Projekt interkultureller theaterpädagogischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen:
MigrantInnen
in der Münchener Stadtteilarbeit projekt2.htm
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Einführung in die
Gruppenarbeit durch biografische Zugänge und
Handlungsorientierung
Do 14.30 -16.45 und Block nach
Vereinbarung, 2 Semester (ca 12-14 x 3 SWStd.)
Im zweisemestrigen
Seminar geht es um die Entwicklung von Basiskompetenzen für die
Gruppenarbeit in solchen verschiedenen Kontexten.
Dazu
gehört es, die eigene Vorgeschichte in Gruppen und die eigenen
Kommunikationsmuster wahrzunehmen und sein Handlungsrepertoire zu
erweitern.
Dafür sind
theaterpädagogische Mittel hilfreich.
Gruppentheorien werden
anwendungsorientiert mit einbezogen, um Gruppenphänomene besser
einschätzen zu können.
Es geht um
innere und äußere Achtsamkeit, um Konfliktfähigkeit
und Eigenverantwortlichkeit zwischen Selbstbestimmung und
Abhängigkeit, Dominanz und Passivität.
1.
Vorstellungen
1.1. Vorstellungen: Personen, Namen,
Rollen, Funktion im Rahmen des Semesters
1.2. Vorstellungsrunden
als prägender Einstieg und Definition der gemeinsamen Arbeit
1.3. Ziele der Veranstaltung, Angebote und Wünsche der
Beteiligten,
Entscheidung zur Intensität
1.4. Klärung von
Blockveranstaltung und Praxis-Erleben (z.B. Zukunftswerkstatt)
2.
Zukunftswerkstatt als Methodenreihe
2.1. Herkunft und
Verbreitung, Varianten und Einsatzmöglichkeiten
2.2.
Konzeptionstechnik und Vorbesprechungen, Zielgruppenbezogen
2.3.
Vereinbarungen zu Thema und Beteiligung im Verlauf,
Dokumentationsmöglichkeiten
3.
Analyse- Methoden
3.1. Spinnweb- und Fronten-Analyse:
"objektiv und an der Oberfläche"
3.2. personale
Bezüge: Lebenswelt und Herkunftsgeschichte
3.3.
gruppendynamischer Bezug: Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen
3.4.
und am Schluß: Die positive Wende als Vorgeschmack der Utopie
4.
vom Traum zur Utopie
4.1. "von
aussen nach innen" oder umgekehrt? persönliche Träume
und Gesellschaftsbilder
4.2. zwischen
Intensität und Tragfähigkeit: Kriterien im jeweiligen
Gruppenbezug, Gestaltung
4.3. Utopien
brauchen oft mehrere Anläufe: Auf dem Weg zum gemeinsamen Traum
4.4. Im Plenum: Bewertungen und Entscheidungen
5.
Einheit Strategien und Verwirklichung
5.1.
Entscheidung und Reduzierung der eigenen und gemeinsamen Ziele
5.2.
Zeitplan- Techniken und Planungsmethoden aus verschiedenen
Berufssparten
5.3. Sicherung der Ergebnisse und ihrer Umsetzung,
5.4. Der Traum von der permanenten Zukunftswerkstatt und die
Ängste davor
6.
Reflexion als Neu-Anfang
6.1. Bewußtmachen der
erlebten Arbeitsformen als Lernvorgang (Entzauberung)
6.2. Der
Dialog und der Lebenswelt- Ansatz bei Paulo Freire
6.3. Die
Zukunftswerkstatt- Moderation als Geburtsvorgang
7.
Gruppenphasen und Gesprächs- und Arbeitsstile
7.1.
Zur Theorie der Gruppendynamik: Sammeln und Sichten
7.2.
Reflexion der eigenen Situation in verschiedenen Lebensbereichen
7.3. Wiederholungsmodelle und Strukturen- Bewußtheit
im Sozialen Feld
8.
Theater - Methoden in der Bewußsteinsbildung
8.1.
Das Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal und seine
Weiterentwicklungen
8.2. Gestalt-Methoden im
Spannungsfeld von Professionalität und persönlichem Bezug
8.3. Theorien von Ausdruck, Bewußtheit und
Veränderung in der Theaterpädagogik
9.
vom Statuen - zum Forumtheater
9.1. Statuen- und
Bilder-Theater: Übungen zur Schärfung der Sinne
9.2.
Der dramatische Punkt und die "Chinese Crisis" als Aufgabe
des Joker
9.3. In der Wiederholung wird Theater daraus: Rituale
und ihre helfende Struktur
10.
Rolle und Veränderung
10.1. Angst und Lust in
Veränderung, Rückfall und Neuversuch sind wie Suchtrituale
10.2. Rollenanteile des Theaters und des alltäglichen
Lebens: Bewußtheit verändert
10.3. Das Modell
Lindenstrasse im improvisierten Theater: Spiellust entfesseln
11.
Gestaltungsformen für Veranstaltungen
11.1.
Anlaß und Erwartung, bekannte Vor-Formen prägen unsere
Möglichkeiten
11.2. Raum und Gestaltung,
Wertschätzung und Austauschformen
11.3.
Programmverlauf und Umgang mit Veränderung und Störung
12.
Moderationstechniken und persönlicher Stil, Abschiede
12.1. Ich bin meine ganze Person: Bewußtsein bis zum
persönlichen Clown
12.2. Auftritt und Berufsrolle: Von der
Kleidung bis zum Werkzeug, Sicherheiten
12.3. Zusammenfassung und
Verabschiedung: Wie ich mich in Erinnerung behalte
Beate Kuhnt und Norbert Müllert:
Moderationsfibel, Ökotopia- Verlag
(schön,
etwas aufwendig gemachtes Handwerkszeug für ModeratorInnen)
Robert Jungk: Modelle für eine
lebenswerte Zukunft, Luchterhand Frankfurt 1990
(anschauliche
Beispiele und Werkstattergebnisse aus verschiedenen Ländern)
bolo´bolo,
Autor: p.m., endgültige Ausgabe, PARANOIA CITY; Zürich
(literarisch sehr feine, an Sience
Fiction grenzende Verführung zu Zukunftsgedanken)
Augusto Boal: Theater der
Unterdrückten, Übungen und Spiele für Schauspieler und
Nicht-Schauspieler SUHRKAMP-TB NF 361, Frankfurt 1979 +1989
(das
Grundwissen, alle Hintergründe des Entstehens, Beispiele von
Forum- und Unsichtbarem Theater, ca
10 euro)
Augusto Boal: Legislative Theater
(engl.)1999
(die entwicklung des
legislativen theaters in rio und die weiterverbreitung)
Augusto Boal: Der Regenbogen der
Wünsche, Kallmeyer 1999
(die
neueste umfassendste Zusammenstellung in deutsch, vor allem der
psychisch-orientierten Methoden)
Fritz Letsch,
Theater
macht Politik,
Die Methoden des Teotro Oprimido in der Jugendbildungsarbeit
Werkstattbuch
in der Reihe "Gautinger Protokolle", nun erhältlich
bei agspak-buecher.de
Bernd Ruping (Hrsg.):
"Gebraucht
das Theater,Die Vorschläge von Augusto Boal: Erfahrungen,
Varianten, Kritik" (vergriffen)-steht in der Bibliothek!
(Erfahrungen und Anwendungen
verschiedener AutorInnen in der BRD, Augustos Geschichte, Interview)
Arbeitsstelle Weltbilder, Agentur
für interkulturelle Pädagogik Münster und Schulstelle
der AG Bern: Spiel-Räume, ein Werkbuch zum Boal'schen "Theater
der Unterdrückten" Münster /Bern 1993 (südstr.
71b, 48153 münster)
(ein Heft für
die Anwendung im Schulbereich, ca 10.-, dort bestellen)
Simone Neuroth: Augusto Boals
"Theater der Unterdrückten" in der pädagogischen
Praxis, DeutscherStudienVerlag Weinheim 1994
(älterer
gründlicher Überblick zur Anwendung, ausführl.
Bibliographie, Diplomarbeit)
Zeitschrift für befreiende
Pädagogik, in Heft 10: Es braucht Mut, glücklich zu sein,
Anwendung des Theater der Unterdrückten in Europa
(Zusammenstellung einiger europäischer
Anwendungen, vergriffen, Bibliothek?)
Gisela Honens (Freiburg) und Rita
Willerding (Kassel): Praxisbuch feministische Theaterpädagogik,
Brandes & Apsel, wissen & praxis 43 ffm'92
(solide
Basis feministisch orientierter Körper- und Ausdrucksarbeit)
Susana Pendzik: Gruppenarbeit mit
mißhandelten Frauen, Ein Handbuch: AG
SPAK BÜCHER
München 1996
in
Zusammenarbeit mit der Paulo-Freire-Gesellschaft und der Stiftung
Umverteilen!
(Handbuch
für theaterpädagogische Arbeit im therapeutischen Bereich
einer der international anerkanntesten FortbildnerInnen)
noam chomsky: die neue weltordnung, trotzdem-verlag
autonome a.f.r.i.k.a gruppe / l.
Blissett / Sonja Brünzels: Handbuch der Kommunikationsguerilla
(grundlagensammlung zu den aktuellen
fragen virtueller und politischer wirklichkeit)
Gerd Koch: Lernen mit Bert Brecht.
Bertolt Brechts politisch-kulturelle Pädagogik, Hamburg 1979
(der forschende Lern-Ansatz Brechts, wie
er im Deutsch-Unterricht nie vermittelt wird)
Zeitschrift Korrespondenzen der
Bundesvereinigung Theaterpädagogik über Prof. Gerd Koch an
der Alice-Salomon-FHS, Karl-Schrader-Str. 6, 10781 Berlin, Heft 34
/1999: Reflexionen - Perspektiven: 20 Jahre Theater der Unterdrückten
in Deutschland
(Fachzeitschrift für
TheaterpädagogInnen)
Projekt interkultureller theaterpädagogischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen:
MigrantInnen in der Münchener Stadtteilarbeit
7.
Semester: Die Methoden des Theater der Unterdrückten einsetzen
lernen
eigene Projekte mit Einsatzstellen
planen und abstimmen
8.
Semester: Zu Interaktionsfähigen Gruppen vorbereiten und
einladen
Forum-Szenen der Teilnehmenden
erarbeiten
Bühnenfähige Versionen
herausholen und einüben
öffentliche Aufführungen im
Festival und im Stadtteil vorbereiten und begleiten
einen konferenz-termin: vorstellen der möglichen projekte aus meiner vorbereitung, besprechen des letzten semesters, der eigenen vorstellungen theaterpädagogischer arbeit und entscheiden für ein projekt in einer festen projektgruppe. (incl. dynamik)
die folgenden termine sollen dann von ihnen verantwortlich gestaltet bzw. mitgestaltet werden, soweit es gesamt-termine sind. ich würde mir auch eine knappe schriftliche protokollierung des zweiten semesters erwarten, damit sie auch selbst ihr programm und ihren einsatz reflektieren können:
1.
projektgruppe und zielgruppe beschreiben
2.
theaterpädagogische konzeption in stundenzielen
3.
einzelne einschätzung der anleitungen
4.
gemeinsame reflexion der veranstaltungen
5.
zusammenfassung der semesterarbeit.
joker und moderation kann ich auf wunsch übernehmen, ansonsten mach ich im sommersemester nur begleitung und komme nur zu einzelnen terminen dazu, wenn gewünscht.
als semester-programm würd' ich mir vorstellen:
1.
konferenz-termin
2. gruppen-treffen
in eigener regie: verabredungen, besuch und absprache in der
einrichtung, gruppen-start, unsere assistenz, vorstellungen
3. trainings-einheiten, die evtl. auch
teilweise von ihnen angeleitet oder gezielt von mir angeboten oder
erwünscht werden
(evtl. fh-öffentlich, vielleicht sogar als regelmässige
veranstaltung mittwoch nachmittag oder samstags)
4.
gegenseitige projekt-einladungen (freiwillig)
5.
zwischenreflexion
6. bühnen-proben
und festival-vorbereitung
7.
gemeinsame aufführung im gewerkschaftshaus
8.
eigene aufführungen im stadtteil (mit gegenseitigen
gastspielen?)
9.
schlussveranstaltung mit eigener einschätzung und semesterkritik
schon
die Grundlagen gelesen? Bewusstseinsbildung ...
oder zur utopie?