NSU 110 - der große NSU aus der Prinzenfamilie
Erste "Kontakte" mit NSU
Nun ja, der erste Kontakt war etwas schmerzhaft...
Mein Vater fuhr einen NSU 1000 TT, in der entsprechenden Umgebung war das durchaus das richtige Fahrzeug: Wir lebten damals im Schwarzwald. Auf den Straßen dort machte das Fahren Spaß, wie er heute immer noch meint.
Jedenfalls waren wir mal wieder zu zweit unterwegs (damals war ich 5 Jahre alt), als uns ein Opel die Vorfahrt auf einer Landstraße nahm. Mein Vater leitete eine Vollbremsung ein, es kam nicht zu einem Unfall, hatte aber den Effekt, daß ich von der Rücksitzbank einen Abflug Richtung Fußraum des Beifahrers antrat. Ich hatte wohl damals die Angewohnheit, in der Mitte hinter den Vordersitzen zu stehen und meinen Vater anzufeuern. Sicherheitsgurte für die Rücksitzbank und Kindersitze waren ja damals noch nicht erfunden.
Naja, außer einigen blauen Flecken, einem riesigen Schreck (nicht nur bei mir, sondern auch bei den gesamten Unfallbeteiligten) ist weiter nichts passiert.
Parallel zu diesem Erlebnis war die ganze Familie mit Freunden öfter bei Bergrennen am Schauinsland, damals eine sehr beliebte Bergrennstrecke. Meine Mutter und ihre Freundin zog es dann meist ins Fahrerlager, um Ludovico Scarfiotti und Hans Herrmann (nicht ihre Wagen...) zu bewundern. Vater, Sohn und Freund stiegen durch den Wald zu einer der vielen Kurven. Unsere besondere Begeisterung bei den kleinen Wagen galt Siegfried Spiess mit dem selbst frisierten Wankel Spider, den man oben am Berg schon hören konnte, wenn er im Tal startete.
Außerdem hat mein Vater mir noch eine Geschichte über seinen NSU erzählt:
"Damals löste der NSU TT einen Kadett A ab, nachdem dessen Differential zweimal den Geist aufgegeben hatte. Der Opelverkäufer konnte sich nicht mit der Niederlage abfinden und forderte mich später mit einem Rallye-Kadett B (serienmäßig silbergrau mit schwarzer Motorhaube) zu einer Wettfahrt heraus. Damals war die Autobahn Karlsruhe - Freiburg - Basel fast neu, noch nicht sehr stark befahren und für eine Wettfahrt gut geeignet. Die Strecke ging von Riegel bis Lahr und wieder zurück. Der NSU TT war schneller !! Der Kadett kam im Windschatten bis an das Heck, schaffte es aber nicht, zu überholen."
Ob ich als Beifahrer an diesem Rennen teilgenommen habe, entzieht sich meiner Kenntnis
Jedenfalls habe ich mir dann, nachdem ich einen Führerschein hatte, einen 1000 C mit einigen Extras gekauft.
Dieser wurde dann nach einigen Fahrten komplett zerlegt und... leider nie wieder zusammengebaut. Ich vertrete heute aufgrund dieser Erfahrung die Auffassung, daß ein fahrbereites Auto nie !!! auseinandergebaut werden sollte, es sei denn, man hat viel Ahnung, die entsprechende Zeit und das Geld, Fehler auszubügeln. Außerdem sollte man jeden noch so kleinen Schritt dokumentieren.
Tja, aber einen guten Effekt hat das Ganze. Einige Jahre später konnte ich den hier vorgestellten 110 C aus zweiter Hand mit einer defekten Maschine und einigen andern Fehlern erwerben. Dieser Wagen lebt nun als "Kannibale" von den Teilen, die von dem 1000er übriggeblieben sind. Das Chassis hat eine Werkstatt in Oberfranken übernommen, um ein weiteres Fahrzeug zu retten (Bilder gibt's eventuell demnächst).
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