Rinore" Klinë und die
bundesweite Paulo-Freire-Gesellschaft e.V. mit Sitz in München.
Die Paulo-Freire-Gesellschaft e.V. steht für befreiende und
partizipative Pädagogik, sie ist für bildungs- und
wissenschaftliche Zwecke vom Finanzamt in München als
gemeinnützig aner-kannt und kann die finanzielle Abwicklung
übernehmen.
Drei erfahrene Zukunftswerkstatt-ModeratorInnen aus Deutschland
entwickelten ein besonde-res Kon-zept, das in multilingualem Umfeld ein
wirkungsvolles Arbeiten in den Zukunftswerk-stätten
er-mög-lichte. Sie visualisierten und moderierten die
Zukunftswerkstätten vor Ort. In der Übersetzung und
Organisation wurden sie durch aus Kosova stammende Co-Moderierende und
As-sistierende unterstützt.
Mislim Berisha (München), Koordinator für das Gesamtprojekt,
Lehrer aus Kosova, arbeitet seit 1995 in der Jugendhilfe in
München und gründete 1995 den Jugendverband Shqiponja.
Fritz Letsch (München), freiberuflicher Theaterpädagoge und
Zukunftswerkstattmoderator seit 1982, Aus- und Fortbildungen im
Sozialwesen, für Joker im Forum-Theater und in befreiender
Pädagogik, Partizipationsmodelle, Fortbildungen und Vorstand in
der Paulo-Freire-Gesellschaft.
Petra Eickhoff (Köln), Diplom-Betriebswirtin, freiberufliche
Trainerin in der beruflichen Aus- und Fortbildung und
Zukunftswerkstatt-Moderatorin seit 1996. Schwerpunkt: beruflich und
sozi-al be-nach-teiligte Jugendliche.
Stephan G. Geffers (Köln), Diplom-Informatiker, Trainer für
Moderation, Teamentwicklung und Kreativitätstechnik, Moderation
von Zukunftswerkstätten seit 1986; gestaltet Jugend-Medien-arbeit
und Moderations-Ausbildungen.
Dana Protogerov-Menig (München), studentische Mitarbeiterin am
Lehrstuhl für Pädagogik in der Bundeswehrhochschule
München-Neubiberg.
Ibadete Avdullahn (München), Vorsitzende von Shqiponja e.V.
München.
Kurzfassung der
Zukunftswerkstätten in Kramovik, Godanc und Klinë, Kosova
An der Zukunftswerkstatt in Kramovik nahmen 7 Mädchen und 8 Jungen
im Alter von 15 bis 26 Jahren konstant teil, 5 Mädchen und 4
Jungen waren am zweiten Tag eingebunden. Eine Leh-rerin, ein Lehrer und
die Hortleiterin der Schule von Kramovik, in der die Veranstaltung
statt-fand, nahmen teil.
Themen waren vor
allem:
ein
fehlendes Kulturzentrum für Tanz, Treffen, und Musik,
eine
fehlende Bibliothek und
fehlender
Internetanschluss.
Das
besondere Interesse galt der gesamten Dorfgestaltung des Ortes am Fluss
Drini
(Hintergrundinformation: In Kramovik ist ein Kieswerk mitten im Ort
entstanden, das 24 Stun-den täglich lautstark in Betrieb ist, viel
Verkehr verursacht und die akustische wie soziale Ru-he im Dorf
empfindlich stört. Kommunaldemokratie ist noch nicht vorstellbar.)
Bei der Betrachtung der Ressourcen zur Lösung der Probleme wurde
klar, dass die Energie, die Fähigkeiten und Möglichkeiten der
zahlreichen MigrantInnen aus Kramovik einbezogen werden könn-ten.
Die meisten der noch oder dauerhaft im Ausland Lebenden haben noch
einen starken Familienbezug und kommen regelmäßig im August
zum Urlaub nach Kramovik.
Als Strategie entwickelten wir eine Einladung für den folgenden
August an alle MigrantInnen: ge-mein-sam soll ein Internetcafe
aufgebaut und ein Kulturprogramm durchgeführt werden. Die
Vor-be-reitung dazu läuft über das ganze Jahr.
An der Zukunftswerkstatt in Godanc nahmen 12 Mädchen und 5 Jungen
zwischen 14 und 26 Jah-ren teil, sowie der Direktor der Grund- und
Hauptschule von Godanc, in deren Räumen die Ver-an-staltung
stattfand.
Die Zukunftswerkstatt war aufgeteilt in 2 Gruppen:
Themen
der Mädchengruppe waren Dorfleben, das Fehlen eines Kulturzentrums
und eines Ki-nos (das bedeutet für sie fehlende Kontakte,
keine Möglichkeit, ohne Beobachtung der Eltern zu sein),
Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum, Prostitution, Kriminalität,
fehlende Kinder-gärten, feh-lendes Telefonnetz, manche
Mädchen werden nicht in die Schule geschickt.
Themen
der geschlechtsgemischten Gruppe waren Arbeitslosigkeit und fehlende
Infra-struktur (Internet, Computer, Bibliothek), Angst vor dem
Stehenbleiben in der Entwicklung („Kulturelles Hinterland“), Langeweile
als Konfliktherd für Dummheiten.
Als gemeinsame Utopie der 2 Gruppen ergab sich der Wunsch nach einem
Jugendzentrum mit Bi-blio-thek, Tanzraum, der Möglichkeit,
Instrumente spielen zu lernen und Musik zu machen.
Mit Theaterdarstellungen und gemalten Bildern wird der Weg dorthin
skizziert.
In der Verwirklichung machten die Jugendlichen konkrete Vorschläge
über ihren Anteil bei der Grün-dung und Gestaltung eines
solchen Jugendkulturzentrums, nicht primär als Konsumenten,
son-dern als aktiv Beteiligte.
In Klinë thematisierten die 17 Jugendlichen im Alter von 15 bis 24
vor allem Erlebnisse von Gewalt und Flucht. Sie ent-wickel-ten eine
Landkarte der Zukunft, in der Kosova eine zentrale Rolle als Zentrum
für Frieden, Wis-senschaft und Kultur zukommt und in der es
Jugendlichen gelingt, mit ihrem Zaubern Menschen zu heilen:
Die
Jugendlichen wollen ihr Jugendzentrum weiterentwickeln zu einem
touristischen und kul-turel-len Informationszentrum.
Sie
selbst wollen Fremden die Naturschönheiten des Landes zeigen (z.B.
die in der Nähe liegenden Mirusha-Wasserfälle).
Sie
wollen mit Fotoausstellungen auf die Situation von Armut und Alter
aufmerksam ma-chen
und
durch Kontakte zu Designern besondere Bekleidungsideen (z.B. Mütze
in Form der Kosova-Landkarte) verwirklichen.
Den beiden vor Ort tätigen Jugendsozialarbeitern ist es zu
verdanken, dass sich diese in der Zukunfts-werk-statt entstandenen
Gruppen auch ein halbes Jahr später regelmäßig treffen
und ihre Ideen verwirklichen.
Zusammenführung der Zukunftswerkstatt-Ergebnisse und ihre
gesellschaftliche Relevanz
Nachdem die drei Zukunftswerkstätten an zwei Tagen autark
gearbeitet haben, stellten die drei Gruppen am dritten Tag sich
gegenseitig ihre Entwürfe für die Zukunft Kosovas vor: In
einem „Café-Seminar“ kamen sie miteinander ins Gespräch und
tauschten die neuen Erfahrungen aus.
Rundum waren alle Wandzeitungen und Zeichnungen mit Ergebnisse der drei
Zukunftswerk-stätten in einer Ausstellung arrangiert. Journalisten
von Zeitungen und dem lokalen Fernseh-sender fragten nach, wir gaben
zahlreiche Interviews, und es wurde anschließend ausführlich
berichtet.
An den dann folgenden Tagen wurden die ModeratorInnen und Begleitenden
der Zu-kunfts-werk-stät-ten zu verschiedenen politischen
Autoritäten von Kosova einladen:
Zunächst empfing sie der Leiter des Referat für Jugend der
Stadt Klinë, Herr Ismet Berisha. Er unterstützte das Projekt
von Anfang an, nahm be-reits 2002 an einem Fachkräfteaustausch in
München teil und verfolgt unsere Arbeit mit großem
Interesse.
Dar-auf folgte ein Gespräch beim Kultusminister, Herrn Behxhet
Brajshori in Pristina, dem wir ebenfalls unsere Ergebnisse berichteten.
Ebenfalls an-wesend war der Leiter des Departments für Kultur,
Herr Hasan Zekaj, der sich sehr für weitere Zusammenarbeit
aussprach.
Der Höhepunkt war ein Em-pfang bei dem Präsidenten von
Kosova, Dr. Ibrahim Rugova. Er zeigte grosses Interesse an den
Erfahrungen in den Zukunftswerkstätten und unserer Weiter-arbeit.
Alle besuchten politisch Verantwortlichen waren sehr offen für
intensivere Kooperation. Beson-ders begrüßt wurde, dass
durch diese Zukunftswerkstätten Jugendliche befähigt werden,
einen wichtigen Teil ihrer eigenen Zukunft selbst zu gestalten.
Kosova wird dadurch weniger auf Hilfe von Außen angewiesen sein
und kann das Ideenpoten-zial und die Fähigkeiten seiner
Jugendlichen im eigenen Lande nutzen.
Vorgeschichte
Wie es zur Idee für dieses Projekt kam Zwischen 1993 und 1999 kamen ca. 400.000
Kosova-Albaner nach Deutschland. Die Jugendli-chen sind von den
Kriegstraumata und von Erfahrungen mit dem zerstörten Sozialsystem
in Jugo-sla-wien belastet. Ihre Schulen in der Heimat waren zum
großen Teil zerstört, seit Jahren war ihre al-ba-ni-sche
Muttersprache dort verboten gewesen.
Mislim Berisha lebt seit 1995 in München. Als Kosova-Albaner war
er politischer Verfolgung ausgesetzt. Er ist Lehrer, sein Credo: Jugend
ist die Zukunft. Er sieht, dass die Jugendlichen aus Ko-sova in
München nicht gut aufgehoben sind.
Bislang vorhandene Gruppierungen von Exil-Kosovaren sind stark
parteipolitisch beeinflusst, aber seiner Auffassung nach nicht an den
wirklichen Problemen der Jugendlichen hier interes-siert. Daher
engagierte er sich von Anfang an auf andere Weise und gründete den
Verein Shqiponia e.V.
Das Programm des Vereins umfasst kulturelle Angebote wie Volkstanz,
aber auch Rap und HipHop, sowie Sport. Es gibt Auftritte der
Tanzgruppe, die von den Jugendlichen selbst organi-siert werden. Sie
übernehmen Verantwortung und gewinnen viel Selbstbewusstsein.
Im April / Mai 1999 kam eine Gruppe von 417
“Kontingentflüchtlingen” aus Kosova nach Mün-chen. Die
Betreuung, die Aufgabe der Kulturübersetzung für diese Gruppe
wurde komplett von Shqiponia e.V. übernommen. Auch in anderen
bayerischen Städten, in Augsburg, Rosenheim,
Fürsten-feld-bruck, Holzkirchen und Nürnberg gibt es Gruppen
dieses Vereins.
Die Paulo-Freire-Gesellschaft e.V. für befreiende Pädagogik
entstand 1991 aus der Europäi-schen Gruppe Bewusstseinsbildung und
der Arbeitsgruppe Paulo Freire in der AG SPAK, Ar-beitsgemeinschaft
Sozialpolitischer Arbeitskreise der evangelischen und katholischen
Studen-tengemeinden. Im Austausch mit mittel- und lateinamerikanischen
Gruppen der 'educación po-pular' wird dabei in allen
Lernbereichen die Frage der Bewusstseinsbildung im Lernen in den
Mittelpunkt gestellt. Die Anleitenden sollen die Lernenden
befähigen, ihre eigenen Lebenssituationen zu durchschauen und
selbst die Strukturen der Mitwirkung zu verändern.
Ein Bereich der Bildungsarbeit ist das Theater der Unterdrückten
nach Augusto Boal. In Projekten mit Studierenden haben wir über
die vergangenen Jahre auch mit den Jugendlichen von Shqiponja
Forum-Theater-Szenen erarbeitet und auf Gruppen-Treffen dem Publikum
zur Veränderung vorgestellt. Die Zusammenarbeit wurde über
das INKOMM, Projektzentrum für inter-kulturelle Kommunikation der
AWO Bayern koordiniert.
Fritz Letsch arbeitet seit 1982 freiberuflich mit den Methoden
partizipativen Lernens. Er verbin-det dabei sowohl die Theater-Methoden
als auch die Arbeit in Zukunftswerkstätten mit den
Hintergründen der befreienden Pädagogik in der Ausbildung von
Studierenden der Fachhochschule München, Fachbereich Sozialwesen,
mit Schwerpunkten im interkulterellen Bereich.
Mislim Berisha, der in seiner Arbeit als Berater für MigrantInnen
bei der AWO / München viele Kon-takte knüpfen konnte,
initiierte zusammen mit Fritz Letsch erstmals im Jahr 1997 eine
Zukunftswerkstatt zum Thema “Zusammenleben in München” mit 16
Jugendlichen aus dieser Gruppe.
Das Seminar wurde von den Jugendlichen sehr gut angenommen, für
einige war es der Anstoß, sich um eine Ausbildung zu
bemühen.
Im Jahr 1999 gab es auf ihren Wunsch hin eine zweite Zukunftswerkstatt
zum Thema “Wie bereite ich mich auf meine Rückkehr vor”. Auch
hieraus ergaben sich für einige Jugendliche entscheidende
Perspektiven, die ihr weiteres Leben beeinflussen. Angeregt durch diese
Erfolge kam es zu der Idee, Zukunftswerkstätten nun auch in Kosova
durchzuführen.
Zukunftspläne
Um die Nachhaltigkeit der Ergebnisse der
Zukunftswerkstätten in Kosova vom August 2003 zu sichern und den
beteiligten Jugendlichen klar zu signalisieren, dass ihre Belange von
Interesse sind, sollen vom 9. - 12. August 2004 wiederum
Zukunftswerkstätten an den gleichen Orten wie zuvor stattfinden.
Dafür wird eine Finanzierung gesucht. (Konzept und Finanzplan in
Punkt 4+ 5.)
Eine Untersuchung der hohen Wirkung dieser Arbeit mit
Zukunftswerkstätten mit Menschen aus Kriegsgebieten und in der
Aufbausituation wird erst möglich, wenn kontinuierliche
Unter-stützung in der Anfangsphase gewährleistet ist.
Ebenfalls für 2004 ist an eine Intensivierung des
Fachkräfteaustausches gedacht, der Mit-ar-bei-tende der
Jugendarbeit in Kosova mit den Arbeitsweisen von Jugendarbeit in
Deutschland ver-traut macht und ihre demokratische Struktur und
Arbeitsweise kennenlernen lässt.
Mit diesen Erfahrungen und den Methoden der Zukunftswerkstatt kann die
Selbstverantwortung der Jugendlichen in Zukunftswerkstätten und
anderen selbst-organisierten Projekte erhöht werden.
Es ist vorbesprochen, weitere Kooperationspartner vor Ort zu finden und
auch mit anderen Grup-pen Zukunftswerkstätten durchzuführen,
möglichst noch August 2004. Die Förderung von eigenen
Zu-kunfts-visionen und der Gedanke der Selbsthilfe und -organisation
soll dabei mög-lichst vielen Menschen zugänglich sein.
Wichtig ist uns für die Zukunft, alle unterschiedlichen ethnischen
Gruppen zu erreichen und ein-zu-binden.
Längerfristiges Ziel ist die Ausbildung von einheimischen
ModeratorInnen für Zukunftswerkstätten, um die Methode und
die Durchführung von Zukunftswerkstätten im Land dauerhaft zu
verankern und inhaltlich weiterzuentwickeln. Dieses Projekt ist
für 2005 in Planung.
Das Konzept Zukunftswerkstätten für Kosova
2004
Fehler! Unbekanntes Schalterargument.
Thema:
Mein Ort verändern - mein Leben gestalten - meine Zukunft
verwirklichen
Was kann ich dazu beitragen, dass sich mein Lebensort gut entwickelt?
Rahmen
Drei parallele Zukunftswerkstätten werden von drei
erfahrenen ModeratorInnen aus Deutsch-land mit Unterstützung von
AssistentInnen aus Deutschland und Kosova in der Übersetzung
angeleitet.
Anknüpfend an die Erfahrungen von 2003 findet sie wieder in der
Stadt Klina, eine im Dorf Kramovik und eine in Godanc statt.
Ver-an-staltende sind der Jugendverband Shiponija e.V. (München)
und das Jugendreferat in Klina, so-wie die Paulo-Freire-Gesellschaft
e.V. (München).
Ziele, die mit den Zukunftswerkstätten vor Ort unmittelbar
verbunden sind
Die Zielgruppen in den drei Zukunftswerkstätten sind
unterschiedlich und daraus ergeben sich trotz des gemeinsamen Themas
unterschiedliche Ziel- und Ergebnisorientierungen
Klinë – Jugendzentrum
- angesprochen werden Jugendliche und Jugendsozialarbeiter, die im
Jugend-zen-trum ihren Anlaufpunkt bzw. ihren Arbeitsort haben
- hier werden die spezifischen Bedürfnisse der Jugendlichen
verschiedener eth-ni-scher Gruppen nach verwirklichbaren
Zukunftsentwürfen einbezogen sowie ihre so-ziale Kompetenz, das
Jugendzentrum als zentralen Ort zu fördern und zu ge-stalten
- Erhöhung der Wirksamkeit von Mitsprache und Beteiligung von
Jugendlichen nach Innen und Außen
Kramovik - Kommune
- angesprochen sind Bewohner des Dorfes aller sozialer Schichten und
die Besu-cher des Dorfes, die alljährlich ihren Urlaub in Kramovik
verbringen
- die Einbindung der Bedürfnisse nach Bürgerbeteiligung,
Gestaltung des kom-mu-na-len Lebens und der kommunalen Infrastruktur
steht im Vordergrund
- Das Nutzbarmachen der Ressourcen der MigrantInnen, die ihre
vielfältigen Er-fah-run-gen aus anderen Ländern mit
entwickelten demokratischen Strukturen se-hen wir als gewinnbringenden
Schatz
- Entwicklung von Kommunaldemokratie hilft die Kräfte im Land zu
stärken und eine Ab-wan-de-rung zu verhindern
Godanc - Frauenrollen
- den Frauen wird in dieser Zukunftswerkstatt besondere Aufmerksamkeit
zuteil, das ist wichtig, weil Frauen einen sehr großen Anteil an
der Aufrechterhaltung der Le-bens-sicherung in den Familien haben
- trotzdem scheint es in den vorherrschenden Strukturen schwer, ihre
spezifischen Bedürfnisse zu artikulieren
- deshalb versprechen wir uns von dieser Zukunftswerkstatt die
Stärkung von de-mo-kra-tischen Strukturen durch die Kompetenzen
von Frauen durch stärkere Ein-bin-dung in das gesellschaftliche
Leben
-
Mitwirkende in der Moderation und Leitung und Kontaktadressen
Leitung und Koordination
Mislim Berisha (München) mislimberisha@freenet.de, Ganghoferstr.
75, 81373 München
Ursula Thöt (München) uthoet@gmx.de
Dana Protogerov-Menig (München) pragensis@web.de
Moderation
Fritz Letsch (München) fritz@joker-netz.de Schellingstr. 91, 80799
München, 089- 45222668
Petra Eickhoff und
Stephan G. Geffers (Team Zukunftswerkstatt Köln)
zukunft-2004@web.de
Datum Ort
Do, 05.08.2004 München
Arbeitstreffen des Moderationsteams
Fr, 06.08.2004 bis Sa, 07.08.2004
München - Klinë Anreise
- Arbeitsberatung der vollständigen Teams
So, 08.08.2004 Klinë -
Vorbereitung der Materialien und Seminarräume
Mo, 09.08.2004
Klinë + Kramovik
... 1. Tag der Zukunftswerkstatt
Vormittag:
- Begrüßung, Kennenlernen und Einführung in die Methode
Zukunftswerkstatt,
- Klärung organisatorischer Fragen
Erste Phase: Analyse und Kritik
Welche Schwierigkeiten und Hindernisse habe ich bei der Ge-staltung
meines Lebensortes, meines Lebens und meiner Zu-kunft? Was fehlt uns
hier, was stimmt noch nicht, welche Hinder-nisse der Entwicklung gibt
es für mich?
- Gruppenarbeit, Kritiken sammeln
- Plenum, Kritiken auswerten und auswählen
- Übergang zur Utopie
Mittagspause
Nachmittag:
Zweite Phase: Phantasie und Utopie
Welche Wünsche und Träume habe ich für die Gestaltung
mei-nes Lebensortes, meines Lebens und meiner Zukunft?
- Phantasievolle Einstimmung
- Gruppenarbeit, Utopie- und Zukunftsentwürfe erarbeiten
- Präsentation der Ergebnisse
- Ideen herausarbeiten
- Übergang zur Verwirklichung
- Feedback und Abschluss des ersten Tages
Nachbereitung Team
- Übersetzungen vervollständigen
- Methodisches Konzept anpassen
Di, 10.08.2004
2. Tag der Zukunftswerkstatt
Vormittag
Einstimmung in den Tag
Welche Handlungsideen stecken hinter der Utopie?
- Übersetzungen der utopischen Ideen in realisierbare Projekti-deen
- Auswahlverfahren
Dritte Phase: Strategie und Verwirklichung (Teil 1)
Woran will ich arbeiten, was möchte ich verwirklichen? -
Entscheiden, was wir wirklich wollen.
- Projekte in Gruppen skizzieren
- Präsentation im Plenum
Mittagspause
Nachmittag
Dritte Phase: Strategie und Verwirklichung (Teil 2)
Arbeitsmodelle: wer, wie, was, wann, wo, wer mit wem?
- Zeitplan, Haushaltsplan, Welche Unterstützung brau-chen wir?
- Gruppenarbeit
- Präsentation der Ergebnisse und Würdigung
Abschlussfeedback
Vereinbarungen für das Café-Seminar
Nachbereitung Team (vor Ort)
- Übersetzungen vervollständigen
- Ergebnisse sichern
Teamberatung
- Gegenseitige Information über die Ergebnisse in den
Zu-kunftswerkstätten
- Vorbereitung Caféseminar
Mi, 11.08.2004
Caféseminar (offen für alle Teilnehmenden an den
Zukunfts-werkstätten und Presse, Funk und Fernsehen)
Was war der Zenit oder der "pika qendrore" (zentraler Punkt)
Was packe ich selber an?
- Arbeit in gemischten Tischgruppen unter Anleitung der Mode-ratorInnen
- Dialog und Verständigung
- Austausch zwischen den Tischgruppen
Mittagspause
Fishbowl
Hintergründe zur Theorie und Wirkung von Zukunftswerkstätten
- Auswertung der Anleitenden in einem Fischbecken, die Übersetzer
in zweiter Reihe, die Teilnehmenden können sich von außen zu
Wort melden / ein freier Stuhl steht für sie bereit ...
- Punkte für die Weiterarbeit entwickeln
Gemeinsamer Abschluss
Nachbereitung Team
- Sicherung der Ergebnisse
- Abbau
Teamberatung
- Auswertung
Do, 12.08.2004
Vormittag
Durchatmen – raus
Gemeinsame Besuche an den schönen Plätzen der Teilnehmenden,
bei Familien und Personen, die sie schätzen
Nachmittag
Mit Organisationen und Ämtern im Gespräch
Ziel: Wichtige Kooperationspartner und Unterstützer für die
Projekte werben
Fr, 12.08.2004
Klinë
Vormittag
Vorbereitung der öffentlichen Ausstellungen zu den
Zukunftswerkstätten
- Einladungen verteilen
- Orte gestalten
Nachmittag
Öffentliche Ausstellung der Bilder und Texte am Ort der
Zu-kunftswerkstatt
- Eröffnung der Ausstellung
- Vorstellung durch Teilnehmer
- Mit den Besuchern im Gespräch
Sa, 13.08.2004
Kramovik
... Vormittag / Nachmittag
Öffentliche Ausstellungen der Bilder und Texte am Ort der
Zukunftswerkstatt
- Eröffnung der Ausstellungen
- Vorstellung durch Teilnehmer
- Mit den Besuchern im Gespräch
Abend
Rückreise nach Deutschland
So, 14.08.2004
Rückkehr in Deutschland
Nacharbeiten:
- Protokoll-Erstellung (vollständiges zweisprachige Dokumenta-tion
aller visualisierten Schritte und Ergebnisse)
- Internet-Seiten und Mailing-Listen: kosova@domeus.de
- Aktualisierungen kommen auf http://eineweltnetz.org
- Zusammenstellen einer Projekt-Broschüre (zweisprachig -
Grundlagen für Antragstellung EU und Trägerverbände 2005
aktuelle Entwicklung
Unsere geplante zweisprachige Ergebnis-
und Anleitungs- Broschüre ist leider immer noch nicht
fertiggestellt, die internet-Seiten http://eineweltnetz.org sind wegen
Problemen beim Provi-der derzeit nicht zugänglich, Ersatz
wird auf www.joker-netz.de geschaffen.
Alle bisherigen Antragstellungen waren nicht erfolgreich, die aktuellen
Unruhen in Kosova und die schleppende Entwicklung der internationalen
Gespräche und der politischen Auseinander-setzungen rauben sehr
viel Energie.
Gleichzeitig entstehen andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel der
Publikation unserer bisheri-gen Arbeit mit Zukunftswerkstätten im
interkulturellen Bereich in Zusammenarbeit mit dem münchner
Stadtjugendamt und dem Flüchtlingsamt als Fachpublikation. Wir wollen nun diesen August trotz
alledem in die gleichen Orte fahren und Werkstätten zur aktuellen
Entwicklung durchführen, möglicherweise mit einer
zusätzlichen Werkstatt zur Frauen-Rolle. Eine vierte mögliche
Werkstatt mit diesem Schwerpunkt würden wir versuchen - so-weit
möglich, aus den gleichen Ressourcen zu bestreiten.
Zentrales Ziel ist es, mit unserer multi-ethnisch angelegten Arbeit
klare Zeichen für die gemein-schaftliche Zukunftsgestaltung gegen
die Trennungspolitik verschiedener Parteien zu setzen.
Die Grundlagen für die Perspektive einer späteren besseren
Entwicklung in eigener Kraft ist nun am Günstigsten zu schaffen,
auch für mögliche spätere Zusammenarbeiten mit
potenteren Trägern wie Auswärtiges Amt, GTZ oder anderen.
ganz herzlichen Gruss,
für die Paulo-Freire-Gesellschaft eV
fritz letsch
Kramovik
in Kosova, August 2003
Ein Dorf am Fluss, ein Kieswerk mittendrin.
Die Schule etwas oberhalb, stolz und frei
stehend,
Kiespisten, ein Sportfeld, darüber ein kahler Hügel, Schotter
vom lange schon stillgelegten Chrom-Bergwerk. In Tal-Einschnitten
Wacholder und Eichen.
Die Klassenzimmer sind gross und hell,
freundlich. Im
Flur die Helden kosova-albanischer Geschichte, im Lehrerzimmer ein
grosser moderner Tisch.
Die Kleinkindergruppe und der Hort
müssen immer
umräumen, wenn der Raum als Klassenzimmer genutzt wird, Schule ist
in zwei Schichten, vormittags und nachmittags.
Am ersten Tag werden wir dem Rektor in seinem
Büro
vorgestellt, stolz steht dort ein Computer hoch auf dem Tisch. Es sind
Ferien, August.
Wir starten mit der Gestaltung eines
Klassenraums, mit
vorbereiteten Plakaten und Krepppapier für Blumen, machen eine
Vorstellungsrunde, in der klar wird, wer von den Mädchen und
Burschen deutsch versteht, und wer übersetzen kann.
So geschieht die Anleitung in
Übersetzung, die
Arbeit in den Gruppen in albanischer Sprache; die Vorstellung der
Ergebnisse meist zweisprachig.
>Ob wir die Analyse (Kritikphase) mit der
Frage "was
fehlt" / "was brauchen wir in unserem Ort" eingeleitet und damit das
defizitäre Moment angesprochen haben, sollten wir - auch in den
Übersetzungen - noch gründlich reflektieren, der Focus sollte
bei der Veränderung des Bestehenden bleiben, drehte sich aber
immer wieder in die Frage nach der Hilfe von draussen.<
Am zweiten Tag kommt auch kurz ein
Lehrer-Kollege dazu,
der uns den Plan für den Aufbau eines zweiten Stockwerks und der
Gestaltung der Aussenanlagen einschliesslich Kostenplan
ausführlich erläutert, als wären wir seine Sponsoren.
Am diesem 2. Tag sind - neben diesem und
unserem
"Betreuungslehrer" auc h die ersten Gäste da: Neffen und Nichten
aus Norwegen, der Schweiz und Deutschland, die jeden August "nach Hause
zur Familie" kommen. Obwohl zum Teil schon langjährig im
politischen Asyl, zählt ihnen die Familie hier sehr viel, und
manche haben hier auch noch ein Haus stehen.
Sie wollen gerne -so weit möglich-
mitwirken. Im
Rahmen des Verlaufes gebe ich ihnen auch gleich, entsprechend den schon
arbeitenden Kleingruppen, die Aufgabe, aufzuzeichnen, was sie sich zu
einem angenehmen August-Aufenthalt im Ort wünschen und was sie
selbst dazu beitragen können.
Im Nu sind hier der Kulturtreffpunkt mit
Bibliothek und
Volkstanz-Raum zu Disco und Internet-Cafe, die Sport- und
Erholungsanlagen ergänzt, und es entsteht - aus einer Gruppe, die
zum Rauchen ins Lehrerzimmer gefolgt war, die Entwicklung des
Jahresplanes in Projektschritten, wie die Verwandten im Ausland in die
Entwicklung des Dorfes eingebunden werden können.
Angefangen mit einem Brief, Adresslisten der
Verwandten
und ehemaligen Schüler, sollen deren Wünsche und
mögliche Beiträge abgefragt werden.
> Wird sich zeigen, ob ein Brief das
richtige Medium
war: Durch die in der serbisch beherrschten Zeit geschlossenen
albanisch-sprachigen Schulen sind die Meisten nicht so sehr am
Schreiben, eher am Telefon: Vielleicht brauchen wir eine
Interview-Anleitung, Mailing-Listen, eine Homepage dafür etc.?
<
Einige machen sich auch gleich ganz praktisch
an die
Planung: Der riesige Dachboden der Schule könnte für den
Sommer einen Einbau in Gipskarton-Platten bekommen, der das
Internet-Cafe (und vielleicht sonstige sommerliche Infrastruktur)
aufnehmen könnte, die das Jahr über dann der Schule zur
Verfügung steht.
Die ersten Schritte, ein paar Computer
einzusammeln,
einen Satelliten-Anschluss zu erkunden und damit den Hintergrund
für eine kleine Welt-Verbindung aufzubauen, sind gestartet.
Im Kontakt waren - für die sichere
Umsetzung der
Strategie und die gemeinsame Weiter-Entwicklung - die Rollen etwas zu
offen geblieben, die Wünsche und die eigenen Beiträge in der
Gruppe oft schnell vermischt. Wird sich zeigen, wie Lehrer und
Lehrerin, Hortleiterin und Handwerker, Student und SchülerInnen in
ihren Alltags-Situationen daran weiterarbeiten.
Die persönlichen Wünsche der
Jugendlichen zur
eigenen Ausbildung und Arbeit (Hotelfachfrau, Apotheker, KFZ-Mechaniker
...) brauchen Entwicklung im Ort, in Zimmervermittlung,
Tourismusbetrieb liegen die Chancen des idyllischen Berglandes mit nun
wachsendem deutschsprachigen Anteil wie Schweiz und Südtirol ...
Wie es allerdings zu einer gemeinsamen
Entwicklung auch
den verschiedenen Familien im Ort kommen kann, die verschiedener
Herkünfte und Religionen sind, aber rund um das Tag und Nacht
klappernde Kieswerk wohnen und arbeiten; ...
... wie das Kieswerk aus der Ortsmitte zum
verantwortlichen Umgang mit dem Fluss kommt, wie die Hügel
über dem Ort aufgeforstet und gestaltet, die Bahnlinie wieder in
Betrieb genommen wird ... wird auch von den Stimmungen und politischen
Verhandlungen abhängen, und von der Vision einer unabhängigen
europäischen Region auf serbischem Boden ...
Die Gefährdungen durch jeweils
gefärbte
Aufrechnungen der Verbrechen, durch rassistische und sich über
andere erhebende Parteigruppen sind natürlich gross, und die
Verhinderung neuer Ansätze durch Korruption bleibt wahrscheinlich,
so lange nicht ein nachbarliches Gemeindebewusstsein wieder-belebt
wird, das bereit ist, für die Gemeinschaft der Familien
Verantwortung zu tragen.
Darauf würde ich bei dem soliden
Familienbewusstsein
bauen, und ich hoffe, dass die EU- Verwaltung die Entwicklung
kommunaler Demokratie fördert.
Im (Au)Gust 2004 werden wir sehen, wie sich
Kramovik
präsentiert: Als international besuchtes Familientreffen oder
Zeltlager, mit Festen und Tanz-Aufführungen, Vorstellungen der
verschiedenen Partner-Länder ...
Nachdem ich mich
allmählich von der 27-stündigen Fahrt erhole und den ersten
Freunden und Freundinnen erzähle, breitet sich das Gefühl
aus, eine neue Heimat verlassen zu haben.
Nach
der aufmerksamen und begeisterten Mitarbeit der Jugendlichen
in den Zukunfts-Werkstätten noch die Feste und Ausflüge,
die Berichte in den Fernseh-Nachrichten, die Würdigung
der partizipativen Arbeit durch Jugend-Verantwortliche,
Parlaments-Mitarbeiter, beim Kultusminister und bei Präsident Ibrahim Rugova zu erleben, trägt zu einem
guten Gefühl bei, nun allmählich die Berichte anzugehen.
Auch die
Zukunftswerkstatt-Arbeit geht im Kopf noch weiter, schon bekomme ich
erste Informationen zu Satelliten-Internet-Verbindungen und Netzwerken
...
... wir machten
zweitägige Zukunftswerkstätten in Klina, Kramovik und
bei Shtime, veranstalteten ein Cafe-Seminar und eine Ausstellung
zum Austausch zwischen den Gruppen in unserem Hotel zwischen
Klina und Gjakova, waren in Prishtina und Peja und in etlichen
Landgemeinden zu Besuch. (Karten auf der http://eineweltnetz.org
derzeit ausser betrieb)
Die Ergebnisse
im Überblick:
Ideen zum Aufbau von gemeinsamen
örtlichen Kultur- und Freizeiträumen,
mit Bibliothek, Leseraum,
Tanz-und Theater, Internetcafe, Spielplatz,
Wunsch nach gesünderer
Umwelt
(massive Verschmutzungen,
derzeit keine Entsorgung) Wasser-Reinigung,
Gründung von kleinen
(Handwerks-) Betrieben,
wie Gästehaus, Schwimmbad,
Sauna, Sportzentrum (folgt gelegentlich ausführlicher)
Für 2004 vorbereitet:
Jedes Jahr im August kommen alle
Verwandten aus den vielen Ländern wieder nach Hause, um ihre
Familien zu besuchen.
Sie können von den daheim Lebenden mit Fragen
nach den Situationen und Lernmöglichkeiten in den anderen
Ländern befragt werden, damit die gemeinsamen Erfahrungen die
Lebenssituation in der Heimat verbessern.
Alle, die ihre Zukunft im Kosovo sehen, sind gerne
bereit, die Gemeinden mit aufzubauen:
Zum Beispiel ein Internet-Cafe im August 2004 in der
Schule, das dann der Schule weiter zur Verfügung steht ...
Bisher fehlt durch die bisherigen obrigkeitlichen
Zentralverwaltungen das Bewusstsein für kommunales
Selbstverwaltungsrecht, die Unterstützung für
Selbstorganisation und Selbsthilfe, eigene Lernstrukturen (VHS).
Hilfreich könnten auch Partnerschaften von
Alternativ-Betrieben in Deutschland sein, Modelle der
Selbstorganisation kennenzulernen.
Als Gast-Besuche über NETZ eV. / Oekogeno /
Genossenschaftsverband /Bewegungsstiftung zu
organisieren?
Beseitigt werden muss das
Nadelöhr der Bus-Unsicherheiten:
Das bisherige Buchungssystem führt zu
Überlastungen,
alleine die Wartezeit zur 5-minütigen Abfertigung
an der ungarischen Grenze dauerte je 4-5 Stunden.
Flüge sind zu teuer, werden aber aus
Familien-Treue bezahlt ... keine Konkurrenz?
und natürlich die ethnischen Übergriffe, sonst ist jede
Hoffnung schnell mit den Jugendlichen begraben ...
Wir bereiten ein Heft in deutscher und albanischer
Sprache vor, das die Zukunftswerkstatt als Methode für die
Weiterarbeit vorstellt und die Ergebnisse der drei Werkstätten
für die Teilnehmenden und Interessierte dokumentiert.
Die Finanzierung der
Zukunftswerkstätten in Kosova braucht Ihre Unterstützung
Allmählich füllen sich die
Seiten zu unseren Zukunftswerkstätten auf http://eineweltnetz.org/;
auf http://www.zw2003.de/
wird sicher demnächst die Arbeit der kölner KollegInnen
dazukommen.
Die Finanzierung unseres Projektes
stand von Anfang an auf wackeligen Beinen, da in der kurzen Zeit keine
wirklich entsprechenden Geldgeber und Mittel aufzutreiben waren.
So waren wir von Anfang an davon
ausgegangen, ehrenamtlich zu arbeiten und die Fahrtkosten selbst zu
tragen, sofern keine sonstigen Zuwendungen dazukommen; die Freunde in Kosova wollten die Aufenthaltskosten dort
übernehmen bzw. dort Finanzierung besorgen.
Für die geplante
Herausgabe der Ergebnisse in albanischer und deutscher Sprache
(auch als Handbuch für die Weiterarbeit sowohl dort als auch hier
in der Migrationsarbeit) hoffen wir, auch Projektmittel der Agenda
21 Eine Welt im Referat für Gesundheit und Umwelt einsetzen zu
können, die zum Jahresthema "gsundheit" geantragt sind.
Zur Ausstattung der Schulen in Kosova
und der Weiterbildung im Jugendbereich haben wir bereits einige Spenden
von gebrauchten Computern und entsprechendem Material eingeworben,
wovon die ersten schon im Herbst zugestellt werden können.
Für die Erstattung der
Fahrtkosten und die Finanzierung der Weiterarbeit hoffen wir
auf Spenden für das Projekt auf das Konto der gemeinnützigen Paulo Freire Gesellschaft e.V,
Kto.Nr.: 88 97 200 bei der Bank für
Sozialwirtschaft München, BLZ: 700
205 00, (bitte mit Stichwort Kosova und der Absender-Adresse auf
dem Überweisungsträger)
die eine Bestätigung über
Zuwendungen an eine der in § 5 Abs. 1 Nr. 9 des
Körperschaftsteuergesetzes bezeichneten Körperschaften,
Personenvereinigungen oder Vermögensmassen ausstellen kann.
Die Paulo-Freire-Gesellschaft e.V. ist durch die
Bescheinigung des Finanzamtes für Körperschaften München
vom 5.11.1996 und 20.8.2002 , Steuer-Nr. VR14970 als
gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt und nach § 5 Abs. 1
Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes von der
Körperschaftsteuer befreit. Wir bestätigen, daß der dem
Verein zugewendete Betrag nur zu den satzungsmäßigen
(wissenschaftlichen) Zwecken verwendet wird, die als besonders
förderungswürdig im Sinne der Anlage 7
Einkommensteuerrichtlinien anerkannt sind.
Zukunftswerkstätten im Kosovo Abo
anmelden
abmelden
Das Konzept für August 2003
Mein Ort -
mein Leben - meine Zukunft
Was
kann ich beitragen,
<>dass
sich unsere Gemeinde gut entwickelt
Vorgeschichte:
Zukunftswerkstätten in der Flüchtlingsarbeit mit Shiponija
e.V. im INKOMM in München,
Rahmen: 3
parallele Zukunftswerkstätten werden von erfahrenen ModeratorInnen
aus Deutschland mit Unterstützung von Assistenzen sowohl von dort
als auch aus dem Kosovo in der Übersetzung angeleitet.
Eine findet in der
Stadt Klina, eine im Dorf Kramovik und eine in einem Frauenprojekt
statt.
Veranstaltende sind
der Jugendverband Shiponija e.V. München und das Jugendreferat in
Klina,
sowie die
Paulo-Freire-Gesellschaft e.V. mit Sitz in München.
10 Uhr Begrüssung
der Teilnehmenden, Methode Zukunftswerkstatt, 3 Schritte,
Namensschilder mit Wäscheklammern, Vorstellungsrunde:
Im Raum nach
Orts-Geographie aufstellen:
Wo kommst du her,
wo lebst du jetzt,
wo machst du was?
(Ausbildung, Schule, Freizeit ...)
Zeitrahmen der
Werkstatt, Prinzipien und Organisatorische Fragen
11 Uhr Bestandsaufnahme:
Wie ist das Leben am Ort
was gibts in unserem
Ort, ... zum warm werden ...
was fehlt uns hier,
was stimmt noch nicht, welche Hindernisse der Entwicklung gibt es:
Übergang in Kritikphase, Karten oder Listen, sortieren,
Übersetzungen, in zwei Gruppen, Rotation, Nachfragen, Austausch,
je 3 Interessens-Punkte je Liste verteilen.
13 Uhr Mittagspause
14.30 kurzes
Zwischenblitzlicht, Utopie (Verbot der Killerphrasen!)
positive Wendung: Thema
körperlich darstellen und verändern
in Themengruppen mit
Ölkreiden malen: Ortskarte mit neuen Motiven ergänzen
Kunst-Ausstellung: Dieanderen Gruppen können mit Ideen ergänzen,
Die Gruppe
entscheidet, was sie davon aufnehmen will, während sie die eigenen
Utopie-Entwürfe in Worten und Titeln formuliert, und so noch
einmal ins Schlussplenum bringt.
17.30 Ausblick zum
nächsten Tag, Abschlussrunde bis ca 18 Uhr.
Di
5. August
10 Uhr habt ihr
weitergeträumt?
wie hat deine Umgebung
auf die Ideen reagiert?
Hilf, Schwester,
Hilf! Paare stehen eingehängt, nur eines "spielt fangen", bis
sich die /der Verfolgte bei einem anderen Paar einhängt: Die /der
nun Dritte am anderen Ende wird nun FängerIn, und stürzt sich
auf die / den bisherigen Fangenden. Falls gefangen wird, wechseln
ebenfalls sofort die Rollen ...
Zwei Gruppen bekommen
(ohne voneinander zu wissen)gegensätzliche Aufgaben mit
Stühlen ... (Kreis / Pyramide)
Gegenüber von
Traum und Utopie
Welche Handlungsidee
steckt in der Utopie?
Woran will ich
arbeiten , was möchte ich verwirklichen?
Entscheiden, was wir
wirklich wollen.
Arbeitsmodelle: wer
wie was wann wo oder
Zeitplan,
Haushaltsplan, Welche Unterstützung brauchen wir?
Wechsel
Gruppenarbeiten und Austausch im Plenum
13 Uhr Mittagspause
14.30 Vorbreiten der
internen Präsentation und Planung der Weiterarbeit
Wechsel
Gruppenarbeiten und Austausch im Plenum
17.30 Schlussrunde und
Abschied bis 18 Uhr
Mi
6. August
Hiroshima-Tag
10 Uhr
Kaffeehaus-Seminar für Mitwirkende und Presse
Zu Beginn bekommen
alle eine Einladung zu einem bestimmten Tisch, auf dem eine
Papierdecke, Stifte, Kerze? und ein Aufsteller mit Nummer und den Regel
in beiden Sprachen sind:
bitte
ergänzen,
Petra:
zuhören,
in der ersten Runde
kommt jedeR zu Wort,
alle wichtigen
Gedanken aufschreiben ...
Moderationsfragen:
Was war der Zenit oder
der pica qendrore (zentraler Punkt)
Was pack ich selber
an? (Was interessiert mich?)
Wechsel an den
Tischen, eine Person bleibt ...
13 Uhr Mittagspause
14.30
Hintergründe zur Theorie und Wirkung der Zukunftswerkstatt,
Auswertung der
Anleitenden in einem Fischbecken, die Übersetzer in zweiter Reihe,
die Teilnehmenden können sich von aussen zu Wort melden / ein
freier Stuhl steht für sie bereit ...
Punkte für die
Weiterarbeit entwickeln
Do
7. August 2003
Durchatmen ... raus:
Gemeinsame Besuche an
den schönen Plätzen der Teilnehmenden,
bei Familien und
Personen, die sie schätzen ...
Nachmittags: Für
sie bisher wichtige Figuren, Ämter und Strukturen,
organisiert in kleinen
Gruppen durch die Assistenzen vor Ort
Texte für die
Ausstellung schreiben, am Computer setzen, drucken,
Fr
8. August 2003
Öffentliche
Ausstellung der Bilder und Texte in den Arbeitsorten
Vorbereitung und
letzte Ergänzungen der beiden weiteren Ausstellungen
Eröffnung der
Ausstellungen im Frauenprojekt und in Kramovik
jeweils aktualisierte
Weiterarbeit in den Fischbecken an den Projekten für das
nächste Jahr, Aufbau von Verbindlichkeiten und Vereinbarungen zu
den notwendigen Zwischenschritten:
Protokoll-Erstellung,
Internet-Seiten und Mailing-Listen,
Zusammenstellen einer
Projekt-Broschüre (zweisprachiges Büchlein?)
Grundlagen für
Antragstellung EU und Trägerverbände 2004
abends:
Rück-/Weiterfahrt der Teilnehmenden von / nach Deutschland
das war die Einladung
ZUKUNFTSWERKSTATT
- PROJEKT
für junge
Menschen in Kosova
Einige SozialpädagogInnen aus München
werden im August 2003 zusammen mit
Zukunftswerkstatt-ModeratorInnen aus München und Köln ein
Projekt für junge Menschen in Kosova anleiten. Projektleiter ist
Herr Mislim Berisha, der als sozialpädagogischer Mitarbeiter in
den Beratungsdiensten der AWO München tätig ist.
Hauptberuflich arbeitet er als Fachkraft für albanische
Jugendliche, die in München leben. Er kommt ursprünglich aus
dem Kosova.
Dieses Projekt wird von allen SozialpädagogInnen
ehrenamtlich durchgeführt.
Zuerst haben wir in München eine
eintägige Fortbildung für die MitarbeiterInnen organisiert,
die in Kosova eine Zukunftswerkstatt anleiten werden, mit dem Thema:
Wie leite ich eine Zukunftswerkstatt in Kosova? Diese Fortbildung wird
von Herr Fritz Letsch und Herr Mislim Berisha geleitet.
Ausgangssituation
für dieses Projekt
Herr Berisha schildert hier die Situation in Kosova nach
dem Krieg als sehr unangenehm für die Menschen, die dort leben und
noch keine Ideen für richtige und langfristige Projekten haben.
Wenn z.B. eine Person eine Tankstelle baut, werden nach
ein paar Monaten von anderen Nachbarn viele weitere Tankstellen
eröffnet; wenn jemand ein Geschäft öffnet, werden in den
nächsten Monaten viele ähnliche Geschäfte geöffnet,
und ebenso passiert es, wenn jemand einen LKW, einen Traktor, einen
Bagger kauft. In diesen Form wird eine naive Konkurrenz entwickelt, die
dann bis zu Konkurrenz -Konflikten und Konkursen führen kann.
Die münchner SozialpädagogInnen werden mit dem
Projekt Zukunftswerkstatt (inklusiv) in 8 Tagen mit den Jugendlichen
deren (z.T. in der hiesigen Ausbildung angelegte) Ideen entwickeln
können, damit diese ihre Fähigkeiten im Aufbau dort sinnvoll
einsetzen können.
Ablauf:
· bis 1. August Einreise in Kosova
· 2. und 3. August, Kosova, Kultur, Traditionen
und Partner vor Ort in der Jugendarbeit kennlernen
4., 5. u. 6. August, Gruppenarbeit in Teams mit
Veranstaltern vor Ort mit Jugendlichen an 4-5 verschiedenen Orten,
· 7 August, Präsentation und Austausch der
Ergebnisse
· 8 August Kulturelle Begegnung, Besuch an
verschiedenen Orten die für SozialpädagogInnen und ihre
einheimischen TeampartnerInnen von Interesse sind und Kulturabend
· 9 August, Rückreise.
Die Gruppen dort werden -auch für andere
Kooperationseinrichtungen - vom Jugendzentrum in Klina aus organisiert.
In deutschen Schritt werden zwei Gruppen gegründet, eine für
die Stadt Rahovec und eine, um im Dorf Kramovik zu arbeiten. Die
Kontakte wurden schon geknüpft.
Mislim Berisha
Kostenplan: in Arbeit ...
Ausgaben: Finanzierung:
Vorbereitungs-Seminar in München
Fahrtkosten
Materialien
Für Unterkunft und Verpflegung während der
Seminartage sorgen die Projektpartner vor Ort. InteressentInnen melden
sich bitte bei fritz
Zukunftswerkstatt zur
Lern-Autonomie mit der albanischen Jugendgemeinschaft SHQIPONJA
16. + 17. April 1999 im INKOMM
Freitag 18 - 21 Uhr
Samstag 11 - 18 Uhr Schlussbericht
Es wirkt wie eine Verrücktheit, mitten im Krieg eine
Zukunftswerkstatt zu veranstalten, aber wir hatten sie schon vor den
Bombardierungen geplant, und die Situation als Flüchtling in
Deutschland war als Ausgangslage schon spannungsgeladen genug:
Die Rechte auf Unterhalt, Ausbildung, Arbeit,
Bewegungsfreiheit je nach Status begrenzt und beschnitten,
zum Teil inhaltlich unbegründete
Status-Unterschiede, die aus Kontingent-Zusagen und verschieden
ausgelegten Verwaltungsvorschriften stammen,
vollkommen undurchsichtige politische Vorgänge auch
in Bezug auf Duldung, Ausbildung, Arbeitserlaubnis und deren
rechtlicher Verquickung,
große Unterschiede in Sprachvermögen und davon
unabhängige Bildungsvoraussetzungen,
unklare Ziele und verschiedene Vorstellungen von
Aufenthaltszeit und Anpassung sowie Anpassungserwartung hierzulande
starke Fixierung auf Geld-verdienen und finanzielle
Heimat-Unterstützung, statt (vor allem bei den Jugendlichen) auf
Aus- und Fortbildung für die Zeit nach dem Krieg zu achten.
Aus dieser Situation ergab sich für mich als erstes
Ziel die Unterstützung der Selbstbestimmung der Einzelnen, da
nicht von einer homogenen Gruppe auszugehen war, sondern die Situation
der Einzelnen berücksichtigt werden sollte.
Im Gegensatz zur fürsorglichen bis
entmündigenden Versorgung sowohl aus dem Familien- wie dem
Sozial-Kontext sollte die Autonomie der Teilnehmenden im Vordergrund
stehen.
Das letzte Buch von Paulo Freire heißt Autonomia:
Es faßt noch einmal zusammen, wie wichtig es ihm war, daß
wir als Anleitende den Lernenden die Lern-Autonomie belassen, ihnen
weder die Verantwortung für die Art, noch den Inhalt ihres Lernens
abnehmen.
Wir können Vorschläge machen, uns in die
Lebens-Situationen einfühlen, indem wir Aufmerksamkeit und
Achtsamkeit mitbringen, unsere eigenen Ziele offenlegen und unser
Angebot erläutern, aber wir können das Lernen nicht abnehmen,
den Stoff nicht einfach aus unseren Vorräten aufdrängen, weil
wir sonst das Fragen zuschütten.
So ist es dann zwar nicht immer leicht auszuhalten, am
Ende einer Veranstaltung mit weit mehr Fragen dazustehen, aber es ist
genau die Qualität diese Dienstes: Fragen verfeinern, erweitern,
zu teilen und in der Anteilnahme darüber hinaus zu weisen: Was
sagen sie in unserer verrückten Gesellschaft?
Diese hat uns ja auch mit aller Macht durch die Tage
begleitet: Der scheinbar fürsorgliche Bombeneinsatz, der aber
keinen Unterschied zwischen Gut und Böse herbeizaubern kann, die
Heimat mit uranstrahlenden Splitter-Geschossen verseucht, die
Feindschaft für weitere Generationen aufbaut.
Viele Befürchtungen, wie die Verwicklung des
Waffenhandels mit dem Drogenmarkt, die auf die eigenen Kinder
zurückwirken kann, tauchten nur am Rand in einzelnen Bemerkungen
auf, die das folgende Protokoll nicht wiedergeben kann.
So sind in vielen Stichworten beide Seiten enthalten,
derzeitiger Schrecken und zukünftige Hoffnung. Wir sind in die
Zeit nach dem Krieg gegangen, um Energie für dieses Danach in
unsere Lern-Situationen zu holen. Ob und wie weit dies gelungen ist,
wird erst die weitere Zeit zeigen.
Es war eine sehr berührende Arbeitssituation, und
ich danke allen, die daran teilgenommen, die mich dazu ermutigt und uns
in ihrer Weise unterstützt haben. Alle, die jetzt Interesse daran
bekommen, können bei mir, dem Inkomm oder bei SHQIPONJA für
weitere Projekte Kontakt aufnehmen.
Fritz Letsch: Einladung zur Zukunftswerkstatt
Die Beteiligten arbeiten im Rahmen einer gemeinsamen
Moderation in kleinen Gruppen an ihren eigenen Themen: Wie lernen wir
bisher, wann ist unser Lernen besonders erfolgreich, wie würden
wir es uns wünschen?
Viele unserer Ideen scheitern an unser eigenen
Unsicherheit, an einem mangelnden Austausch und an der Resignation, die
aus schlechten Erfahrungen besteht, oft nur schlecht verdaute
Erfahrungen.
Situation der Flüchtlinge und Asylbewerber
Ein Teil der AsylbewerberInnen sind anerkannt, ein
grösserer Teil der Flüchtlinge bleibt geduldet. Viele
Jugendliche treffen sich zur Zeit im Freizeitheim Hirschgarten, die
Auseinandersetzungen um die Zukunft der Heimat und die eigene Rolle
darin werden von den Einzelnen sehr verschieden eingeschätzt, sind
aber von großer Verbundenheit mit den dortigen Familien
geprägt.
Auch münchner InteressentInnen, die nicht in
Initiativen, Betrieben und Projekten mitarbeiten, sind herzlich
willkommen, um ihre eigenen Erfahrungen und die „Normalität" der
Schulen und Ausbildungen zu reflektieren und eigene persönliche
Ansätze zu entwickeln.
Grundgedanken der Lern-Werkstatt:
die Situation in München als Ansatz für
autonomes Lernen zu begreifen, das heißt, aus Hilfestellungen die
eigenen Projekte definieren, durchführen und kritisch reflektieren
lernen
die emotionale Situation des Kosova in konkrete Visionen
der Einzelnen zu verwandeln: wie will ich heute hier und morgen dort
leben?
die Rückkehr vorzubereiten:
konkrete Ausbildung für die eigene Zukunft finden
Ein erster Schritt ist nun die Durchführung und die
Vermittlung der Methode Zukunftswerkstatt als Beispiel für
moderierte Situationen,
ein Zweiter kann (zum Teil schon in der Werkstatt) die
Vermittlung autonomer Lernweisen und die verantwortliche Anleitung zu
solchen Projekten sein,
ein Dritter wird die gemeinsame Suche und die Entwicklung
von Kriterien für Projektpartnerschaften, die für die weitere
Lernsituation der Einzelnen Praktika oder Ausbildungen anbieten und
vermitteln können.
Programm der Zukunftswerkstatt
Freitag, 16.4. 18 -21 Uhr:
Was hindert uns am eigenständigen Lernen,
Arbeitsgruppen
Samstag 17.4. 11-14 Uhr:
Utopien von autonomer Arbeit, Lernen und Fortbildung
15-18 Uhr:
Strategien der eigenständigen Organisation mit
Partnern
Kurze Protokolle sollen schon Aufgabe der Arbeitsgruppen
sein, ein gemeinsamer Bericht wird aus den Mitschriften für die
beteiligten Organisationen zusammengestellt.
Teilnahmebeitrag: Bitte einen Beitrag zur gemeinsamen
Verpflegung mitbringen, Getränke werden vom Haus verkauft.
Eingeladen und zur Mitarbeit angesprochen sind:
Netzwerk Selbsthilfe München, Euro-Trainings-Centre e.V.;
Flüchtlingsrat München, Flüchtlingsamt München,
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Stadtverband München;
Studierende und KollegInnen der fachhochschule münchen,
fachbereich 11 sozialwesen, Backstage Jugendprojekt Heizkraftwerk,
IBPRO Institut für Beratung und Projektentwicklung
im Projektverlauf könnten dazu kommen: Bayr.
Flüchtlingsrat, Friedensgruppen, GWR, Arbeitsamt München,
Handwerkskammer, weitere Vorschläge sind willkommen!
mit den besten Grüssen, Mislim Berisha Fritz Letsch
SHQIPONJA Albanische
Jugendgemeinschaft
Die albanische Jugendgemeinschaft SHQIPONJA wurde am
15.05.1995 auf Initiative von albanischen Jugendlichen und mit der
Hilfe von djo - Deutsche Jugend in Europa gegründet. SHQIPONJA ist
Mitglied der djo Deutsche Jugend in Europa, Landesverband Bayern und
damit auch Mitglied im Bayrischen Jugendring.
SHQIPONJA fördert die Interessen der Jugendlichen
aus dem albanischen Sprachraum, hilft bei der Lösung ihrer
wirtschaftlichen, sozialen, und kulturellen Probleme, dient der
Bewältigung der Probleme der deutschen Sprache, Schul- und
Ausbildung, Wohnung und Gesundheit.
SHQIPONJA pflegt die albanische Kultur, Musik und
Folklore durch Kurse, Seminare, Ausstellungen und Veranstaltungen und
schafft kulturelle und sportliche Betätigungsmöglichkeiten.
SHQIPONJA setzt sich für die Zusammenarbeit mit
anderen deutschen und ausländischen Jugendorganisationen ein, im
Sinne der Solidarität, Völkerverständigung und
Integration.
Bericht: Freitag abend
Vorstellung INKOMM, Rahmen, Zeitplan
Teilnehmende: MitarbeiterInnen des INKOMM, Studentinnen
der FH-München, Mitgliedern der Jugendgruppe Shiponja und Leiter
und Gründer, eine albanische Lehrerin an der Volkshochschule,
Fritz Letsch, SozialarbeiterInnen von Flüchtlichsunterkünften
und interessierte Kosovo-Albaner.
Zukunftswerkstatt und Lern-Autonomie:
Zukunftswerkstatt- Einführung: 3 Phasen,
verteilt auf Abend, Vormittag und Nachmittag
Kritik: Warum ist es so? Die Probleme und ihre
Hintergründe untersuchen
Utopie: Welche Vorstellungen haben wir für
ein Leben nach dem Krieg
Strategie: Unsere Möglichkeiten der
Verwirklichung, Wo holen wir Unterstützung.
Lernautonomie:
Wofür lernen wir? Wie lernen wir, macht lernen auch
Spaß, wo lernen wir was?
Z. B. in einem Betrieb, oder kann ich vielleicht ein
Praktikum machen..., oder auch: mit wem kann ich lernen.
Einzelne Vorstellungen der Teilnehmenden. Was erwarten
sie, wer sind sie:
Ideen, Methoden kennenlernen, albanische Kultur
kennenlernen, mehr über albanische Kultur lernen (wurde
öfters genannt), Brücke zwischen Kulturen herstellen, die
Arbeit des Hauses kennenlernen,
1. Schritt: Was hindert mich am Lernen?
Auf rote Kärtchen einen Stichpunkt schreiben und in
die Mitte damit.
Sortieren: Nach Gebieten und Gemeinsamkeiten:
Zeit / Störungen von außen
familiäre Verpflichtungen, fernsehen, putzen, andere
Verpflichtungen und Ablenkungen
Orientierungsschwierigkeiten (Was ist wichtig, wo fang
ich an)
Sprache (Sprachbarrieren überwinden, ...)
Lust (keine Lust, Trägheit, Frustration, das
Gelernte nicht zu behalten, Streß durch keine Lust)
finanzielle Gründe, Geldmangel,
Situation im Kosovo
Angst etwas falsch zu machen, weiß nicht, wo ich
anfangen soll, was ist wirklich wichtig zu lernen
Konzentrations- und Lernschwierigkeiten,
Motivationsschwierigkeiten, keine Unterstützung
Mit Punkten nach Wichtigkeit bewerten, jedeR
bekommt 2 Wertungspunkte
7 P Situation im Kosovo
7 P. Zeit
7 P. Motivation/ Streß, keine Lust, Trägheit,
4 P Sprache, Geld, Gesetze,
3 P Ablenkung, Unterstützung, keine Punkte bei
Konzentrieren, Spaß, Gemeinschaft
Arbeitsgruppen: Spinnweb-Analyse
Die Themen mit „Warum-Fragen" bearbeiten, das Ganze
geschieht in Gruppen, immer mit der Frage:
Warum: „Perse" / pse: Wie Kinder immer weiter
nachfragen: Warum ist es so, warum?
Situation im Kosovo z. B. warum hindert uns die
Situation im Kosovo am Lernen? Weil wir aggressive, ängstlich oder
hoffnungslos werden? Warum? Weil wir Gewalt, Völkermord und
Vertreibung sehen.
Sprache: wo sie am dringendsten fehlt, beim Arzt,
im Krankenhaus
Stress: warum hindert uns Stress am lernen? z. B.
weil wir viel zu tun haben. Warum? z. B. wegen den unzähligen
Interessen, Pflichten, Sachen, die wir machen wollen oder müssen.
Gesetze: z.B.: Warum hindern uns Gesetze am
Lernen? Weil sie z. B. Ausbildungsverbote bedingen. Warum
Ausbildungsverbote? Weil sie von Politikern z. B. so gemacht werden
(Blüm). Warum werden diese Gesetze erlassen? Daß Deutschland
z. B. für AusländerInnen an Attraktivität verliert.
Außerdem soll z. B. auch von wirtschaftlichen Problemen abgelenkt
werden. Warum? Als politische Strategie.
Zeit: z. B. : warum ist Zeit ein Problem? weil man
viel warten muß auf Behörden. Warum muß man soviel
warten auf Behörden? weil man dort etwas braucht. Warum braucht
man dort etwas? Weil oft etwas fehlt.
Jede Gruppe präsentiert die erarbeiteten
„Spinnweben" vor der Großgruppe. Gespräche dazu. Kurzer
Ausblick auf das Programm von Morgen, auf die Utopie und die
Verwirklichung unserer Ideen.
Samstag
Am Morgen: Überblick zum Tag, der Positiven Wendung
und den mehrfachen Utopie-Einstiegen
positive Wendung:
Wir nehmen die Analyse-Begriffe der Spinnweb-Bögen
und versuchen, zu den negativen Elementen das positive Gegenstück
zu finden. Beispiele:
Vergewaltigung - Respekt vor der Frau
keine Zeit: - Ich weiß, was mir wichtig ist.
Situation im Kosovo
Unabhängigkeit - Demokratie
Keine Grenzen zu Europa - Vereinigung mit Europa, Kunst,
Kultur, Sprache, Ökonomie
Angst - Freiheit
Entführung - Freiheit
Gewalt - Respekt
Aggressivität - Toleranz
Vorgeschichte - Mehr Erfahrung und Lernen für
Zukunft
indem ich herausfinde, entscheide, was ich will, was mir
wichtig ist.
Dann habe ich auch keine Angst, etwas falsch zu machen,
weil ich ja weiß, was mir wichtig ist
keine Zeit, weil man viel für Jugendliche macht - Unterstützung
in der Organisation,
Jugendliche mehr selbst organisieren lassen, Verantwortung aufteilen
Schule und Hausaufgaben rauben Zeit - Schule und
Hausaufgaben als Chance sehen, bei der Schule versuchen, eigene Ideen
einzubringen,
Gesetze
Gleichheit vor dem Gesetz, bei der Arbeitssuche
die Ursachen der Arbeitslosigkeit bekämpfen
sich an die Flüchtlingskonvention halten
Privatinitiativen
gleiches Existenzminimum, Chancengleichheit
Chance auf Integration, Kriminalität und Depression
vermeiden
Blick nicht nur auf BRD sondern Europa und die ganze Welt
Stress, keine Lust - Gelassenheit, Lust zu Lernen
wenig zu tun - interessante Sachen - Recht, Fehler zu
machen (Recht, aus Fehlern zu lernen) - Zufriedenheit
Freiheit, das zu lernen, was man will - Mündigkeit
der BürgerIn - Gemeinschaft statt System
Kein Stress im Privatleben, weil dieses für uns dann
eher Stütze oder Ressource für Kraft und Liebe ist
Einführung der Utopie
Eine Reise in der Zeit,
geleitete
Visualisierung: Eine Zeitmaschine verwandelt uns, bringt uns in eine
spätere Zeit:
Wir sind jetzt 70 oder 75 Jahre alt, sitzen in einem
Schaukelstuhl, wir sind im Kosovo, es ist ein Fest ....
was gibt es, was sehen wir, wo sind wir, ...
die Kinder fragen uns, was wir feiern, ... wir antworten,
und wir erzählen, was wir in der Vergangenheit gemacht haben, was
wir zur Veränderung beigetragen haben ...
Erste Impulse aus der Runde: Musik, Tanz, Freunde,
Aufgabe: Dieses Fest vorbereiten.
Was war nötig, daß es so weit kommen konnte,
was hast du in der Vergangenheit dazu beigetragen?
Wo fange ich an, wer macht was, mit wem ...
in Zweiergruppen aufschreiben, dann vorstellen:
Linda + Istref: Freiheitstag, Freiheit und
Demokratie, viele Leute, lächeln, Wein, gutes essen, Tanzen,
singen, Geschichten erzählen
Eshref + Karin: Feiern, weil wir viel gearbeitet
haben, lange her, daß wir gefeiert haben, jetzt Lust zu feiern,
was erzählen wir den Kindern? Es gab eine Zeit, die schlimm war,
Krieg, Haß, Gewalt, schlimm Fehler sind gemacht worden, kranke
Politik, ... wir erzählen den Kindern eine Geschichte, damit es
keinen Haß gibt, erzählen wir es als Märchen:
Ein Schatz liegt in einem Loch, außerdem ist auch
noch eine Schlange in diesem Loch, ein „Dieb" springt in das Loch, doch
er verliert sein Leben, weil er ohne zu arbeiten den Schatz stehlen
wollte...
was ist Schlange, Loch, ein Schatz, ein Fremder, kommt,
etwas zu nehmen, was ihm nicht gehört,
das Gesetz ist die Schlange, die den Schatz verteidigt
...
wenn das Kind nicht aufhört, zu fragen,
erzählen wir die Utopie,
im Krieg sind alle nur Verlierer, wir sind
zurückgekommen, alle schämen sich, es tut allen leid, alle
sind traurig, jetzt haben wir aufgebaut, viel zu feiern, das beste Fest
Mislim + Sema: Fest am Tag der Unabhängigkeit
des Kosovo
Festhalle an einem Fluß, viele Gäste aus dem
Ausland, wir sind die Seniorengruppe, auch Tanzgruppe, mitgestartet die
Integration, Ausstellung zur Geschichte von 2000 bis 2050, aus allen
Ländern der Welt, Begrüssung, als Integrationsminister, war
im Ausland gewesen, viele Freunde sind gekommen, das Programm wird
vorgestellt:
Ich war im Ausland, in München, habe viel Freunde da
gewonnen für die Belange des Kosova, es hat eine große
Vernetzung friedlicher Lösungen stattgefunden, die Gäste aus
verschiedenen Ländern haben uns geholfen, aufgenommen, bis wir
wieder unsere Unabhängigkeit bekommen haben.
Wolfgang und Frau Hotijani: Aus unserer Arbeit in
Deutschland
Wir sind für das Ende des Krieges eingetreten, haben
eine Zukunftswerkstatt im INKOMM gemacht, den Flüchtlingen
geholfen, mit Geld, Übersetzung, Unterkunft und Medizin.
Wir haben versucht, den Haß kleiner zu machen,
Kinder und Jugendliche ausgebildet, friedlich und demokratisch
miteinander umzugehen und miteinander zu leben
Wir sind in den Kosovo zurückgegangen und haben
Verwandte und Bekannte gefunden, und haben mit ihnen im Kosovo
Gemeinschaft aufgebaut
Wir haben gelernt, mit ehemaligen Feinden achtsam und
respektvoll umzugehen,
Wir haben den Menschen geholfen, mit ihren Ängsten,
ihren schlechten Träumen umzugehen,
Wir haben uns aktiv für Versöhnung eingesetzt
(wer bittet, bekommt!) Eine Hand wäscht die andere
Wir haben den Kosovo bewusst aufgebaut,
Wir haben geholfen, Organisationen aus anderen
Ländern zur Hilfe und Unterstützung (Aufbau) anzuregen
Wir haben neben den Notwendigkeiten (Essen,
Unterkunft,...) auch versucht, Heimat zu schaffen:
sich wohlfühlen,
mit der Familie zusammensein,
unsere Kinder albanisch aufwachsen zu lassen,
unsere Sprache sprechen zu können,
eigene Kultur zu vermitteln (feiern, Tänze, Musik,
Kleidung...)
Was wir noch tun:
Gemüse, Mais, Weizen, Kartoffeln anbauen,
Schulen aufbauen, Bäume pflanzen, Tiere halten,
Unterstützung für private Schulen aufbauen
medizinische Vorsorge aufzubauen
die Wohnung einrichten
Bäume pflanzen, Blumen, Tee
hans: wir haben mit einem Auge auch geweint,
Angehörige und viele Dinge verloren, Wir feiern ein Freiheitsfest,
auch Freiheit, unsere Talente einzusetzen, nicht nur Arbeit, um Brot zu
haben, sondern auch um zu entwickeln,
Gefühle dabei:
nach 50 Jahren ... Erinnerung an die Verluste im Krieg
vor 50 Jahren in Deutschland,
Die Geschichte von dem Kind, das allein an der Grenze
steht:
es bleibt allein, weil alle meinen, es gehört zu den
anderen ... statt zu fragen, vielleicht gehört es zu uns!
Wenn uns jemand fragt, erst die Kinder beachten ...
Nachmittag
Strategie: Wie kommen wir vom Problem
zur Utopie
Wie wir eine Strategie entwickeln: Beispiele vom
Hausbau, Frage der Zeiteinheiten. Wir unterteilen die Zeit bis zur
vollständigen Utopie in kleine Zeitabschnitte. Was muß in
welchem Abschnitt geschehen, was geschieht mit mir, was mache ich?
Einstieg aus der Münchner Geschichte: Die
zerbombte Stadt, Trümmerfrauen, die Strassen freiräumen,
Strassenbahnen, der Schuttberg auf dem vorherigen Flugplatz, die
damaligen Überlegungen, alles liegen zu lassen und München am
Starnberger See vollkommen neu aufzubauen,
kurze Auseinandersetzung, ob auch "wir Deutschen" wie
"Serbien" waren:
Die Tschechei „befreit", Polen überfallen,
Österreich „angeschlossen" ...
Themen aus den Arbeitsgruppen aufgreifen und als Kraft
nutzen:
Was hatte ich selbst gelernt, wie habe ich für
andere Lernen angeleitet?
Wir entwickeln ein neues Land:
Schulen, Sprachen
Situation im Gastland:
Wie Jugendarbeit
Muttersprachlicher Unterricht, Deutsch und Albanisch
parallel
Jugendorganisationen: Sport, Konzerte als
Möglichkeiten, Geld zu organisieren, damit den Landsleuten helfen
Dann im Kosovo:
Schulen, Kindergärten usw. aufbauen
Was braucht man:
Geld, Lehrer, Ausstattung, usw.
Frieden und Freiheit sind das Wichtigste
Aufgaben:
viele Lehrer, verschiedene Niveaus, - Fachlehrer,
interkulturelle Erziehung, moderne oder alternative Lehrmethoden,
Fremdsprachen, Schülerorganisationen, Freizeitangebote,
Austauschprogramme mit anderen
Arbeitsschritte:
Gründen eines Bildungsministeriums, notfalls in
privaten Häusern (Keller, Dachgeschoß) im Freien, aber
angestrebt werden eigene Gebäude
Ausbildung der Lehrer, momentan im Ausland, später
im eigenen Land
Zeit nützen in München (für Schulung,
Arbeit, Freizeit, kulturelle Aktivitäten)
Ziele + Forderungen von Mädchen und Frauen,
Jungen und Männer
Stark machen zum weitergeben der eigenen Kenntnisse
(Jugendleitung, Organisation) auch Vorbereitung auf Rückkehr in
den Kosovo, um sich dort zurechtzufinden
Politik
Demokratie
freier Staat Kosovo
Präsidentenwahl
Bürger wählen frei den Präsidenten
Parlament, Abgeordnete wie im Europäischen Parlament
Mehr Parteiensystem
Bürger können frei wählen,
Partei für andere Nationen, z. B.
Grundrechte schaffen
Gesetz soll Bürgerentscheid ähneln
allg. Menschenrechte ( freie Religionen,
Versammlungsfreiheit, ), Medienfreiheit, Meinungsfreiheit, Gesetzt
vergleichen wir mit anderen Ländern in Europa,
Bildungssystem (Muttersprachl. Unterricht)
Zwei Nationensystem
alle Menschen alb. Staatsangehörigkeit - Gleichheit
vor dem Gesetz
anderer Nationen Recht auf eigenen Kultur
Sozialsystem (Krankenvers. usw.)
Grenzen abschaffen in Europa
Politische Bildung für alle
Wirtschaftssystem, Voraussetzungen
Ideen, Erfindungen fördern
Gute BeraterInnen,
motivierte, zuverlässige Arbeitskräfte,
Geld für die Wissenschaft,
Internationale Kontakte,
gute Ausbildungen
Kapital gerecht verteilt, gerechter Lohn,
Auswirkungen für Mensch und Umwelt:
Arbeit, Geld und Luxus für alle, saubere Umwelt
keine Kriminalität (Kinder brauchen nicht klauen)
keine Atomkraft,
keine Zeit zum Streiten saubere Flüsse,
Gewässer,
hohe Kultur - Ethik
Wirtschaft zahlt für Sozialleistungen
Viel Geld im Umlauf - Kaufkraft
verwendete Medien:
Musik: CDs: 1001 Desire von Shkumbin Kreyeziu, Dani von
Kenge Dasmash, Xeni: Hitet
Papier, Stifte, Moderationsmaterial: Plakate und Karten,
A4-Papier, Pinwände, Schreibwand
Blumen, Getränke, albanisches Mittagessen
Entwurf zur Weiterarbeit
Zukunftswerkstatt der Jugendgruppe bei SHQIPONJA (Antrag)
über INKOMM, Theaterprojekt zum Stadtteilfest Neuhausen mit den
Studientinnen der fhm,
Ideen für weitere Zukunftswerkstätten
Computerprojekt für albanische Jugendliche (INKOMM +
SHQIPONJA, Sema und Nesim)
Organisatorisches...:
soll in der nächsten Zukunftswerkstatt
übersetzt werden? wie können Methoden transparent gemacht
werden? Fotos zum Bericht dazu, ...
Anregung, die albanische Sprache an der Vhs zu lernen,
Schlußwort von den Teilnehmenden: (Weil in der
Demokratie das Volk zu Wort kommen soll:)
Literatur zur Zukunftswerkstatt:
meine artikel als links auf zukunftswerkstätten und open
space: siehe jeweilige forum-Seiten unten und utopie.htm und:
Robert Jungk, Norbert R. Müllert:
Zukunftswerkstätten, Mit Phantasie gegen Routine und Resignation,
Heyne Taschenbuch
Beate Kuhnt, Norbert R. Müllert: Moderationsfibel
Zukunftswerkstätten verstehen anleiten einsetzen, Das Praxisbuch
zur Sozialen Problemlösungsmethode Zukunftswerkstatt,
Ökotopia Verlag
Jungk, Robert: Statt auf den großen Tag zu warten.
Über das Pläne schmieden von unten. In: Kursbuch 53, Utopien.
Berlin 1978
Sellnow, Rainer: Einführung in die Methode
Zukunftswerkstatt. In: Bürgerforum und Zukunftswerkstatt.
Arbeitshilfen für die Erwachsenenbildung. Frankfurt a.M. 1990.
Vertrieb: Pädagogische Arbeitsstelle im Dt. VHS-Verband
Hintergründe: Goss-Mayer, Hildegard: Der Mensch vor
dem Unrecht. Wien / München. Europa Verlag und Dorothee
Sölle: Das Recht, ein anderer zu werden ...
beiträge, fragen und anmerkungen zum projekt
erste werkstätten im
INKOMM
1997 oder 1999?
bisherige internationale
Projekte
Polen 2004
Forum-Theater-Workshop
Kosova 8/2003 + 8/2004
Zukunftswerkstätten mit Einrichtungen und
Partner-Gruppen vor Ort
Harare / Zimbabwe 2001
Städtepartnerschaft München,
Nord-Süd-Forum
Workshop mit dem Dachverband der Bürgerbewegung
Harare
Combined Residents Association Harare CRAH
Toronto 1999
Internationales Festival des Theater der
Unterdrückten
mit Augusto Boal und Gruppen aus aller Welt,
Workshop-Präsentation und Memorial für Paulo
Freire
Cuba 1995 und 1997
Partnerschaft der Paulo-Freire-Gesellschaft mit dem
dortigen LehrerInnenverband für education popular,
Workshop im Museum des Untergrundkampfes
Kroatien 1995 und 1996
Theaterarbeiten mit bosnischen Flüchtlingen auf
Prvic vor Shibenik
mit Christoph Leucht, Manuela Liske und Niki Tantaquispe;
bzw. Christian Haas und Consorten
Grossbritannien
Studienaufenthalte bei Agenturen für cooperatives
Arbeiten in Nottingham und Birmingham über buntstift e.V. und Netz
e.V.
DDR und Ungarn:
Begegnungen mit FriedensarbeiterInnen und
Bürgerbewegten, Camps, Zukunftswerkstätten und Theater der
Unterdrückten
Prag und CSSR, Österreich:
Internationale Friedensarbeit und Jugendarbeit,
politische und Bürger-Bewegungen, Friedenscamps,
Zukunftswerkstätten, Entwicklung Gewaltfreier Aktion,
Abfangjäger,
Niederlande:
Euro-Joker-Treffen in Rotterdam 2000
Soziale Arbeit und demokratische Struktur der
Partizipation, 1975