Der Kinofilm Die Technische Präsentation ist sehr gut, sowohl was Design als auch Animationen und Special Effects wie Zooms, Wasser / Verschwimmeffekte und das Verbinden von Computergrafik und Handanimationen betrifft hat GITS damals neue Maßstäbe gesetzt und gehört auch heute noch zu den aufwendigsten Zeichentrickfilmen die je Produziert wurden, und das sieht man ihn auch heutzutage noch an. Allerdings gibt es auch einige Punkte die mir nicht so ganz zusagen, und zwar das Character Design, welches sehr steif wirkt und mich immer an Schaufensterpuppen denken läßt, was jedoch wahrscheinlich ein gewolltes Stilmittel ist ...Auch die Musikuntermalung mit ihren Hypnotisch / Sugesstiven / Sphärischen Klängen sagt mir nicht sonderlich zu. Die Musik untermalt die Szenen, aber mehr auch nicht. Sie verstärkt in den seltensten Fällen die Stimmung oder ist gar Vordergründig das sie großartig auffällt. Fazit: Einer der besten Kino Animes die ich kenne. Er ist optisch hervoragend in Szene gesetzt und auch die Story ist intelligent aufgebaut und bis zum Ende spannend. Allerdings darf man nicht den Fehler machen und den Film als eine Verfilmung des Mangas betrachten - Die Grundidee und Story stammt zwar auf der Mangavorlage, aber damit hat es sich auch schon, da mit Mamoru Oshii, welcher u.a. für die Patlabor Kinofilme oder auch als Storyschreiber und Produzent von Jin Roh oder den Realfilm Avalon bekannt ist, alles ganz anders angegangen wird als dies in der Vorlage der fall ist, und sich eher auf die ernsten Aspekte konzentriert wird. Meiner Meinung nach ist dies sogar ganz positiv zu bewerten, denn der Anime gefällt von der Atmosphäre und Umsetzung weit besser als es eine getreue umsetzung des Mangas hätte ... |
Unter dem Titel "Manmachine Interface 2" ist Mitte 2002 bei EMA die deutsche Version des zweiten Mangas
der Ghost in the Shell Saga erschienen.
Zeichnungen: Ganz hübsch, und ohne Zweifel das Highlight des Mangas ... allerdings sind die Computereffekte, allen voran der "Motion Blur Filter" nicht jedermanns Geschmack. Die 3D Renderings sind teilweise gut gelungen, teilweise sehen sie aus wie schlecht umgewandelte Fotos (der vergleich zum den grottigen Hintergründen von Angel/Dust drängt sich auf) - Ähnliches gilt für die Darstellung von Bewegungen sowie die extrem unübersichtliche und überladene Panel Aufteilung - absoluter Tiefpunkt der Kampf gegen den Typen im orangenen Overall. Story: "Doktor, sie schreiben das All entstand mit dem Urknall, kühlte danach ab und kristallisiert nun zunehmend, so daß das Leben quasi ein effizientes System fortschreitender Kristallisierung und Komplizierung ist." ... Dies ist die erste Sprechblase eines Charakters in der Geschichte, unddurchaus stellvertretend für den Rest der Geschichte. Ein großteil der Dialoge besteht aus solchen wirren Aneinanderreihung von diversen Fachbegriffen ohne große Relevanz, i.b. in den "Cyberspace" Sequenzen ist es schlimm (Ich kann Virus und Firewall nichtmehr lesen) - sie sollen wohl einfach "Cool" klingen, aber ein richtiges Konzept steckt nicht dahinter. i.B. aufgrund der enormen (inhaltsarmen und fast nur aus überflüssigen Fachjargon bestehenden) Masse von Dialogen ist GITS2 so sehr schwer/anstrengende zu lesen ... Ab und an kommt aber auch mal etwas verständliches, was uns zur Beschreibung der Hauptstory/Hauptszenarios führt. Motoko Aramaki (die einen ähnlichen Cyberkörper hat wie Motoko Kusanagi aus dem ersten Teil) ist teil einer Spezialeinheit die sich hauptsächlich um diverse Ghosthack (Hacker übernimmt den Körper eines anderen und nutzt ihn für seine Zwecke) Attacken kümmert. Das ganze wird in diversen mehr oder weniger zusammenhängender Kurzgeschichten visualisiert. Auch das Szenario, was beim Vorgänger wohl ein Highlight war, ist hier nur recht unterdurchschnittlich, was i.b. daran liegt das es praktisch kaum Charaktere gibt die miteinander agieren und die verschiedenen Facetten und Gruppierungen der Welt beleuchten. Während es im Vorgänger noch ein komplettes Team nebst Vorgesetzten und Gegnern gab die alle einen Charakter und ein eigenes Gesicht hatten hatten, gibt es hier praktisch nur Mokoto und ihre AI Freunde (die imho nur ein schlechter Ersatz für die Fushikomas sind). Die Kurzgeschichten ähneln sich recht Stark, diverse Ghosthacks oder andere Hacks, ein paar Cyberspace Szenen, evtl ein paar Körpertäusche, viel sinnloses Blabla, ein paar normale Sätze, evtl auch mal etwas "echte" Action und das wars. Gegen Ende kommt dann noch etwas metaphysisches Gelaber und das wars dann. Logik, übersichtlichkeit, roter Faden, Ziel auf das zugesteuert wird ist praktisch nicht vorhanden, alles bleibt ziemlich wirr und unnachvollziehbar. Fazit: Insgesammt für mich eine ziemlich Enttäuschung ... sowohl was die Druckqualität angeht (siehe den unteren Vergleich der die deutsche und japanische Version), als auch Story, Charaktere, also der Manga an sich. Alles in allen ein Manga der primär von seiner Optik lebt und nach Ghost in the Shell 1 und Appleseed habe ich deutlich mehr erwartet ... schade ... wer sich an den obrigen Punkten die ich als negativ genannt habe nicht stört wird evtl gefallen an GITS2 finden, aber andere sollten es sich genau überlegen. Zuerst die "Fakten" die beide gemein haben - GITS 2 hat etwas über 300 Seiten von denen über die hälfte in Farbe gedruckt sind. Das Format ist 14,5 x 21 cm und die Leserichtung beider Versionen Japanisch. Papier: Die deutsche Version ist komplett auf Hochglanzpapier gedruckt. Das Papier ist allerdings etwas dünner als die Japanische Version, so das man teilweise die andere Seite durchscheinen sieht - Die Japanische ist auf normalen Papier gedruckt, welches fast 25% dicker ist als die Deutsche Version. Ebenso hat die Japanische Ausgabe einen Schutzumschlag auf welchen sich ein Vorwort von Shirow befindet, welches in der deutschen Version leider fehlt. Durckqualität: Während die Japanische Ausgabe bezüglich der Druckqualität keinerlei negative Auffälligkeiten hat, trifft dies leider nicht für die deutsche Ausgabe zu - während die Schwarz/Weiß Seiten perfekt sind, gibt es jedoch bei den Farbseiten ein deutlich zu sehendes Raster. Da GITS2 komplett digital entstanden ist, ist dies wohl der Druckerei anzulasten. Schade, i.b. der Manga enorm von der Optik lebt ist der relativ schlechte Druck mehr als unangenehm. Soundwords: Angeblich hat Shirow die internationalen Soundwords selber gemacht - wenn dem so ist, hat er in diesen Punkt leider ziemlich versagt. Während sie in der Japanischen Version sich perfekt in die jeweiligen Szenen einbinden und auch farblich gut einfügen, sind die internationalen Soundwords extrem schlecht gelungen. Teilweise verdecken sie einen extrem großen Teil des Bildes, sind farblich sehr plump gemacht und schlecht an die Szenen angepasst. Viele Manga von "Planet Manga" zeigen wie es deutlich besser geht. Preis: Preislich ist die dt Version mit 18 Euro etwas teurer als die Japanische Ausgabe, welche 1500 Yen (laut heutigen Wechselkurs von Ende August 2002 etwas weniger als 13 Euro) kostet. |
Der Animecomic Ebenso gibt es von Dino Manga und Anime seid 2001 auch einen Animecomic zum Film - für die die nicht wissen was das ist - Standbilder aus dem Film werden mit Sprechblasen versehen und so wird Szene für Szene die geschichte nacherzählt. Von der Aufmachung läßt sich nichts negatives über den Animecomic sagen, komplett in Farbe auf Hochglanzpapier gedruck, Schutzumschlag ... die Aufmachung ist rundherum gelungen. Allerdings gibt es imho ein extremes Problem - Ghost in the Shell (der Anime) lebt enorm von den Zusammenspiel von (bewegten) Bild, Musik und Sprache - all diese Punkte kann ein Animecomic NICHT umsetzen, und so verliert dieses Werk wohl 90% der Faszination die er in animierter Version ausmacht. Ein Animecomic ist schlicht und einfach ungeeignet so einen Film umzusetzen. |
Die TV Serie
Ende 2002 ist mit den Untertitel "STAND ALONE COMPLEX" eine neue 26 Teilige TV Serie zu GITS erscheinen.
Da sie von Bandai Entertainment USA mitproduziert wurde, folgte relativ parallel zur Japanischen Veröffentlichung
ein Release in Amerika. Production IG (GITS Movie, Jin Roh, Blood the Last Vampire, uvm) produziert
die Serie, welche mit einem Budget von 800 Mio Yen (doppelt so viel wie sonst für eine Serie mit dieser
Laufzeit veranschlagt wird) recht gut ausgestattet ist, was sich vor allen in den Phantastischen Animationen
niederschlägt die durchaus auf Kino Niveau sind und alle anderen TV Serien die ich bis dahin gesehen habe
loker übertreffen. Die Musik wird von Yoko "Escaflowne" Kanno produziert und ist relativ gut
gelungen, der einzige Ohrwurm ist bisjetzt allerdings der phantastische Themesong "Inner Universe". Die
Story ist abgesehen vom Grundszenario sowohl vom Kinofilm als auch den Manga relativ losgelöst und kommt
größtenteils ohne übergreifende Elemente oder entwicklungen/veränderungen aus (man kann die Folgen unabhängig
in jeder beliebigen Reihenfolge senden), was ich persönlich schade finde und für meinen Geschmack bei vielen
der neueren TV Serien die wohl auch mit Blick auf den US Markt produziert wurden leider zum Standart geworden
ist :-(
Eine Serie die man sich durchaus ansehen kann, aber abgesehen von der guten präsentation bietet sie nur sehr wenig (Auch wenn man am Ende durch den Laughing Men doch noch einen Storyarc reinbringt) und wird durch viel sinnfreies blabla sehr stark in die länge gezogen. Die Serie war relativ erfolgreich, so das mit "2nd Gig" eine Nachfolgeserie produziert wurde. |