Vom Theater der Unterdrückten zum Legislativen Theater
Do - So jeweils 15-19 Uhr an der Fachhochschule München, Fachbereich 11 Sozialwesen
Mo: Öffentliche Vorführung des
Legislativen Theaters im Rathaus München
mit dem Fachforum Eine Welt in der AGENDA
21
organisiert von Fritz Letsch im entwicklungsdienst
theater-methoden
Protokoll: Sabine Bollenbach
Dann sitzen wir erneut in der Gruppe zusammen und es konkretisieren sich folgende politische Problembereiche:
1. Mangelnder Platz für Kinder versus Bau eines zweiten Stadions in München.
2. Arbeitspunktesystem für Pfleger und Pflegerinnen im Krankenhaus.
3. Ausländische Frau, die mit einem deutschen Mann verheiratet ist und von ihm wie eine Sklavin behandelt wird.
4. Basiseinkommen
5. Ein schwuler Chinese, der mit einem deutschen Mann befreundet ist, wird abgeschoben. Da es homosexuellen Paaren verboten ist, zu heiraten und eine Heirat die Abschiebung verhindern könnte, hat er keine Chance, in Deutschland zu bleiben.
Mit diesen Themenvorschlägen im Hinterkopf geht es wieder an die Theaterarbeit. Augusto teilt uns in Gruppen zu je fünf Personen auf. Jede Person aus der Gruppe, soll mit allen Personen einschließlich sich selbst eine Situation, ein sogenanntes Image, bauen.
Das Thema ist "Unterdrückung", d. h. es soll eine Situation gestellt werden, in der die bauende Person der oder die Unterdrückte darstellt. Es geht reihum. Dann wird jedes Image in der großen Gruppe vorgestellt. Die Zuschauer können nun ihre Eindrücke wiedergeben. Augusto fragt: "Welche Situation wird hier dargestellt? Was seht Ihr in einzelnen Personen? Welche Beziehungen werden für Euch sichtbar?" und die Zuschauer können spontan antworten, welche Assoziationen die dargestellte Situation in ihnen hervorruft.
Dabei kommen teilweise ganz neue Gedanken ins Spiel, da die Interpretation bei den Zuschauern unterschiedlich ausfällt. Manche erraten ganz genau, was im Kopf der Person, die die Situation geschaffen hat, abläuft. Schließlich darf die Person, die das Image gestellt hat, ihr Bild nach ihren Wünschen verändern. Dies sollte spontan ohne lange Überlegungen geschehen. Auf diese Art und Weise stellt anschließend jede Person ihr Image von einer Unterdrückungssituation vor und damit ist der erste Tag auch schon zu Ende.
1. "rare space for children"
2. "point system in hospitals"
3. "womens slavery"
4. "basic income"
5. "homosexual marriage"
Nach der Aufwärmphase sollen sich Gruppen zu den Themen finden. Augusto überläßt die Wahl jeder einzelnen Person und es ergeben sich Gruppen von relativ gleicher Größe zu obengenannten Themen. Ich schließe mich der Gruppe "womens slavery" an.
Wie am Tag zuvor stellt jede Person zum Gruppenthema ein Image. Damit beginnt die eigentliche Arbeit des Legislativen Theaters und die Vorbereitung auf die Aufführung im Rathaus, die am Montag stattfinden soll. Die Images visualisieren, wie verschieden sich die einzelnen Gruppenmitglieder die politische Situationen zum Thema vorstellen und geben Einblick in verschiedenste Aspekte. Innerhalb der Gruppe wird entschieden, welches Image allen anderen vorgeführt werden soll.
Dabei ergeben sich bereits erste Präferenzen. Es stellt sich heraus, daß die Meinungen zum Thema sehr verschieden sind, was schließlich dazu führt, daß in ein Image Teile anderer Images eingebaut werden. Das ausgewählte Image wird wie am Tag zuvor den anderen Gruppen vorgestellt und die Zuschauer können fragen und feststellen. Nach der Befragung fordert Augusto die Personen auf der Bühne auf, einen Monolog mit sich selbst zu führen. Jeder der Darsteller äußert laut seine Gefühle, Gedanken und klärt damit sowohl seine eigene Position als auch seine Beziehung zu den anderen Personen.
Aus dieser Selbstreflexion heraus werden die Darsteller nun aufgefordert, die Situation in "slow motion" mit Dialog weiterzuspielen. "Play what the person desires to do", ruft Augusto und es wird ersichtlich, wie die Darsteller die Situation gerne fortführen würden. Zurück zur Ausgangssituation, um die Szene so weiterzuspielen, wie sie in der Realität aller Wahrscheinlichkeit ablaufen würde.
Dabei werden Wünsche, wie sie im ersten Spiel geäußert werden konnten, durch gesellschaftliche und gesetzliche Zwänge und Grenzen unterdrückt. Nach der Vorstellung aller Images ist erste Klarheit über Szene und Charaktere geschaffen.
Szenenausschnitte werden angespielt und wieder verworfen. Neue Ideen entstehen. Die Probephase ist sehr schwierig, da keiner von seinen Gedanken loslassen möchte. Als wir unter Zeitdruck kommen, da die Szene vor der Gruppe präsentiert werden soll, werden von allen endlich Zugeständnisse gemacht und es entsteht ein völlig unausgereifter Szenenablauf. Präsentation von fünf Szenen.
Nach jeder Präsentation dürfen die Zuschauer wiederum Fragen stellen, Kritik üben und Anregungen geben. Dabei geht es nicht darum, daß die präsentierende Gruppe Rechtfertigungen äußert, sondern sie ist frei zu entscheiden, wie und ob sie Äußerungen der Zuschauer aufnehmen möchte.
Nach der Präsentation aller Szenen stellt Augusto fünf Probenmethoden vor. Zwar hat er fünfzehn verschiedene Methoden entwickelt, die Zeitknappheit erlaubt jedoch nicht, alle vorzustellen. Er hat folgende Methoden ausgewählt, die später näher erläutert werden:
1. "Stop and go"
2. Fragen an Charaktere stellen, sobald
drei Zuschauer eine Frage haben
3. Die Szene in einer anderen Spielart vorstellen
(z. B. als Oper)
4. Die ganze Szene mit einem bestimmten
Gefühl spielen.
5. Jeder Charakter verkörpert während
der ganzen Szene ein vom ihm gewähltes Tier.
Nach der Vorstellung der verschiedenen Methoden bleibt noch Zeit, eine Szene durchzuspielen. Wir nehmen unsere Szene nocheinmal in Angriff und Augusto entscheidet, mit der zweiten Methode vorzugehen. Die Szene wird unterbrochen, sobald drei Zuschauer die Hand nach oben halten. Sie können nun jeden Darsteller, der gerade in der Szene ist, befragen. "Wie fühlst Du Dich? Was würdest Du jetzt am liebsten tun? Wie schätzt Du Dein gegenüber ein?".
Die Zuschauer haben verschiedenste Fragen und der oder die Darsteller/in sollen schnell und spontan "aus dem Bauch heraus" antworten. Dadurch wird sowohl dem Spieler als auch den Zuschauern der Charakter, der dargestellt werden soll, klarer. Ist der Fragebedarf gedeckt, wird weitergespielt bis wieder Fragen entstehen. Die Methode klärt für den Spieler seine Stimmung, in der er oder sie sich momentan befinden und legt offen, ob der zu spielende Charakter beim Spieler bereits vorhanden ist.
Es kommt zu einer Auseinandersetzung mit den Familienangehörigen. Augusto geht mit der ersten Methode vor. Obwohl er die Sprache, in der gespielt wird, nicht versteht, beobachtet er ganz genau und ruft in bestimmen Momenten plötzlich "stop". Damit erstarrt die Szene und alle Charaktere, auch die sich nicht in der Szene befinden, führen einen Monolog. Es soll keinerlei Beziehung zu den anderen aufgenommen werden, sondern lediglich eigene Gefühle und Gedanken werden geäußert. "Go" und die Szene geht weiter.
Hier leitet der Spielleiter, d. h. Augusto die Probenmethode. "Stop and go" wird während des Szenenablaufs je nach Bedarf des Spielleiters wiederholt. Der Monolog dient zur Klärung der momentanen Situation des Charakters. Er muß für die Zuschauer nicht unbedingt hörbar sein. Durch das "Anhalten" einer Situation, kann diese bewußter gemacht werden und die Spieler bekommen Klarheit über ihr Verhalten.
Als nächstes bekommen wir die Szene zum "Basiseinkommen" zu sehen, in der eine Frau mit ihren drei Kindern beim Sozialamt über ihren Antrag für Sozialhilfe nachfragt. Die Sachbearbeiterin weiß ihre Chefin im Rücken, ohne deren Freigabe der Anträge nichts zu machen ist.
Augusto entscheidet, daß alle Darsteller während der ganzen Szene jedem gegenüber "mit Haß erfüllt" spielen sollen. Die Szene und auch der Text verändern sich unwillkürlich. Es kommen Handlungsweisen zu Tage, die sich unter "normalen" Umständen nicht ergeben würden.
Ein zweiter Durchgang soll "voller Liebe" gespielt werden. Dabei entstehen wieder völlig neue Eindrücke, abgesehen davon, daß diese Spielart äußerst belustigend auf alle Beteiligten wirkt. Der Sinn dieser Spielarten liegt darin, daß die Darsteller für sich herausfinden sollen, in welcher Situation sie eher dem einen oder dem anderen Gefühl zugeneigt sind, d. h. was ihnen in bestimmten Momenten realistischer erscheint. Es können alle möglichen Gefühle gewählt werden. Die Szene gewinnt an Emotionalität.
Die Szene über "mangelnder Platz für Kinder versus Bau eines zweiten Stadions in München" wird durch das Spielen der Darsteller in Form von Tieren bereichert. Alle suchen sich ein Tier aus und spielen mit Gesten, Tönen und Haltungen, die dieses Tier aufweist. Die Wahl des Tieres zeigt wie die Darsteller sich in ihrer Rolle fühlen und macht ihren Charakter deutlicher.
Die Darsteller können die "vermenschlichten" Verhaltensweisen in ihr Spiel einbauen und dem Zuschauer damit gleichzeitig ihren Charakter deutlicher präsentieren. Danach erfolgt eine Reflektion über die Wahl des Tieres. Eventuell können Änderungen vorgenommen werden, wenn das Tier nicht ganz zum Charakter paßt.
Vierte und für heute letzte Szene ist die "Heirat von Homosexuellen". Die Gruppe hat eine verzwickte Paarkonstellation entwickelt, die sich von einer Standesbeamtin trauen läßt. Eine Ausländerin heiratet einen deutschen Mann. Gleichzeitig ist der homosexuelle Partner der Frau und des Mannes anwesend, so daß symbolhaft die homosexuellen Paare getraut werden. Die Vorzimmerdame der Standesbeamtin deckt das ganze auf und läßt die "Scheinheirat" auffliegen.
Die Szene wird wie folgt geprobt. Die Zuschauer können bestimmen, in welcher Situation bzw. in welcher Art die Szene gespielt werden soll. Die Gruppe fängt an, eine Oper zu spielen bis ein Zuschauer ruft "Ihr bewegt Euch über den Wolken" oder "Ihr seid im Fegefeuer" oder "Ihr schwimmt alle im Aquarium" oder "Ihr seid auf dem Geburtstag der Queen" usw. Mit jedem Zuruf verändern die Darsteller die Szene entsprechend der Vorgaben. Damit wird den Darstellern klar, mit welcher Situationsvorgabe sie jeweils am besten klarkommen, da jede Situation eine entsprechend andere Stimmung und andere Gefühle erfordert. Diese Erkenntnisse kann jeder Darsteller für sich in die Szene einbauen.
Mit diesen vier Vorstellungen ist der Tag auch schon wieder vorbei. Nun kann nur noch mit reger Erwartung auf die morgige Vorstellung im Rathaus geblickt werden.
Zunächst schreibt jede Gruppe in künstlerischer Darstellung einen Gesetzesvorschlag, der aus ihrer Szenenarbeit zu ihrem Thema hervorgegangen ist, auf ein großes Blatt Papier. "The proposal for a law" wird nach der Aufführung den anwesenden Stadträten überreicht. Der Sinn des "Legislativen Theaters" besteht darin, über Theaterarbeit Gesetzesvorschläge zu entwickeln, die in den politischen Prozeß eingebracht werden. Natürlich müssen diese Vorschläge von Juristen "übersetzt" werden, bevor sie Stadtrat oder Parlament vorgelegt werden können.
Die letzten vier Tage mit Augusto Boal können das "Legislative Theater" nur exemplarisch vorstellen, denn normalerweise läuft dieser Prozeß, den wir innerhalb von vier Tagen durchgespielt haben, über mehrere Monate oder Jahre. Dabei werden Experten zu bestimmten Themen hinzugezogen, um die Gesetzeslage und die Lage der in einer Szene Unterdrückten im Detail zu evaluieren.
Zur Generalprobe sind bereits Zuschauer anwesend, was auch gewünscht ist, um letzte Rückmeldungen zu den Szenen zu bekommen. Augusto bezieht zunächst in seiner motivierenden Art die Zuschauer in die ganze Szenerie mit ein.
Darsteller und Zuschauer stehen im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses im Kreis zusammen. Er fordert dazu auf, daß irgendjemand in den Kreis tritt, um ein zustimmendes "Ja" in eigener Art auszudrücken. Alle anderen imitieren dieses "Ja" zweimal. Der oder die nächste. Es enstehen verschiedene Arten, ein "Ja" zustimmend auszudrücken. Nun soll ein ablehnendes "Ja" erzeugt werden, dann ein zustimmendes, entschiedenes "Nein" und schließlich ein "Nein", das eigentlich "Ja" bedeutet. Alle machen mit, sowohl Darsteller als auch Zuschauer. Dann geht`s ans Proben.
Um den Raum für sich einzunehmen, sollen alle Darsteller gleichzeitig in ihrer Gruppe die Szene einmal durchspielen und zwar so, daß die Mitspieler einer Gruppe sich jeweils so weit wie möglich auseinander bewegen. Es entsteht ein "Rießen-Wirrwarr", der absolute Konzentration erfordert. Gleichzeitig müssen wir darauf achten, unsere eigenen Spieler nicht aus dem Auge zu verlieren, so weit wie möglich von ihnen entfernt zu bleiben, uns dabei durch den Raum bewegen und sowohl Text als auch Gefühle so laut zu äußern, daß die Mitspieler alles mitbekommen. Dieses Spektakel ist eine Vorstellung für sich.
Und dann: Generalprobe. Augusto nennt vor jeder Szene deren Thema, ansonsten werden die Szenen nacheinander durchgespielt. Während der Generalprobe gibt es noch keine Forumsszene, in der die Zuschauer, wie später erläutert wird, eingreifen können. Stattdessen werden die Zuschauer nach dem Durchlauf nach ihrer Meinung, Eindrücken, Verständnis usw. befragt.
Augusto spielt den Moderator, motiviert die Zuschauer zu Äußerungen über das gerade Gesehene und gibt letzte Hilfestellungen. Schließlich werden die Zuschauer auf die um 13.30 Uhr folgende Aufführung hingewiesen, bei der sie die Möglichkeit zum aktiven Eingreifen haben.
Aufführung. 13.10 Uhr. Die meisten Zuschauer sind wiedergekommen und darüberhinaus eine Handvoll Rathausangehöriger, darunter der 3. Bürgermeister Hep Monazeder und .seine Mitarbeiterin, Heinz Schulze, der Koordinator des Fachforum Eine Welt in der Münchner AGENDA 21 und die Stadträtin Jutta Koller (Grün-Bündnis90).
Nach der Begrüssung durch Fritz Letsch und Tilo Klöck von der Fachhochschule München beginnt Augusto mit einigen knappen Ausführungen über seine Person und das Legislative Theater, um dann abermals die Zuschauer zu ersten Aktionen anzuregen, indem er alle Anwesenden, sowohl Zuschauer als auch Darsteller auffordert, eine Maschine "zum Leben" zu erwecken. Dabei beginnt eine Person, indem sie in die Mitte geht und Bewegung und Ton einer Maschinenbewegung imitiert. Eine zweite Person ergänzt die Maschine, die dritte erweitert den technischen Vorgang usw. bis schließlich eine rießige, mit vollem Takt arbeitende Maschine entsteht. Die Zuschauer nehmen rege teil. Als nächstes wird die Stimmung der Deutschen auf die Bühne gestellt, indem alle Anwesenden die Möglichkeit erhalten, ihre Sichtweise von Deutschen in Handlung und Ton zu zeigen. Dabei entsteht ein buntes Bild deutscher Verhaltensweisen, das sehr unterschiedliche Stimmungen ausdrückt.
Nach dieser Auflockerung beginnt die Aufführung. Es werden zunächst alle Szenen hintereinander durchgespielt. Dann fragt Augusto das Publikum, welche Szene sie gerne als Forumtheater wiederholen möchten. Die Vorlieben sind sehr unterschiedlich; die Zuschauer würden am liebsten bei allen Szenen eingreifen. Um einen Konsens zu finden, schlägt Augusto vor, jeder Zuschauer solle sich mit zwei ihm fremden Personen zusammentun, um zu beraten.
Leider sind die Zuschauer noch etwas scheu und beraten mit den Personen ihrer nächsten Umgebung. Also legt Augusto die Reihenfolge fest. Die Krankenhausszene soll als Forumtheater gespielt werden. Das bedeutet, daß jeder Zuschauer die Szene jederzeit stoppen kann, wenn seiner Meinung nach Eingreifen erforderlich ist und für den Unterdrückten einspringt. Am Anfang läuft das Ganze etwas zäh.
Die "stoppenden" Zuschauer versuchen durch Erklären die Szene zu verändern, aber Augusto fordert sie auf, sich in die Position des Unterdrückten zu begeben und die Szene einfach weiterzuspielen. Dabei ergeben sich immer wieder verschiedene Handlungsweisen, wie mit einer bestimmten Situation umgegangen werden kann. Es werden noch andere Zuschauer aufgefordert, als Spieler einzuspringen, so daß sich die Palette der Lösungsmöglichkeiten ständig erweitert bzw. dem Zuschauer durch Vorspielen deutlicher gemacht werden.
Nach jeder Vorstellung einer anderen Handlungsweise durch das Weiterspielen eines Zuschauers fragt Augusto das Publikum, wie der Protagonist gehandelt hat und was sich dadurch verändert hat. Leider kann nur eine Forumszene durchgespielt werden, da die zur Verfügung stehende Zeit ihrem Ende zugeht. Wir verabschieden uns mit der Übergabe der Gesetzesvorschläge ans Rathaus und mit großen Umarmungen von Augusto Boal.
Dieselbe Übungsfolge beginnt mit kantigen, zielgerichteten Bewegungen. Ein Körperteil nach dem anderen. Das Kinn richtig nach vorn schieben. Wir kommen wieder zu unserer normalen Gangart zurück.
Nun kreisen wir mit dem rechten Arm, während gleichzeitig der linke Arm kantige, zielgerichtete Bewegungen macht. Wir beziehen den ganzen Körper mit ein und wechseln dann die Seiten.
Wir kommen wieder zu unserer normalen Gangart zurück und beginnen in die Knie zu gehen. Dabei versuchen wir mit großen Schritten voranzugehen und spüren die Schwerkraft des Bodens. Abwechselnd kämpfen wir gegen die Schwerkraft und geben ihr wieder nach. Wir gehen immer weiter in die Knie und spüren in jeder Phase die Schwerkraft.
Schließlich berühren auch die Händen den Boden, die Knie. Wir kriechen weiter, nähern uns immer mehr dem Boden und spüren die Schwerkraft nach bis wir schließlich flach mit dem Bauch nach unten am Boden liegen und uns mit aller Kraft nach vorn ziehen.
Dann legen wir uns auf den Rücken, schließen die Augen und achten auf unseren Atem. Wir spüren wie das Blut durch unseren Körper strömt und spüren das Herz schlagen. Wie liegt unser Körper am Boden, wo berührt er den Untergrund. Wie wird er durch die Schwerkraft angezogen. Wir geben unser ganzes Gewicht an den Boden ab und bewegen dann jeden einzelnen Finger der rechten Hand, dann der linken Hand. Nun versuchen wir sehr langsam den rechten Arm gegen die Schwerkraft vom Boden anzuheben und plötzlich wieder fallen zu lassen und spüren wie die Schwerkraft wirkt. Das gleiche geschieht mit dem linken Arm, dem rechten Fuß, dem linken Fuß und schließlich rechter Arm und rechter Fuß bzw. linker Arm und linker Fuß zusammen.
Wir drehen uns wieder auf den Bauch, sehen auf den Boden und heben den Oberkörper an, um die Schwerkraft zu spüren. Nun bewegen wir uns mit dem Blick auf den Boden nur mit den Armen nach vorn. Wir versuchen es mit einem Arm, nehmen dann die Knie, erst ein Bein und dann beide Beine zu Hilfe.
Wir kommen sehr, sehr langsam nach oben, blicken nun nach vorn und beobachten auf jeder Höhe genau, was wir sehen. Wir werden immer größer bis wir fast an die Decke reichen und geben Töne und Bewegungen von uns, die daraus entstehen.