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gsundheit!

Migranten-Kids spielen ihre eigenen Szenen zum
Thema Gesundheit und Eine Welt und lassen sie jeweils
durch das Publikum verändern,
Studierende der FH München erarbeiten mit
ihnen
Materialien für Migranten
Ende März bis Oktober 2003, Premiere am 1. Juni 2003 im
INKOMM
Das
Jahresthema Gesundheit der Münchner AGENDA 21 kann mit
unserem Projekt zur Theater-Arbeit von Studierenden der FH
München Fachbereich Sozialwesen mit Migranten-Kindern in
verschiedenen Einrichtungen in München verwirklicht
werden.
Für
das nun fünfte Projekt in dieser Forum-Theater-Reihe ist eine
Weiterarbeit in mehreren Modulen zur Dokumentation und zur
Verbreiterung der Wirkung wünschenswert, da durch die bisher
meist knappe Finanzierung der Projekte die Pressearbeit und
die Weiterwirkung in den Einrichtungen und in den
Kulturkreisen im Hintergrund blieb.
Für
Gesundheit ist vordergründig in unserem Land gesorgt,
doch bleibt das Bewusstsein für die eigene Körperlichkeit im
Schul- und Berufsalltag bei den Meisten auf der Strecke: Weder
Ernährung, Bewegung, Atmung noch Ruhegelegenheiten sind Themen
des schulischen und des städtischen Lebens, wenn sie sich
nicht, bedingt durch Krankheiten und Überforderungen selber
melden.
In
vielen kulturellen Zusammenhängen werden die körperlichen
Entwicklungen als Schicksalshaft empfunden, wenn sie nicht in
aufgesetztem Stress zu modernen Muskeltrainings und zu Diäten
geraten. Zwischen Magersucht und Imponiergehabe, Kraftmeierei
und tiefer Verunsicherung durch den kulturell
verschiedenartigen Umgang mit Pubertät und Sexualität,
Erziehungs- und Beziehungsmustern, Aufklärung und Ehre fehlen
meistens die richtigen Worte.
So
wird bei den Kindern und Jugendlichen Ernährung ein
Ausgangspunkt für die Gespräche und Szenen sein, in denen die
häusliche Versorgung und das eigene Konsum-Verhalten (süsse
Getränke, rauchen, Pausen-Mahlzeiten ...) Thema sind; wenn
genügend Vertrautheit entsteht, können auch die tieferen
Themen und Konflikte darum zu Szenen werden.
Auch der
Selbsthilfe-Bereich kann hier die unterstützenden
Kräfte der Kinder und Jugendlichen mobilisieren, die immer
mehr diversivizierenden Migranten-Kulturen bleiben bisher
meistens im Schatten des motivierten Bürger-Engagements.
Anlaufpunkte wie Selbsthilfezentrum, EineWeltHaus,
Gesundheitsladen, Refugio und Donna Mobile sollen auch in den
Jugendbereich eingebunden werden.
Über die
Jugendtreffpunkte und Modellprojekte in Schulen kann unser
Projekt sowohl über die Aufführungen, als auch durch
übersetzte Veröffentlichungen auch noch die Eltern-Generation
und ihre Umkreise ansprechen, informieren und zur Mitarbeit
einladen.
1.
Migranten-Kids spielen eigene Szenen zur "Gsundheit!"
Erstellung von
ca. fünf Szenen durch Migranten-Kids unter Anleitung von
Studierenden und den TheaterpädagogInnen Vivi Balby und Fritz
Letsch, in Zusammenarbeit mit IMKOMM und fhm, FB 11
Sozialwesen Pasing Prof. Dr. Tilo Klöck Schwerpunkt Migration
März bis Mai 2003
2. Entwicklung
von Projekt-Tagen "G'sundheit" für Schulen
Veröffentlichen des Modell-Projekts und bei Gelingen
einer stabilen Gruppenbildung Weiterführung bis zu mehreren
(Schul-) öffentlichen Sommer-Aufführungen.
Schul-Material kann verschiedene Einstiege und
Lehrplan-Verknüpfungen, die wir mit Lehrkräften erarbeiten,
enthalten: Schneller essen und Kalorien-trinken, Körpergefühl
und gefährliche Gefühle, Angst und wie Sicherheit gewinnen, in
eigenen Szenen ausdrücken und die Lösungen der anderen
einschätzen ...
und
dahinter auch noch selbst die wirtschaftlichen Einflüsse
wahrnehmen: Werbung und Umwelt, Energieverbrauch und Fairer
Handel, einfach und gut leben, der ökologische Fussabdruck,
den eigenen Maßstab entwickeln, ...
unter Anleitung von TheaterpädagogInnen, unterstützt
durch gruppen-anleitende Studierende (stud.Soz.päd.) und
pädagogische Arbeitskreise der verschiedenen
Schul-Stufen
3. Migranten-Kids übersetzen die
Agenda 21 in den Alltag
In Zusammenarbeit mit dem Pädagogik-Ak
des Nord-Süd-Forums und INKOMM, PI ? Gesundheitsladen und
donna mobile?
Inhalte der Modellprojekte mit
Theater-Methoden und in der Kommunikation zur Gesundheit in
einer (2?) Hauptschule(n), evtl. auch in Realschule /
Gymnasium schriftlich fassen und durch die beteiligten
SchülerInnen in verschiedene Sprachen übersetzen lassen,
entwickeln von Sprachspielen, Sprichwort-Sammlungen und
Schlüssel-Themen für die Weiterarbeit.
4. Erarbeitung von
mehrsprachigen Grundlagen-Informationen
Die mit den SchülerInnen gemeinsam
erarbeiteten Materialien für die Münchner AGENDA 21 als
Broschüren herausgeben:
Flyer oder Broschüren drucken, Sendungen
in Radio Lora mit Schülern und Studierenden, Beiträge oder
eigene Seite in den "Münchner Stadtgesprächen", in den
"Umbrüchen" und im "Gesundheitsladen-Magazin" evtl. auch in
der schulischen oder städtischen Rubrik der Süddeutschen
Zeitung.
Anfragen zur
Mitarbeit und zu Auftritten an fritz letsch 
ausbeuterische Kinderarbeit

Die ILO-Konvention 138
zum Mindestalter:
Artikel 2.3
Die Konvention legt fest: Das Mindestalter sollte nicht
unter dem Alter liegen, bis zu dem die Schulpflicht gilt,
mindestens aber 15 Jahre sein. (Artikel 2.3.)
Artikel 3.1 Das
Mindestalter für die Zulassung zu jeder Art von Beschäftigung
oder Arbeit, die durch ihre Natur oder die Umstände, unter
denen sie verrichtet wird, dazu führt, dass die Gesundheit,
die Sicherheit oder Moral junger Menschen gefährdet wird,
sollte nicht unter 18 Jahren liegen.
Die ILO Konvention 182 »Übereinkommen über das
Verbot und unverzügliche
Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der
Kinderarbeit«
Artikel 3: Für die Konvention 182 gilt der
Ausdruck »Kind« für alle Personen unter 18 Jahren.
Artikel 4: Im Sinne dieses Übereinkommens umfasst
der Ausdruck »die schlimmsten Formen der Kinderarbeit«:
a) alle Formen der Sklaverei oder
sklavereiähnlichen Praktiken, wie den Kinderverkauf
und den Kinderhandel, Schuldknechtschaft und
Leibeigenschaft und Zwangsarbeit, einschließlich der
Zwangsrekrutierung von Kindern für den Einsatz in
bewaffneten Konflikten,
b) die Heranziehung, die Vermittlung oder das
Anbieten eines Kindes zur Prostitution, zur Herstellung
von Pornographie oder zu pomographischen Darbietungen,
c) die Heranziehung, die Vermittlung oder das
Anbieten eines Kindes zu unerlaubten Tätigkeiten,
insbesondere zur Gewinnung von Drogen und zum Verkehr mit
Drogen, wie sie in den einschlägigen internationalen
Ubereinkünften definiert sind;
d) Arbeit, die ihrer Natur nach oder auf Grund der
Umstände, unter denen sie verrichtet
wird, voraussichtlich für die Gesundheit, die Sicherheit
oder die Sittlichkeit von Kindern schädlich ist.
Sie finden die gesamten Texte der Konventionen unter
http://www.ilo.org/

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Agenda Büro Eine Welt
im
Referat für Gesundheit und Umwelt
Heinz
Schulze, Implerstr. 9, 81371 München,
Neue
Telefon-Nr.: 233-39658
Mail:
agendaeinewelt.rgu(at)muenchen.de
in 2003
neuer Schwerpunkt Gesundheit,
und vor
allem Realisierung der Masnahmen gegen ausbeuterische Kinderarbeit
auf allen Ebenen.
Zur
Zeit in Vorbereitung:
eine
Handreichung zur politischen Durchsetzung der Kinderrechte,
Aufdeckung der Billig-Produktionen auf Kosten von Kindern
...und den Möglichkeiten, die die Stadt München bereits umsetzt
siehe auch http://www.kindernothilfe.de/schwerpunkte/kinderarbeit/
http://oneworldweb.de/organisationen/aktion.html und www.suedwind.at
das war
2002  Städtepartnerschaft HARARE
-MÜNCHEN

Das
Nord Süd Forum München e.V. war am Zustandekommen der
Städtepartnerschaft beteiligt und arbeitet seitdem aktiv daran,
diese Partnerschaft mit Leben zu füllen und Begegnungen und
Austausch auf der bürgerschaftlichen Ebene zu ermöglichen.
Zur Umsetzung dieses Ziels hat sich innerhalb des Nord Süd
Forums der Arbeitskreis HaMuPa (Harare – München Partnerschaft)
gebildet.
Er bietet
Informationen über Harare und Zimbabwe
regelmäßige Informationsveranstaltungen über die
Städtepartnerschaft
Organisation von Lesungen und Ausstellungen
einen
Shona-Sprachkurs
einen
lebendigen entwicklungspolitischen Diskurs
Er vermittelt
Kontakte zu
Vereinen und Organisationen in Harare
Zimbawe-Aufenthalte für PraktikantInnen
Kontakte und Adressen für Reiselustige
Brief-
und Emailfreundschaften mit Menschen in Harare
Referenten für Vorträge an Schulen, Agenda-Initiativen etc.
Er unterstützt
den
demokratischen Widerstand der Bürgergruppen
den
Vertrieb von fair gehandeltem Kunsthandwerk aus Zimbabwe
ausgewählte soziale und ökologische Projekte in Harare
Fortbildungen für Zimbabwer in München
Bei HaMuPa trifft man regelmäßig
Gäste aus
Zimbabwe
interessierte Münchner Stamm- und Zaungäste
hier
lebende Zimbabwerinnen und Zimbabwer
Entwicklungshelfer- und expertinnen
Der
Arbeitskreis Städtepartnerschaft München – Harare (HaMuPa) versteht
sich als Forum für alle an der Städtepartnerschaft Interessierten
und trifft sich einmal monatlich im EineWeltHaus. Er fungiert als
Anlaufstelle für alle Fragen bezüglich Harare / Zimbabwe und als
Organisator verschiedenster Projekte: Es werden Vortrags- und
Diskussionsveranstaltungen und Seminare zur aktuellen politischen
Lage in Zimbabwe organisiert.
Im
Rahmen des ASA-Programms werden Praktikanten von Nord nach Süd und
von Süd nach Nord vermittelt.
Mitglieder des Arbeitskreises stellen sich als
Ansprechpartner für Schulen zur Verfügung und beteiligen sich an
öffentlichen Aktionen zu Themen der Bürgerbeteiligung und
nachhaltiger Entwicklung in München.
Infocenter für Zimbabwe
In der
Geschäftsstelle des Nord Süd Forums im EineWeltHaus München werden
bereits seit Beginn der Städtepartnerschaft Zeitungs- und sonstige
Presseartikel über Zimbabwe systematisch gesammelt und ausgewertet.
Des weiteren ist NOSFO durch vielfältige Kontakte nach Zimbabwe und
über das Internet stets über das Tagesgeschehen in Zimbabwe
informiert. Täglich werden interessante Artikel über Zimbabwe an
Interessierte verschickt. Bei Interesse bitte an Hilger
Lohringer wenden.
Des
weiteren bietet das Münchner Nord Süd Forum allen an
Entwicklungszusammenarbeit Interessierten ein Archiv mit
Presseartikeln sowie neueste entwicklungspolitische Informationen.
Regelmäßige Kontakte zu Münchner Pressevertretern werden gepflegt.
Anlässlich verschiedener Veranstaltungen wird von HaMuPa
Kunstgewerbe aus Zimbabwe zugunsten unserer Partnerprojekte
verkauft.
Shona –
Kurs
Seit
März 2001 bietet HaMuPa einen Shona-Sprachkurs an.
Die
Bantusprache Shona ist, neben Ndebele die bedeutendste Landessprache
in Zimbabwe und wird von zwei Drittel der Bevölkerung
gesprochen.
Der
Sprachkurs trifft sich einmal wöchentlich, Kursgebühr € 5,-;
ermäßigt € 2,50;- pro Stunde. Kontakt über das Nord Süd Forum.
Ausstellung
München für Harare
Die
Ausstellung zeigt die Schönheiten Zimbabwes und seiner Hauptstadt,
aber auch die sozialen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen
Probleme des Landes.
Vorgestellt wird das Glen Forest Development Centre in
Harare, das vom Verein München für Harare e.V. unterstützt wird. Der
ehrenamtlich arbeitende Verein wurde auf Initiative einiger Münchner
Stadtratsmitglieder zur Förderung von Kindern und Jugendlichen in
Harare gegründet.
Quelle:
Nord-Süd-Forum München e.V. 
 Nachrichten aus
Mails

 Workshops zu
Forum-Theater und Legislativen Foren zur AGENDA 21 + Asyl
2002

Interessierte und Migranten spielen
ihre eigenen Szenen zu ausbeuterischer Kinderarbeit und zur Zukunft
der Städtepartnerschaft mit Harare - und lassen sie jeweils durch
das Publikum verändern - Workshops zu Forum-Theater und Legislativen
Foren
Forum-Theater für
Interessierte, MigrantInnen, PädagogInnen:6 Termine Mittwochs
jeweils ca 19.30 -22 Uhr + Aufführung bei der Aktionsmeile
Rio + 10 am 15. Sept. 2002
Themen und Ziele der einzelnen
Abende: Kennenlernen der Methoden und Anwenden
Anfang August: Erarbeitung von
Szenen zu LOGO und den Hintergründen der Clean-Cloth-Campain,
internationales Arbeitsrecht und ausbeuterischer Kinderarbeit
Bis 15. September: Erarbeitung und
Aufführung von Szenen zur Städtepartnerschaft mit HARARE und der
AGENDA 21-Situation in SIMBABWE, auch mit Leuten von dort,
zur Aufführung bei der RIO + 10 Aktions-Meile auf der
Leopold-Strasse
Workshops zu Forum-Theater und
Legislativen Foren
Themen und Ziele der einzelnen
Abende: Kennenlernen der Methoden und Anwenden
1. Projektteil Anfang August:
Erarbeitung von Szenen zu LOGO (kritische Warenzeichen-Kampagne) und
den Hintergründen der Clean-Cloth-Campain, internationales
Arbeitsrecht und ausbeuterischer Kinderarbeit
Zu den Workshops im Eine Welt Haus
kamen vor allem MultiplikatorInnen, die die angebotenen Methoden
kennenlernen und vertiefen wollten, aber auch Interessierte aus
Gruppen, die ihre eigenen Themen zur Kinderarbeit klären und der
Öffentlichkeit vorstellen möchten.
Die vorbereiteten Inhalte zu den
Kampagnen gegen ausbeuterische Arbeits-Situationen und zur
Kinderarbeit waren den meisten als Hintergrund geläufig, die
Möglichkeit, vom Wissen zum Handeln zu kommen, wurde als persönliche
Erleichterung, der öffentliche Auftritt aber auch als Anspannung
empfunden.
Ausgangs-Situation war immer das
konkrete Erleben, die grösste Angst /der massivste Ärger ... die in
etlichen Personen sehr stark mit Flucht assoziiert war. Davon gingen
wir thematisch weiter zu den Themen der AGENDA 21: Zusammenhänge der
Wirtschaften hier und in anderen Ländern, Billig-Lohn-Projekte im
Erleben der Teilnehmenden, Schnäppchen-Jagd und Konsum-Orientierung.
Die Auseinandersetzung mit den
internationalen Kampagnen brachte dann ein Gefühl der Stärke und der
Solidarität: Zu wissen, daß in den verschiedenen Kulturen gegen das
Unrecht von unfreiwilligen und knechtischen Arbeitsverhältnissen im
Auftrag modischer Konzerne durch Information der Beteiligten und der
KonsumentInnen vorgegangen wird, setzt unsere Aufgabe in klare
Zusammenhänge.
Die erarbeiteten Szenen von Dialogen
sowohl hierzulande, als auch in den Billig-Lohn-Situationen bleiben
dann allerdings in der Workshop-Phase stehen, finden nur in einem
Tag in Mini-München Anwendung in der Öffentlichkeit, weil die
Lebens- und Arbeits-Situationen der einzelnen Teilnehmenden (zum
Teil Schicht-Arbeit, zum Teil Familienpflichten) eine projektierte
gemeinsame Aktion während der Leichtathletik-Veranstaltungen nicht
möglich werden lassen.
Eine späte Anwendung finden einige
erarbeitete Szenen aber dann noch am Tag des Flüchtlings im Herbst.
2. Projektteil:
Bis 15. September: Erarbeitung und
Aufführung von Szenen zur Städtepartnerschaft mit HARARE und der
AGENDA 21-Situation in SIMBABWE, auch mit Leuten von dort, zur
Aufführung bei der RIO + 10 Aktions-Meile auf der Leopold-Strasse am
15. Sept. 2002: 4 Frauen in der Kerngruppe und unregelmässige
Teilnahme der afrikanischen jungen Männer und AK-Mitarbeitender
DAS LEBEN IM AFRIKANISCHEN DORF IN
DER LUDWIGSSTRASSE
Aus den Vor-Arbeiten kommen wir
diesmal (einige Teilnehmende aus der ersten Reihe sind wieder dabei)
schneller in die Szenen, weil neue Teilnehmende entweder aus den
Situationen kommen (Flucht, Verfolgung der Opposition in Simbabwe)
oder diese schon aus der Arbeit des AK Harare kennen.
Das Setting muss nun schon vorher in
die Aktionsmeile eingeplant werden und ist ein ganztägiger, fast
statischer Ablauf: Vor der "afrikanischen Rundhütte", die als
Anziehungspunkt und Ausstellungs- wie Info-Stand dient, sitzen die
Mitwirkenden auf abgeschnittenen Holz-Hockern, (allerdings Stämmen
aus den Münchner Wäldern). Freie Hocker zwischen den Agierenden
laden zum Verweilen ein, kurze vorbereitete Szenen der
Auseinandersetzung zu den heissesten Themen werden angespielt:
Vorbereitet waren Szenen zu Flucht
und Übergriffen der Regierungspartei und von Militärgruppen, zu Aids
und der schwierigen Prävention bei Jugendlichen, weil das Thema in
der gesamten Kultur keine offene Sprache findet, zu Hunger und zum
Sinn von Soidaritätsprojekten, wie sie von München aus unterstützt
werden.
Sehr gefragt waren die
Mirimba-Konzerte, sowohl der afrikanischen Freunde, als auch der in
Simbabwe aufgewachsenen Mädchen, Verwunderung brachten die aus dem
Hintergrund verstärkt zu hörenden ruhigen Klänge der Mbira, des
Daumenklaviers, die aus einer grossen Kürbis-Schale gut zu hören
waren.
Die Baumstämme vor der Stohhütte
luden zum Verweilen ein, ins Gespräch zu kommen. Überraschend viele
BesucherInnen wussten aus den Zeitungen von der Städtepartnerschaft,
aber wenig zu den Lebensbedingungen, die dort aktuell herrschen.
Die vorbereiteten Szenen blieben
dabei fast immer im Hintergrund, weil die meisten der Teilnehmenden
sich sich für längere Szenen nicht genug Sicherheit erworben hatten,
und die Erwartung zum Start auf die jeweils anderen verschoben
wurde; das Eingreifen bzw. Mit-Diskutieren der Gäste wurde dann auch
gleich zur Rückkehr in vertiefende Gespäche genutzt, die allerdings
dann sehr intensiv abliefen.
Fritz Letsch 
"Ich
würde versuchen, mich anzupassen und mich nicht vor den Sachen zu
ekeln"
Begleitveranstaltungen zur Ausstellung München – Amazonas
Die
Ausstellung wurde im Rahmen des KlimaBündnisses und der Münchner
Agenda 21 - Eine Welt – von Dezember 1999 bis Ende Februar 2000 am
Pädagogischen Institut der Stadt München gezeigt. Dort fanden auch
die Begleitveranstaltungen statt.
Impressum: © Erstellung und Durchführung: Heinz Schulze,
Agendakoordination Eine Welt c/o Referat für Gesundheit und Umwelt
(RGU), Implerstr. 9, 81371 München April 2000
Spendenkonto: Pro Regenwald e.V. Nr. 149070-800 bei der
Postbank München
BLZ
70010080 (Bitte unbedingt - wegen Spendenquittung - Namen und
vollständige Adresse sowie das Kennwort: Ashaninka angeben!)
 |
Informationsschrift: München unterstützt ein Projekt
der Ashaninka-Indianer im peruanischen Regenwald |
 |
Poster
(farbig) A-1 München-Amazonas |
 |
Zwischenbericht: Fortschritte unseres Projektes
"integrale ökologische, indigene Dorfgemeinschaft Boca de
Kiatari |
Bezug:
Agendakoordination Eine Welt (RGU), Implerstr. 9, 81371 München
Hintergrund
Im
Rahmen des KlimaBündnisses europäischer Städte mit den indigenen
Völkern des Regenwaldes, dem München beigetreten ist, gibt es eine
Projektpartnerschaft mit dem Volk der Ashaninka im peruanischen
Regenwald.
Im
Rahmen des KlimaBündnisses hat sich die Stadt München verpflichtet,
kein Tropenholz zu verwenden (dazu gibt es einen entsprechenden
Stadtratsbeschluß), den CO²-Ausstoß radikal zu reduzieren (das
bleibt als Hausaufgabe weiterhin zu tun) und, indigene Völker im
Kampf um den Erhalt ihres Regenwaldes zu unterstützen.
Das
sind natürlich auch elementare Bestandteile eines lokalen Agenda
21-Prozesses.
Deshalb
ist die finanzielle jährliche Unterstützung durch die Stadt München,
die politische Unterstützung durch die Stadtspitze (z.B. zur
Sicherung von Landtiteln der Ashaninka), Öffentlichkeits-und
Bildungsarbeit, Spendensammlung etc. Teil der Eine-Welt-Koordination
im Rahmen der lokalen Agenda 21 in München.
Beteiligte Stellen und Gruppen sind: Büro 3. Bürgermeister,
Gesundheits- und Umweltreferat, Pro Regenwald, Nord-Süd-Forum
München e.V., Perugruppe München. Koordiniert wird diese Arbeit
durch die Agendakoordination Eine Welt.
Von
dieser wurde auch die Ausstellung "München - Amazonas" erstellt.
Diese Ausstellung (weiterhin ausleihbar), in Verbindung mit der
Ashaninka-Ausstellung der Informationsstelle Peru e.V. (Freiburg)
konnte dank der Kooperation des Pädagogischen Instituts
(Schulreferat) von Dezember 1999 bis Ende 2000 dort in zwei
Stockwerken gezeigt werden.
Insgesamt waren 242 SchülerInnen in der Ausstellung und bei
den Begleitveranstaltungen.
Zur
Ausstellungseröffnung am 9.12.1999, 16 Uhr konnten ca. 35 Gäste
begrüßt werden.
"Globales Lernen"
Angebote, wie das hier beschriebene, Führungen mit
Begleitveranstaltungen) sollten möglichst viele Elemente des
"globalen Lernens" aufgreifen und dabei die zur Verfügung stehende
Zeit und die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen der SchülerInnen
berücksichtigen.
"München - Klimabündnis - Amazonas - indigene Völker" sind
Bestandteile unserer Realität.
Zu den
Elementen des "globalen Lernens" für diesen Ausschnitt aus unserer
globalen Lebenswirklichkeit gehört z.B.
- zu
lernen, eine Orientierung für das eigene Leben zu finden, als auch
eine Vision für
das
Leben in einer human gestalteten Weltgesellschaft zu erarbeiten. Das
muß sich in
entsprechenden didaktischen Bemühungen und pädagogischem
Handeln
niederschlagen,
- zu
lernen, unterschiedliche Menschen und Lebensstile kennenzulernen und
mit ihnen
zu
kommunizieren, zu motivieren, sich mit dem "Anderen" zu
beschäftigen,
unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen früh
kennenzulernen,
-
Empathie zu üben und lernen, gute Fragen stellen zu können: "Es gibt
keine dummen
Fragen,
nur dumme Antworten",
- auf
die Bedeutung des Regenwaldes, auch für unsere Lebensqualität
(Sauerstoffproduktion) hinzuweisen, ohne den "erhobenen
Zeigefinger" zu
gebrauchen,
-
Exemplarisch arbeiten und bei Wunsch Handlungsmöglichkeiten
aufzeigen (Ja, man
kann
was machen, ja, ich kann was machen)
Für die
Diskussion mit den älteren SchülerInnen gilt als Richtschnur
darüberhinaus:
Es gibt
keine Solidarität in abstrakten Kategorien. So gibt es auch keine
Solidarität mit "dem Urwald". Es geht um Kooperation und Interessen.
Die Ashaninka brauchen keine Experten, die sagen, wie sie mit dem
Wald umgehen sollen. Wir müssen uns hier vielmehr zu Experten
machen, wie wir z.B. den Treibhauseffekt verringern. Es geht um
unser gemeinsames Klima und "deren"Wald. Deshalb ist es wichtig,
gemeinsam an diesem Problem zu arbeiten. Und wenn wir z.B. die
Ashaninka unterstützen, dass sie Landtitel bekommen, helfen wir
ihnen und unserem Klima.
Solche
Gedanken standen Pate bei der Erarbeitung der konkreten Materialien,
der jeweils konkreten Planung der Veranstaltung, wie des gemeinsamen
Lern-Lehrnprozesses als "Schüler-Lehrer/Lehrer-Schüler" (Paulo
Freire).
Mir
haben die Treffen (von Arbeit zu reden ist nicht ganz richtig) mit
den SchülerInnen und LehrerInnen viel Freude gemacht. Für ihr
Interesse möchte ich mich sehr herzlich bedanken. Heinz Schulze,
Agendakoordinator Eine Welt
1.
Hintergrund
2.
Globales Lernen
3.
Einführung zur Situation der indigenen Völker und der Ashaninka
4.
Techniken und Übungen zur Ausstellung und den Begleitveranstaltungen
5.
Auswertung und "Besonderheiten" mit Beispielen
6.
Anhang
Situation der indigenen Völker und der Ashaninka
"Der
längste Krieg unserer Geschichte ist jener Krieg, der gegen die
indigenen Völker geführt wurde und wird".
(Dachverband der indigenen Völker der Amazonasländer - COICA)
Indigene Völker leben in allen 5 Kontinenten, in über 75
Staaten der Welt. "Indigene Völker" sind die mehr als 400 Völker
Zentralafrikas, die Kanaken der melanesischen Inseln, die Inuit
(Eskimos), die Adivasi in Indien oder die ca. 1000 indigenen Völker
in Nord- und Südamerika.
Die
kulturelle Vielfalt der Welt wird von den 300 Millionen Menschen
getragen und bewahrt, die nur noch 4 % der Weltbevölkerung
ausmachen. Sie kontrollieren noch knapp 13% der Weltoberfläche, die
zu den wichtigen ökologischen Regionen für den Erhalt der
natürlichen Reichtümer und Artenvielfalt gehören. Natürlich sind die
indigenen Völker sehr unterschiedlich. Aber in ihrem Verhältnis zum
Land gibt es weltweit große Übereinstimmungen.
Die
meisten indigenen Völker betonen in ihren sprachlichen und
philosophischen Strukturen die Kosmologie der heiligen "Mutter
Erde".
Etwas
salopp kann auch gesagt werden, dass ein weiteres Merkmal indigener
Völker ist, dass sie eine ethnozentristische Sichtweise haben, d.h.
sie verstehen sich als das Zentrum der Welt oder des Universums.
Dabei haben sie aber keinen Missionierungsdrang entwickelt - sie
wollen nicht alle anderen bekehren. Die Akzeptanz des "Anderen" ist
selbstverständlicher als in vielen sog. Hoch-Zivilisationen.
Für die
indigenen Völker ist die Welt komplexer als in der Sichtweite
orthodoxer Marxisten oder zeitgenössischer Neoliberaler, die nur die
ökonomische Basis sehen, oder auch solcher "Indianerfreunde", die
ausschließlich die spirituellen Aspekte wahrnehmen wollen.
Indigenes Denken sagt: "Aus der Mutter Erde wird man geboren
- von ihr lebt man - und in sie kehrt man zurück." Für die indigenen
Völker ist Urwald kein "Ökomuseum", in ihm und von ihm will und muss
man leben.
Für die
Gestaltung dieses Lebens sind die lokalen (Dorf)gemeinschaften
äußerst wichtig (und differenziert organisiert). Hier werden u.a.
die Besitzverhältnisse und Rechte des Zugangs zu den natürlichen
Reichtümern geregelt: Das Spektrum reicht von ausschließlichem
Gemeinschaftsland über Mischformen bis zum Privatbesitz kleiner
Flächen; bei jeweils klaren Regeln, wie die Erträge aus Fischfang,
Jagd oder Gartenwirtschaft gemeinschaftlich aufzuteilen sind.
Land
ist Grundlage für die spirituelle Existenz, nicht umgekehrt. Auch
indigene Völker leben nicht von "Luft und Liebe". Heute sind die
Nutzungsformen unterschiedlich und beeinflusst von politischen (z.B.
Landreform) oder wirtschaftlichen Maßnahmen in der Region wie
Holzeinschlag, Goldgewinnung oder Erdölförderung,.
Auch
die indigene kulturelle Identität ist widersprüchlich: Es
gibt keine Kommission, die auf einer bestimmten Ausschnittgröße
eines Dirndls oder festgelegten Maschenstruktur der Wadlstrümpfe
besteht, will sagen: Es gibt Diskussionen, Auseinandersetzungen und
Spannungen zwischen Jungen und Alten, zwischen überkommenen und
"neuen" Sitten, zwischen z.B. "erretteten,
christlich-fundamentalistisch Bekehrten" und denjenigen, die am
Schamatismus festhalten, zwischen den Geschlechtern und sozialen
Klassen, wie im Verhalten zu politischen Wahlen.
Ist ein
Indianer mit Armbanduhr und Sonnenbrille ein Indianer?
Einerseits sollen keine Mythen vom "edlen Wilden" verbreitet
werden, andererseits durchaus die allgemein bei den Indigenen
vorhandene Achtung vor der Heiligkeit der Erde transportiert werden.
Diese
soziale Beziehung Mensch - Natur ist elementar.
Der
weltweit stattfindende Kampf indigener Völker um Autonomie macht
deutlich, wie wichtig den indigenen Völkern der Zugang zu den
natürlichen Reichtümern ist. Hierzu sind heute amtlich vergebene,
offizielle Landtitel von herausragender Bedeutung.
Innerhalb des Prozesses einer aktiven lokalen Agenda 21 - für
ein zukunftsfähiges München - wie wir ihn in München praktizieren,
ist eine Unterstützung und Beschäftigung indigener Völker keine
"romantische" oder "magische" Angelegenheit, sondern ein
ernstzunehmender Lernvorgang: Die indigenen Völker haben reiche
Erfahrungen mit der Umwelt gemacht, sie schaffen es immer noch, in
der Natur einen wichtigen Verbündeten zu sehen und keine "Masse",
die auf Teufel komm raus ausgebeutet werden muss.
Zur
Ausstellung
Das
bisher Gesagte gilt natürlich auch für die Ashaninka-Machiguenga,
die im zentralen Hochregenwald Perus leben. Sie heißen in ihrer
Sprache "Menschen, die zuhören können"; ca. 60.000 Menschen gehören
zu diesem Volk. In dieser Ausstellung werden wichtige Stationen aus
ihrem Leben gezeigt:
Es gab
eine Rückmeldung von Lehrern dergestalt, dass die Fotos über Krieg
und Gewalt in der Ausstellung zu unvermittelt seien. Deshalb wurde
ein Hintergrundpapier verfasst und vergrößert bei der Ausstellung
ausgelegt. Aus diesem einige Passagen zur Verdeutlichung:
"(...)
Die Ashaninka leben nicht in Abgeschiedenheit zur "westlichen
Kultur" Ich erinnere an den Auftritt von Werner Herzog mit seinen
Schauspielern zum Film "Fitzcaraldo", an dem die Ashaninka
mitgewirkt haben und noch immer lachen können über die Macken der
großen SchauspielerInnen; seit knapp hundert Jahren haben deutsche
Aussiedler in dem Gebiet der Ashaninka ihre Großgrundbesitze, auf
denen die Ashaninka auch gelegentlich - schlecht bezahlt - arbeiten.
(...)
Prägend
war die brutale Gewalt in den letzten Jahren: Die 70/80er Jahre
waren geprägt durch die gewaltsame Unterdrückung, hauptsächlich
durch den "Leuchtenden Pfad" (Partido Comunista del Peru por el
Sendero Luminoso de Mariategui), einer extrem fundalistischen,
radikalen maoistischen Partei, die das Gebiet der Ashaninka als
Rückzugsgebiet (befreite Zonen) nutzte. Der "Leuchtende Pfad" führte
einen "Volkskrieg" gegen den peruanischen Staat, aber auch gegen
Basisorganisationen, ermorderte viele LeiterInnen von
Basisorganisationen (Frauenorganisationen, Gewerkschaften usw.) Die
Trupps des Leuchtenden Pfads trieben in den Kampfeinsätzen mit dem
peruanischen Heer gefangengenommene Ashaninka-Männer als
"Kanonenfutter" vor sich her.
Die
ebenfalls in der Region agierende "Revolutionäre Bewegung Tupac
Amaru" (MRTA) war zahlenmäßig wesentlich kleiner, zeigte sich
anfangs als "menschlichere Alternativguerilla", ging dann aber auch
zur Unterdrückung der Bevölkerung über. Wegen früherer
Auseinandersetzungen hat sich diese Guerilla gerächt und z.B. einen
wichtigen Chef der Ashaninka ermordet.
In
diesem schmutzigen Krieg rächten dann "natürlich" auch die Soldaten
nach Kampfeinsetzen an Ashaninka-Siedlungen, raubten diese aus,
vertrieben die Menschen, etc..
In
diesem Bürgerkrieg mußten die Ashaninka über 5.000 Tote, 10.000
Vertriebene und 30.000 vom Krieg Betroffene beklagen.
Ende
der 80er Jahre und in den 90er Jahren gab es dann komplizierte und
schwierige Allianzen seitens der Ashaninka mit dem peruanischen
Militär, die Ashaninka bildeten eigene Verteidigungskomitees und
führten Kämpfe gegen den Leuchtenden Pfad. Die 90er Jahre sind
geprägt von der langamen Rückkehr der in "Wehrdörfer" des
Leuchtenden Pfads verschleppten Ashaninka und die Rückkehr der
geflüchteten Ashaninka in ihre Dörfer. Es gab früher eine
stategisch/wirtschaftliche Allianz der beiden Guerillaorganisationen
mit Teilen der Kokain-Händler (im Amazonasgebiet Richtung
Brasilien). Heute sind die Ashaninka verstärkt Opfer der
Kokain-Mafia, weil es den "beruhigenden" Faktor der Guerilla für
diesen Bereich in der Region kaum noch gibt. Ruhig ist es also immer
noch nicht in dieser Gegend...
Keine
"heile Welt":
 |
Ausstellung und Begleitveranstaltungen zeigen keine
"heile Welt", sondern einen Einblick in die Realität einer
Urwaldregion. Auf folgende Aspekte soll besonders hingewiesen
werden: |
 |
Das
Fehlen amtlicher Landtitel für die Ashaninkagemeinden
|
 |
Die
Konzessionen an internationale Erdölfirmen werden weiter
vergeben |
 |
arme
Neusiedler aus den Anden besetzen weiterhin Ashaninka-Gebiete,
roden das Land und zerstören es langfristig |
 |
Holzfällerfirmen zerstören den Wald in skrupelloser
Weise.... |
Jede Mythisierung verfälscht die Menschen. Egal, ob sie einen
Engel oder einen Teufel aus ihnen macht: Sie rechtfertigt die
Ausbeutung.
3.
Techniken und Übungen zur Ausstellung und den
Begleitveranstaltungen:
Meine
Welt in der Stadt München - Deine Welt im Urwald
Die
Übung soll dazu dienen, sensibler gegenüber vorhandenen
Unterschieden zu werden und "den Anderen" zu respektieren.
Dauer: Mindestens 30 Minuten; ist von der Tiefe der
Auswertung abhängig.
ab 12 Jahre
für kleine und größere Gruppen geeignet.
Material: Pro 2 Personen einen Bogen A-3-Papier, entsprechend
vorbereitet, Filzstifte o.ä., evtl. "anregende" Musik,
entsprechendes Material, um die Papierbögen zur Auswertung aufhängen
zu können.
Einstieg und Durchführung:
Die Gruppe wird in Zweiergruppen aufgeteilt. Eine Person
davon soll sich in eine gleichaltrige Person (Spiegelperson)
hineinversetzen, die im amazonischen Regenwald Perus lebt.
Die PartnerInnen sitzen sich gegenüber. Vor Ihnen auf dem
Boden liegt ein A-3-Papierbogen. Auf diesem wurde in der Mitte (A-4)
vorher eine gestrichelte Linie gezeichnet (Grenzlinie). Jede Person
soll (mit Filzstiften) von ihrer Seite aus, sich auf die "andere
Seite" hin vormalen. Gemalt werden soll, was für die eigene
Lebenswelt (also München und in der Fantasievorstellung Urwald)
"typisch" oder wichtig ist. Diese "Werte" können auch in Symbolen
gemalt werden. Wichtig ist, dass man sich von seiner Seite aus auf
die "Grenzlinie" auf dem Papier hin "vormalt", also Kontakt mit der
anderen Seite aufnimmt.
Wichtig : Es soll auf keinen Fall
gesprochen werden, die MalpartnerInnen sollen durch das Zeichnen
"miteinander reden". Motivierende (nicht meditative) Musik
erleichert diese Situation.
Auswertung, Diskussion:
Sie erfolgt
 |
entweder
zwischen den "MalpartnerInnen" |
 |
oder,
wenn die Gruppe nicht zu groß ist, in der Gesamtgruppe, oder
auch in Kleingruppen. |
Fragen und Aspekte für die Auswertung:
 |
Was ist
mir durch den Kopf gegangen, als ich gesehen habe, was der/die
andere als wichtig/typisch darstellte? |
 |
Wie lief
das mit der Kontaktaufnahme ab der Grenze, gab es
Abschottungen? In welcher Form? |
 |
. Gab es
den Wunsch/ eine Einladung nach Verschmelzung oder gab es den
Wunsch, der andere solle "meine Welt" in Ruhe lassen?
|
 |
Wurde in
die Bildseite des anderen hineingemalt, wenn ja, wie?
Behutsam, brutal? Wie war die Reaktion der/des anderen
darauf? |
Insgesamt geht es auch darum, zu fragen: Was könnten diese
Erfahrungen "im wirklichen Leben" bedeuten, also im Verhältnis von
uns mit Indigenas/Indianern. Soll es Kontakte geben, ja/nein? Wenn
ja - unter welchen Bedingungen?
Ich
meine - was denkt der andere?
Die
Übung soll dazu dienen, unterschiedliche Positionen zu sehen und
sich damit zu beschäftigen. Hintergrund ist, dass es bei vorhandenen
Interessen und Problemen immer unterschiedliche Positionen gibt, die
erst zu erkennen und zu akzeptieren sind, um gemeinsam weitermachen
zu können.
Zeit:
Einführung, Gruppenarbeit und Diskussion der Ergebnisse müßte in 45
Minuten bei etwas geübten Gruppen möglich sein.
TeilnehmerInnen-Zahl: 10-30, ab 13 / 14 Jahren.
Notwendiges Material:
Positionskärtchen (siehe unten) A,B,C kopieren oder auf
Kärtchen schreiben für die Kleingruppen. jede Gruppe erhält alle
Positionskärtchen.
Großes
Papier für die Wandzeitung zum Festhalten der Ergebnisse,
Filzstifte, Material zum Aufhängen der Wandzeitung.
Der/die
LehrerIn oder Gruppenleitung gibt eine kurze Einführung:
Es geht
darum, in Kleingruppenarbeit Meinungen zu den vorgegebenen
unterschiedlichen Argumenten zu diskutieren. Sie müssen nicht, eine
einheitliche Meinung erzielen.
Die
Gruppen sollen begründen, warum sie z.B. eine Position für
gut halten, eine andere für weniger gut, ob sie alle Positionen für
richtig halten, etc. Es können auch weitere, neue Grundpositionen
eingebracht und diskutiert werden. Diese Meinungen sollen auf großes
Papier aufgeschrieben werden. Nach der Diskussion in den
Kleingruppen stellen diese ihre Ergebnisse vor.
Eine
Vertiefung mit Gruppen, die das spontan können, ist dann reizvoll,
wenn nach der ersten Phase, der Diskussion über die eingebrachten
unterschiedlichen Positionen es an die Bearbeitung folgender Fragen
geht:
Wer muß
- was tun, um grundlegende Überlegungen einer nachhaltigen,
zukunftsfähigen Entwicklung, also ökologische, wirtschaftliche,
soziale Aspekte sichern will - und das bei uns wie im
Amazonasregenwald.
Vor
Beginn der Gruppenarbeit wird die Situation vorgestellt, um die es,
auch real, geht:
" Im
peruanischen Urwald, im Gebiet, in dem die Ashaninka-Indianer leben,
ist Erdöl gefunden worden.
Zu der
Frage, ob es jetzt herausgepumpt, also gefördert werden soll, gibt
es verschiedene Meinungen. Wenn es gefördert würde, würden im Urwald
Pumpen installiert, es müßte eine Pipeline gebaut werden, es kämen
fremde Arbeitskräfte in die Gegend. Die Erdölkonzerne sind große
Weltkonzerne. Die peruanische Regierung hätte mehr Steuereinnahmen,
es gäbe vielleicht neue Arbeitsplätze.
Angesichts dieser Situation gibt es unterschiedliche
Standpunkte, die auf den ausliegenden Positionskarten aufgeschrieben
sind. Diese werden jeder Gruppe kopiert gegeben.
Formulierungsbeispiele:
Karte A
"Das
Erdöl gehört nicht den Indianern, sondern der gesamten Welt.
Wir
brauchen neue Erdölfunde und -förderung weil die bisherigen Reserven
bald
aufgebraucht sind, und ohne Erdöl gibt es keine Entwicklung
und wir
können
hier auch kein Auto mehr fahren".
Karte B
"Das
Erdöl muß im Boden bleiben. Denn, wenn es gefördert wird, gibt es
große
Umweltschäden im Urwald für die Pflanzen, Tiere und Menschen".
Karte C
"Das
Erdöl darf nur dann gefördert werden, wenn alle Sicherheitsmaßnahmen
zum Schutz der Natur eingehalten werden, die Indianer volle
Mitsprache haben und finanziell von der Erdölförderung auch
profitieren".
Nach
der Diskussion in Kleingruppen werden die Ergebnisse präsentiert.
Evtl. gibt es eine neue Position, die ebenfalls dargestellt wird.
Soll
die Fragestellung vertieft werden, müßte natürlich mehr Zeit
angesetzt werden. Dieser Teil könnte dann sehr gut als
Rollenspiel aufgebaut werden: Grundidee: Runder Tisch mit
Vertretern der Indianer, Erdölkonzern, Regierung etc. mit einer
Moderation.
Mein
Urwaldrucksack oder ein anderes Kofferpack-Spiel:
Die
Grundidee für diese Übung ist, dass die Gruppe sich in spielerischer
Form mit vermuteten Lebensbedingungen im Urwald beschäftigen kann,
auch mit den persönlichen Vorstellungen, was "mir immer und überalle
wichtig ist", "worauf kann ich verzichten" und das zu vergleichen
mit den Bedürfnissen der MitschülerInnen. Der konkrete Anlaß ist die
Beschäftigung mit dem Urwald.
TeilnehmerInnen - für kleine und größere Gruppen geeignet
Alter:
Ab 10 Jahren
Zeit:
ca. 30 - 45 Minuten, evtl. mehr bei intensiverer Auswertung.
Materialien: Pro Person 1 Blatt A-4-Papier, 1 Schreibstift,
Material, um die Blätter aufhängen zu können, großes Papier und
Filzer, um die "Geschenkideen" aufschreiben zu können.
Der/die
LehrerIn oder Gruppenleitung führt in das Spiel ein:
"Viele
kennen das Spiel vom Kofferpacken. Eine Person fängt an: Ich packe
einen Fotoapparat in den Koffer die zweite: ich packe einen
Fotoapparat und ... ein usw.
Was ist
aber, wenn Du heute Post bekommen würdest: Hallo: In einer Woche
geht das Flugzeug nach Peru, Südamerika. Du wirst dort im Urwald bei
einer indianischen Familie leben. Für einen ganzen Monat lebst Du im
Haus mit der indianischen Familie Tirap. Du hast dort zu essen und
schläfst entweder in einer Hängematte der Familie oder auf einem
Holzbett ohne Matratze.
Aufgabe:
Jede
Person schreibt bitte auf einem Zettel alles auf, was sie persönlich
für diese Reise einpacken würde:
"Meine
Pack-Liste für einen Monat im peruanischen Urwald:
................................................................................................................................
................................................................................................................................
................................................................................................................................
Wenn
alle diese Liste fertiggeschrieben haben, wird der folgende Teil
vorgelesen (vorher nicht):
"So,
jetzt erst hast Du den Brief umgedreht und da steht auf der
Rückseite:
"Denk‚
daran, Du hast nur 20 Kilo Fluggepäck zur Verfügung. Du fährst vom
Flughafen in der Hauptstadt an der Küste mit dem Bus über die Anden
(über 4.000 Meter Höhe), dann in Serpentinen in das Urwaldgebiet
hinunter, insgesamte Fahrtzeit sind mindestens 10 Stunden. Von der
Kleinstand aus, die vor dem Urwald liegt, geht es zwei Stunden
hinten auf einem offenen Lastwagen weiter in den Urwald hinein. An
einem Fluß hält der Lastwagen. Leute aus dem Dorf erwarten Dich hier
und begrüßen Dich herzlich. Du durchquerst mit ihnen den Fluß, und
anschließend dann mußt Du Deine ganzen Sachen 6 Stunden über "Stock
und Stein" tragen, um in das Dorf, wo Du bleiben wirst, zu kommen.
Die Leute, die Dich am Fluß abgeholt haben, haben schon selbst ganz
viele Sachen in ihr Dorf zu schleppen und können Dir nichts
abnehmen.
Scheibenkleister, denkst Du und überlegst jetzt, was Du unter
diesen Bedingungen umpacken oder auch hierlassen würdest.
Aufgabe: Bitte die Sachen, die wegen dieser neuen Situation
"ausgepackt" werden, durchstreichen und evtl. neue Dinge
hinzuschreiben, die Du am Flußkiosk kaufen kannst, aber bisher
vergessen hast.
Wenn
alle damit fertig sind, wird noch eine Ergänzung vorgelesen:
"Und
ganz klein hat der gleichaltrige Junge oder das gleichaltrige
Mädchen aus der Familie Tirap im Urwald auf der Rückseite des
Briefes hinzugeschrieben: Ich würde mich riesig über ein typisches
Geschenk aus Deutschland sehr, sehr freuen".
Bitte,
schreib auf, welches Geschenk Du mitnehmen würdest.
Wenn
das notiert ist, werden alle gebeten:
Ihre
Packliste vorzulesen (oder die Listen aufzuhängen und zu
vergleichen). Nach den ersten Erfahrungen ist es kaum möglich, in
einer Gruppe von z.B. HauptschülerInnen alle Listen durchzugehen, zu
schnell gibt es heftige Diskussionen, Handy und elektronische Spiele
werden von den Jungen und 20 Paar Unterhosen von den Mädchen heftig
verteidigt.
Fragen
zur Auswertung können sein: Was fällt Euch auf, was ist gleich, was
ist völlig anders.
Abschlußdiskussion mit der gesamten Gruppe:
 |
Was
braucht man denn wirklich im Urwald, |
 |
brauchen
die indianischen, gleichaltrigen Kinder und Jugendlichen auch
diese Dinge, brauchen sie evtl. andere?
Weshalb? |
Nachfragen, evtl. auf einem Extrapapier
aufschreiben:
 |
Welche
Geschenke sind eingepackt worden? Taugen die was? Welche
Gefühle, Einstellungen etc. erzeugen wir
dadurch? |
Variante:
Für
alle wird laut vorgelesen:
"Nach
dem Besuch im Urwalddorf ist ein halbes Jahr vergangen. Die Idee
wird konkret, den gleichaltrigen Jungen oder Mädchen aus der
Gastfamilie aus dem Regenwald hierher einzuladen. Wir (lassen
kritische Fragen auch hier weg, ob das Ganze sinnvoll und richtig
ist, machen die Sprache auch nicht zum Problem), tun einfach so, als
wäre im Freundeskreis das Geld für den Flug gesammelt worden und der
oder die entsprechende Jugendliche ist an einem Gegenbesuch zu Dir
nach München interessiert.
Aufgabe: "Schreib bitte, quasi als Anhang zum Einladungsbrief
an den Jungen oder das Mädchen im Urwald die Dinge auf, die die/der
indianische Besucher einpacken soll, um für einen Monat, im Mai,
nach Deutschland zu kommen. Der Jugendliche wird bei Deiner Familie
wohnen."
Nach
Fertigstellung dieser Liste, Auswertung mit der ganzen Gruppe oder
in Kleingruppen.
Auswertungsaspekte:
 |
Wenn es
viele Sachen sind, woher soll der Besuch die nehmen?
|
 |
Wenn es
ganz wenige sind: Kommt man damit bei uns aus? |
 |
Evtl.
Diskussion über Bedürfnisse. Kommt ein Jugendlicher aus dem
Urwald - hier bei uns - mit weniger Dingen aus? Warum stellt
man sich das vor? |
 |
Wie
könnte man organisieren, dass der Besucher oder die Besucherin
die hier notwendigen Dinge
bekommt.... |
Bin ich
"urwaldtauglich"?
Mit der
Übung ist ein spielerischer Einstieg in die Vorbereitung der
Ausstellungsbesichtigung möglich, wie auch ein humorvoller Einstieg
zur unterschiedlichen Lebensform in München und im Urwald, aber
natürlich auch eine Beschäftigung mit den eigenen Konsummustern.
TeilnehmerInnen: 5- 50, Alter: ab 12 Jahre
Zeit:
45 Minuten oder weniger
Material: Die Liste "Was ich zum Leben brauche" für jeden
Teilnehmer und Teilnehmerin kopieren.
(siehe
Anhang)
Variante:
Vor dem
Anschauen der Ausstellung erhalten alle TeilnehmerInnen in dem Raum,
wo man sich trifft, die Liste: Was ich zum Leben brauche. Die Gruppe
wird gebeten, diese Liste anzukreuzen - alle 3 Sparten - bzw. noch
zu ergänzen. Die TeilnehmerInnen werden gebeten, kurz den Namen o.ä.
hinzuschreiben zum späteren Wiedererkennen.
Dann
geht´s in die Ausstellung.
Anschließend werden im Raum wieder die vorher ausgefüllten
Listen ausgeteilt (hoffentlich finden alle ihre eigene Liste
wieder).
In
Kleingruppen tauscht man sich aus über das, was angekreuzt wurde,
was ich also zum Leben brauche, mit dem Schwerpunkt: Bin ich
"urwaldtauglich? Auf was kann ich verzichten?
Hinzuweisen ist noch darauf, dass es nicht darum geht, 2
Wochen im Urwald Urlaub zu machen, sondern dort eine Zeitlang, z. B.
als Entwicklungshelfer, zu leben.
Auf was
kann ich also verzichten - Materielles (Dinge) und
Nicht-materielles.
(Entwurf: Heinz Schulze nach einer Idee von G. Gugel: Gut
leben statt viel haben...)
Ausstellung besichtigen mit einem Zettel und drei kleinen
Aufgaben:
Spez.
für jüngere BesucherInnen gedacht.
Jede
Person bekommt einen Zettel, mit entsprechendem Zwischenraum zum
ausfüllen, möglich ist auch, die Ausstellung in Kleingruppen
anzusehen, weil das evtl. mehr Spaß macht.
Fragen
können sein:
1.
Welches Bild hat mir am besten gefallen?
2. Was
gefällt mir am Leben der Urwald-Indianer?
3. Nach
dem Anschauen der Bilder habe ich noch folgende Fragen:
Sich
auf etwas Unbekanntes einlassen:
Die
Beschäftigung mit Menschen, die in einer ganz anderen Situation
leben, heißt, sich auf Unbekanntes einzulassen. Um dieses "etwas" zu
"spüren", soll folgende Übung als Einstieg dienen:
"Blind
führen":
"Ihr
führt Euch gegenseitig durch den Raum, wobei der oder die Geführte
die Augen fest zumacht. Wer will, kann sich auch die Augen mit einem
Schal verbinden, darunter aber auch die Augen zumachen! Nach etwa 3
Minuten wechselt der/die Führende.
Die
Auswertung soll nicht lang dauern, vielleicht kommt ein Kommentar,
dass es wichtig sein kann, für unbekannte Situationen einen "Führer"
zu haben.
"Anders
- Sein - na und?!"
Ziel
ist, sich auf eine andere Situation einzulassen, aber auch zu
merken, dass man sich, mit Gespür, auch darin zurechtfinden kann.
TeilnehmerInnen: Nicht allzugroße Gruppen, Alter: Ab ca.14
Jahren
Material: Keines, Zeit: ca. 30 Minuten bis 1 Stunde?
Die
LehrerIn oder GruppenleiterIn erklärt kurz die Situation:
Eine
kleine Gruppe kommt zu Besuch. Diese kleine Gruppe (4-5 Personen)
geht aus dem Raum. Sie denkt sich in ihre Rolle hinein:
BesucherInnen aus München zu sein, die jetzt die anderen besucht,
die in einem Dorf der Ashaninka im peruanischen Regenwald leben.
Diejenigen, die im Raum geblieben sind, spielen die Dorfbevölkerung
im Urwald.
Diese
Gruppe macht, während die anderen vor der Tür warten, schnell
besondere Eigenschaften aus, die zu ihrer kulturellen Identität
gehören - und diese sind anders als die Normen und Umgangsformen in
München (also der Gruppe, die dann reinkommen wird als
BesucherInnen). Die Besuchergruppe weiß natürlich nichts von den
anderen Eigenschaften. Es kommt hier nicht darauf an, genau die
Eigenschaften und Umgangsformen anzunehmen, wie sie tatsächlich
vorhanden sind, sondern spielerisch und mit viel Spaß in andere
Situationen zu schlüpfen.
Möglichkeiten, andere Umgangsformen auszumachen können
sein:
 |
z.B.
Ja-Sagen ist, mit dem Kopf zu schütteln |
 |
Nein-Sagen ist, mit dem Kopf zu nicken |
 |
Die
Gruppe sagt den Besuchern, dass sie erst mit ihnen reden, wenn
sie ein Lied aus ihrem Land singen. Damit würden sie beweisen,
dass sie in guter Absicht gekommen sind... |
 |
Distanzaspekt: Die Dorfbewohner dürfen nur reden, wenn
der Körperabstand weniger als eine Armlänge beträgt, das wird
immer wieder ausprobiert, indem ein Arm in Richtung des
Gegenübers (des Besuchers) ausgestreckt wird. Steht die
Gastperson zu weit weg, drehen oder wenden sich die
Dorfbewohner ab und reden nicht mit
ihr... |
Andere
Umgangsformen können spontan gefunden werden. Sie sollen aber nicht
so kompliziert sein, dass es überhaupt keine Kommunikation gibt, und
die BesucherInnen total frustriert sind. Auch sollen sich die
indigenen Dorfbewohner kommunikativ und offen zeigen. Es gibt
lediglich andere Umgangsformen als in München - und an die gilt es
sich heranzutasten.
Wichtig
ist nach einer kurzen Zeit des Kontakt-Aufnehmens die
Auswertungsrunde.
* Wie
ist es wem ergangen - als BesucherIn, als "Dorfbewohner?"
* Wie
bin ich auf mögliche Lösungen im unterschiedlichen Verhalten
gekommen?
* War
das eine Situation, die mich sehr verunsichert hat oder hat es mich
neugierig gemacht?
Was
kommt - ursprünglich - aus Lateinamerika (also Mexiko, Mittel-und
Südamerika)
Aus
einer Liste, woher ursprünglich bestimmte Früchte, Gemüse, Getreide
etc. kommen, werden ca. 10 unterschiedliche Produkte laut vorgelesen
und gefragt: Kommen - zum Beispiel Bananen - ursprünglich aus
Lateinamerika - ja oder nein! Je nach Lösungsidee springen die
TeilnehmerInnen, in Anlehung an die Kindersendung im Fernsehen auf
1, 2 oder 3 auf den so vorher ausgemachten "Ja" oder "Nein"-Platz;
oder "Ja heißt: Aufstehen, "nein" heißt: Sitzenbleiben.
Das ist
ein interessanters Quiz, durch das "Springen" auch auflockernd, der
spielerisches Lernen ermöglicht und einige Denkmuster zurechtrückt.
Die Spielleitung gibt nach jedem "Produkt" die Lösung an, z.B.
"Nein: XY kommt ursprünglich aus Indien... etc. (Liste siehe Anhang)
Fragen
stellen auf Kärtchen:
Notwendig sind: Filzer, Kärtchen, Moderationstafel mit
Stecknadeln.
Diese
Technik eignet sich dann, wenn weniger Zeit zur Verfügung steht. Der
Vorteil ist, dass viele ihre Fragen "stellen" können, die Fragen
können nach Häufigkeit und Bereichen gebündelt werden, was eine
Beantwortung erleichtert.. Der Nachteil, dass bei vielen Fragen die
Beantwortung eine Zeitlang dauert und für einen Austausch
untereinander dann nicht genügend Zeit vorhanden sein könnte.
Grafiken/Landkarte/Texte/Kassettenaufnahmen:
Sie
sollen, da als visueller Eindruck die Ausstellung im Vordergrund
steht, diese nur ergänzen. Als einen kleinen Musikeindruck gibt es
eine Aufnahme aus dem Besuch der kleinen Delegation in München 1998
in Boca de Kiatari, außerdem kann für die Diskussion: "Was können
wir denn hier tun?" die Aufnahme vom Wortbeitrag von Bürgermeister
Hep Monatzeder, München, die er 1998 in dem Ashaninkadorf hielt,
gute Anregungen geben.
Urwald
- Schule - Lernen
Bei den
Fragen seitens der SchülerInnen gab es großes Interesse, mehr
darüber zu erfahren, was die Kinder dort in der Schule lernen. Als
ein positives Beispiel habe ich den im Anhang abgedruckten Text
entweder kopiert verteilt bzw. mit eigenen Worten erklärt. Das ist
natürlich nicht die Regel, zeigt aber die Richtung auf, wie Schule
und Kinder aus dem Regenwald besser zueinanderkommen können
(siehe Anhang).
Leistungskurs Spanisch:
Interessant war auch, Führung und Begleitveranstaltung mit
SchülerInnen des Luisengymnasiums in spanisch zu machen, die
Spanisch als Leistungskurs hatten. Die SchülerInnen "merkten" z.B.
so, dass das Spanische in Lateinamerika anders als das Spanische in
Spanien ist, dass indigene Organisationen wichtige Dokumente in
spanisch veröffentlichen und, auch, dass es doch viel "Mut" kostet,
in spanisch im großen Kreis mitzudiskutieren. Deshalb war es gut,
dass wir mit Kärtchen gearbeitet haben, auf denen die Fragen kurz
und knapp geschrieben werden konnten. In Spanisch-Unterricht konnte
auch "authentisches" Material eingesetzt werden, wie eine
beeindruckende Rede einiger Ashaninka-Delegierter im Dorf Boca de
Kiatari, zur Begrüßung der Münchener Delegation (u.a. mit
Bürgermeister Monatzeder, im Nov. 1998).
Die
Lehrerin nahm die Zettel mit Fragen mit, um im Unterricht damit
vertiefend zu arbeiten.
5.
Auswertung und "Besonderheiten" mit Beispielen:
Die
Veranstaltungen begannen meist mit einer Kurzvorstellung meiner
Person, damit die SchülerInnen wissen, mit wem sie es zu tun
hatten.. Dann fand meist eine kleine "Phantasiereise" aus dem
(winterlichen) München ins heiße Peru, über die Küstenstadt Lima,
über einen P auf 4.800 Meter, runter ins Amazonasgebiet... mit
Erklärungen, dass der Begriff "Indianer" eigentlich falsch ist (weil
Kolumbus sich mit "Indien" getäuscht hatte) und das Ahaninka
übersetzt, ungefähr so heißt: Menschen, die zuhören und reden.
Danach versuchte ich, mit den vorher beschriebenen Techninken und
Übungen so zu arbeiten, dass sie zum Alter paßten, für die
vorgegebene Zeitstruktur angemessen waren, wobei besonders wichtig
war, für die auftretenden Fragen genügend Zeit zu lassen.
Ergebnisse:
Aus der
Fülle der Erfahrungen sollen hier beispielhaft einige aufgeführt
werden:
1.
Fragen über Fragen:
Die
Fragen waren meist ernsthaft-interessiert, manchmal provozierend. Es
folgt gleich eine Auflistung der Fragen von drei Klassen: Eine
positive Rückmeldung war,, dass so alle ihre Fragen stellen konnten
und nicht nur die Vielredner in der Klasse. Für die Beantwortung der
Fragen war es natürlich günstig, dass ich drei Jahre in den
peruanischen Anden gearbeitet habe und kurzfristig in einem
Ashaninkadorf war, um von der Vielfalt der Fragen nicht "erschlagen"
zu werden.
Einige
LehrerInnen haben, einmal auf Wunsch der Klasse, die Kärtchen
mitgenommen, um das Thema noch zu vertiefen.
Wann
stehen sie auf
Welche
Krankheiten haben sie
Wieviel
Papier gibt 1 Baum
Welche
Tiere gibt es
Ihre
Philosophie (2x)
Haben
sie noch Krieg
Welche
Regierung haben sie
Sind
sie glücklich (2x)
Wozu
haben sie Waffen (2x)
Lebenserwartung
Was
arbeiten sie (3x)
Haben
sie Geld- oder Tauschwirtschaft
Gibt es
da AIDS
Was
passiert, wenn die A. nicht unterstützt werden (5 x)
Urwaldbäume
Gastfreundschaft
Hilft
ihnen die peruanische Regierung
Finden
sie ihr Leben schön
Was
lernen die Kinder (7x)
Ihre
Probleme ( 3 x)
Verdienen sie viel Geld
Machen
sie Sport (5x)
Gibt es
Gleichheit von Mann und Frau (4x)
Halten
sie zusammen (2x)
Wie ist
die Rangordnung im Stamm
Gibt es
Kinderarbeit (3x)
Hält
die Familie zusammen (6x)
Gibt es
Überschwemmungen
Wie
viele Kinder hat eine Familie (3x)
Was
sehen sie im Fernsehen
Welche
Industrie gibt es
Welche
Lebensziele haben sie
Was
denken sie von ihrem Leben
Hygiene
zuhause, Zähneputzen
Wie
sieht eine Schule aus (5x)
Lebensumstände generell (2x)
Wie
wählen sie ihren Häuptling (2x)
Haben
sie richtige Hobbys (6x)
Spielen
sie Fußball
haben
sie ein Klo (3x)
Sitten
(2x)
Wie ist
der Alltag
Wie alt
werden sie
Sind
sie Analphabeten (2 x)
Haben
sie ein Krankenhaus
Was
trinken sie
Essen
sie Schweinefleisch (3x)
Haben
sie Verhütungsmittel (3x)
Welche
Berufe haben sie
Fortbewegungsmittel
Wie
leben sie
Feiern
sie Feste (4x)
Gibt es
Ärzte (2x)
Ihre
Lebensziele
Gibt es
Erdöl da
Welche
Religion haben sie (3x)
Wie ist
ihr Tagesablauf
Gibt es
Schulen (5x)
Was
essen sie (10x)
Wie
sind ihre Häuser (2x)
Hören
sie Radio
Ihre
Nahrungsmittel (2x)
Essen
sie Obst
Sex/Fortpflanzung (8 x)
Haben
sie Hochzeiten (2x)
Liebe
(4 x)
Freunde
Haben
sie Hunger (2x)
Traditionen
Sind
die A. mit anderen befreundet
Wieviel
Leute leben in 1 Dorf
383,-DM
Spende und ein peruanischer Bürgermeister bei der Klasse:
Eine
besondere Weihnachtsüberraschung hatte die Klasse 8 a der Fritjof
Nansen Realschule:
Eine
Schülerin hatte die spontane Idee, etwas für den Regenwald zu
unternehmen. Mehrere Schülerinnen machten mit. Mit Hilfe ihrer
Mütter wurden viele Kuchen gebacken und beim Elterntag verkauft. Sie
hatten dadurch Einnahmen in Höhe von 383,-DM. Mit Beratung der
Lehrerin sind sie auf das Projekt "München unterstützt die
Ashaninka" aufmerksam geworden.
Zufall
war, dass genau an diesem Tag der ehemalige Bürgermeister von
Cajamarca (nördliches Andengebiet Perus), Ing. Luis Guerrero sich in
München aufhielt. Zu ihm besteht ein längerer persönlicher Kontakt.
Methodik: Nach Begrüßung und Information über den Gast und
dessen Grußworte an die Klasse, ging es mit einer kurzen
"Phantasiereise" zu den Ashaninka. Beim Durchgang durch die
Ausstellung bestand großes Interesse. Hinterher wurden die Fragen -
mit Übersetzung - durch Herrn Guerrero beantwortet. Besonderes
Interesse bestand daran, zu wissen, was die Ashaninka mit 383,-DM
machen könnten. Auch die "coolen Jungs" fragten nach, ob ihr Geld an
die Leute geht, die man auf den Fotos sieht. Die Zeit von
11.30-13.00 Uhr verging viel zu schnell. Bürgermeister Guerrero nahm
stellvertretend das Geld entgegegen, das über Pro Regenwald an die
Ashaninka weitergeleitet wird. Über diese Aktion wurde mit einer
neuen Information spontan in der Ausstellung hingewiesen: "Besonders
nachahmenswerte Aktion".
Kofferpacken kam gut an:
Die
Übung: Was würde ich für 4 Wochen Urwald einpacken... war ein
motivierender und aktivierender Bestandteil. Das Vorgehen wurde
ausführlich weiter vorne beschrieben.
Wichtig
war auch die Frage: Und welches Gastgeschenk bringst Du mit?
Beim
Besprechen der "Gastgeschenke" kamen wir sehr schnell auf Fragen
wie: Sitten/Gebräuche - muß ich allen etwas schenken oder nur dem
Häuptling, Was will ich über mich, meine Kultur, mein Leben
mitteilen... (Fotos von mir und meiner "Heimat"...)
In der
Tendenz war es beim "Kofferpacken" eher so: Die Jungen packten eher
jede Menge "unentbehrlicher" Zivilisationsgüter ein. Bei der
Kleidung wurde von ihnen eher pauschal "Kleidung" hingeschrieben.
Einige Rückmeldungen auf eine entsprechende Frage von mir dazu: "Das
packt sicher meine Mutter ein, die weiß das besser". Die Mädchen
kalkulierten genauer und schrieben eher 15 T-Shirts, 10 Unterhosen
etc. Beim Essen fiel auf, dass ganz viele SchülerInnen ihre
"10-Minuten-Terrine" einpacken wollten. Auf meine entsprechenden
Rückfragen an die SchülerInnen entstand bei mir der Eindruck, dass
das ein ein wichtiger Bestandteil ihrer täglichen Ernährung zu sein
scheint. Einige sagten: "Das können wir selbst zubereiten". Bei der
Mitnahme von Handys war das Verhältnis 9 Jungen 1 Mädchen, bei
Sonnencreme umgekehrt, Kosmetik war bei den 14-16jährigen Mädchen
besonders wichtig. Ob Jungen größere "Angsthasen" sind, weiß ich
nicht, aber das Stichwort "Medikamente" (oftmals versehen mit dem
Stichwort: "halben Koffer voll") fand sich bei den Jungen mehr als
bei den Mädchen.
Mal war
die Rückfragerunde länger, mal kürzer, mal wurde "notwendiges"
vehement verteidigt, mal wurde eingepackt, als hätten die jungen
Männer eine "Rangerausbildung" hinter sich. Immer bot sich dieses
"Kofferpacken" dafür an, die Wirklichkeit in einem Urwalddorf
genauer anzusehen. Das ging von Fragen, warum es keinen Strom gibt
über Kondome bis zur Unsicherheit, wirklich das zu essen, was die
Bevölkerung dort ist. Hier war auffällig, dass mehr die "Angst"
vorherrschte, am "armen Essen" zu darben - und deshalb eher die
Mitnahme eigener Dosen etc. als die Neugierde auf das evtl. ganz
Andere.
Ein
Schüler wagte das "Neue" und schrieb in seine Liste: "Ich würde
versuchen, mich anzupassen und mich nicht vor den Sachen zu ekeln".
Und so ist seine Packliste auch kurz: Kleidung, Schuhe, lange und
kurze Hosen, viele T-Shirts, Messer und Zahnbürste.
Rückmeldungen aus Schülermund:
Direkte
Rückmeldungen sind immer gut. Sie zeigen, was und wie
"rübergekommen" ist, was die SchülerInnen weiter beschäftigt. Hier
die Rückmeldungen der Klasse 6 der Hauptschule in der Wörthstraße:
Interessant ist natürlich auch ein Vergleich mit meinem
Protokoll, das ich über die Veranstaltung gemacht habe und dann die
Rückmeldung der Klasse. Zunächst kurz aus meinem Protokoll über
dieses Treffen:
Nach
Begrüßung und kurzer Vorstellung von mir und dem Vorschlag, wie der
weitere Verlauf geplant ist, machen wir eine kleine Fantasiereise zu
den Ashaninka: Flugzeug - 16 Stunden, was man sieht, Ankunft in Lima
- Fahrt über die Anden, runter in den Urwald, Flußüberquerung,
Ankunft im Dorf... Danach hatte die Klasse ca. 30 Minuten Zeit, die
Ausstellung anzusehen. Jeder hatte einen "Laufzettel" mit den
Fragen: Welches Bild hat mir am besten gefallen? Was gefällt mir im
Leben der Urwald-Indianer? Nach dem Anschauen der Bilder habe ich
noch folgende Fragen...
Im
Seminarraum stellten die gebildeten Vierergruppen ihre Fragen. Z.T.
war es notwendig, zu bremsen, damit alle Gruppen ihre Fragen stellen
konnten. Auswahl der Fragen: Essen und Trinken, welche Feinde haben
sie, Toiletten, Sex, Tiere, Wohnen, warum sind sie angemalt, wie
schützen sie den Urwald, Beantwortung der Fragen. Danach ging es
weiter mit der Übung des "Kofferpackens" für 4 Wochen Leben in einer
Ashaninka-Familie. Die erarbeiteten Listen waren unterschiedlich
lang. Am Ende noch emotionaler Dank der Klassensprecherin für die
tolle Stunde und spontanes Klatschen und Danke-Schön. PS: Zwischen
durch hatte ich noch erwähnt, dass wir auch einen Video über die
Indianer anschauen können. Kommentar: "Fernsehen können wir zuhause.
Es ist interessanter, wenn wir viel fragen können".
Die
Lehrerin schrieb in ihrer Rückmeldung:
"Die
Schüler waren beeindruckt von der einfachen, naturnahen Lebensweise.
Erschreckt haben sie die Bilder mit Waffen und Soldaten. Sie fragen
"warum"?
In den
Schülerarbeiten ist die Veranstaltung u.a. so verarbeitet
worden (Wiedergabe nach dem Original, wegen der Lesbarkeit meist
abgetippt, Fehler sind, wegen Verständlichkeit, z.T.
verbessert)
 |
Fatima:
Die Amazonas leben im Urwald. Sie wollen, das man ihr eigenes
Getränk probiert, das sie im Mund zermanscht haben.
|
 |
Robert:
Sind arm. Sie hatten Häuser mit Welldach aber das war zu
heiss. Sie essen Maden und Käfer und jagen mit Pfeil und
Bogen. Sie haben sich mit roter Erde angemalt. |
 |
Peter: Er
hat von den Ashaninka gesprochen. Sie haben das Essen vom
Urwald geholt. Sie haben fast die gleichen Sachen wie wir
haben. Und wenn Gäste kommen, dann haben sie so ein Baz
gekocht und jedes mußte einmal drauf rumkaufen und dann spuckt
man es aus |
 |
NN. Die
Aschaninka haben ein Begrüßungstrink. Sie haben bestimmte
Sachen die sie kauen und dann spucken sie es in ein Gefäß.
Daraus wird ein Dring gemacht. Aber es ist ohne Alkohol... Und
für die Aschaninka ist der Urwald sehr wichtig weil sie dort
keinen Supermarkt haben. Und es regnet jeden Tag. Aber weil es
dort keine Regenschirme gibt stellen sie sich manchmal unter
die großen Blätter weil sie nämlich so groß waren wie
Menschen. Und die Aschaninka konnten nicht zu 6 oder 7 leben
sondern nur im Stamm. Ihr denkt bestimmt warum? Ich sage es
euch, weil wenn man nicht im Stamm lebt dann kann es sein das
man nicht immer was zu essen bekommt. Weil man nicht immer bei
der Jagdt Glück hat. Und dort gibt es keinen Fernseher,
Steckdosen, Supermärkte, gescheite Schuhe und sie haben nicht
solche Kleider wie wir... |
 |
Jakow:
Essen: Sie essen Maden und Würmer und Wildschweine. Waffen:
Speere und Pfeil und Bogen. Häuser: Strohäuser und als
Blättern und aus Bambusstäben. Heilmittel: von den Blättern
und Blumen. |
 |
Laura:
Die Ashaninka lebten in einem kleinen Dorf. Es gibt ein
Getränk das die Ashaninkas mit dem Mund kauen und wieder
aussprucken das tun sie es in einen Topf und dann wird es
serviert. |
- Axel und Hürry: Wir sind rein gekommen dann hatte der Mann uns
alles gesagt was wir tun müssen. Dann wurden wir in Gruppen
aufgeteilt und dann sind wir so mit einem großen Block
herumgegangen. Wir haben Leute arm gesehen und nicht arme Kinder
mit Pfeil und Bogen usw. Aber am meisten hat es mir mit der vielen
Zeit gefallen weil wir durften so lange herumgehen. Aber dann sind
wir wieder rein gegangen dann mußten wir an der Wand alles
aufklären was wir geschrieben haben. Eine dumme namens P. hat viel
über Sex geredet. Auf jeden fall haben wir geschrieben was wir
alles mitnehmen würden wenn wir dorthin gehen würden, dann hat er
erzählt wie es war als er bei den Aschaninka war, er musste sein
Zeug alleine schleppen. The End.
 |
Gunter:
Wir haben uns die Bilder angesehen. Dann musten wir uns drei
Bilder aussuchen die uns gefallen haben. Daraufhin sollten wir
ein paar Fragen aufschreiben. Dann trafen wir uns alle in
einem Gruppenraum wieder. Dort besprachen wir welche Bilder
uns gefallen haben und warum und die Fragen die wir
aufgeschrieben haben. |
 |
Markus:
Sie leben noch in der freien Natur und passen sich der Natur
an. Die Männer müssen arbeiten und die Frauen kochen. Genauer
gesagt leben die Ashaninca im peruanischen Hochregenwald dort
wo drückende Hitze ist. Sie trinken eine Art Bier dass sie
trinken und wieder ausspucken. Essen tun sie alle Arten Würmer
und Käfer. Aber sie lebten nicht immer so ruhig denn es kamen
die Holzbaufirmen und sie fingen einen Krieg an. Viele
Ashaninca kamen um oder mussten unter schlechten Bedingungen
für sie arbeiten. Jetzt versucht München den Indianern zu
helfen. Es waren auch schon einige Leute dort. Und sie wurden
gut aufgenommen sie hoffen jetzt auf Hilfe von
uns. |
Rückmeldungen der LehrerInnen und der Klassen:
Grundschule - Umwelt-AG: 4. Klasse, Fromundstraße
Die
SchülerInnen hatten in der Klasse nach der Führung und der
Begleitveranstaltung speziell darüber gesprochen, dass z.B. ein
Bleistift oder ein Buntstift so teuer, also kostbar ist. Die
SchülerInnen haben dann auch darüber zuhause gesprochen. Es war dann
wohl so, dass eine Mutter gemeint hat: Ihr habt doch alle viele
Bleistifte und Buntstifte, könnt Ihr nicht welche abgeben. Das wurde
in der Umwelt-AG dann besprochen, für gut gefunden und gesammelt. Es
kamen zwei volle Tüten zusammen. Die SchülerInnen in der Umwelt-AG
haben auch entschieden, z.B. keine Plastikkulis zu sammeln, weil es
ja im Urwald keine Müllabfuhr gibt und Plastik dann sonst so
rumliegen würde. Dann haben sie gewünscht, dass sie mir das
persönlich vorbeibringen wollten, wegen der Sicherheit, dass es auch
ankommt. Am 10.2. 00 war dann die Umwelt-AG mit der Lehrerin im
Besprechungszimmer der Agenda 21. Ich hatte einen kleinen Umtrunk
vorbereitet, und wir haben auf ihre gute Idee, so wie die Großen
machen, darauf angestoßen. Wichtig waren dann die Fotos von der
Übergabe der Sachen und die Übergabe folgenden Briefes, den sie
geschrieben haben:
"Liebe
Kinder der Ashaninka-Indianer, wir haben viel über euch erfahren wie
und wo ihr lebt, was ihr spielt und esst. Vor allem hat uns gut
gefallen, dass ihr mit der Natur lebt und den Regenwald schützt. Wir
sind Kinder zwischen 8 und 10 Jahren. Wir leben sehr sehr weit weg
von euch in Deutschland. Wir haben für eure Schule Stifte und Papier
gesammelt und hoffen, dass es euch Spass macht. Wir schicken auch
ein paar Bilder. Natürlich würden wir uns sehr über Post von euch
freuen. Wir möchten nämlich noch sehr viel von euch wissen. Viele
Grüße von... und alle Unterschriften. Einige Kinder haben noch
gezeichnet und Extrabriefe geschrieben: "Liebe Ashaninka. Wir heißen
Benny, Matthias und Marco. Wir leben auf der anderen Seite der Welt.
Wir wohnen in Deutschland. Das ligt in Europa." Und Jülide schreibt:
"Hallo, ich heiße Jülide und komme aus der Türkei aber ich lebe
schon sehr lange Zeit in Deutschland und ich gehe in die 4. Klasse.
Bei uns ist es sehr kalt! (27.1.2000). Ich wünschte, ich könnte
zaubern. Ich würde mal gerne zu euch fliegen und euch Kinder
kennenlernen! Die Frau Schöll (Lehrerin) hat meiner Klasse was von
euch erzählt und deswegen haben manche was für euch mitgegracht und
Stifte zum Malen. ich hoffe ihr sei gesund!"
Weitere
Rückmeldungen von LehrerInnen:
 |
Die
Arbeit war eindrucksvoll, das "Packen" was nehme ich mit...
hat den Schülern "Spaß" gemacht und sie haben darüber noch
einige Zeit diskutiert. Vielleicht ist eine Karte hilfreich
oder eine Grafik/Statistik über Lebensweise, Lebenserwartung,
Alphabetentum... (Gymnasium, Herr B.) |
 |
Die große
Mehrheit der SchülerInnen fand gut soviel Infos über die
Ashaninkas bekommen zu haben. Die Mehrheit fand die Sprache
gut, interessant, informativ, lehrreich (sowohl Pro Regenwald
wie die von H. Schulze). Sie hätten sich einen kleinen Film
gewünscht sowie eine Führung mit genauer Erklärung der
Ausstellung. Sie hätten gerne konkreteres über das Leben im
Dorf erfahren: Essen-Handwerk-Medizin etc. Viele hätten gerne
mehr über den Regenwald selbst erfahren... (Gymnasium, Frau
H.) |
6.
Anhang
Was
kommt ursprünglich aus Lateinamerika?  Jahresbericht 2002 Agenda 21 Eine
Welt in München

Beim
Spaziergang in der Nähe des Viktualienmarktes sehe ich in einer
kleinen Gasse einen verstaubten Laden. "Zukunft-Wunschladen" steht
an der Eingangstür. Ich gebe mir einen Ruck und trete ein. An der
Jacke des Verkäufers lese ich: "Ich bin ein Wunsch-Engel".
Ich frage: "Was verkaufen Sie hier, bitte?". Er antwortet:
"Alles, was Sie möchten."
Prima, denke ich und lege los: "Ich hätte gerne das Ende
aller Kriege auf dieser Welt, dass alle Menschen sich um eine
zukunftsfähige Entwicklung einsetzen, dass es kein BSE mehr gibt,
dass es keinen Rassismus gibt, ehrliche Politiker und keine
Korruption, dass München eine liebenswerte Stadt für Alle ist, dass
alle Kinder auf der Welt ein gutes Leben haben, dass der Regenwald
nicht mehr abgeholzt wird, dass es gerechte und faire Beziehungen
zwischen Nord und Süd gibt, dass..."
Der Engel unterbricht mich: "Entschuldigung. Ich glaube Sie
verstehen etwas nicht ganz. In diesem Laden werden keine Früchte
verkauft, sondern der Samen!"
Und er drückt mir einige Informationen in die Hand, über die
Aktionsmeile "Rio + 10", den Stadtratsbeschluss "München kauft keine
Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit", die Botschaft des
Präsidenten des Ashaninka-Volkes, unserem Projektpartner im Rahmen
des KlimaBündnisses aus dem peruanischen Regenwald an München, einen
Artikel der Süddeutschen Zeitung über die Agenda 21 in
München...
Ich überfliege diese Papiere und meine erstaunt: "Aber das
sind doch alles Sachen, die wir in der Agenda- Eine- Welt-Arbeit in
München mit vielen PartnerInnen machen. Er meint, schon nicht mehr
ganz so verständlich, weil der Lärm zugenommen hat:" Sage ich doch!
Wir haben hier die Samen für eine gerechtere Zukunft, nicht
aber die Früchte!". Dann ist auf einmal der Wunschladen
verschwunden und ich sitze am Schreibtisch in der Implerstraße und
weiß, dass der Lärm vom Bohren in den Räumen über mir kommt, wo
umgebaut wird. (Heinz Schulze)
...was
mit der Unterstützung der LH München erreicht werden konnte und
* was
es "der Stadt gebracht" hat, was mit dem städtischen Zuschuss
bewirkt wurde
* ob
und wodurch die geplanten Ziele erreicht wurden
(Zielgruppenorientierung und Methodenauswahl)
* ob
und wie es gelang, Synergieeffekte herzustellen, also Doppelarbeiten
zu vermeiden und Kräfte zu bündeln.
Schwerpunkte der Arbeit 2002 waren:
- Kampagne "München gegen ausbeuterische Kinderarbeit
koordinieren
- Partnerschaft im Rahmen des KlimaBündnisses "München-Amazonas"
vertiefen mit Bildungs-und Öffentlichkeitsarbeit
- Verbreitung des Fairen Handels-Ansatzes
- Ethisch-ökologische Geldanlagen verbreitern helfen
- Bürgerschaftliches Engagement, spez. Einbeziehung von Kindern
und Jugendlichen fördern
- Verstärkte Einbeziehung der Wirtschaft in den Agenda-Prozess
(Aspekt: Eine Welt) vorantreiben
- "Globales Lernen"praktisch umsetzen
- Koordination und Betreuung des Eine-Welt-Bereiches bei der
Aktionsmeile "Rio + 10"
Zu 1:
Kampagne "München gegen ausbeuterische Kinderarbeit"
Wichtig
war hier die enge Kooperation mit dem Büro Bürgermeister Monatzeder,
dem Arbeitskreis der städt. Agenda-Beauftragten, den
Verantwortlichen der Vergabestellen und Kinderorganisationen wie
terres des hommes (München) oder dem Kreisjugendring und dem Nord
Süd Forum München e.V..
Ziel
der Kampagne war, das Thema so vor zu bereiten, dass es, wenn irgend
möglich, einen Stadtratsbeschluss geben sollte "München kauft keine
Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit".
Die
Recherche-Arbeit war sehr kompliziert, wie bei dem Gegenstand
"öffentliche Vergabe-Richtlinien" zu erwarten war. Wir waren deshalb
u.a. in .Kontakt mit dem Sozialministerium, der Internationale
Arbeitsorganisation (ILO), dem bayerischen. Landtag (Klaus Hahnzog,
MdL) und europäischen Abgeordneten (Wolfgang Kreissl-Dörfler). Das
Projekt wurde in einigen Sitzungen bei den MitarbeiterInnen der
städt. Vergabestellen diskutiert, mit den Juristen der LHM
besprochen, etc.
Das
politisch herausragende Ergebnis war, dass München als erste
bundesdeutsche Stadt einen offiziellen Stadtratsbeschluss,
eingebracht durch Bürgermeister Monatzeder -fasste (und nicht eine
"Empfehlung"), um in München noch stärker Aspekte einer nachhaltigen
Entwicklung im Beschaffungswesen zu berücksichtigen, ...
"..
Im Juni 2003 erfolgte der Beschluss: "München kauft
keineProdukte, die mit ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt
wurden". Dieser Beschluss erregte, z.B. beim Deutschen
Städtetag, sowie Einrichtungen zur lokalen Agenda 21 bundes- und
bayernweit große Aufmerksamkeit. So wurde er bei der Fachtagung
"Faires Beschaffungswesen von Kommunen" am 19.11.2002 bei InWent
vorgestellt. Es gab eine interessante juristische Bewertung dieses
Beschlusses durch einen der führenden bundesdeutschen
Verwaltungsjuristen, Herrn Prof. Dr. Jan Ziekow (Speyer).
... Wir "beschränken" uns auf darin ganz
bewusst "nur" auf den Aspekt "ausbeuterischer Kinderarbeit" mit
bezug auf die ILO-Konvention Nr. 182.
Zu diesen gehören: Sklaverei und sklavenähnliche ähnliche
Praktiken, Prostitution, unerlaubte Tätigkeiten und Arbeiten, die
voraussichtlich für die Gesundheit, die Sicherheit oder die
Sittlichkeit von Kindern schädlich ist.
Bei Produkten wie: Bälle, Sportartikel, Sportkleidung,
Spielwaren, Teppiche, Wohn- und. Kleidungstextilien, Natursteine,
Lederprodukte, Billigprodukte aus Holz, Agrarprodukte wie Kakao,
Orangensaft, Tomaten etc. werden die bietenden Unternehmen von den
Vergabestellen u.a. gefragt nach: einer unabhängigen Zertifizierung,
die bestätigt, dass das Produkt nicht mittels ausbeuterischer
Kinderarbeit hergestellt wurde
(z.B. ein Fair-Handels-Siegel oder Rugmark-Siegel)
oder eine verbindliche Zusage des Unternehmers, dass keine
ausbeuterische Kinderarbeit in dem Produkt steckt.
Weitere
wichtige "Bausteine" auf dem Weg eines sozial gerechteren Einkaufs
im Rahmen dieser Kampagne waren:
 |
Der
Runde Tisch am 20.11.2002 unter Leitung von
Bürgermeister Monatzeder spez. zum Thema: Sportartikel,
Sportkleidung – z.T. weil es da schon interessante Aktivitäten
von Herstellern und Handel gibt. |
Die
Arbeit der Agendakoordination Eine Welt bestand hier in der Suche
nach unterschiedlichen TeilnehmerInnen und
inhaltlich-organisatorischer Vorbereitung. An diesem Runden Tisch
nahmen teil: Sport Scheck, FairKauf, Karstadt-Quelle,
Deichmann-Schuhe, C&A Mode, Addidas-Salomon, Puma AG, die
Fußball-Organisation FIFA, Verbraucherzentrale, Katholische
Arbeitnehmer-Bewegung, Evang. Dekanat München, Berufsschule für den
Einzelhandel, SchülerInnen Münchener Schulen, kleinere Sportvereine,
terre des hommes, Nord Süd-Forum München e.V., etc. Wichtig waren
die Aussagen der großen Hersteller und der Vorstellung ihrer
Verhaltenskodizes und Sozialstandards und, dass der Münchener
Beschluss richtungsweisend ist.
"Ausbeuterische Kinderarbeit kann man nicht dulden".
Die
Stadt wurde sehr motiviert, gerade auch von den Vertretern der
Unternehmen, diesen zukunftsweisenden Beschluss aktiv, offensiv und
werbewirksam in die Öffentlichkeit zu tragen und viele wichtige
Mitspieler in der Stadt auffordern, sich diesem Beispiel aktiv
anzuschließen.
Woanders unvorstellbar? In München gelingt es, sehr
unterschiedliche Interessensgruppen an einen "Runden Tisch" zu
bekommen: Ökologie, Ökonomie und Soziales.
 |
Schirmherr Giovane Elber (FC
Bayern): |
Für die
Pressearbeit war es wichtig, dass der bekannte Fußballspieler
Giovane Elber vom FC Bayern bei der Pressekonferenz am 9.3.2002 den
"Startschuss" für die Kampagne made-by-kinderhand gab. Gut war, dass
G. Elber authentisch berichten konnte, dass er als Kind auch in der
Orangenernte in Brasilien Schwerstarbeit leisten musste und weiß,
was Kinderarbeit bedeutet.
 |
Postkartenaktion: |
Damit
nicht der Eindruck entsteht, eine Kampagne gegen ausbeuterische
Kinderarbeit sei total konfliktfrei und harmonisch, soll kurz über
die "Postkartenaktion" berichtet werden. Mit Jugendorganisationen
wie dem Kreisjugendring, der Jugendzeitschrift clash und der
Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) gelang es, die 60.000
gedruckten Postkarten mit Fragen nach Herkunft und
Arbeitsbedingungen bei Sportartikeln an entsprechende Münchener
Geschäfte zu "verteilen".
Hierbei
wurden besonders Jugendliche angesprochen. Es gab interessante
Rückmeldungen, einige Firmen fühlten sich "auf den Schlips"
getreten, die Mehrheit zeigte in den Antworten, dass ihnen das
Problem nicht egal war und, wo vorhanden, machten sie auf die
Sozialstandards ihrer "Branche" oder Lieferer aufmerksam.
Erstaunlich zurückhaltend war der Dachverband der Sportjugend
in München, sie lehnten auch, als "nicht Betroffene" die Einladung
zum Runden Tisch ab.
*
Weitere Aktionen waren (hier nur eine Auflistung): Radiosendungen,
Briefaktionen für Kindergärten, Aktionstage bei Mini-München,
Plakatwettbewerb an Münchener Schulen und der Kinderarbeitsparcours
bei der Aktionsmeile "Rio + 10", Vorträge in Schulen und der
Berufsschule für den Einzelhandel.
Zusammenfassung dieses Schwerpunktes:
Seit
Beginn im Juli 2002 bis zum Ende des Berichtszeitraums Ende 2002 war
die Kampagne "München gegen ausbeuterische Kinderarbeit" ein voller
Erfolg. Wir schafften es, von der "Identifikation" des Problems mit
entsprechender Forschungsarbeit zu einem richtungsweisenden
Stadtratsbeschluss zu kommen.
Jetzt
steht an, daran zu arbeiten, dass es immer "normaler" wird, keine
Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu kaufen.
Die
Methodologie war sehr gut gewählt:
*
Pressekonferenz mit "Promis", dadurch Öffentliche Aufmerksamkeit,
 |
Kampagne
mit großer Beteiligung von Jugendlichen in Schulen
und |
Jugendorganisationen,
 |
intensive
Seminar- und Informationsarbeit und aktives Mit-Machen bei
großen |
Veranstaltungen, Einrichtung einer eigenen web-site: http://www.made-by-kinderhand.de/ etc. brachte
das Thema verstärkt ins Bewusstsein der Stadtgesellschaft.
Synergieeffekte wurden sehr bewusst gesucht und geschaffen,
wobei einzelne Personen sich voll und ganz mit ihren Fähigkeiten in
die Aktion einbringen konnten. Bei der Mitarbeit an konkreten
Projekten, und der Koordinierungsarbeit gab es großes
bürgerschaftliches Engagement, hunderte von Stunden wurden
hier ehrenamtlich eingebracht.
Wie
viele Menschen erreicht wurden, ist nicht zu sagen: Über die
Postkartenaktion, Presse- und Radiosendungen sicherlich zigtausende,
in direktem Kontakt bei Seminaren , größeren und kleineren
Veranstaltungen einige tausend Menschen.
Die
Mitarbeit der Praktikantin, Frau Beihartz, von der FHS Sozialwesen
(München-Pasing) war hierbei sehr positiv.
2.
Partnerschaft im KlimaBündnis "München-Amazonas"
Das
herausragende Ereignis in diesem Arbeitsschwerpunkt waren die
Aktivitäten anlässlich des Besuches vom Präsidenten der Organisation
des Ashaninka-Volkes (ARPI), Herrn Guillermo Naco Rosas, in München
(11.9.-29.9.02). Die finanzielle Unterstützung kam vom Kirchlichen
Entwicklungsdienst der Evang. Kirche in Bayern und vom Kulturreferat
der LHM.
Der
Besuchstermin war so ausgesucht, dass er eine aktive Rolle
(Eröffnung der Aktionsmeile Rio + 10 am 15.9. mit Bürgermeister
Monatzeder) und bei der "Nacht der Umwelt" (Referat) einnehmen
konnte.
Ziel
war, mit ihm als authentische Stimme aus dem Regenwald einen
wichtigen Beitrag zur Weltkonferenz "Rio + 10" mit den
Herausforderungen anlässlich der Klimaveränderungen und dem
notwendigen Schutz des Regenwaldes "aus erster Hand" zu leisten.
Die
bisherige gute Zusammenarbeit "München-Ashaninka" sollte vertieft
werden und Impulse für eine stärkere finanzielle Unterstützung
seitens der Zivilgesellschaft erreicht werden. Die Zeit war sehr
intensiv ausgefüllt, Aufgabe der Agenda-Koordination Eine Welt war
die Begleitung und Übersetzung.
... In
direktem Kontakt wurden ca. 800 Menschen erreicht. Herr Naco
überzeugte durch seine enormen, authentischen Kenntnisse, seine
lebensbejahende Einstellung und dadurch, dass er so "ferne" Themen
anschaulich "rüberbringen" konnte. Auch hier gelang es der
Agendakoordination, durch die bisherige gute Arbeit und der guten
Kooperation mit der LHM, sehr unterschiedliche Gruppen und Personen
für das Thema zu interessieren. Das Anliegen, wichtige Zusammenhänge
zwischen Nord und Süd, den Auswirkungen unseres Tuns oder
Unterlassens für unsere gemeinsame Welt herzustellen und
Handlungsalternativen aufzuzeigen, wurde bestens "transportiert".
Fazit
dieses Schwerpunktes:
Das
besondere Engagement von Verantwortlichen in der Stadt
(Bürgermeister, Umwelt-Gesundheitsreferent) wurde in der
Öffentlichkeit durch viele Medienberichte hervorgehoben, gerade an
den Schulen gelang es in direktem Gespräch das Anliegen der Agenda
21 – nachhaltige Entwicklung in Nord und Süd – sehr zu
verdeutlichen. Agenda 21 wurde be-greifbar – Das haben auch die
positiven Reaktionen über die Aktionsmeile gezeigt. Der Vertreter
der Ashaninka hatte didaktisch hervorragendes Material
(Leinwand-Wandzeitungen zu Problemen und Hoffnungen dabei), die
Methodik war sehr gut geeignet und die schon bisher bewährte
Zusammenarbeit unterschiedlicher Gruppen brachte natürlich
Synergieeffekte, die die Agenda-Koordination Eine Welt (als einzelne
Stelle) gar nicht alleine hätte bewerkstelligen können. Für
diejenigen, die sich aktiv bei Veranstaltungen, Vorbereitung etc.
ehrenamtlich eingebracht hatten, war es eine schöne Geste, am
Abschiedsabend zu einer kleinen Feier eingeladen zu werden, wo sie
ein Dank-Schreiben von Herrn Naco überreicht bekamen.
3.
Schwerpunkt: Verbreitung des Fairen Handels
... vorrangig Bildungsveranstaltungen .., u.a. in
Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, dem DGB-Bildungswerk und
einigen Schulen. Erstmals gelang es, nach intensiven
Vorbereitungsanfragen, in einigen Klassen der Berufsschule für den
Einzelhandel das Thema (zusammen mit FairKauf München) vorzustellen.
Das war
ein schwieriges Unterfangen, weil die SchülerInnen aus diesem
Bereich überhaupt nicht glaubten, was im Fair-Trad-Bereich Norm ist
(höhere Zahlungen an die Kleinbauern, Kontrolle und Siegel). Weit
verbreitete Meinung war, dass sie ja schließlich wüssten, wie es in
diesem Bereich wirklich zuginge und man "Siegel und
Klassifizierungen" nicht glauben könnte. Hier bleibt noch sehr viel
zu tun.
Eine
Querverbindung ergab sich natürlich im Zusammenhang mit dem Bereich
"München gegen ausbeuterische Kinderarbeit." Beim Besuch des
Delegierten der Asháninka konnte der Partner des "München-Cafe", der
eine Welt-Laden Fairkauf e.G., eine Spende in Höhe von 1.000 € aus
eigenen Mitteln an Herrn Naco übergeben.
Neben
den Vorteilen des Verkaufs des "München-Cafe" als biologischer, fair
gehandelter Kaffee für die Kleinproduzenten (ein Preis der erheblich
über dem derzeitigen Weltmarktpreis liegt, etc.) zahlt FairKauf
zusätzlich 0,05 € für das Ashaninka-Projekt. Somit sind ca. 20.000
Päckchen "München Cafe" – auch ein Agenda-Projekt aus dem Jahre 2000
– verkauft worden.. Also auch dieses eine Erfolgsstory.
Auch
ging die Arbeit im Bereich der Förderung der
FLP-Siegel-Blumen (Blumen aus umweltgerechterer und
menschenwürdigerer Produktion) aktiv weiter.
Hervorzuheben ist eine Beteiligung von zwei ArbeiterInnen aus
Blumenplantagen aus Tanzania beim Internationalen Frauentag
(Marienplatz, DGB etc.), was eine engere Kooperation mit einigen
Frauenverbänden, Gewerkschaft und der Menschenrechtsorganisation
FIAN (die diese Kampagne hauptsächlich bearbeitet) ergab.
Das
entsprechende Faltblatt, wo man in München entsprechende "faire"
Blumen kaufen kann, wurde restlos verteilt. Vor einer Neuauflage
muss dringend eine Überarbeitung gemacht werden, weil es viele
Änderungen bei den Anbietern gegeben hat.
Im
Herbst 2002 fand die Fortsetzung des früheren "Runden--Tisches" als
Arbeitstreffen mit dem Bericht der Koordinatorin der Blumenkampagne
von FIAN (aus Kolumbien) statt.
4.
Schwerpunkt: Ethisch-ökologische Geldanlage:
In
diesem Bereich bestand die Arbeit vor allen Dingen in der
Bearbeitung von Anfragen, dem Versand der Broschüre
"ethisch-ökologische Geldanlagen", der Unterstützung der Gruppe
"Oeko-Kick" (in der über ethisch-ökologische Geldanlagen und damit
zusammen hängende Fragen diskutiert wird und wo als "Anlageclub"
gemeinsam Geld ethisch-ökologisch angelegt wird). Unterstützt wurde
auch die Veranstaltung von OIKOS-Kredit, die Armen in der sog. 3.
Welt besonders günstige Kredite gibt.
Besondere Bedeutung hatte die Umsetzung unserer Idee, einen
"anderen Weltspartag" im Oktober 2002 zu organisieren und die daran
Beteiligten zu unterstützen. Dank der guten Kontakte, die inzwischen
seitens der Agenda-Koordination Eine Welt zu diesem wirtschaftlichen
Sektor aufgebaut wurden, gelang es, große Anbieter zu interessieren,
ihre "Angebote" konkret vorzustellen.
Mitgewirkt haben dann die Sarasin-Bank (Schweiz – eine der
europaweit größten Banken in diesem Bereich), die GLS-Bank, die
Versicherungs Versiko (Continentale), das Sonnenprojekt von
GreenCity und Oeko-Kick. Von den TeilnehmerInnen war es eine
generationsübergreifende Veranstaltung, es waren viele ältere
Menschen anwesend, die Geld für ihre Enkel gut und ethisch sauber
anlegen wollten. Die Rückmeldungen der Geldinstitute waren sehr
positiv, für eine evtl. Folgeveranstaltung hat sich auch inzwischen
die Hypo-Vereinsbank angemeldet.
Insgesamt ist auch wohl der Bereich "ethisch-ökologische
Geldanlagen" von der Zukunftsangst und Spar-Zurückhhaltung
betroffen, trotzdem gibt es weiterhin großes Interesse. Von der
Agenda-Koordination Eine Welt wird, da es inzwischen viele
unterschiedliche Möglichkeiten gibt, verstärkt bei den herkömmlichen
Geldinstituten angefragt, wie sie es mit diesem Anlagespektrum
halten.
Eine
solche Arbeit ist mehr eine "Sauerteig-Arbeit". Weil über Geld wenig
in unserer Gesellschaft geredet wird, sind auch die Rückmeldungen,
wie viel Geld in München über die Arbeit in diesem "Agenda-Spektrum"
nach ethisch-ökologischen Kriterien angelegt wurden, sehr gering. So
ist die Zahl von neu in diesem Bereich angelegten 200.000 €,
die uns eher zufällig als Reaktion auf unsere Aktionen mitgeteilt
wurden, eher die "Spitze des Eisberges". Es wurden wohl mehr Gelder
neu in diesem Sektor angelegt, auch auf unsere Öffentlichkeitsarbeit
hin.
5.
Bürgerschaftliches Engagement, spez. von Kindern und Jugendlichen
Die
Agenda-Koordination Eine Welt nahm an einigen Treffen der
Koordination (Direktorium) zum Jahresthema: "Förderung des
bürgerschaftlichen Engagements" teil. Anfragen von einigen
Jugendgruppen und Schulklassen nach Hintergrund- und
Informationsmaterialien zum Thema "Kinderarbeit" zeigten, dass hier
Interesse bestand, das durch die o.g. Postkartenaktion 60.000 Stück)
beeinflusst wurde.
Veranstaltungen – mit aktivierenden Formen – in den diversen
Schulen waren gut und wichtig, aber doch eher "Eintagsfliegen". Es
gab nur wenige Rückmeldungen von LehrerInnen, ob und wie die
SchülerInnen am Thema weiter gearbeitet haben, obwohl die direkten
Aussagen nach der Auswertung in den jeweiligen Klassen positiv war.
Auch
mit den Jugendorganisationen (KJR, kath., evang. Jugend, BUND-Jugend
etc.) gelang es so nicht, engere und langfristigere Formen der
Zusammenarbeit auf zu bauen. Es wurde zwar von der Leitung her immer
Interesse geäußert, aber eine direkte Kooperation mit "der Stadt",
mit der "Agenda 21" war nur sporadisch zu erreichen.
Hier
ist eine offene Zusammenarbeit weiterhin schwierig und immer kam als
Grundlinie heraus, dass sie als größere Organisation ein starkes
Interesse haben, etwas "führend" zu machen und nicht irgendwo "mit
zu machen" und es waren immer Fragen nach dem, was "für uns
finanziell herausspringt".
Interessant waren die Abendveranstaltungen zum Thema "A
bisserl Zeit hätt ich schon" (spez. mit dem DGB-Bildungswerk), wo
eigentlich in der Ausschreibung Agenda 21-Eine-Welt-Themen
herausgestellt wurden, die Fragen, nach Möglichkeiten des
"Engagements aber sehr stark sich auf den sozialen-gesundheitlichen
Bereich hin orientiert waren. Hier musste ich mich als Referent sehr
schnell auf diese Interessen einstellen.
6.
Verstärkte Einbeziehung der Wirtschaft in den Bereich
Agenda-Eine-Welt
Dieses
Thema wurde auch im Berichtsjahr 2002 als Querschnittsaufgabe
verstanden. "Allgemein"" ist es schwer, kleinere, mittlere und
größere Unternehmen an Fragen der "Agenda 21" zu interessieren. Bei
all unseren Aktivitäten, neue Aspekte "anzuschieben" oder bestimmte
Themen und Anliegen am "laufen zu halten" ist immer ein konkreter
Bezug notwendig.
Das hat
sich immer bei unseren "Runden Tischen" gezeigt, wo immer wieder
sehr unterschiedliche Interessensgruppen zusammen gekommen sind. Das
ist nun beileibe keine "Ideologie", dass es nur auf Konsensbasis
geht, aber für die lokale Agenda 21-Arbeit ist es wichtig, ohne
Scheuklappen auf einander zu zugehen, ohne die eigenen Anliegen oder
Interessen aus den Augen zu verlieren.
In
diesem Sinne setzte die Agenda-Koordination eine Welt unspektakulär
immer wieder die Anregung der bayerischen Agenda (KommA21) um, die
Wirtschaft verstärkt in die Pflicht zu nehmen, aber auch
"win-win-Situationen" zu schaffen.
... Als
Querschnittsaufgabe ist der wirtschaftliche Aspekt sichtbar in den
Bereichen: München gegen ausbeuterische Kinderarbeit (siehe oben),
wo es natürlich auch Industrieverbände, Unternehmen und
Gewerkschaften gibt, die eine Zusammenarbeit ("aus Arbeitsgründen",
oder, weil dafür "nicht zuständig") nicht wollen.
Weiter
ist er deutlich im Bereich der FLP-Blumen aus umweltgerechterer und
menschenwürdigerer Produktion, wo es sehr mühsam ist,
BlumenhändlerInnen zu gewinnen, zu Nachfolgetreffen eines Runden
Tisches zu kommen, wo aber auch durchaus Interesse bei großen
Gärtnergeschäften besteht, dass jemand von der "Blumenkampagne" eine
Fortbildung für die Lehrlinge zum Thema macht.
...
Auch im Bereich "Fair-Wertung", zum besseren Umgang mit Altkleidern
sind immer wieder wirtschaftliche Interessen zu spüren, die
versuchen, dass die Stadt München aus der aktuell guten Lösung
aussteigt und verstärkt den gewerblichen Sammlern mehr Möglichkeiten
gibt, ohne jegliche Auflagen.
Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, um das nur noch kurz
aufzuführen, gibt es in den Bereichen der "Geldanlagen", Suche nach
Marktzugängen aus einer nachhaltigen Bewirtschaftung mit Produkten
aus dem amazonischen Regenwald, dass Bio-Anbieter verstärkt den
Aspekt "Fair-Handel" in ihr Angebot aufnehmen,
Aber
immer ist darauf zu achten, dass es sich um den Handlungsbereich
"lokale Agenda 21" handelt, d.h. immer der lokale bezug hergestellt
werden muss, und, dass es um Aspekte der Veränderung auf kommunaler
Ebene geht. Die Agenda-Eine Welt ist keine bundesweit tätige
"Nord-Süd-Gruppe".
7.
Globales Lernen
2002
wurde mehr Wert darauf gelegt, die Bedeutung des "globalen Lernens",
des entwicklungspolitischen Lernens/Eine Welt" in überregionale
Gremien einzubringen, wie im Bereich der Umweltpädagogik, der
Schuldidaktik usw. Hintergrund war die praktische Erfahrung, dass
z.B. viele LehrerInnen sich schwer damit taten, das Thema im
Unterricht zu behandeln, weil es keine entsprechende "Empfehlung"
oder Anleitung des zuständigen Kultusministeriums gab.
Wichtig
war dann, in vielen Veranstaltungen, Seminaren, bei Projekttagen an
Schulen persönlich im Sinne des "globalen Lernens" aktiv zu werden,
inhaltlich wie methodisch. Hier war die Personalsituation wirklich
entscheidend. Viele Ehrenamtliche, die inhaltlich-methodisch unsere
Themen gut "rüberbringen" können, können nicht einfach so am
Vormittag in eine Schulklasse gehen, andere ehrenamtlich Tätige
bräuchten eine bessere methodische Fortbildung oder ganz einfach
auch ein kleines Honorar.
Hier
sind die Grenzen des ehrenamtlichen Engagements deutlich, und als
"Ein-Mann-Büro" der Agenda-Koordination Eine Welt ist es
nachvollziehbar, dass nur ein Bruchteil der Anfragen, spez. von
Schulklassen, erfüllt werden können, weil sonst die "andere" Arbeit
liegen bleibt.
Wichtig
war die Zusammenarbeit mit dem "Päd. Arbeitskreis Eine Welt/globales
Lernen" des Nord Süd Forum, (u.a. bei Erstellung einer Lesung für
die lange Nacht der Umwelt zum Regenwald), der MVHS-ÖBZ, der
Arbeitsstelle eine Welt (Pädagogisches Institut), um nur einige zu
nennen. Mit der ersten Ausarbeitung von Materialien für eine Mappe
zum Aspekt "Kinderarbeit" wurde begonnen.
9.Koordination des Eine-Welt-Bereichs bei der Aktionsmeile
"Rio + 10"
Die
Aktionsmeile des Münchener Agenda-Büros "Rio + 10" am 15.9.02 war
ein überaus großer Erfolg. Nach vorsichtigen Schätzungen waren dazu
über 100.000 BesucherInnen in die Ludwigstrasse gekommen. Aufgabe
der Agenda-Koordination Eine Welt war dabei spez. die
Eine-Welt/Nord-Süd-Gruppen dafür zunächst zu motivieren und dann
auch mit zu betreuen. Es nahmen auch ca. 20 Gruppen aus dem
Eine-Welt-Bereich daran aktiv statt. Die Rückmeldungen waren sehr
positiv.
- Arbeitsbereich: Die Arbeit Münchens bei der lokalen Agenda 21
(hier spez. den Eine-Welt-Bereich) überregional bekannter zu
machen...
Es ist
weiterhin so, dass, um es in der neuen Ausdrucksform zu sagen, dass
München bei der Agenda 21 -Bereich Agenda-Eine Welt- bundesweit
"sehr gut aufgestellt" ist und die Aktivitäten in anderen Kommunen,
Städtetag, Fachgremien und politischen Organisationen sehr positiv
zur Kenntnis genommen werden.
....
Münchner KooperationspartnerInnen im Jahre 2002
Mit
dieser beispielhaften Aufstellung soll kurz das breite Spektrum
aufgezeigt werden, mit welch unterschiedlichen Gruppen, Unternehmen,
Dienststellen etc. zusammen gearbeitet wurde, bzw. von wem es
Unterstützung gab. Allen sei herzlich gedankt.
Aktion
Hoffnung / Amt für Abfallwirtschaft /Arbeitskreis der städt.
Agenda-Beauftragten / Arbeitsstelle Eine Welt des Pädagogischen
Instituts/ Ausländerbeirat München/ Berufsschule für den
Einzelhandel /Blumengroßhändler / Bürgerstiftung für ein
zukunftsfähiges München / Bündnis 90/Büro Dritter Bürgermeister /
Direktorium der LHM / Casa do Brasil //DAAD-Deutsche Akademische
Auslandsdienst /Die Grünen (Landtag und Stadtrat)/ DGB-Bildungswerk
/ Direktorium der LHM "Jahr des Ehrenamts" /Carl
Duisberg-Gesellschaft/ Das Samstagsblatt /Evang. Dekanat München /
Evang. Pressedienst / Eine Welt Haus /Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.
/ Fachhochschule München – Sozialwesen Pasing / FairKauf München/
FIAN München/ Föbe / Fremdenverkehrsamt München / Gesundheitsladen
München / German Watch München / GLS-Bank/ Green City /
Großmarkthalle München /Frauenbank i.G. /HerMerlin / Hofpfisterei
München / Industrie- und Handelskammer /IG B.A.U./ Inka e.V. /
InWent / Jugendzeitschrift clash / Jugendinformationszentrum / Jusos
Bayern / Katholische Hochschulgemeinde / Kindergarten in der
Waxensteinstraße / Karlsgymnasium /Katholische Arbeitnehmer-Bewegung
/ KED Bayern / Kreisjugendring München/ Kulturreferat
/Ludwigsgymnasium /Luisengymnasium / Luitpoldgymnasium /, Max Planck
Gymnasium / Mini-München / Misereor Bayern / Missio München /
Mobil-Spiel e.V./ Münchener Merkur / Münchener Stadtinformationen im
Rathaus / Münchener Volkshochschule/ÖBZ / Nord Süd Forum München
e.V. (AK München-Harare- Lateinamerika-AK, Pädagogik-Arbeitskreis)/
Oeko-Kick/ OIKOS / Paulo Freire Gesellschaft e.V. / Perugruppe
München/ Pro Regenwald München e.V./ Radio Lora / Radio Maroni
(Kinderradio) / Referat für Arbeit und Wirtschaft / Referat für
Gesundheit und Umwelt (Ö-K- und diverse Abteilungen) /Refugio
Kunstwerkstatt für Flüchtlingskinder / Schulreferat
(Umweltkoordination und Kindergartenreferat)/ Selbsthilfezentrum
München e.V. / Sozialreferat / Sparkasse München / SPD (Landtag und
Stadtrat) / Süddeutsche Zeitung (Magazin) /Thomas Mann Gymnasium
/Tatendrang/ Transparency International/terres des hommes /
Umweltinstitut (Münchener Stadtgespräche) / Verdi /
Verbraucherzentrale München/ Versiko / Völkerkundemuseum München /
W. Röntgen-Realschule /Willi Graf Gymnasium / WUS ...
V.
Fazit:
Die
Schwerpunktsetzung im Jahre 2002 auf die Bereiche "Kampagne gegen
ausbeuterische Kinderarbeit", KlimaBündnis München-Ashaninka und die
"Aktionsmeile Rio+10" hatte den Vorteil, dass neue
PartnerInnen in die Arbeit einbezogen werden konnten und, dass
die Agenda 21 – Eine Welt in München (auch für Jugendliche)
"fassbarer" und überregional bekannter wurde. Von daher gab es auch
die Einladungen auf bundesweiter Ebene.
Ein
sichtbarer "Beweis", weil halt in einer Großstadt vieles über die
Medien zum Thema wird, waren große und interessante
Zeitungsartikel (siehe Anlagen). Viele Personen, auch solche,
die schon lange über die Arbeit der Agenda 21- Eine Welt informiert
sind, zeigten größeres Interesse, "weil es in der Zeitung stand",
weil was interessantes darüber im Radio gesendet wurde.
... Die
Stadt München ist bundesweit bekannter geworden als eine Stadt, in
der trotz knapper Mittel darauf geachtet wird, Wege einer
nachhaltigen, zukunftsfähigen Entwicklung zu gehen, auch im Bereich
internationaler Gerechtigkeit.
Die
angewandten Methoden: Runde Tische mit unterschiedlicher
Zusammensetzung, das Bemühen, in konkreten Bereichen Veränderungen
zu erreichen brachte konkrete Ergebnisse.
...Durch die eigene pädagogische Tätigkeit (aktivierende,
motivierende Referententätigkeit) in Schulen, Seminaren,
Veranstaltungen wurden im Jahre 2002 leicht über 1000 Menschen
"erreicht", dabei sind natürlich nicht Großveranstaltungen wie die
Aktionsmeile Rio + 10 (mit hundertausend BesucherInnen) gemeint.
...
(Heinz Schulze) 
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