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gsundheit!

Migranten-Kids spielen ihre eigenen Szenen zum Thema Gesundheit und Eine Welt und lassen sie jeweils durch das Publikum verändern,

Studierende der FH München erarbeiten mit ihnen

Materialien für Migranten

Ende März bis Oktober 2003, Premiere am 1. Juni 2003 im INKOMM

 

Das Jahresthema Gesundheit der Münchner AGENDA 21 kann mit unserem Projekt zur Theater-Arbeit von Studierenden der FH München Fachbereich Sozialwesen mit Migranten-Kindern in verschiedenen Einrichtungen in München verwirklicht werden.

Für das nun fünfte Projekt in dieser Forum-Theater-Reihe ist eine Weiterarbeit in mehreren Modulen zur Dokumentation und zur Verbreiterung der Wirkung wünschenswert, da durch die bisher meist knappe Finanzierung der Projekte die Pressearbeit und die Weiterwirkung in den Einrichtungen und in den Kulturkreisen im Hintergrund blieb.

Für Gesundheit ist vordergründig in unserem Land gesorgt, doch bleibt das Bewusstsein für die eigene Körperlichkeit im Schul- und Berufsalltag bei den Meisten auf der Strecke: Weder Ernährung, Bewegung, Atmung noch Ruhegelegenheiten sind Themen des schulischen und des städtischen Lebens, wenn sie sich nicht, bedingt durch Krankheiten und Überforderungen selber melden.

In vielen kulturellen Zusammenhängen werden die körperlichen Entwicklungen als Schicksalshaft empfunden, wenn sie nicht in aufgesetztem Stress zu modernen Muskeltrainings und zu Diäten geraten. Zwischen Magersucht und Imponiergehabe, Kraftmeierei und tiefer Verunsicherung durch den kulturell verschiedenartigen Umgang mit Pubertät und Sexualität, Erziehungs- und Beziehungsmustern, Aufklärung und Ehre fehlen meistens die richtigen Worte.

So wird bei den Kindern und Jugendlichen Ernährung ein Ausgangspunkt für die Gespräche und Szenen sein, in denen die häusliche Versorgung und das eigene Konsum-Verhalten (süsse Getränke, rauchen, Pausen-Mahlzeiten ...) Thema sind; wenn genügend Vertrautheit entsteht, können auch die tieferen Themen und Konflikte darum zu Szenen werden.

Auch der Selbsthilfe-Bereich kann hier die unterstützenden Kräfte der Kinder und Jugendlichen mobilisieren, die immer mehr diversivizierenden Migranten-Kulturen bleiben bisher meistens im Schatten des motivierten Bürger-Engagements. Anlaufpunkte wie Selbsthilfezentrum, EineWeltHaus, Gesundheitsladen, Refugio und Donna Mobile sollen auch in den Jugendbereich eingebunden werden.

Über die Jugendtreffpunkte und Modellprojekte in Schulen kann unser Projekt sowohl über die Aufführungen, als auch durch übersetzte Veröffentlichungen auch noch die Eltern-Generation und ihre Umkreise ansprechen, informieren und zur Mitarbeit einladen.

 

1. Migranten-Kids spielen eigene Szenen zur "Gsundheit!"

Erstellung von ca. fünf Szenen durch Migranten-Kids unter Anleitung von Studierenden und den TheaterpädagogInnen Vivi Balby und Fritz Letsch, in Zusammenarbeit mit IMKOMM und fhm, FB 11 Sozialwesen Pasing Prof. Dr. Tilo Klöck Schwerpunkt Migration März bis Mai 2003

 

2. Entwicklung von Projekt-Tagen "G'sundheit" für Schulen

Veröffentlichen des Modell-Projekts und bei Gelingen einer stabilen Gruppenbildung Weiterführung bis zu mehreren (Schul-) öffentlichen Sommer-Aufführungen.

Schul-Material kann verschiedene Einstiege und Lehrplan-Verknüpfungen, die wir mit Lehrkräften erarbeiten, enthalten: Schneller essen und Kalorien-trinken, Körpergefühl und gefährliche Gefühle, Angst und wie Sicherheit gewinnen, in eigenen Szenen ausdrücken und die Lösungen der anderen einschätzen ...

und dahinter auch noch selbst die wirtschaftlichen Einflüsse wahrnehmen: Werbung und Umwelt, Energieverbrauch und Fairer Handel, einfach und gut leben, der ökologische Fussabdruck, den eigenen Maßstab entwickeln, ...

unter Anleitung von TheaterpädagogInnen, unterstützt durch gruppen-anleitende Studierende (stud.Soz.päd.) und pädagogische Arbeitskreise der verschiedenen Schul-Stufen

 

3. Migranten-Kids übersetzen die Agenda 21 in den Alltag

In Zusammenarbeit mit dem Pädagogik-Ak des Nord-Süd-Forums und INKOMM, PI ? Gesundheitsladen und donna mobile?

Inhalte der Modellprojekte mit Theater-Methoden und in der Kommunikation zur Gesundheit in einer (2?) Hauptschule(n), evtl. auch in Realschule / Gymnasium schriftlich fassen und durch die beteiligten SchülerInnen in verschiedene Sprachen übersetzen lassen, entwickeln von Sprachspielen, Sprichwort-Sammlungen und Schlüssel-Themen für die Weiterarbeit.

 

4. Erarbeitung von mehrsprachigen Grundlagen-Informationen

Die mit den SchülerInnen gemeinsam erarbeiteten Materialien für die Münchner AGENDA 21 als Broschüren herausgeben:

Flyer oder Broschüren drucken, Sendungen in Radio Lora mit Schülern und Studierenden, Beiträge oder eigene Seite in den "Münchner Stadtgesprächen", in den "Umbrüchen" und im "Gesundheitsladen-Magazin" evtl. auch in der schulischen oder städtischen Rubrik der Süddeutschen Zeitung.

Anfragen zur Mitarbeit und zu Auftritten an fritz letsch


ausbeuterische Kinderarbeit

Die ILO-Konvention 138 zum Mindestalter:

 

Artikel 2.3

Die Konvention legt fest: Das Mindestalter sollte nicht unter dem Alter liegen, bis zu dem die Schulpflicht gilt, mindestens aber 15 Jahre sein. (Artikel 2.3.)

 

Artikel 3.1 Das Mindestalter für die Zulassung zu jeder Art von Beschäftigung oder Arbeit, die durch ihre Natur oder die Umstände, unter denen sie verrichtet wird, dazu führt, dass die Gesundheit, die Sicherheit oder Moral junger Menschen gefährdet wird, sollte nicht unter 18 Jahren liegen.

 

 

Die ILO Konvention 182 »Übereinkommen über das Verbot und unverzügliche

Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit«

 

Artikel 3:  Für die Konvention 182 gilt der Ausdruck »Kind« für alle Personen unter 18 Jahren.

 

Artikel 4:  Im Sinne dieses Übereinkommens umfasst der Ausdruck »die schlimmsten Formen der Kinderarbeit«:

 

a) alle Formen der Sklaverei oder sklavereiähnlichen Praktiken, wie den Kinderverkauf und den Kinderhandel, Schuldknechtschaft und Leibeigenschaft und Zwangsarbeit, einschließlich der Zwangsrekrutierung von Kindern für den Einsatz in bewaffneten Konflikten,

 

b) die Heranziehung, die Vermittlung oder das Anbieten eines Kindes zur Prostitution, zur Herstellung von Pornographie oder zu pomographischen Darbietungen,

 

c) die Heranziehung, die Vermittlung oder das Anbieten eines Kindes zu unerlaubten Tätigkeiten, insbesondere zur Gewinnung von Drogen und zum Verkehr mit Drogen, wie sie in den einschlägigen internationalen Ubereinkünften definiert sind;

 

d) Arbeit, die ihrer Natur nach oder auf Grund der Umstände, unter denen sie verrichtet wird, voraussichtlich für die Gesundheit, die Sicherheit oder die Sittlichkeit von Kindern schädlich ist.

 

Sie finden die gesamten Texte der Konventionen unter http://www.ilo.org/

 

 


Agenda Büro Eine Welt

im Referat für Gesundheit und Umwelt

Heinz Schulze, Implerstr. 9, 81371 München,

Neue Telefon-Nr.: 233-39658

Mail: agendaeinewelt.rgu(at)muenchen.de

 

in 2003 neuer Schwerpunkt Gesundheit,

und vor allem Realisierung der Masnahmen gegen ausbeuterische Kinderarbeit auf allen Ebenen.

Zur Zeit in Vorbereitung:

eine Handreichung zur politischen Durchsetzung der Kinderrechte,

Aufdeckung der Billig-Produktionen auf Kosten von Kindern ...und den Möglichkeiten, die die Stadt München bereits umsetzt

 

siehe auch http://www.kindernothilfe.de/schwerpunkte/kinderarbeit/ 

http://oneworldweb.de/organisationen/aktion.html und www.suedwind.at

 

das war 2002


Städtepartnerschaft HARARE -MÜNCHEN

Das Nord Süd Forum München e.V. war am Zustandekommen der Städtepartnerschaft beteiligt und arbeitet seitdem aktiv daran, diese Partnerschaft mit Leben zu füllen und Begegnungen und Austausch auf der bürgerschaftlichen Ebene zu ermöglichen.

Zur Umsetzung dieses Ziels hat sich innerhalb des Nord Süd Forums der Arbeitskreis HaMuPa (Harare – München Partnerschaft) gebildet.

Er bietet

 Informationen über Harare und Zimbabwe

regelmäßige Informationsveranstaltungen über die Städtepartnerschaft

Organisation von Lesungen und Ausstellungen

einen Shona-Sprachkurs

einen lebendigen entwicklungspolitischen Diskurs 

Er vermittelt

Kontakte zu Vereinen und Organisationen in Harare

Zimbawe-Aufenthalte für PraktikantInnen

Kontakte und Adressen für Reiselustige

Brief- und Emailfreundschaften mit Menschen in Harare

Referenten für Vorträge an Schulen, Agenda-Initiativen etc.

Er unterstützt

 den demokratischen Widerstand der Bürgergruppen

den Vertrieb von fair gehandeltem Kunsthandwerk aus Zimbabwe

ausgewählte soziale und ökologische Projekte in Harare

Fortbildungen für Zimbabwer in München

Bei HaMuPa trifft man regelmäßig

 Gäste aus Zimbabwe

interessierte Münchner Stamm- und Zaungäste

hier lebende Zimbabwerinnen und Zimbabwer 

Entwicklungshelfer- und expertinnen

 

Der Arbeitskreis Städtepartnerschaft München – Harare (HaMuPa) versteht sich als Forum für alle an der Städtepartnerschaft Interessierten und trifft sich einmal monatlich im EineWeltHaus. Er fungiert als Anlaufstelle für alle Fragen bezüglich Harare / Zimbabwe und als Organisator verschiedenster Projekte: Es werden Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen und Seminare zur aktuellen politischen Lage in Zimbabwe organisiert. 

 

Im Rahmen des ASA-Programms werden Praktikanten von Nord nach Süd und von Süd nach Nord vermittelt.

Mitglieder des Arbeitskreises stellen sich als Ansprechpartner für Schulen zur Verfügung und beteiligen sich an öffentlichen Aktionen zu Themen der Bürgerbeteiligung und nachhaltiger Entwicklung in München.

Infocenter für Zimbabwe

 

In der Geschäftsstelle des Nord Süd Forums im EineWeltHaus München werden bereits seit Beginn der Städtepartnerschaft Zeitungs- und sonstige Presseartikel über Zimbabwe systematisch gesammelt und ausgewertet. Des weiteren ist NOSFO durch vielfältige Kontakte nach Zimbabwe und über das Internet stets über das Tagesgeschehen in Zimbabwe informiert. Täglich werden interessante Artikel über Zimbabwe an Interessierte verschickt. Bei Interesse bitte an Hilger Lohringer wenden. 

Des weiteren bietet das Münchner Nord Süd Forum allen an Entwicklungszusammenarbeit Interessierten ein Archiv mit Presseartikeln sowie neueste entwicklungspolitische Informationen. Regelmäßige Kontakte zu Münchner Pressevertretern werden gepflegt.

Anlässlich verschiedener Veranstaltungen wird von HaMuPa Kunstgewerbe aus Zimbabwe zugunsten unserer Partnerprojekte verkauft.

 

Shona – Kurs

Seit März 2001 bietet HaMuPa einen Shona-Sprachkurs an. 

Die Bantusprache Shona ist, neben Ndebele die bedeutendste Landessprache in Zimbabwe und wird von zwei Drittel der Bevölkerung gesprochen. 

Der Sprachkurs trifft sich einmal wöchentlich, Kursgebühr € 5,-; ermäßigt € 2,50;- pro Stunde. Kontakt über das Nord Süd Forum. 

 

Ausstellung

 

München für Harare 

Die Ausstellung zeigt die Schönheiten Zimbabwes und seiner Hauptstadt, aber auch die sozialen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Probleme des Landes.

Vorgestellt wird das Glen Forest Development Centre in Harare, das vom Verein München für Harare e.V. unterstützt wird. Der ehrenamtlich arbeitende Verein wurde auf Initiative einiger Münchner Stadtratsmitglieder zur Förderung von Kindern und Jugendlichen in Harare gegründet. 

Quelle: Nord-Süd-Forum München e.V.



Nachrichten aus Mails


Workshops zu Forum-Theater und Legislativen Foren zur AGENDA 21 + Asyl 2002

Interessierte und Migranten spielen ihre eigenen Szenen zu ausbeuterischer Kinderarbeit und zur Zukunft der Städtepartnerschaft mit Harare - und lassen sie jeweils durch das Publikum verändern - Workshops zu Forum-Theater und Legislativen Foren

 

 Forum-Theater für Interessierte, MigrantInnen, PädagogInnen:6 Termine Mittwochs jeweils ca 19.30 -22 Uhr + Aufführung bei der Aktionsmeile Rio + 10 am 15. Sept. 2002

 

Themen und Ziele der einzelnen Abende: Kennenlernen der Methoden und Anwenden

 

Anfang August: Erarbeitung von Szenen zu LOGO und den Hintergründen der Clean-Cloth-Campain, internationales Arbeitsrecht und ausbeuterischer Kinderarbeit

 

Bis 15. September: Erarbeitung und Aufführung von Szenen zur Städtepartnerschaft mit HARARE und der AGENDA 21-Situation in SIMBABWE, auch mit Leuten von dort, zur Aufführung bei der RIO + 10 Aktions-Meile auf der Leopold-Strasse

Workshops zu Forum-Theater und Legislativen Foren

Themen und Ziele der einzelnen Abende: Kennenlernen der Methoden und Anwenden

1. Projektteil Anfang August: Erarbeitung von Szenen zu LOGO (kritische Warenzeichen-Kampagne) und den Hintergründen der Clean-Cloth-Campain, internationales Arbeitsrecht und ausbeuterischer Kinderarbeit

Zu den Workshops im Eine Welt Haus kamen vor allem MultiplikatorInnen, die die angebotenen Methoden kennenlernen und vertiefen wollten, aber auch Interessierte aus Gruppen, die ihre eigenen Themen zur Kinderarbeit klären und der Öffentlichkeit vorstellen möchten.

Die vorbereiteten Inhalte zu den Kampagnen gegen ausbeuterische Arbeits-Situationen und zur Kinderarbeit waren den meisten als Hintergrund geläufig, die Möglichkeit, vom Wissen zum Handeln zu kommen, wurde als persönliche Erleichterung, der öffentliche Auftritt aber auch als Anspannung empfunden.

Ausgangs-Situation war immer das konkrete Erleben, die grösste Angst /der massivste Ärger ... die in etlichen Personen sehr stark mit Flucht assoziiert war. Davon gingen wir thematisch weiter zu den Themen der AGENDA 21: Zusammenhänge der Wirtschaften hier und in anderen Ländern, Billig-Lohn-Projekte im Erleben der Teilnehmenden, Schnäppchen-Jagd und Konsum-Orientierung.

Die Auseinandersetzung mit den internationalen Kampagnen brachte dann ein Gefühl der Stärke und der Solidarität: Zu wissen, daß in den verschiedenen Kulturen gegen das Unrecht von unfreiwilligen und knechtischen Arbeitsverhältnissen im Auftrag modischer Konzerne durch Information der Beteiligten und der KonsumentInnen vorgegangen wird, setzt unsere Aufgabe in klare Zusammenhänge.

Die erarbeiteten Szenen von Dialogen sowohl hierzulande, als auch in den Billig-Lohn-Situationen bleiben dann allerdings in der Workshop-Phase stehen, finden nur in einem Tag in Mini-München Anwendung in der Öffentlichkeit, weil die Lebens- und Arbeits-Situationen der einzelnen Teilnehmenden (zum Teil Schicht-Arbeit, zum Teil Familienpflichten) eine projektierte gemeinsame Aktion während der Leichtathletik-Veranstaltungen nicht möglich werden lassen.

Eine späte Anwendung finden einige erarbeitete Szenen aber dann noch am Tag des Flüchtlings im Herbst.

 

2. Projektteil:

Bis 15. September: Erarbeitung und Aufführung von Szenen zur Städtepartnerschaft mit HARARE und der AGENDA 21-Situation in SIMBABWE, auch mit Leuten von dort, zur Aufführung bei der RIO + 10 Aktions-Meile auf der Leopold-Strasse am 15. Sept. 2002: 4 Frauen in der Kerngruppe und unregelmässige Teilnahme der afrikanischen jungen Männer und AK-Mitarbeitender

 

DAS LEBEN IM AFRIKANISCHEN DORF IN DER LUDWIGSSTRASSE

Aus den Vor-Arbeiten kommen wir diesmal (einige Teilnehmende aus der ersten Reihe sind wieder dabei) schneller in die Szenen, weil neue Teilnehmende entweder aus den Situationen kommen (Flucht, Verfolgung der Opposition in Simbabwe) oder diese schon aus der Arbeit des AK Harare kennen.

Das Setting muss nun schon vorher in die Aktionsmeile eingeplant werden und ist ein ganztägiger, fast statischer Ablauf: Vor der "afrikanischen Rundhütte", die als Anziehungspunkt und Ausstellungs- wie Info-Stand dient, sitzen die Mitwirkenden auf abgeschnittenen Holz-Hockern, (allerdings Stämmen aus den Münchner Wäldern). Freie Hocker zwischen den Agierenden laden zum Verweilen ein, kurze vorbereitete Szenen der Auseinandersetzung zu den heissesten Themen werden angespielt:

Vorbereitet waren Szenen zu Flucht und Übergriffen der Regierungspartei und von Militärgruppen, zu Aids und der schwierigen Prävention bei Jugendlichen, weil das Thema in der gesamten Kultur keine offene Sprache findet, zu Hunger und zum Sinn von Soidaritätsprojekten, wie sie von München aus unterstützt werden.

Sehr gefragt waren die Mirimba-Konzerte, sowohl der afrikanischen Freunde, als auch der in Simbabwe aufgewachsenen Mädchen, Verwunderung brachten die aus dem Hintergrund verstärkt zu hörenden ruhigen Klänge der Mbira, des Daumenklaviers, die aus einer grossen Kürbis-Schale gut zu hören waren.

Die Baumstämme vor der Stohhütte luden zum Verweilen ein, ins Gespräch zu kommen. Überraschend viele BesucherInnen wussten aus den Zeitungen von der Städtepartnerschaft, aber wenig zu den Lebensbedingungen, die dort aktuell herrschen.

Die vorbereiteten Szenen blieben dabei fast immer im Hintergrund, weil die meisten der Teilnehmenden sich sich für längere Szenen nicht genug Sicherheit erworben hatten, und die Erwartung zum Start auf die jeweils anderen verschoben wurde; das Eingreifen bzw. Mit-Diskutieren der Gäste wurde dann auch gleich zur Rückkehr in vertiefende Gespäche genutzt, die allerdings dann sehr intensiv abliefen.

Fritz Letsch


"Ich würde versuchen, mich anzupassen und mich nicht vor den Sachen zu ekeln"

Begleitveranstaltungen zur Ausstellung München – Amazonas

Die Ausstellung wurde im Rahmen des KlimaBündnisses und der Münchner Agenda 21 - Eine Welt – von Dezember 1999 bis Ende Februar 2000 am Pädagogischen Institut der Stadt München gezeigt. Dort fanden auch die Begleitveranstaltungen statt.

Impressum: © Erstellung und Durchführung: Heinz Schulze, Agendakoordination Eine Welt c/o Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU), Implerstr. 9, 81371 München April 2000

Spendenkonto: Pro Regenwald e.V. Nr. 149070-800 bei der Postbank München

BLZ 70010080 (Bitte unbedingt - wegen Spendenquittung - Namen und vollständige Adresse sowie das Kennwort: Ashaninka angeben!)

 

Informationsschrift: München unterstützt ein Projekt der Ashaninka-Indianer im peruanischen Regenwald
Poster (farbig) A-1 München-Amazonas
Zwischenbericht: Fortschritte unseres Projektes "integrale ökologische, indigene Dorfgemeinschaft Boca de Kiatari

Bezug: Agendakoordination Eine Welt (RGU), Implerstr. 9, 81371 München

 

Hintergrund

Im Rahmen des KlimaBündnisses europäischer Städte mit den indigenen Völkern des Regenwaldes, dem München beigetreten ist, gibt es eine Projektpartnerschaft mit dem Volk der Ashaninka im peruanischen Regenwald.

Im Rahmen des KlimaBündnisses hat sich die Stadt München verpflichtet, kein Tropenholz zu verwenden (dazu gibt es einen entsprechenden Stadtratsbeschluß), den CO²-Ausstoß radikal zu reduzieren (das bleibt als Hausaufgabe weiterhin zu tun) und, indigene Völker im Kampf um den Erhalt ihres Regenwaldes zu unterstützen.

Das sind natürlich auch elementare Bestandteile eines lokalen Agenda 21-Prozesses.

Deshalb ist die finanzielle jährliche Unterstützung durch die Stadt München, die politische Unterstützung durch die Stadtspitze (z.B. zur Sicherung von Landtiteln der Ashaninka), Öffentlichkeits-und Bildungsarbeit, Spendensammlung etc. Teil der Eine-Welt-Koordination im Rahmen der lokalen Agenda 21 in München.

Beteiligte Stellen und Gruppen sind: Büro 3. Bürgermeister, Gesundheits- und Umweltreferat, Pro Regenwald, Nord-Süd-Forum München e.V., Perugruppe München. Koordiniert wird diese Arbeit durch die Agendakoordination Eine Welt.

Von dieser wurde auch die Ausstellung "München - Amazonas" erstellt. Diese Ausstellung (weiterhin ausleihbar), in Verbindung mit der Ashaninka-Ausstellung der Informationsstelle Peru e.V. (Freiburg) konnte dank der Kooperation des Pädagogischen Instituts (Schulreferat) von Dezember 1999 bis Ende 2000 dort in zwei Stockwerken gezeigt werden.

Insgesamt waren 242 SchülerInnen in der Ausstellung und bei den Begleitveranstaltungen.

Zur Ausstellungseröffnung am 9.12.1999, 16 Uhr konnten ca. 35 Gäste begrüßt werden.

"Globales Lernen"

Angebote, wie das hier beschriebene, Führungen mit Begleitveranstaltungen) sollten möglichst viele Elemente des "globalen Lernens" aufgreifen und dabei die zur Verfügung stehende Zeit und die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen der SchülerInnen berücksichtigen.

"München - Klimabündnis - Amazonas - indigene Völker" sind Bestandteile unserer Realität.

Zu den Elementen des "globalen Lernens" für diesen Ausschnitt aus unserer globalen Lebenswirklichkeit gehört z.B.

- zu lernen, eine Orientierung für das eigene Leben zu finden, als auch eine Vision für

das Leben in einer human gestalteten Weltgesellschaft zu erarbeiten. Das muß sich in

entsprechenden didaktischen Bemühungen und pädagogischem Handeln

niederschlagen,

- zu lernen, unterschiedliche Menschen und Lebensstile kennenzulernen und mit ihnen

zu kommunizieren, zu motivieren, sich mit dem "Anderen" zu beschäftigen,

unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen früh kennenzulernen,

- Empathie zu üben und lernen, gute Fragen stellen zu können: "Es gibt keine dummen

Fragen, nur dumme Antworten",

- auf die Bedeutung des Regenwaldes, auch für unsere Lebensqualität

(Sauerstoffproduktion) hinzuweisen, ohne den "erhobenen Zeigefinger" zu

gebrauchen,

- Exemplarisch arbeiten und bei Wunsch Handlungsmöglichkeiten aufzeigen (Ja, man

kann was machen, ja, ich kann was machen)

Für die Diskussion mit den älteren SchülerInnen gilt als Richtschnur darüberhinaus:

Es gibt keine Solidarität in abstrakten Kategorien. So gibt es auch keine Solidarität mit "dem Urwald". Es geht um Kooperation und Interessen. Die Ashaninka brauchen keine Experten, die sagen, wie sie mit dem Wald umgehen sollen. Wir müssen uns hier vielmehr zu Experten machen, wie wir z.B. den Treibhauseffekt verringern. Es geht um unser gemeinsames Klima und "deren"Wald. Deshalb ist es wichtig, gemeinsam an diesem Problem zu arbeiten. Und wenn wir z.B. die Ashaninka unterstützen, dass sie Landtitel bekommen, helfen wir ihnen und unserem Klima.

Solche Gedanken standen Pate bei der Erarbeitung der konkreten Materialien, der jeweils konkreten Planung der Veranstaltung, wie des gemeinsamen Lern-Lehrnprozesses als "Schüler-Lehrer/Lehrer-Schüler" (Paulo Freire).

Mir haben die Treffen (von Arbeit zu reden ist nicht ganz richtig) mit den SchülerInnen und LehrerInnen viel Freude gemacht. Für ihr Interesse möchte ich mich sehr herzlich bedanken. Heinz Schulze, Agendakoordinator Eine Welt

1. Hintergrund

2. Globales Lernen

3. Einführung zur Situation der indigenen Völker und der Ashaninka

4. Techniken und Übungen zur Ausstellung und den Begleitveranstaltungen

5. Auswertung und "Besonderheiten" mit Beispielen

6. Anhang

Situation der indigenen Völker und der Ashaninka

"Der längste Krieg unserer Geschichte ist jener Krieg, der gegen die indigenen Völker geführt wurde und wird".

(Dachverband der indigenen Völker der Amazonasländer - COICA)

Indigene Völker leben in allen 5 Kontinenten, in über 75 Staaten der Welt. "Indigene Völker" sind die mehr als 400 Völker Zentralafrikas, die Kanaken der melanesischen Inseln, die Inuit (Eskimos), die Adivasi in Indien oder die ca. 1000 indigenen Völker in Nord- und Südamerika.

Die kulturelle Vielfalt der Welt wird von den 300 Millionen Menschen getragen und bewahrt, die nur noch 4 % der Weltbevölkerung ausmachen. Sie kontrollieren noch knapp 13% der Weltoberfläche, die zu den wichtigen ökologischen Regionen für den Erhalt der natürlichen Reichtümer und Artenvielfalt gehören. Natürlich sind die indigenen Völker sehr unterschiedlich. Aber in ihrem Verhältnis zum Land gibt es weltweit große Übereinstimmungen.

Die meisten indigenen Völker betonen in ihren sprachlichen und philosophischen Strukturen die Kosmologie der heiligen "Mutter Erde".

Etwas salopp kann auch gesagt werden, dass ein weiteres Merkmal indigener Völker ist, dass sie eine ethnozentristische Sichtweise haben, d.h. sie verstehen sich als das Zentrum der Welt oder des Universums. Dabei haben sie aber keinen Missionierungsdrang entwickelt - sie wollen nicht alle anderen bekehren. Die Akzeptanz des "Anderen" ist selbstverständlicher als in vielen sog. Hoch-Zivilisationen.

Für die indigenen Völker ist die Welt komplexer als in der Sichtweite orthodoxer Marxisten oder zeitgenössischer Neoliberaler, die nur die ökonomische Basis sehen, oder auch solcher "Indianerfreunde", die ausschließlich die spirituellen Aspekte wahrnehmen wollen.

Indigenes Denken sagt: "Aus der Mutter Erde wird man geboren - von ihr lebt man - und in sie kehrt man zurück." Für die indigenen Völker ist Urwald kein "Ökomuseum", in ihm und von ihm will und muss man leben.

Für die Gestaltung dieses Lebens sind die lokalen (Dorf)gemeinschaften äußerst wichtig (und differenziert organisiert). Hier werden u.a. die Besitzverhältnisse und Rechte des Zugangs zu den natürlichen Reichtümern geregelt: Das Spektrum reicht von ausschließlichem Gemeinschaftsland über Mischformen bis zum Privatbesitz kleiner Flächen; bei jeweils klaren Regeln, wie die Erträge aus Fischfang, Jagd oder Gartenwirtschaft gemeinschaftlich aufzuteilen sind.

Land ist Grundlage für die spirituelle Existenz, nicht umgekehrt. Auch indigene Völker leben nicht von "Luft und Liebe". Heute sind die Nutzungsformen unterschiedlich und beeinflusst von politischen (z.B. Landreform) oder wirtschaftlichen Maßnahmen in der Region wie Holzeinschlag, Goldgewinnung oder Erdölförderung,.

Auch die indigene kulturelle Identität ist widersprüchlich: Es gibt keine Kommission, die auf einer bestimmten Ausschnittgröße eines Dirndls oder festgelegten Maschenstruktur der Wadlstrümpfe besteht, will sagen: Es gibt Diskussionen, Auseinandersetzungen und Spannungen zwischen Jungen und Alten, zwischen überkommenen und "neuen" Sitten, zwischen z.B. "erretteten, christlich-fundamentalistisch Bekehrten" und denjenigen, die am Schamatismus festhalten, zwischen den Geschlechtern und sozialen Klassen, wie im Verhalten zu politischen Wahlen.

Ist ein Indianer mit Armbanduhr und Sonnenbrille ein Indianer?

Einerseits sollen keine Mythen vom "edlen Wilden" verbreitet werden, andererseits durchaus die allgemein bei den Indigenen vorhandene Achtung vor der Heiligkeit der Erde transportiert werden.

Diese soziale Beziehung Mensch - Natur ist elementar.

Der weltweit stattfindende Kampf indigener Völker um Autonomie macht deutlich, wie wichtig den indigenen Völkern der Zugang zu den natürlichen Reichtümern ist. Hierzu sind heute amtlich vergebene, offizielle Landtitel von herausragender Bedeutung.

Innerhalb des Prozesses einer aktiven lokalen Agenda 21 - für ein zukunftsfähiges München - wie wir ihn in München praktizieren, ist eine Unterstützung und Beschäftigung indigener Völker keine "romantische" oder "magische" Angelegenheit, sondern ein ernstzunehmender Lernvorgang: Die indigenen Völker haben reiche Erfahrungen mit der Umwelt gemacht, sie schaffen es immer noch, in der Natur einen wichtigen Verbündeten zu sehen und keine "Masse", die auf Teufel komm raus ausgebeutet werden muss.

Zur Ausstellung

Das bisher Gesagte gilt natürlich auch für die Ashaninka-Machiguenga, die im zentralen Hochregenwald Perus leben. Sie heißen in ihrer Sprache "Menschen, die zuhören können"; ca. 60.000 Menschen gehören zu diesem Volk. In dieser Ausstellung werden wichtige Stationen aus ihrem Leben gezeigt:

Es gab eine Rückmeldung von Lehrern dergestalt, dass die Fotos über Krieg und Gewalt in der Ausstellung zu unvermittelt seien. Deshalb wurde ein Hintergrundpapier verfasst und vergrößert bei der Ausstellung ausgelegt. Aus diesem einige Passagen zur Verdeutlichung:

"(...) Die Ashaninka leben nicht in Abgeschiedenheit zur "westlichen Kultur" Ich erinnere an den Auftritt von Werner Herzog mit seinen Schauspielern zum Film "Fitzcaraldo", an dem die Ashaninka mitgewirkt haben und noch immer lachen können über die Macken der großen SchauspielerInnen; seit knapp hundert Jahren haben deutsche Aussiedler in dem Gebiet der Ashaninka ihre Großgrundbesitze, auf denen die Ashaninka auch gelegentlich - schlecht bezahlt - arbeiten. (...)

Prägend war die brutale Gewalt in den letzten Jahren: Die 70/80er Jahre waren geprägt durch die gewaltsame Unterdrückung, hauptsächlich durch den "Leuchtenden Pfad" (Partido Comunista del Peru por el Sendero Luminoso de Mariategui), einer extrem fundalistischen, radikalen maoistischen Partei, die das Gebiet der Ashaninka als Rückzugsgebiet (befreite Zonen) nutzte. Der "Leuchtende Pfad" führte einen "Volkskrieg" gegen den peruanischen Staat, aber auch gegen Basisorganisationen, ermorderte viele LeiterInnen von Basisorganisationen (Frauenorganisationen, Gewerkschaften usw.) Die Trupps des Leuchtenden Pfads trieben in den Kampfeinsätzen mit dem peruanischen Heer gefangengenommene Ashaninka-Männer als "Kanonenfutter" vor sich her.

Die ebenfalls in der Region agierende "Revolutionäre Bewegung Tupac Amaru" (MRTA) war zahlenmäßig wesentlich kleiner, zeigte sich anfangs als "menschlichere Alternativguerilla", ging dann aber auch zur Unterdrückung der Bevölkerung über. Wegen früherer Auseinandersetzungen hat sich diese Guerilla gerächt und z.B. einen wichtigen Chef der Ashaninka ermordet.

In diesem schmutzigen Krieg rächten dann "natürlich" auch die Soldaten nach Kampfeinsetzen an Ashaninka-Siedlungen, raubten diese aus, vertrieben die Menschen, etc..

In diesem Bürgerkrieg mußten die Ashaninka über 5.000 Tote, 10.000 Vertriebene und 30.000 vom Krieg Betroffene beklagen.

Ende der 80er Jahre und in den 90er Jahren gab es dann komplizierte und schwierige Allianzen seitens der Ashaninka mit dem peruanischen Militär, die Ashaninka bildeten eigene Verteidigungskomitees und führten Kämpfe gegen den Leuchtenden Pfad. Die 90er Jahre sind geprägt von der langamen Rückkehr der in "Wehrdörfer" des Leuchtenden Pfads verschleppten Ashaninka und die Rückkehr der geflüchteten Ashaninka in ihre Dörfer. Es gab früher eine stategisch/wirtschaftliche Allianz der beiden Guerillaorganisationen mit Teilen der Kokain-Händler (im Amazonasgebiet Richtung Brasilien). Heute sind die Ashaninka verstärkt Opfer der Kokain-Mafia, weil es den "beruhigenden" Faktor der Guerilla für diesen Bereich in der Region kaum noch gibt. Ruhig ist es also immer noch nicht in dieser Gegend...

Keine "heile Welt":

Ausstellung und Begleitveranstaltungen zeigen keine "heile Welt", sondern einen Einblick in die Realität einer Urwaldregion. Auf folgende Aspekte soll besonders hingewiesen werden:
Das Fehlen amtlicher Landtitel für die Ashaninkagemeinden
Die Konzessionen an internationale Erdölfirmen werden weiter vergeben
arme Neusiedler aus den Anden besetzen weiterhin Ashaninka-Gebiete, roden das Land und zerstören es langfristig
Holzfällerfirmen zerstören den Wald in skrupelloser Weise....

Jede Mythisierung verfälscht die Menschen. Egal, ob sie einen Engel oder einen Teufel aus ihnen macht: Sie rechtfertigt die Ausbeutung.

3. Techniken und Übungen zur Ausstellung und den

Begleitveranstaltungen:

Meine Welt in der Stadt München - Deine Welt im Urwald

Die Übung soll dazu dienen, sensibler gegenüber vorhandenen Unterschieden zu werden und "den Anderen" zu respektieren.

Dauer: Mindestens 30 Minuten; ist von der Tiefe der Auswertung abhängig.

ab 12 Jahre

für kleine und größere Gruppen geeignet.

Material: Pro 2 Personen einen Bogen A-3-Papier, entsprechend vorbereitet, Filzstifte o.ä., evtl. "anregende" Musik, entsprechendes Material, um die Papierbögen zur Auswertung aufhängen zu können.

Einstieg und Durchführung:

Die Gruppe wird in Zweiergruppen aufgeteilt. Eine Person davon soll sich in eine gleichaltrige Person (Spiegelperson) hineinversetzen, die im amazonischen Regenwald Perus lebt.

Die PartnerInnen sitzen sich gegenüber. Vor Ihnen auf dem Boden liegt ein A-3-Papierbogen. Auf diesem wurde in der Mitte (A-4) vorher eine gestrichelte Linie gezeichnet (Grenzlinie). Jede Person soll (mit Filzstiften) von ihrer Seite aus, sich auf die "andere Seite" hin vormalen. Gemalt werden soll, was für die eigene Lebenswelt (also München und in der Fantasievorstellung Urwald) "typisch" oder wichtig ist. Diese "Werte" können auch in Symbolen gemalt werden. Wichtig ist, dass man sich von seiner Seite aus auf die "Grenzlinie" auf dem Papier hin "vormalt", also Kontakt mit der anderen Seite aufnimmt.

Wichtig : Es soll auf keinen Fall gesprochen werden, die MalpartnerInnen sollen durch das Zeichnen "miteinander reden". Motivierende (nicht meditative) Musik erleichert diese Situation.

Auswertung, Diskussion:

Sie erfolgt

entweder zwischen den "MalpartnerInnen"
oder, wenn die Gruppe nicht zu groß ist, in der Gesamtgruppe, oder auch in Kleingruppen.

Fragen und Aspekte für die Auswertung:

Was ist mir durch den Kopf gegangen, als ich gesehen habe, was der/die andere als wichtig/typisch darstellte?
Wie lief das mit der Kontaktaufnahme ab der Grenze, gab es Abschottungen? In welcher Form?
. Gab es den Wunsch/ eine Einladung nach Verschmelzung oder gab es den Wunsch, der andere solle "meine Welt" in Ruhe lassen?
Wurde in die Bildseite des anderen hineingemalt, wenn ja, wie? Behutsam, brutal? Wie war die Reaktion der/des anderen darauf?

Insgesamt geht es auch darum, zu fragen: Was könnten diese Erfahrungen "im wirklichen Leben" bedeuten, also im Verhältnis von uns mit Indigenas/Indianern. Soll es Kontakte geben, ja/nein? Wenn ja - unter welchen Bedingungen?

Ich meine - was denkt der andere?

Die Übung soll dazu dienen, unterschiedliche Positionen zu sehen und sich damit zu beschäftigen. Hintergrund ist, dass es bei vorhandenen Interessen und Problemen immer unterschiedliche Positionen gibt, die erst zu erkennen und zu akzeptieren sind, um gemeinsam weitermachen zu können.

Zeit: Einführung, Gruppenarbeit und Diskussion der Ergebnisse müßte in 45 Minuten bei etwas geübten Gruppen möglich sein.

TeilnehmerInnen-Zahl: 10-30, ab 13 / 14 Jahren.

Notwendiges Material:

Positionskärtchen (siehe unten) A,B,C kopieren oder auf Kärtchen schreiben für die Kleingruppen. jede Gruppe erhält alle Positionskärtchen.

Großes Papier für die Wandzeitung zum Festhalten der Ergebnisse, Filzstifte, Material zum Aufhängen der Wandzeitung.

Der/die LehrerIn oder Gruppenleitung gibt eine kurze Einführung:

Es geht darum, in Kleingruppenarbeit Meinungen zu den vorgegebenen unterschiedlichen Argumenten zu diskutieren. Sie müssen nicht, eine einheitliche Meinung erzielen.

Die Gruppen sollen begründen, warum sie z.B. eine Position für gut halten, eine andere für weniger gut, ob sie alle Positionen für richtig halten, etc. Es können auch weitere, neue Grundpositionen eingebracht und diskutiert werden. Diese Meinungen sollen auf großes Papier aufgeschrieben werden. Nach der Diskussion in den Kleingruppen stellen diese ihre Ergebnisse vor.

Eine Vertiefung mit Gruppen, die das spontan können, ist dann reizvoll, wenn nach der ersten Phase, der Diskussion über die eingebrachten unterschiedlichen Positionen es an die Bearbeitung folgender Fragen geht:

Wer muß - was tun, um grundlegende Überlegungen einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Entwicklung, also ökologische, wirtschaftliche, soziale Aspekte sichern will - und das bei uns wie im Amazonasregenwald.

Vor Beginn der Gruppenarbeit wird die Situation vorgestellt, um die es, auch real, geht:

" Im peruanischen Urwald, im Gebiet, in dem die Ashaninka-Indianer leben, ist Erdöl gefunden worden.

Zu der Frage, ob es jetzt herausgepumpt, also gefördert werden soll, gibt es verschiedene Meinungen. Wenn es gefördert würde, würden im Urwald Pumpen installiert, es müßte eine Pipeline gebaut werden, es kämen fremde Arbeitskräfte in die Gegend. Die Erdölkonzerne sind große Weltkonzerne. Die peruanische Regierung hätte mehr Steuereinnahmen, es gäbe vielleicht neue Arbeitsplätze.

Angesichts dieser Situation gibt es unterschiedliche Standpunkte, die auf den ausliegenden Positionskarten aufgeschrieben sind. Diese werden jeder Gruppe kopiert gegeben.

Formulierungsbeispiele:

Karte A

"Das Erdöl gehört nicht den Indianern, sondern der gesamten Welt.

Wir brauchen neue Erdölfunde und -förderung weil die bisherigen Reserven bald

aufgebraucht sind, und ohne Erdöl gibt es keine Entwicklung und wir

können hier auch kein Auto mehr fahren".

Karte B

"Das Erdöl muß im Boden bleiben. Denn, wenn es gefördert wird, gibt es

große Umweltschäden im Urwald für die Pflanzen, Tiere und Menschen".

Karte C

"Das Erdöl darf nur dann gefördert werden, wenn alle Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Natur eingehalten werden, die Indianer volle Mitsprache haben und finanziell von der Erdölförderung auch profitieren".

Nach der Diskussion in Kleingruppen werden die Ergebnisse präsentiert. Evtl. gibt es eine neue Position, die ebenfalls dargestellt wird.

Soll die Fragestellung vertieft werden, müßte natürlich mehr Zeit angesetzt werden. Dieser Teil könnte dann sehr gut als Rollenspiel aufgebaut werden: Grundidee: Runder Tisch mit Vertretern der Indianer, Erdölkonzern, Regierung etc. mit einer Moderation.

Mein Urwaldrucksack oder ein anderes Kofferpack-Spiel:

Die Grundidee für diese Übung ist, dass die Gruppe sich in spielerischer Form mit vermuteten Lebensbedingungen im Urwald beschäftigen kann, auch mit den persönlichen Vorstellungen, was "mir immer und überalle wichtig ist", "worauf kann ich verzichten" und das zu vergleichen mit den Bedürfnissen der MitschülerInnen. Der konkrete Anlaß ist die Beschäftigung mit dem Urwald.

TeilnehmerInnen - für kleine und größere Gruppen geeignet

Alter: Ab 10 Jahren

Zeit: ca. 30 - 45 Minuten, evtl. mehr bei intensiverer Auswertung.

Materialien: Pro Person 1 Blatt A-4-Papier, 1 Schreibstift, Material, um die Blätter aufhängen zu können, großes Papier und Filzer, um die "Geschenkideen" aufschreiben zu können.

Der/die LehrerIn oder Gruppenleitung führt in das Spiel ein:

"Viele kennen das Spiel vom Kofferpacken. Eine Person fängt an: Ich packe einen Fotoapparat in den Koffer die zweite: ich packe einen Fotoapparat und ... ein usw.

Was ist aber, wenn Du heute Post bekommen würdest: Hallo: In einer Woche geht das Flugzeug nach Peru, Südamerika. Du wirst dort im Urwald bei einer indianischen Familie leben. Für einen ganzen Monat lebst Du im Haus mit der indianischen Familie Tirap. Du hast dort zu essen und schläfst entweder in einer Hängematte der Familie oder auf einem Holzbett ohne Matratze.

Aufgabe:

Jede Person schreibt bitte auf einem Zettel alles auf, was sie persönlich für diese Reise einpacken würde:

"Meine Pack-Liste für einen Monat im peruanischen Urwald:

................................................................................................................................

................................................................................................................................

................................................................................................................................

Wenn alle diese Liste fertiggeschrieben haben, wird der folgende Teil vorgelesen (vorher nicht):

"So, jetzt erst hast Du den Brief umgedreht und da steht auf der Rückseite:

"Denk‚ daran, Du hast nur 20 Kilo Fluggepäck zur Verfügung. Du fährst vom Flughafen in der Hauptstadt an der Küste mit dem Bus über die Anden (über 4.000 Meter Höhe), dann in Serpentinen in das Urwaldgebiet hinunter, insgesamte Fahrtzeit sind mindestens 10 Stunden. Von der Kleinstand aus, die vor dem Urwald liegt, geht es zwei Stunden hinten auf einem offenen Lastwagen weiter in den Urwald hinein. An einem Fluß hält der Lastwagen. Leute aus dem Dorf erwarten Dich hier und begrüßen Dich herzlich. Du durchquerst mit ihnen den Fluß, und anschließend dann mußt Du Deine ganzen Sachen 6 Stunden über "Stock und Stein" tragen, um in das Dorf, wo Du bleiben wirst, zu kommen. Die Leute, die Dich am Fluß abgeholt haben, haben schon selbst ganz viele Sachen in ihr Dorf zu schleppen und können Dir nichts abnehmen.

Scheibenkleister, denkst Du und überlegst jetzt, was Du unter diesen Bedingungen umpacken oder auch hierlassen würdest.

Aufgabe: Bitte die Sachen, die wegen dieser neuen Situation "ausgepackt" werden, durchstreichen und evtl. neue Dinge hinzuschreiben, die Du am Flußkiosk kaufen kannst, aber bisher vergessen hast.

Wenn alle damit fertig sind, wird noch eine Ergänzung vorgelesen:

"Und ganz klein hat der gleichaltrige Junge oder das gleichaltrige Mädchen aus der Familie Tirap im Urwald auf der Rückseite des Briefes hinzugeschrieben: Ich würde mich riesig über ein typisches Geschenk aus Deutschland sehr, sehr freuen".

Bitte, schreib auf, welches Geschenk Du mitnehmen würdest.

Wenn das notiert ist, werden alle gebeten:

Ihre Packliste vorzulesen (oder die Listen aufzuhängen und zu vergleichen). Nach den ersten Erfahrungen ist es kaum möglich, in einer Gruppe von z.B. HauptschülerInnen alle Listen durchzugehen, zu schnell gibt es heftige Diskussionen, Handy und elektronische Spiele werden von den Jungen und 20 Paar Unterhosen von den Mädchen heftig verteidigt.

Fragen zur Auswertung können sein: Was fällt Euch auf, was ist gleich, was ist völlig anders.

Abschlußdiskussion mit der gesamten Gruppe:

Was braucht man denn wirklich im Urwald,
brauchen die indianischen, gleichaltrigen Kinder und Jugendlichen auch diese Dinge, brauchen sie evtl. andere? Weshalb?

Nachfragen, evtl. auf einem Extrapapier aufschreiben:

Welche Geschenke sind eingepackt worden? Taugen die was? Welche Gefühle, Einstellungen etc. erzeugen wir dadurch?

Variante:

Für alle wird laut vorgelesen:

"Nach dem Besuch im Urwalddorf ist ein halbes Jahr vergangen. Die Idee wird konkret, den gleichaltrigen Jungen oder Mädchen aus der Gastfamilie aus dem Regenwald hierher einzuladen. Wir (lassen kritische Fragen auch hier weg, ob das Ganze sinnvoll und richtig ist, machen die Sprache auch nicht zum Problem), tun einfach so, als wäre im Freundeskreis das Geld für den Flug gesammelt worden und der oder die entsprechende Jugendliche ist an einem Gegenbesuch zu Dir nach München interessiert.

Aufgabe: "Schreib bitte, quasi als Anhang zum Einladungsbrief an den Jungen oder das Mädchen im Urwald die Dinge auf, die die/der indianische Besucher einpacken soll, um für einen Monat, im Mai, nach Deutschland zu kommen. Der Jugendliche wird bei Deiner Familie wohnen."

Nach Fertigstellung dieser Liste, Auswertung mit der ganzen Gruppe oder in Kleingruppen.

Auswertungsaspekte:

Wenn es viele Sachen sind, woher soll der Besuch die nehmen?
Wenn es ganz wenige sind: Kommt man damit bei uns aus?
Evtl. Diskussion über Bedürfnisse. Kommt ein Jugendlicher aus dem Urwald - hier bei uns - mit weniger Dingen aus? Warum stellt man sich das vor?
Wie könnte man organisieren, dass der Besucher oder die Besucherin die hier notwendigen Dinge bekommt....

Bin ich "urwaldtauglich"?

Mit der Übung ist ein spielerischer Einstieg in die Vorbereitung der Ausstellungsbesichtigung möglich, wie auch ein humorvoller Einstieg zur unterschiedlichen Lebensform in München und im Urwald, aber natürlich auch eine Beschäftigung mit den eigenen Konsummustern.

TeilnehmerInnen: 5- 50, Alter: ab 12 Jahre

Zeit: 45 Minuten oder weniger

Material: Die Liste "Was ich zum Leben brauche" für jeden Teilnehmer und Teilnehmerin kopieren.

(siehe Anhang)

Variante:

Vor dem Anschauen der Ausstellung erhalten alle TeilnehmerInnen in dem Raum, wo man sich trifft, die Liste: Was ich zum Leben brauche. Die Gruppe wird gebeten, diese Liste anzukreuzen - alle 3 Sparten - bzw. noch zu ergänzen. Die TeilnehmerInnen werden gebeten, kurz den Namen o.ä. hinzuschreiben zum späteren Wiedererkennen.

Dann geht´s in die Ausstellung.

Anschließend werden im Raum wieder die vorher ausgefüllten Listen ausgeteilt (hoffentlich finden alle ihre eigene Liste wieder).

In Kleingruppen tauscht man sich aus über das, was angekreuzt wurde, was ich also zum Leben brauche, mit dem Schwerpunkt: Bin ich "urwaldtauglich? Auf was kann ich verzichten?

Hinzuweisen ist noch darauf, dass es nicht darum geht, 2 Wochen im Urwald Urlaub zu machen, sondern dort eine Zeitlang, z. B. als Entwicklungshelfer, zu leben.

Auf was kann ich also verzichten - Materielles (Dinge) und Nicht-materielles.

(Entwurf: Heinz Schulze nach einer Idee von G. Gugel: Gut leben statt viel haben...)

Ausstellung besichtigen mit einem Zettel und drei kleinen Aufgaben:

Spez. für jüngere BesucherInnen gedacht.

Jede Person bekommt einen Zettel, mit entsprechendem Zwischenraum zum ausfüllen, möglich ist auch, die Ausstellung in Kleingruppen anzusehen, weil das evtl. mehr Spaß macht.

Fragen können sein:

1. Welches Bild hat mir am besten gefallen?

2. Was gefällt mir am Leben der Urwald-Indianer?

3. Nach dem Anschauen der Bilder habe ich noch folgende Fragen:

Sich auf etwas Unbekanntes einlassen:

Die Beschäftigung mit Menschen, die in einer ganz anderen Situation leben, heißt, sich auf Unbekanntes einzulassen. Um dieses "etwas" zu "spüren", soll folgende Übung als Einstieg dienen:

"Blind führen":

"Ihr führt Euch gegenseitig durch den Raum, wobei der oder die Geführte die Augen fest zumacht. Wer will, kann sich auch die Augen mit einem Schal verbinden, darunter aber auch die Augen zumachen! Nach etwa 3 Minuten wechselt der/die Führende.

Die Auswertung soll nicht lang dauern, vielleicht kommt ein Kommentar, dass es wichtig sein kann, für unbekannte Situationen einen "Führer" zu haben.

"Anders - Sein - na und?!"

Ziel ist, sich auf eine andere Situation einzulassen, aber auch zu merken, dass man sich, mit Gespür, auch darin zurechtfinden kann.

TeilnehmerInnen: Nicht allzugroße Gruppen, Alter: Ab ca.14 Jahren

Material: Keines, Zeit: ca. 30 Minuten bis 1 Stunde?

Die LehrerIn oder GruppenleiterIn erklärt kurz die Situation:

Eine kleine Gruppe kommt zu Besuch. Diese kleine Gruppe (4-5 Personen) geht aus dem Raum. Sie denkt sich in ihre Rolle hinein: BesucherInnen aus München zu sein, die jetzt die anderen besucht, die in einem Dorf der Ashaninka im peruanischen Regenwald leben. Diejenigen, die im Raum geblieben sind, spielen die Dorfbevölkerung im Urwald.

Diese Gruppe macht, während die anderen vor der Tür warten, schnell besondere Eigenschaften aus, die zu ihrer kulturellen Identität gehören - und diese sind anders als die Normen und Umgangsformen in München (also der Gruppe, die dann reinkommen wird als BesucherInnen). Die Besuchergruppe weiß natürlich nichts von den anderen Eigenschaften. Es kommt hier nicht darauf an, genau die Eigenschaften und Umgangsformen anzunehmen, wie sie tatsächlich vorhanden sind, sondern spielerisch und mit viel Spaß in andere Situationen zu schlüpfen.

Möglichkeiten, andere Umgangsformen auszumachen können sein:

z.B. Ja-Sagen ist, mit dem Kopf zu schütteln
Nein-Sagen ist, mit dem Kopf zu nicken
Die Gruppe sagt den Besuchern, dass sie erst mit ihnen reden, wenn sie ein Lied aus ihrem Land singen. Damit würden sie beweisen, dass sie in guter Absicht gekommen sind...
Distanzaspekt: Die Dorfbewohner dürfen nur reden, wenn der Körperabstand weniger als eine Armlänge beträgt, das wird immer wieder ausprobiert, indem ein Arm in Richtung des Gegenübers (des Besuchers) ausgestreckt wird. Steht die Gastperson zu weit weg, drehen oder wenden sich die Dorfbewohner ab und reden nicht mit ihr...

Andere Umgangsformen können spontan gefunden werden. Sie sollen aber nicht so kompliziert sein, dass es überhaupt keine Kommunikation gibt, und die BesucherInnen total frustriert sind. Auch sollen sich die indigenen Dorfbewohner kommunikativ und offen zeigen. Es gibt lediglich andere Umgangsformen als in München - und an die gilt es sich heranzutasten.

Wichtig ist nach einer kurzen Zeit des Kontakt-Aufnehmens die Auswertungsrunde.

* Wie ist es wem ergangen - als BesucherIn, als "Dorfbewohner?"

* Wie bin ich auf mögliche Lösungen im unterschiedlichen Verhalten gekommen?

* War das eine Situation, die mich sehr verunsichert hat oder hat es mich neugierig gemacht?

Was kommt - ursprünglich - aus Lateinamerika (also Mexiko, Mittel-und Südamerika)

Aus einer Liste, woher ursprünglich bestimmte Früchte, Gemüse, Getreide etc. kommen, werden ca. 10 unterschiedliche Produkte laut vorgelesen und gefragt: Kommen - zum Beispiel Bananen - ursprünglich aus Lateinamerika - ja oder nein! Je nach Lösungsidee springen die TeilnehmerInnen, in Anlehung an die Kindersendung im Fernsehen auf 1, 2 oder 3 auf den so vorher ausgemachten "Ja" oder "Nein"-Platz; oder "Ja heißt: Aufstehen, "nein" heißt: Sitzenbleiben.

Das ist ein interessanters Quiz, durch das "Springen" auch auflockernd, der spielerisches Lernen ermöglicht und einige Denkmuster zurechtrückt. Die Spielleitung gibt nach jedem "Produkt" die Lösung an, z.B. "Nein: XY kommt ursprünglich aus Indien... etc. (Liste siehe Anhang)

Fragen stellen auf Kärtchen:

Notwendig sind: Filzer, Kärtchen, Moderationstafel mit Stecknadeln.

Diese Technik eignet sich dann, wenn weniger Zeit zur Verfügung steht. Der Vorteil ist, dass viele ihre Fragen "stellen" können, die Fragen können nach Häufigkeit und Bereichen gebündelt werden, was eine Beantwortung erleichtert.. Der Nachteil, dass bei vielen Fragen die Beantwortung eine Zeitlang dauert und für einen Austausch untereinander dann nicht genügend Zeit vorhanden sein könnte.

Grafiken/Landkarte/Texte/Kassettenaufnahmen:

Sie sollen, da als visueller Eindruck die Ausstellung im Vordergrund steht, diese nur ergänzen. Als einen kleinen Musikeindruck gibt es eine Aufnahme aus dem Besuch der kleinen Delegation in München 1998 in Boca de Kiatari, außerdem kann für die Diskussion: "Was können wir denn hier tun?" die Aufnahme vom Wortbeitrag von Bürgermeister Hep Monatzeder, München, die er 1998 in dem Ashaninkadorf hielt, gute Anregungen geben.

Urwald - Schule - Lernen

Bei den Fragen seitens der SchülerInnen gab es großes Interesse, mehr darüber zu erfahren, was die Kinder dort in der Schule lernen. Als ein positives Beispiel habe ich den im Anhang abgedruckten Text entweder kopiert verteilt bzw. mit eigenen Worten erklärt. Das ist natürlich nicht die Regel, zeigt aber die Richtung auf, wie Schule und Kinder aus dem Regenwald besser zueinanderkommen können (siehe Anhang).

Leistungskurs Spanisch:

Interessant war auch, Führung und Begleitveranstaltung mit SchülerInnen des Luisengymnasiums in spanisch zu machen, die Spanisch als Leistungskurs hatten. Die SchülerInnen "merkten" z.B. so, dass das Spanische in Lateinamerika anders als das Spanische in Spanien ist, dass indigene Organisationen wichtige Dokumente in spanisch veröffentlichen und, auch, dass es doch viel "Mut" kostet, in spanisch im großen Kreis mitzudiskutieren. Deshalb war es gut, dass wir mit Kärtchen gearbeitet haben, auf denen die Fragen kurz und knapp geschrieben werden konnten. In Spanisch-Unterricht konnte auch "authentisches" Material eingesetzt werden, wie eine beeindruckende Rede einiger Ashaninka-Delegierter im Dorf Boca de Kiatari, zur Begrüßung der Münchener Delegation (u.a. mit Bürgermeister Monatzeder, im Nov. 1998).

Die Lehrerin nahm die Zettel mit Fragen mit, um im Unterricht damit vertiefend zu arbeiten.

5. Auswertung und "Besonderheiten" mit Beispielen:

Die Veranstaltungen begannen meist mit einer Kurzvorstellung meiner Person, damit die SchülerInnen wissen, mit wem sie es zu tun hatten.. Dann fand meist eine kleine "Phantasiereise" aus dem (winterlichen) München ins heiße Peru, über die Küstenstadt Lima, über einen P auf 4.800 Meter, runter ins Amazonasgebiet... mit Erklärungen, dass der Begriff "Indianer" eigentlich falsch ist (weil Kolumbus sich mit "Indien" getäuscht hatte) und das Ahaninka übersetzt, ungefähr so heißt: Menschen, die zuhören und reden. Danach versuchte ich, mit den vorher beschriebenen Techninken und Übungen so zu arbeiten, dass sie zum Alter paßten, für die vorgegebene Zeitstruktur angemessen waren, wobei besonders wichtig war, für die auftretenden Fragen genügend Zeit zu lassen.

Ergebnisse:

Aus der Fülle der Erfahrungen sollen hier beispielhaft einige aufgeführt werden:

1. Fragen über Fragen:

Die Fragen waren meist ernsthaft-interessiert, manchmal provozierend. Es folgt gleich eine Auflistung der Fragen von drei Klassen: Eine positive Rückmeldung war,, dass so alle ihre Fragen stellen konnten und nicht nur die Vielredner in der Klasse. Für die Beantwortung der Fragen war es natürlich günstig, dass ich drei Jahre in den peruanischen Anden gearbeitet habe und kurzfristig in einem Ashaninkadorf war, um von der Vielfalt der Fragen nicht "erschlagen" zu werden.

Einige LehrerInnen haben, einmal auf Wunsch der Klasse, die Kärtchen mitgenommen, um das Thema noch zu vertiefen.

Wann stehen sie auf

Welche Krankheiten haben sie

Wieviel Papier gibt 1 Baum

Welche Tiere gibt es

Ihre Philosophie (2x)

Haben sie noch Krieg

Welche Regierung haben sie

Sind sie glücklich (2x)

Wozu haben sie Waffen (2x)

Lebenserwartung

Was arbeiten sie (3x)

Haben sie Geld- oder Tauschwirtschaft

Gibt es da AIDS

Was passiert, wenn die A. nicht unterstützt werden (5 x)

Urwaldbäume

Gastfreundschaft

Hilft ihnen die peruanische Regierung

Finden sie ihr Leben schön

Was lernen die Kinder (7x)

Ihre Probleme ( 3 x)

Verdienen sie viel Geld

Machen sie Sport (5x)

Gibt es Gleichheit von Mann und Frau (4x)

Halten sie zusammen (2x)

Wie ist die Rangordnung im Stamm

Gibt es Kinderarbeit (3x)

Hält die Familie zusammen (6x)

Gibt es Überschwemmungen

Wie viele Kinder hat eine Familie (3x)

Was sehen sie im Fernsehen

Welche Industrie gibt es

Welche Lebensziele haben sie

Was denken sie von ihrem Leben

Hygiene zuhause, Zähneputzen

Wie sieht eine Schule aus (5x)

Lebensumstände generell (2x)

Wie wählen sie ihren Häuptling (2x)

Haben sie richtige Hobbys (6x)

Spielen sie Fußball

haben sie ein Klo (3x)

Sitten (2x)

Wie ist der Alltag

Wie alt werden sie

Sind sie Analphabeten (2 x)

Haben sie ein Krankenhaus

Was trinken sie

Essen sie Schweinefleisch (3x)

Haben sie Verhütungsmittel (3x)

Welche Berufe haben sie

Fortbewegungsmittel

Wie leben sie

Feiern sie Feste (4x)

Gibt es Ärzte (2x)

Ihre Lebensziele

Gibt es Erdöl da

Welche Religion haben sie (3x)

Wie ist ihr Tagesablauf

Gibt es Schulen (5x)

Was essen sie (10x)

Wie sind ihre Häuser (2x)

Hören sie Radio

Ihre Nahrungsmittel (2x)

Essen sie Obst

Sex/Fortpflanzung (8 x)

Haben sie Hochzeiten (2x)

Liebe (4 x)

Freunde

Haben sie Hunger (2x)

Traditionen

Sind die A. mit anderen befreundet

Wieviel Leute leben in 1 Dorf

383,-DM Spende und ein peruanischer Bürgermeister bei der Klasse:

Eine besondere Weihnachtsüberraschung hatte die Klasse 8 a der Fritjof Nansen Realschule:

Eine Schülerin hatte die spontane Idee, etwas für den Regenwald zu unternehmen. Mehrere Schülerinnen machten mit. Mit Hilfe ihrer Mütter wurden viele Kuchen gebacken und beim Elterntag verkauft. Sie hatten dadurch Einnahmen in Höhe von 383,-DM. Mit Beratung der Lehrerin sind sie auf das Projekt "München unterstützt die Ashaninka" aufmerksam geworden.

Zufall war, dass genau an diesem Tag der ehemalige Bürgermeister von Cajamarca (nördliches Andengebiet Perus), Ing. Luis Guerrero sich in München aufhielt. Zu ihm besteht ein längerer persönlicher Kontakt.

Methodik: Nach Begrüßung und Information über den Gast und dessen Grußworte an die Klasse, ging es mit einer kurzen "Phantasiereise" zu den Ashaninka. Beim Durchgang durch die Ausstellung bestand großes Interesse. Hinterher wurden die Fragen - mit Übersetzung - durch Herrn Guerrero beantwortet. Besonderes Interesse bestand daran, zu wissen, was die Ashaninka mit 383,-DM machen könnten. Auch die "coolen Jungs" fragten nach, ob ihr Geld an die Leute geht, die man auf den Fotos sieht. Die Zeit von 11.30-13.00 Uhr verging viel zu schnell. Bürgermeister Guerrero nahm stellvertretend das Geld entgegegen, das über Pro Regenwald an die Ashaninka weitergeleitet wird. Über diese Aktion wurde mit einer neuen Information spontan in der Ausstellung hingewiesen: "Besonders nachahmenswerte Aktion".

Kofferpacken kam gut an:

Die Übung: Was würde ich für 4 Wochen Urwald einpacken... war ein motivierender und aktivierender Bestandteil. Das Vorgehen wurde ausführlich weiter vorne beschrieben.

Wichtig war auch die Frage: Und welches Gastgeschenk bringst Du mit?

Beim Besprechen der "Gastgeschenke" kamen wir sehr schnell auf Fragen wie: Sitten/Gebräuche - muß ich allen etwas schenken oder nur dem Häuptling, Was will ich über mich, meine Kultur, mein Leben mitteilen... (Fotos von mir und meiner "Heimat"...)

In der Tendenz war es beim "Kofferpacken" eher so: Die Jungen packten eher jede Menge "unentbehrlicher" Zivilisationsgüter ein. Bei der Kleidung wurde von ihnen eher pauschal "Kleidung" hingeschrieben. Einige Rückmeldungen auf eine entsprechende Frage von mir dazu: "Das packt sicher meine Mutter ein, die weiß das besser". Die Mädchen kalkulierten genauer und schrieben eher 15 T-Shirts, 10 Unterhosen etc. Beim Essen fiel auf, dass ganz viele SchülerInnen ihre "10-Minuten-Terrine" einpacken wollten. Auf meine entsprechenden Rückfragen an die SchülerInnen entstand bei mir der Eindruck, dass das ein ein wichtiger Bestandteil ihrer täglichen Ernährung zu sein scheint. Einige sagten: "Das können wir selbst zubereiten". Bei der Mitnahme von Handys war das Verhältnis 9 Jungen 1 Mädchen, bei Sonnencreme umgekehrt, Kosmetik war bei den 14-16jährigen Mädchen besonders wichtig. Ob Jungen größere "Angsthasen" sind, weiß ich nicht, aber das Stichwort "Medikamente" (oftmals versehen mit dem Stichwort: "halben Koffer voll") fand sich bei den Jungen mehr als bei den Mädchen.

Mal war die Rückfragerunde länger, mal kürzer, mal wurde "notwendiges" vehement verteidigt, mal wurde eingepackt, als hätten die jungen Männer eine "Rangerausbildung" hinter sich. Immer bot sich dieses "Kofferpacken" dafür an, die Wirklichkeit in einem Urwalddorf genauer anzusehen. Das ging von Fragen, warum es keinen Strom gibt über Kondome bis zur Unsicherheit, wirklich das zu essen, was die Bevölkerung dort ist. Hier war auffällig, dass mehr die "Angst" vorherrschte, am "armen Essen" zu darben - und deshalb eher die Mitnahme eigener Dosen etc. als die Neugierde auf das evtl. ganz Andere.

Ein Schüler wagte das "Neue" und schrieb in seine Liste: "Ich würde versuchen, mich anzupassen und mich nicht vor den Sachen zu ekeln". Und so ist seine Packliste auch kurz: Kleidung, Schuhe, lange und kurze Hosen, viele T-Shirts, Messer und Zahnbürste.

Rückmeldungen aus Schülermund:

Direkte Rückmeldungen sind immer gut. Sie zeigen, was und wie "rübergekommen" ist, was die SchülerInnen weiter beschäftigt. Hier die Rückmeldungen der Klasse 6 der Hauptschule in der Wörthstraße:

Interessant ist natürlich auch ein Vergleich mit meinem Protokoll, das ich über die Veranstaltung gemacht habe und dann die Rückmeldung der Klasse. Zunächst kurz aus meinem Protokoll über dieses Treffen:

Nach Begrüßung und kurzer Vorstellung von mir und dem Vorschlag, wie der weitere Verlauf geplant ist, machen wir eine kleine Fantasiereise zu den Ashaninka: Flugzeug - 16 Stunden, was man sieht, Ankunft in Lima - Fahrt über die Anden, runter in den Urwald, Flußüberquerung, Ankunft im Dorf... Danach hatte die Klasse ca. 30 Minuten Zeit, die Ausstellung anzusehen. Jeder hatte einen "Laufzettel" mit den Fragen: Welches Bild hat mir am besten gefallen? Was gefällt mir im Leben der Urwald-Indianer? Nach dem Anschauen der Bilder habe ich noch folgende Fragen...

Im Seminarraum stellten die gebildeten Vierergruppen ihre Fragen. Z.T. war es notwendig, zu bremsen, damit alle Gruppen ihre Fragen stellen konnten. Auswahl der Fragen: Essen und Trinken, welche Feinde haben sie, Toiletten, Sex, Tiere, Wohnen, warum sind sie angemalt, wie schützen sie den Urwald, Beantwortung der Fragen. Danach ging es weiter mit der Übung des "Kofferpackens" für 4 Wochen Leben in einer Ashaninka-Familie. Die erarbeiteten Listen waren unterschiedlich lang. Am Ende noch emotionaler Dank der Klassensprecherin für die tolle Stunde und spontanes Klatschen und Danke-Schön. PS: Zwischen durch hatte ich noch erwähnt, dass wir auch einen Video über die Indianer anschauen können. Kommentar: "Fernsehen können wir zuhause. Es ist interessanter, wenn wir viel fragen können".

Die Lehrerin schrieb in ihrer Rückmeldung:

"Die Schüler waren beeindruckt von der einfachen, naturnahen Lebensweise. Erschreckt haben sie die Bilder mit Waffen und Soldaten. Sie fragen "warum"?

In den Schülerarbeiten ist die Veranstaltung u.a. so verarbeitet worden (Wiedergabe nach dem Original, wegen der Lesbarkeit meist abgetippt, Fehler sind, wegen Verständlichkeit, z.T. verbessert)

Fatima: Die Amazonas leben im Urwald. Sie wollen, das man ihr eigenes Getränk probiert, das sie im Mund zermanscht haben.
Robert: Sind arm. Sie hatten Häuser mit Welldach aber das war zu heiss. Sie essen Maden und Käfer und jagen mit Pfeil und Bogen. Sie haben sich mit roter Erde angemalt.
Peter: Er hat von den Ashaninka gesprochen. Sie haben das Essen vom Urwald geholt. Sie haben fast die gleichen Sachen wie wir haben. Und wenn Gäste kommen, dann haben sie so ein Baz gekocht und jedes mußte einmal drauf rumkaufen und dann spuckt man es aus
NN. Die Aschaninka haben ein Begrüßungstrink. Sie haben bestimmte Sachen die sie kauen und dann spucken sie es in ein Gefäß. Daraus wird ein Dring gemacht. Aber es ist ohne Alkohol... Und für die Aschaninka ist der Urwald sehr wichtig weil sie dort keinen Supermarkt haben. Und es regnet jeden Tag. Aber weil es dort keine Regenschirme gibt stellen sie sich manchmal unter die großen Blätter weil sie nämlich so groß waren wie Menschen. Und die Aschaninka konnten nicht zu 6 oder 7 leben sondern nur im Stamm. Ihr denkt bestimmt warum? Ich sage es euch, weil wenn man nicht im Stamm lebt dann kann es sein das man nicht immer was zu essen bekommt. Weil man nicht immer bei der Jagdt Glück hat. Und dort gibt es keinen Fernseher, Steckdosen, Supermärkte, gescheite Schuhe und sie haben nicht solche Kleider wie wir...
Jakow: Essen: Sie essen Maden und Würmer und Wildschweine. Waffen: Speere und Pfeil und Bogen. Häuser: Strohäuser und als Blättern und aus Bambusstäben. Heilmittel: von den Blättern und Blumen.
Laura: Die Ashaninka lebten in einem kleinen Dorf. Es gibt ein Getränk das die Ashaninkas mit dem Mund kauen und wieder aussprucken das tun sie es in einen Topf und dann wird es serviert.
  1. Axel und Hürry: Wir sind rein gekommen dann hatte der Mann uns alles gesagt was wir tun müssen. Dann wurden wir in Gruppen aufgeteilt und dann sind wir so mit einem großen Block herumgegangen. Wir haben Leute arm gesehen und nicht arme Kinder mit Pfeil und Bogen usw. Aber am meisten hat es mir mit der vielen Zeit gefallen weil wir durften so lange herumgehen. Aber dann sind wir wieder rein gegangen dann mußten wir an der Wand alles aufklären was wir geschrieben haben. Eine dumme namens P. hat viel über Sex geredet. Auf jeden fall haben wir geschrieben was wir alles mitnehmen würden wenn wir dorthin gehen würden, dann hat er erzählt wie es war als er bei den Aschaninka war, er musste sein Zeug alleine schleppen. The End.
Gunter: Wir haben uns die Bilder angesehen. Dann musten wir uns drei Bilder aussuchen die uns gefallen haben. Daraufhin sollten wir ein paar Fragen aufschreiben. Dann trafen wir uns alle in einem Gruppenraum wieder. Dort besprachen wir welche Bilder uns gefallen haben und warum und die Fragen die wir aufgeschrieben haben.
Markus: Sie leben noch in der freien Natur und passen sich der Natur an. Die Männer müssen arbeiten und die Frauen kochen. Genauer gesagt leben die Ashaninca im peruanischen Hochregenwald dort wo drückende Hitze ist. Sie trinken eine Art Bier dass sie trinken und wieder ausspucken. Essen tun sie alle Arten Würmer und Käfer. Aber sie lebten nicht immer so ruhig denn es kamen die Holzbaufirmen und sie fingen einen Krieg an. Viele Ashaninca kamen um oder mussten unter schlechten Bedingungen für sie arbeiten. Jetzt versucht München den Indianern zu helfen. Es waren auch schon einige Leute dort. Und sie wurden gut aufgenommen sie hoffen jetzt auf Hilfe von uns.

Rückmeldungen der LehrerInnen und der Klassen:

Grundschule - Umwelt-AG: 4. Klasse, Fromundstraße

Die SchülerInnen hatten in der Klasse nach der Führung und der Begleitveranstaltung speziell darüber gesprochen, dass z.B. ein Bleistift oder ein Buntstift so teuer, also kostbar ist. Die SchülerInnen haben dann auch darüber zuhause gesprochen. Es war dann wohl so, dass eine Mutter gemeint hat: Ihr habt doch alle viele Bleistifte und Buntstifte, könnt Ihr nicht welche abgeben. Das wurde in der Umwelt-AG dann besprochen, für gut gefunden und gesammelt. Es kamen zwei volle Tüten zusammen. Die SchülerInnen in der Umwelt-AG haben auch entschieden, z.B. keine Plastikkulis zu sammeln, weil es ja im Urwald keine Müllabfuhr gibt und Plastik dann sonst so rumliegen würde. Dann haben sie gewünscht, dass sie mir das persönlich vorbeibringen wollten, wegen der Sicherheit, dass es auch ankommt. Am 10.2. 00 war dann die Umwelt-AG mit der Lehrerin im Besprechungszimmer der Agenda 21. Ich hatte einen kleinen Umtrunk vorbereitet, und wir haben auf ihre gute Idee, so wie die Großen machen, darauf angestoßen. Wichtig waren dann die Fotos von der Übergabe der Sachen und die Übergabe folgenden Briefes, den sie geschrieben haben:

"Liebe Kinder der Ashaninka-Indianer, wir haben viel über euch erfahren wie und wo ihr lebt, was ihr spielt und esst. Vor allem hat uns gut gefallen, dass ihr mit der Natur lebt und den Regenwald schützt. Wir sind Kinder zwischen 8 und 10 Jahren. Wir leben sehr sehr weit weg von euch in Deutschland. Wir haben für eure Schule Stifte und Papier gesammelt und hoffen, dass es euch Spass macht. Wir schicken auch ein paar Bilder. Natürlich würden wir uns sehr über Post von euch freuen. Wir möchten nämlich noch sehr viel von euch wissen. Viele Grüße von... und alle Unterschriften. Einige Kinder haben noch gezeichnet und Extrabriefe geschrieben: "Liebe Ashaninka. Wir heißen Benny, Matthias und Marco. Wir leben auf der anderen Seite der Welt. Wir wohnen in Deutschland. Das ligt in Europa." Und Jülide schreibt: "Hallo, ich heiße Jülide und komme aus der Türkei aber ich lebe schon sehr lange Zeit in Deutschland und ich gehe in die 4. Klasse. Bei uns ist es sehr kalt! (27.1.2000). Ich wünschte, ich könnte zaubern. Ich würde mal gerne zu euch fliegen und euch Kinder kennenlernen! Die Frau Schöll (Lehrerin) hat meiner Klasse was von euch erzählt und deswegen haben manche was für euch mitgegracht und Stifte zum Malen. ich hoffe ihr sei gesund!"

Weitere Rückmeldungen von LehrerInnen:

Die Arbeit war eindrucksvoll, das "Packen" was nehme ich mit... hat den Schülern "Spaß" gemacht und sie haben darüber noch einige Zeit diskutiert. Vielleicht ist eine Karte hilfreich oder eine Grafik/Statistik über Lebensweise, Lebenserwartung, Alphabetentum... (Gymnasium, Herr B.)
Die große Mehrheit der SchülerInnen fand gut soviel Infos über die Ashaninkas bekommen zu haben. Die Mehrheit fand die Sprache gut, interessant, informativ, lehrreich (sowohl Pro Regenwald wie die von H. Schulze). Sie hätten sich einen kleinen Film gewünscht sowie eine Führung mit genauer Erklärung der Ausstellung. Sie hätten gerne konkreteres über das Leben im Dorf erfahren: Essen-Handwerk-Medizin etc. Viele hätten gerne mehr über den Regenwald selbst erfahren... (Gymnasium, Frau H.)

6. Anhang

Was kommt ursprünglich aus Lateinamerika?


Jahresbericht 2002 Agenda 21 Eine Welt in München

Beim Spaziergang in der Nähe des Viktualienmarktes sehe ich in einer kleinen Gasse einen verstaubten Laden. "Zukunft-Wunschladen" steht an der Eingangstür. Ich gebe mir einen Ruck und trete ein. An der Jacke des Verkäufers lese ich: "Ich bin ein Wunsch-Engel".

Ich frage: "Was verkaufen Sie hier, bitte?". Er antwortet: "Alles, was Sie möchten."

Prima, denke ich und lege los: "Ich hätte gerne das Ende aller Kriege auf dieser Welt, dass alle Menschen sich um eine zukunftsfähige Entwicklung einsetzen, dass es kein BSE mehr gibt, dass es keinen Rassismus gibt, ehrliche Politiker und keine Korruption, dass München eine liebenswerte Stadt für Alle ist, dass alle Kinder auf der Welt ein gutes Leben haben, dass der Regenwald nicht mehr abgeholzt wird, dass es gerechte und faire Beziehungen zwischen Nord und Süd gibt, dass..."

Der Engel unterbricht mich: "Entschuldigung. Ich glaube Sie verstehen etwas nicht ganz. In diesem Laden werden keine Früchte verkauft, sondern der Samen!"

Und er drückt mir einige Informationen in die Hand, über die Aktionsmeile "Rio + 10", den Stadtratsbeschluss "München kauft keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit", die Botschaft des Präsidenten des Ashaninka-Volkes, unserem Projektpartner im Rahmen des KlimaBündnisses aus dem peruanischen Regenwald an München, einen Artikel der Süddeutschen Zeitung über die Agenda 21 in München...

 

Ich überfliege diese Papiere und meine erstaunt: "Aber das sind doch alles Sachen, die wir in der Agenda- Eine- Welt-Arbeit in München mit vielen PartnerInnen machen. Er meint, schon nicht mehr ganz so verständlich, weil der Lärm zugenommen hat:" Sage ich doch!

 

Wir haben hier die Samen für eine gerechtere Zukunft, nicht aber die Früchte!". Dann ist auf einmal der Wunschladen verschwunden und ich sitze am Schreibtisch in der Implerstraße und weiß, dass der Lärm vom Bohren in den Räumen über mir kommt, wo umgebaut wird. (Heinz Schulze)

 

...was mit der Unterstützung der LH München erreicht werden konnte und

* was es "der Stadt gebracht" hat, was mit dem städtischen Zuschuss bewirkt wurde

* ob und wodurch die geplanten Ziele erreicht wurden (Zielgruppenorientierung und Methodenauswahl)

* ob und wie es gelang, Synergieeffekte herzustellen, also Doppelarbeiten zu vermeiden und Kräfte zu bündeln.

 

Schwerpunkte der Arbeit 2002 waren:

  1. Kampagne "München gegen ausbeuterische Kinderarbeit koordinieren
  2. Partnerschaft im Rahmen des KlimaBündnisses "München-Amazonas" vertiefen mit Bildungs-und Öffentlichkeitsarbeit
  3. Verbreitung des Fairen Handels-Ansatzes
  4. Ethisch-ökologische Geldanlagen verbreitern helfen
  5. Bürgerschaftliches Engagement, spez. Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen fördern
  6. Verstärkte Einbeziehung der Wirtschaft in den Agenda-Prozess (Aspekt: Eine Welt) vorantreiben
  7. "Globales Lernen"praktisch umsetzen
  8. Koordination und Betreuung des Eine-Welt-Bereiches bei der Aktionsmeile "Rio + 10"

Zu 1: Kampagne "München gegen ausbeuterische Kinderarbeit"

Wichtig war hier die enge Kooperation mit dem Büro Bürgermeister Monatzeder, dem Arbeitskreis der städt. Agenda-Beauftragten, den Verantwortlichen der Vergabestellen und Kinderorganisationen wie terres des hommes (München) oder dem Kreisjugendring und dem Nord Süd Forum München e.V..

 

Ziel der Kampagne war, das Thema so vor zu bereiten, dass es, wenn irgend möglich, einen Stadtratsbeschluss geben sollte "München kauft keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit".

 

Die Recherche-Arbeit war sehr kompliziert, wie bei dem Gegenstand "öffentliche Vergabe-Richtlinien" zu erwarten war. Wir waren deshalb u.a. in .Kontakt mit dem Sozialministerium, der Internationale Arbeitsorganisation (ILO), dem bayerischen. Landtag (Klaus Hahnzog, MdL) und europäischen Abgeordneten (Wolfgang Kreissl-Dörfler). Das Projekt wurde in einigen Sitzungen bei den MitarbeiterInnen der städt. Vergabestellen diskutiert, mit den Juristen der LHM besprochen, etc.

 

Das politisch herausragende Ergebnis war, dass München als erste bundesdeutsche Stadt einen offiziellen Stadtratsbeschluss, eingebracht durch Bürgermeister Monatzeder -fasste (und nicht eine "Empfehlung"), um in München noch stärker Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung im Beschaffungswesen zu berücksichtigen, ...

 

".. Im Juni 2003 erfolgte der Beschluss: "München kauft keineProdukte, die mit ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt wurden". Dieser Beschluss erregte, z.B. beim Deutschen Städtetag, sowie Einrichtungen zur lokalen Agenda 21 bundes- und bayernweit große Aufmerksamkeit. So wurde er bei der Fachtagung "Faires Beschaffungswesen von Kommunen" am 19.11.2002 bei InWent vorgestellt. Es gab eine interessante juristische Bewertung dieses Beschlusses durch einen der führenden bundesdeutschen Verwaltungsjuristen, Herrn Prof. Dr. Jan Ziekow (Speyer).

 

... Wir "beschränken" uns auf darin ganz bewusst "nur" auf den Aspekt "ausbeuterischer Kinderarbeit" mit bezug auf die ILO-Konvention Nr. 182.

 

Zu diesen gehören: Sklaverei und sklavenähnliche ähnliche Praktiken, Prostitution, unerlaubte Tätigkeiten und Arbeiten, die voraussichtlich für die Gesundheit, die Sicherheit oder die Sittlichkeit von Kindern schädlich ist.

 

Bei Produkten wie: Bälle, Sportartikel, Sportkleidung, Spielwaren, Teppiche, Wohn- und. Kleidungstextilien, Natursteine, Lederprodukte, Billigprodukte aus Holz, Agrarprodukte wie Kakao, Orangensaft, Tomaten etc. werden die bietenden Unternehmen von den Vergabestellen u.a. gefragt nach: einer unabhängigen Zertifizierung, die bestätigt, dass das Produkt nicht mittels ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt wurde

(z.B. ein Fair-Handels-Siegel oder Rugmark-Siegel) oder eine verbindliche Zusage des Unternehmers, dass keine ausbeuterische Kinderarbeit in dem Produkt steckt.

 

Weitere wichtige "Bausteine" auf dem Weg eines sozial gerechteren Einkaufs im Rahmen dieser Kampagne waren:

Der Runde Tisch am 20.11.2002 unter Leitung von Bürgermeister Monatzeder spez. zum Thema: Sportartikel, Sportkleidung – z.T. weil es da schon interessante Aktivitäten von Herstellern und Handel gibt.

Die Arbeit der Agendakoordination Eine Welt bestand hier in der Suche nach unterschiedlichen TeilnehmerInnen und inhaltlich-organisatorischer Vorbereitung. An diesem Runden Tisch nahmen teil: Sport Scheck, FairKauf, Karstadt-Quelle, Deichmann-Schuhe, C&A Mode, Addidas-Salomon, Puma AG, die Fußball-Organisation FIFA, Verbraucherzentrale, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, Evang. Dekanat München, Berufsschule für den Einzelhandel, SchülerInnen Münchener Schulen, kleinere Sportvereine, terre des hommes, Nord Süd-Forum München e.V., etc. Wichtig waren die Aussagen der großen Hersteller und der Vorstellung ihrer Verhaltenskodizes und Sozialstandards und, dass der Münchener Beschluss richtungsweisend ist.

 

"Ausbeuterische Kinderarbeit kann man nicht dulden".

Die Stadt wurde sehr motiviert, gerade auch von den Vertretern der Unternehmen, diesen zukunftsweisenden Beschluss aktiv, offensiv und werbewirksam in die Öffentlichkeit zu tragen und viele wichtige Mitspieler in der Stadt auffordern, sich diesem Beispiel aktiv anzuschließen.

 

Woanders unvorstellbar? In München gelingt es, sehr unterschiedliche Interessensgruppen an einen "Runden Tisch" zu bekommen: Ökologie, Ökonomie und Soziales.

 

Schirmherr Giovane Elber (FC Bayern):

Für die Pressearbeit war es wichtig, dass der bekannte Fußballspieler Giovane Elber vom FC Bayern bei der Pressekonferenz am 9.3.2002 den "Startschuss" für die Kampagne made-by-kinderhand gab. Gut war, dass G. Elber authentisch berichten konnte, dass er als Kind auch in der Orangenernte in Brasilien Schwerstarbeit leisten musste und weiß, was Kinderarbeit bedeutet.

 

Postkartenaktion:

Damit nicht der Eindruck entsteht, eine Kampagne gegen ausbeuterische Kinderarbeit sei total konfliktfrei und harmonisch, soll kurz über die "Postkartenaktion" berichtet werden. Mit Jugendorganisationen wie dem Kreisjugendring, der Jugendzeitschrift clash und der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) gelang es, die 60.000 gedruckten Postkarten mit Fragen nach Herkunft und Arbeitsbedingungen bei Sportartikeln an entsprechende Münchener Geschäfte zu "verteilen".

 

Hierbei wurden besonders Jugendliche angesprochen. Es gab interessante Rückmeldungen, einige Firmen fühlten sich "auf den Schlips" getreten, die Mehrheit zeigte in den Antworten, dass ihnen das Problem nicht egal war und, wo vorhanden, machten sie auf die Sozialstandards ihrer "Branche" oder Lieferer aufmerksam.

 

Erstaunlich zurückhaltend war der Dachverband der Sportjugend in München, sie lehnten auch, als "nicht Betroffene" die Einladung zum Runden Tisch ab.

* Weitere Aktionen waren (hier nur eine Auflistung): Radiosendungen, Briefaktionen für Kindergärten, Aktionstage bei Mini-München, Plakatwettbewerb an Münchener Schulen und der Kinderarbeitsparcours bei der Aktionsmeile "Rio + 10", Vorträge in Schulen und der Berufsschule für den Einzelhandel.

 

Zusammenfassung dieses Schwerpunktes:

Seit Beginn im Juli 2002 bis zum Ende des Berichtszeitraums Ende 2002 war die Kampagne "München gegen ausbeuterische Kinderarbeit" ein voller Erfolg. Wir schafften es, von der "Identifikation" des Problems mit entsprechender Forschungsarbeit zu einem richtungsweisenden Stadtratsbeschluss zu kommen.

Jetzt steht an, daran zu arbeiten, dass es immer "normaler" wird, keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu kaufen.

Die Methodologie war sehr gut gewählt:

* Pressekonferenz mit "Promis", dadurch Öffentliche Aufmerksamkeit,

Kampagne mit großer Beteiligung von Jugendlichen in Schulen und

Jugendorganisationen,

intensive Seminar- und Informationsarbeit und aktives Mit-Machen bei großen

Veranstaltungen, Einrichtung einer eigenen web-site: http://www.made-by-kinderhand.de/ etc. brachte das Thema verstärkt ins Bewusstsein der Stadtgesellschaft.

Synergieeffekte wurden sehr bewusst gesucht und geschaffen, wobei einzelne Personen sich voll und ganz mit ihren Fähigkeiten in die Aktion einbringen konnten. Bei der Mitarbeit an konkreten Projekten, und der Koordinierungsarbeit gab es großes bürgerschaftliches Engagement, hunderte von Stunden wurden hier ehrenamtlich eingebracht.

 

Wie viele Menschen erreicht wurden, ist nicht zu sagen: Über die Postkartenaktion, Presse- und Radiosendungen sicherlich zigtausende, in direktem Kontakt bei Seminaren , größeren und kleineren Veranstaltungen einige tausend Menschen.

 

Die Mitarbeit der Praktikantin, Frau Beihartz, von der FHS Sozialwesen (München-Pasing) war hierbei sehr positiv.

 

2. Partnerschaft im KlimaBündnis "München-Amazonas"

Das herausragende Ereignis in diesem Arbeitsschwerpunkt waren die Aktivitäten anlässlich des Besuches vom Präsidenten der Organisation des Ashaninka-Volkes (ARPI), Herrn Guillermo Naco Rosas, in München (11.9.-29.9.02). Die finanzielle Unterstützung kam vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evang. Kirche in Bayern und vom Kulturreferat der LHM.

 

Der Besuchstermin war so ausgesucht, dass er eine aktive Rolle (Eröffnung der Aktionsmeile Rio + 10 am 15.9. mit Bürgermeister Monatzeder) und bei der "Nacht der Umwelt" (Referat) einnehmen konnte.

 

Ziel war, mit ihm als authentische Stimme aus dem Regenwald einen wichtigen Beitrag zur Weltkonferenz "Rio + 10" mit den Herausforderungen anlässlich der Klimaveränderungen und dem notwendigen Schutz des Regenwaldes "aus erster Hand" zu leisten.

 

Die bisherige gute Zusammenarbeit "München-Ashaninka" sollte vertieft werden und Impulse für eine stärkere finanzielle Unterstützung seitens der Zivilgesellschaft erreicht werden. Die Zeit war sehr intensiv ausgefüllt, Aufgabe der Agenda-Koordination Eine Welt war die Begleitung und Übersetzung.

 

... In direktem Kontakt wurden ca. 800 Menschen erreicht. Herr Naco überzeugte durch seine enormen, authentischen Kenntnisse, seine lebensbejahende Einstellung und dadurch, dass er so "ferne" Themen anschaulich "rüberbringen" konnte. Auch hier gelang es der Agendakoordination, durch die bisherige gute Arbeit und der guten Kooperation mit der LHM, sehr unterschiedliche Gruppen und Personen für das Thema zu interessieren. Das Anliegen, wichtige Zusammenhänge zwischen Nord und Süd, den Auswirkungen unseres Tuns oder Unterlassens für unsere gemeinsame Welt herzustellen und Handlungsalternativen aufzuzeigen, wurde bestens "transportiert".

 

Fazit dieses Schwerpunktes:

Das besondere Engagement von Verantwortlichen in der Stadt (Bürgermeister, Umwelt-Gesundheitsreferent) wurde in der Öffentlichkeit durch viele Medienberichte hervorgehoben, gerade an den Schulen gelang es in direktem Gespräch das Anliegen der Agenda 21 – nachhaltige Entwicklung in Nord und Süd – sehr zu verdeutlichen. Agenda 21 wurde be-greifbar – Das haben auch die positiven Reaktionen über die Aktionsmeile gezeigt. Der Vertreter der Ashaninka hatte didaktisch hervorragendes Material (Leinwand-Wandzeitungen zu Problemen und Hoffnungen dabei), die Methodik war sehr gut geeignet und die schon bisher bewährte Zusammenarbeit unterschiedlicher Gruppen brachte natürlich Synergieeffekte, die die Agenda-Koordination Eine Welt (als einzelne Stelle) gar nicht alleine hätte bewerkstelligen können. Für diejenigen, die sich aktiv bei Veranstaltungen, Vorbereitung etc. ehrenamtlich eingebracht hatten, war es eine schöne Geste, am Abschiedsabend zu einer kleinen Feier eingeladen zu werden, wo sie ein Dank-Schreiben von Herrn Naco überreicht bekamen.

 

3. Schwerpunkt: Verbreitung des Fairen Handels

... vorrangig Bildungsveranstaltungen .., u.a. in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, dem DGB-Bildungswerk und einigen Schulen. Erstmals gelang es, nach intensiven Vorbereitungsanfragen, in einigen Klassen der Berufsschule für den Einzelhandel das Thema (zusammen mit FairKauf München) vorzustellen.

 

Das war ein schwieriges Unterfangen, weil die SchülerInnen aus diesem Bereich überhaupt nicht glaubten, was im Fair-Trad-Bereich Norm ist (höhere Zahlungen an die Kleinbauern, Kontrolle und Siegel). Weit verbreitete Meinung war, dass sie ja schließlich wüssten, wie es in diesem Bereich wirklich zuginge und man "Siegel und Klassifizierungen" nicht glauben könnte. Hier bleibt noch sehr viel zu tun.

 

Eine Querverbindung ergab sich natürlich im Zusammenhang mit dem Bereich "München gegen ausbeuterische Kinderarbeit." Beim Besuch des Delegierten der Asháninka konnte der Partner des "München-Cafe", der eine Welt-Laden Fairkauf e.G., eine Spende in Höhe von 1.000 € aus eigenen Mitteln an Herrn Naco übergeben.

 

Neben den Vorteilen des Verkaufs des "München-Cafe" als biologischer, fair gehandelter Kaffee für die Kleinproduzenten (ein Preis der erheblich über dem derzeitigen Weltmarktpreis liegt, etc.) zahlt FairKauf zusätzlich 0,05 € für das Ashaninka-Projekt. Somit sind ca. 20.000 Päckchen "München Cafe" – auch ein Agenda-Projekt aus dem Jahre 2000 – verkauft worden.. Also auch dieses eine Erfolgsstory.

 

Auch ging die Arbeit im Bereich der Förderung der FLP-Siegel-Blumen (Blumen aus umweltgerechterer und menschenwürdigerer Produktion) aktiv weiter.

 

Hervorzuheben ist eine Beteiligung von zwei ArbeiterInnen aus Blumenplantagen aus Tanzania beim Internationalen Frauentag (Marienplatz, DGB etc.), was eine engere Kooperation mit einigen Frauenverbänden, Gewerkschaft und der Menschenrechtsorganisation FIAN (die diese Kampagne hauptsächlich bearbeitet) ergab.

 

Das entsprechende Faltblatt, wo man in München entsprechende "faire" Blumen kaufen kann, wurde restlos verteilt. Vor einer Neuauflage muss dringend eine Überarbeitung gemacht werden, weil es viele Änderungen bei den Anbietern gegeben hat.

 

Im Herbst 2002 fand die Fortsetzung des früheren "Runden--Tisches" als Arbeitstreffen mit dem Bericht der Koordinatorin der Blumenkampagne von FIAN (aus Kolumbien) statt.

 

4. Schwerpunkt: Ethisch-ökologische Geldanlage:

In diesem Bereich bestand die Arbeit vor allen Dingen in der Bearbeitung von Anfragen, dem Versand der Broschüre "ethisch-ökologische Geldanlagen", der Unterstützung der Gruppe "Oeko-Kick" (in der über ethisch-ökologische Geldanlagen und damit zusammen hängende Fragen diskutiert wird und wo als "Anlageclub" gemeinsam Geld ethisch-ökologisch angelegt wird). Unterstützt wurde auch die Veranstaltung von OIKOS-Kredit, die Armen in der sog. 3. Welt besonders günstige Kredite gibt.

 

Besondere Bedeutung hatte die Umsetzung unserer Idee, einen "anderen Weltspartag" im Oktober 2002 zu organisieren und die daran Beteiligten zu unterstützen. Dank der guten Kontakte, die inzwischen seitens der Agenda-Koordination Eine Welt zu diesem wirtschaftlichen Sektor aufgebaut wurden, gelang es, große Anbieter zu interessieren, ihre "Angebote" konkret vorzustellen.

 

Mitgewirkt haben dann die Sarasin-Bank (Schweiz – eine der europaweit größten Banken in diesem Bereich), die GLS-Bank, die Versicherungs Versiko (Continentale), das Sonnenprojekt von GreenCity und Oeko-Kick. Von den TeilnehmerInnen war es eine generationsübergreifende Veranstaltung, es waren viele ältere Menschen anwesend, die Geld für ihre Enkel gut und ethisch sauber anlegen wollten. Die Rückmeldungen der Geldinstitute waren sehr positiv, für eine evtl. Folgeveranstaltung hat sich auch inzwischen die Hypo-Vereinsbank angemeldet.

 

Insgesamt ist auch wohl der Bereich "ethisch-ökologische Geldanlagen" von der Zukunftsangst und Spar-Zurückhhaltung betroffen, trotzdem gibt es weiterhin großes Interesse. Von der Agenda-Koordination Eine Welt wird, da es inzwischen viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt, verstärkt bei den herkömmlichen Geldinstituten angefragt, wie sie es mit diesem Anlagespektrum halten.

 

Eine solche Arbeit ist mehr eine "Sauerteig-Arbeit". Weil über Geld wenig in unserer Gesellschaft geredet wird, sind auch die Rückmeldungen, wie viel Geld in München über die Arbeit in diesem "Agenda-Spektrum" nach ethisch-ökologischen Kriterien angelegt wurden, sehr gering. So ist die Zahl von neu in diesem Bereich angelegten 200.000 €, die uns eher zufällig als Reaktion auf unsere Aktionen mitgeteilt wurden, eher die "Spitze des Eisberges". Es wurden wohl mehr Gelder neu in diesem Sektor angelegt, auch auf unsere Öffentlichkeitsarbeit hin.

 

5. Bürgerschaftliches Engagement, spez. von Kindern und Jugendlichen

Die Agenda-Koordination Eine Welt nahm an einigen Treffen der Koordination (Direktorium) zum Jahresthema: "Förderung des bürgerschaftlichen Engagements" teil. Anfragen von einigen Jugendgruppen und Schulklassen nach Hintergrund- und Informationsmaterialien zum Thema "Kinderarbeit" zeigten, dass hier Interesse bestand, das durch die o.g. Postkartenaktion 60.000 Stück) beeinflusst wurde.

 

Veranstaltungen – mit aktivierenden Formen – in den diversen Schulen waren gut und wichtig, aber doch eher "Eintagsfliegen". Es gab nur wenige Rückmeldungen von LehrerInnen, ob und wie die SchülerInnen am Thema weiter gearbeitet haben, obwohl die direkten Aussagen nach der Auswertung in den jeweiligen Klassen positiv war.

 

Auch mit den Jugendorganisationen (KJR, kath., evang. Jugend, BUND-Jugend etc.) gelang es so nicht, engere und langfristigere Formen der Zusammenarbeit auf zu bauen. Es wurde zwar von der Leitung her immer Interesse geäußert, aber eine direkte Kooperation mit "der Stadt", mit der "Agenda 21" war nur sporadisch zu erreichen.

 

Hier ist eine offene Zusammenarbeit weiterhin schwierig und immer kam als Grundlinie heraus, dass sie als größere Organisation ein starkes Interesse haben, etwas "führend" zu machen und nicht irgendwo "mit zu machen" und es waren immer Fragen nach dem, was "für uns finanziell herausspringt".

 

Interessant waren die Abendveranstaltungen zum Thema "A bisserl Zeit hätt ich schon" (spez. mit dem DGB-Bildungswerk), wo eigentlich in der Ausschreibung Agenda 21-Eine-Welt-Themen herausgestellt wurden, die Fragen, nach Möglichkeiten des "Engagements aber sehr stark sich auf den sozialen-gesundheitlichen Bereich hin orientiert waren. Hier musste ich mich als Referent sehr schnell auf diese Interessen einstellen.

 

6. Verstärkte Einbeziehung der Wirtschaft in den Bereich Agenda-Eine-Welt

Dieses Thema wurde auch im Berichtsjahr 2002 als Querschnittsaufgabe verstanden. "Allgemein"" ist es schwer, kleinere, mittlere und größere Unternehmen an Fragen der "Agenda 21" zu interessieren. Bei all unseren Aktivitäten, neue Aspekte "anzuschieben" oder bestimmte Themen und Anliegen am "laufen zu halten" ist immer ein konkreter Bezug notwendig.

 

Das hat sich immer bei unseren "Runden Tischen" gezeigt, wo immer wieder sehr unterschiedliche Interessensgruppen zusammen gekommen sind. Das ist nun beileibe keine "Ideologie", dass es nur auf Konsensbasis geht, aber für die lokale Agenda 21-Arbeit ist es wichtig, ohne Scheuklappen auf einander zu zugehen, ohne die eigenen Anliegen oder Interessen aus den Augen zu verlieren.

 

In diesem Sinne setzte die Agenda-Koordination eine Welt unspektakulär immer wieder die Anregung der bayerischen Agenda (KommA21) um, die Wirtschaft verstärkt in die Pflicht zu nehmen, aber auch "win-win-Situationen" zu schaffen.

 

... Als Querschnittsaufgabe ist der wirtschaftliche Aspekt sichtbar in den Bereichen: München gegen ausbeuterische Kinderarbeit (siehe oben), wo es natürlich auch Industrieverbände, Unternehmen und Gewerkschaften gibt, die eine Zusammenarbeit ("aus Arbeitsgründen", oder, weil dafür "nicht zuständig") nicht wollen.

 

Weiter ist er deutlich im Bereich der FLP-Blumen aus umweltgerechterer und menschenwürdigerer Produktion, wo es sehr mühsam ist, BlumenhändlerInnen zu gewinnen, zu Nachfolgetreffen eines Runden Tisches zu kommen, wo aber auch durchaus Interesse bei großen Gärtnergeschäften besteht, dass jemand von der "Blumenkampagne" eine Fortbildung für die Lehrlinge zum Thema macht.

 

... Auch im Bereich "Fair-Wertung", zum besseren Umgang mit Altkleidern sind immer wieder wirtschaftliche Interessen zu spüren, die versuchen, dass die Stadt München aus der aktuell guten Lösung aussteigt und verstärkt den gewerblichen Sammlern mehr Möglichkeiten gibt, ohne jegliche Auflagen.

 

Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, um das nur noch kurz aufzuführen, gibt es in den Bereichen der "Geldanlagen", Suche nach Marktzugängen aus einer nachhaltigen Bewirtschaftung mit Produkten aus dem amazonischen Regenwald, dass Bio-Anbieter verstärkt den Aspekt "Fair-Handel" in ihr Angebot aufnehmen,

 

Aber immer ist darauf zu achten, dass es sich um den Handlungsbereich "lokale Agenda 21" handelt, d.h. immer der lokale bezug hergestellt werden muss, und, dass es um Aspekte der Veränderung auf kommunaler Ebene geht. Die Agenda-Eine Welt ist keine bundesweit tätige "Nord-Süd-Gruppe".

 

7. Globales Lernen

2002 wurde mehr Wert darauf gelegt, die Bedeutung des "globalen Lernens", des entwicklungspolitischen Lernens/Eine Welt" in überregionale Gremien einzubringen, wie im Bereich der Umweltpädagogik, der Schuldidaktik usw. Hintergrund war die praktische Erfahrung, dass z.B. viele LehrerInnen sich schwer damit taten, das Thema im Unterricht zu behandeln, weil es keine entsprechende "Empfehlung" oder Anleitung des zuständigen Kultusministeriums gab.

 

Wichtig war dann, in vielen Veranstaltungen, Seminaren, bei Projekttagen an Schulen persönlich im Sinne des "globalen Lernens" aktiv zu werden, inhaltlich wie methodisch. Hier war die Personalsituation wirklich entscheidend. Viele Ehrenamtliche, die inhaltlich-methodisch unsere Themen gut "rüberbringen" können, können nicht einfach so am Vormittag in eine Schulklasse gehen, andere ehrenamtlich Tätige bräuchten eine bessere methodische Fortbildung oder ganz einfach auch ein kleines Honorar.

 

Hier sind die Grenzen des ehrenamtlichen Engagements deutlich, und als "Ein-Mann-Büro" der Agenda-Koordination Eine Welt ist es nachvollziehbar, dass nur ein Bruchteil der Anfragen, spez. von Schulklassen, erfüllt werden können, weil sonst die "andere" Arbeit liegen bleibt.

 

Wichtig war die Zusammenarbeit mit dem "Päd. Arbeitskreis Eine Welt/globales Lernen" des Nord Süd Forum, (u.a. bei Erstellung einer Lesung für die lange Nacht der Umwelt zum Regenwald), der MVHS-ÖBZ, der Arbeitsstelle eine Welt (Pädagogisches Institut), um nur einige zu nennen. Mit der ersten Ausarbeitung von Materialien für eine Mappe zum Aspekt "Kinderarbeit" wurde begonnen.

 

9.Koordination des Eine-Welt-Bereichs bei der Aktionsmeile "Rio + 10"

Die Aktionsmeile des Münchener Agenda-Büros "Rio + 10" am 15.9.02 war ein überaus großer Erfolg. Nach vorsichtigen Schätzungen waren dazu über 100.000 BesucherInnen in die Ludwigstrasse gekommen. Aufgabe der Agenda-Koordination Eine Welt war dabei spez. die Eine-Welt/Nord-Süd-Gruppen dafür zunächst zu motivieren und dann auch mit zu betreuen. Es nahmen auch ca. 20 Gruppen aus dem Eine-Welt-Bereich daran aktiv statt. Die Rückmeldungen waren sehr positiv.

 

  1. Arbeitsbereich: Die Arbeit Münchens bei der lokalen Agenda 21 (hier spez. den Eine-Welt-Bereich) überregional bekannter zu machen...

Es ist weiterhin so, dass, um es in der neuen Ausdrucksform zu sagen, dass München bei der Agenda 21 -Bereich Agenda-Eine Welt- bundesweit "sehr gut aufgestellt" ist und die Aktivitäten in anderen Kommunen, Städtetag, Fachgremien und politischen Organisationen sehr positiv zur Kenntnis genommen werden.

....

 Münchner KooperationspartnerInnen im Jahre 2002

Mit dieser beispielhaften Aufstellung soll kurz das breite Spektrum aufgezeigt werden, mit welch unterschiedlichen Gruppen, Unternehmen, Dienststellen etc. zusammen gearbeitet wurde, bzw. von wem es Unterstützung gab. Allen sei herzlich gedankt.

 

Aktion Hoffnung / Amt für Abfallwirtschaft /Arbeitskreis der städt. Agenda-Beauftragten / Arbeitsstelle Eine Welt des Pädagogischen Instituts/ Ausländerbeirat München/ Berufsschule für den Einzelhandel /Blumengroßhändler / Bürgerstiftung für ein zukunftsfähiges München / Bündnis 90/Büro Dritter Bürgermeister / Direktorium der LHM / Casa do Brasil //DAAD-Deutsche Akademische Auslandsdienst /Die Grünen (Landtag und Stadtrat)/ DGB-Bildungswerk / Direktorium der LHM "Jahr des Ehrenamts" /Carl Duisberg-Gesellschaft/ Das Samstagsblatt /Evang. Dekanat München / Evang. Pressedienst / Eine Welt Haus /Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. / Fachhochschule München – Sozialwesen Pasing / FairKauf München/ FIAN München/ Föbe / Fremdenverkehrsamt München / Gesundheitsladen München / German Watch München / GLS-Bank/ Green City / Großmarkthalle München /Frauenbank i.G. /HerMerlin / Hofpfisterei München / Industrie- und Handelskammer /IG B.A.U./ Inka e.V. / InWent / Jugendzeitschrift clash / Jugendinformationszentrum / Jusos Bayern / Katholische Hochschulgemeinde / Kindergarten in der Waxensteinstraße / Karlsgymnasium /Katholische Arbeitnehmer-Bewegung / KED Bayern / Kreisjugendring München/ Kulturreferat /Ludwigsgymnasium /Luisengymnasium / Luitpoldgymnasium /, Max Planck Gymnasium / Mini-München / Misereor Bayern / Missio München / Mobil-Spiel e.V./ Münchener Merkur / Münchener Stadtinformationen im Rathaus / Münchener Volkshochschule/ÖBZ / Nord Süd Forum München e.V. (AK München-Harare- Lateinamerika-AK, Pädagogik-Arbeitskreis)/ Oeko-Kick/ OIKOS / Paulo Freire Gesellschaft e.V. / Perugruppe München/ Pro Regenwald München e.V./ Radio Lora / Radio Maroni (Kinderradio) / Referat für Arbeit und Wirtschaft / Referat für Gesundheit und Umwelt (Ö-K- und diverse Abteilungen) /Refugio Kunstwerkstatt für Flüchtlingskinder / Schulreferat (Umweltkoordination und Kindergartenreferat)/ Selbsthilfezentrum München e.V. / Sozialreferat / Sparkasse München / SPD (Landtag und Stadtrat) / Süddeutsche Zeitung (Magazin) /Thomas Mann Gymnasium /Tatendrang/ Transparency International/terres des hommes / Umweltinstitut (Münchener Stadtgespräche) / Verdi / Verbraucherzentrale München/ Versiko / Völkerkundemuseum München / W. Röntgen-Realschule /Willi Graf Gymnasium / WUS ...

 

V. Fazit:

Die Schwerpunktsetzung im Jahre 2002 auf die Bereiche "Kampagne gegen ausbeuterische Kinderarbeit", KlimaBündnis München-Ashaninka und die "Aktionsmeile Rio+10" hatte den Vorteil, dass neue PartnerInnen in die Arbeit einbezogen werden konnten und, dass die Agenda 21 – Eine Welt in München (auch für Jugendliche) "fassbarer" und überregional bekannter wurde. Von daher gab es auch die Einladungen auf bundesweiter Ebene.

 

Ein sichtbarer "Beweis", weil halt in einer Großstadt vieles über die Medien zum Thema wird, waren große und interessante Zeitungsartikel (siehe Anlagen). Viele Personen, auch solche, die schon lange über die Arbeit der Agenda 21- Eine Welt informiert sind, zeigten größeres Interesse, "weil es in der Zeitung stand", weil was interessantes darüber im Radio gesendet wurde.

 

... Die Stadt München ist bundesweit bekannter geworden als eine Stadt, in der trotz knapper Mittel darauf geachtet wird, Wege einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Entwicklung zu gehen, auch im Bereich internationaler Gerechtigkeit.

 

Die angewandten Methoden: Runde Tische mit unterschiedlicher Zusammensetzung, das Bemühen, in konkreten Bereichen Veränderungen zu erreichen brachte konkrete Ergebnisse.

 

...Durch die eigene pädagogische Tätigkeit (aktivierende, motivierende Referententätigkeit) in Schulen, Seminaren, Veranstaltungen wurden im Jahre 2002 leicht über 1000 Menschen "erreicht", dabei sind natürlich nicht Großveranstaltungen wie die Aktionsmeile Rio + 10 (mit hundertausend BesucherInnen) gemeint. ...            (Heinz Schulze)