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Legend of the Galactic Heroes
Zu jeder Zeit, an jedem Ort, ist das Tun der Menschen das gleiche ... |
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Ein Review von Joachim Diepstraten und Sascha Kohlmann
Mit diesem Satz beginnt die zweite Staffel des insgesamt vier Seasons umspannenden Weltraum-Epos, der auf einer Romanvorlage von Yoshiyuki Tanaka basiert, welcher wohl hierzulande am meisten durch The Heroic Legend of Arislan bekannt ist.
Bei Legend of Galactic Heroes handelt es sich im Gegensatz zu Gundam oder Macross um eine Space-Opera im eher klassischen Stil. Diplomatie, Intrigen, realistische und nicht auf Effekthascherei ausgerichtete Weltraumschlachten und eine unglaublich große Zahl von Charakteren bildet das Kernstück dieser Serie, welche 1989 das Licht der Welt erblickte und es mittlerweile auf 110 OVA Folgen (Hauptstory), 54 OVA Folgen mit Nebenhandlungen sowie 3 Filme gebracht hat - das letzte/aktuellste Werk ist die Sidestory OVA Spiral Labyrinth von 1999.
Zu Beginn der Geschichte schreiben wir das Spaceyear 796 und Imperial Year 487. Die Menschheit hat sich weit über die Galaxie ausgebreitet. Die Erde ist längst in Vergessenheit geraten und spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Im Laufe der Zeit haben sich zwei Machtzentren herausgebildet: Die "Free Planets Alliance" und das "Galactic Empire". Leider hat die Menschheit auch in der Zukunft nichts dazu gelernt und beide Machtzentren befinden sich im Krieg miteinander. Der Krieg dauert bereits 150 Jahre an und niemand weiß eigentlich mehr genau, wie er begonnen hat und warum man diesen Krieg eigentlich noch führt. In mitten dieser beiden Parteien befindet sich noch Phezzan, das planetare Gegenstück zu einem neutralen Stadtstaat, der mit beiden Parteien Handel führt. Phezzan bildet auch eine der zwei Verbindungen zwischen den beiden Territorien, die zweite ist Iserlohn, die aber durch eine scheinbar unbezwingbare Festung (eine Art Todesstern wie bei Starwars) verteidigt wird. Zu Beginn der Geschichte befindet sich die Festung in der Hand des "Galactic Empire". Natürlich setzt die "Free Planets Alliance" alles daran, diese Festung einzunehmen, da es eine strategische Schlüsselposition darstellt. |
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Von der optischen Qualität her liegt diese OVA Serie von einigen sehr gut gemachten Szenen abgesehen leider heutzutage nur noch im Mittelfeld. Die Zeichnungen von Hintergründen, Mechas, Charakteren und Kostümen sind zwar sehr aufwendig und detailliert, allerdings wird dies, ähnlich wie bei der OVA Serie zu Record of Lodoss War, durch sehr spärliche Animationen sowie viele Wiederholungen, vor allen bei Kampfsequenzen, erkauft.
Der Soundtrack weiß auch zu überzeugen und besteht größtenteils aus klassischen Orchesterstücken/Symphonien großer Komponisten wie Brahms, Mahler, Chopin, Mozart, Bach, Ravel, Tchaikovsky, Schubert, Wagner und vielen mehr - und fügt sich nahtlos ins Geschehen ein.
Fazit: Durch das hohe Gewicht, dass die Serie auf Politik und Intrigen legt, ist sie wohl am besten mit den Romanen aus der Battletech-Reihe zu vergleichen und dürfte eine ähnliche Zielgruppe ansprechen. Sie ist trotz ihrer zahlreichen Kampfszenen für Actionfans denkbar ungeignet. Diese Schlachten laufen weniger auf schneller, spannungs- und effektgeladener Ebene ab, als viel mehr auf taktischer - wenn große Flotten mit tausenden von Raumschiffen aufeinanderprallen, ist das Schicksahl eines einzelnen Schiffes relativ unbedeutend. Die Serie überzeugt vielmehr durch ihre sehr große Anzahl von extrem gut ausgearbeiteten, vielschichtigen und größtenteils sympatischen Haupt- und Nebencharakteren, die im Laufe der immer komplexer werdenden Handlung viele Entwicklungen durchmachen und die Geschichte vorantreiben. Am Beispiel von Reinhard von Lohengramm wird sehr schön gezeigt, dass das Sprichwort "Macht fordert ihren Preis und verdirbt den Charakter" nur zu wahr ist und ihn im späteren Verlaufe der Geschichte noch viel kosten wird. |
Weiterhin sehr positiv zu bewerten ist, dass der Krieg hier nicht glorifiziert oder als etwas Gutes und Gerechtes dargestellt wird - die Botschafft, dass es im Krieg nur Verlierer gibt, schwebt die ganze Zeit im Raum und wird durch die Zerstörung und das Leid, das er, egal ob unter Soldaten oder Zivilisten, anrichtet oftmals deutlich gezeigt. Ein eindeutiges gut/böse-Verhältnis zwischen den Charakteren und Konfliktparteien sucht man vergebens, hier verschwimmt alles zu einem mal mehr, mal weniger dunklen Grau. Leider ist die Serie bisher außerhalb von Japan nicht erhältlich, und angesichts des enormen Umfangs ist es leider auch unwahrscheinlich, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird ... |
Das Imperium
Das "Galactic Empire" ist, wie der Name schon sagt, ein Imperium, das von einem Kaiser (bei Beginn der Serie der 36. Kaiser Friedrich IV) geführt wird. Das Regierungssystem ist eine absolute Monarchie, dem ganzen Staat ist ein Adelssystem aufgesetzt. Bei der Gründung des Imperiums wurde auch gleich eine neue Zeitrechnung eingeführt (Imperial Year). Der lang andauernde Krieg hat der Gesellschaft ziemlich zugesetzt, die Adeligen missbrauchen rücksichtslos ihre Macht und Privilegien über die restliche Bevölkerung. Hauptsitz des Kaisers ist das Neue Sanssouci auf dem Hauptstern Odin.
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Kaiser Friedrich IV
Der Kaiser des Imperiums wollte nie von sich aus Thronfolger werden, wurde jedoch durch den Tod seiner beiden älteren Brüder dazu gezwungen. Der knapp 60jährige Mann ist ein Adeliger, der die vielen Vergnügungen des Lebens
kennen und schätzen gelernt hat, sich jedoch für Politk und die Vorkommnisse in seinen Reich kaum interessiert und über die Jahre immer mehr zu einer Marionette der Adeligen geworden ist, die seiner statt die Regierung übernommen haben.
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Annerose von Gruenewald
Die hübsche Schwester von Reinhard erregte in jungen Jahren die Aufmerksamkeit des Kaisers und wurde, als sie gerade sechzehn Jahre alt war, von ihrem Vater an den Hof des Herrschers als Konkubine verkauft. Die gutherzige junge Frau errang schnell das Wohlwollen des Kaisers und vieler Adeliger und nutzte ihren ständig wachsenden Einfluß um der Karriere ihres Bruders wo sie nur konnte zu fördern. Für Reinhards besten Freund Siegfried scheint sie außerdem mehr als nur Freundschafft zu empfinden.
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Reinhard von Lohengramm
Der zu Beginn ungefähr 20jährige Reinhard wurde in eine mit Schande beladene und verarmte adelige Familie geboren. Da seine Mutter in jungen Jahren starb und sein Vater dem Alkohol verfallen war, übernahm seine Schwester für ihn die Rolle der Mutter. Als sie von ihrem Vater an den Kaiser verkauft wurde, brach sein schon immer latenter Hass auf den Hochadel, der das einfache Volk immer nur ausnutzte und sich nahm, was er wollte, durch, und von da an kannte er nur noch ein Ziel - genug Macht zu erlangen, um dem Adel eine Lektion zu erteilen und seine Schwester zu befreien. So trat er in die Armee ein und stieg durch sein taktisches Genie, impulsives Handeln und die Hilfe seiner Schwester schnell zum Admiral auf. Allerdings hat ihm sein schneller Aufstieg auch viele Feinde, vor allem aus dem hohen
Adel, eingebracht.
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Siegfried Kircheis
Der ruhige, nachdenkliche, friedliebende rotharige Mann läßt sich wohl am besten als Reinhards zweite, bessere Hälfte beschreiben und ist schon seit frühester Kindheit sein bester, wahrscheinlich auch einzig richtiger Freund. Als Kind machte er Annerose das Versprechen, sich stets um ihren Bruder zu Kümmern, selbst wenn es ihm das Leben kosten würde - so folgte er Reinhard, auch als dieser in die Armee eintrat, obwohl er von dem Militär alles andere als begeistert war und noch immer ist. Wie auch Reinhard ist er ein brillianter Taktiker der schnell aufstieg und bei seinen Kameraden und Untergebenen sehr beliebt ist.
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Paul von Oberstein
Der seit frühester Kindheit mit zwei kybernetischen Augen ausgestattete Captain ist neben Kircheis wahrscheinlich die nächste Person mit dem meisten Einfluß auf Reinhard. Ihn und Reinhard verbindet der gleiche Hass auf die Aristrokatie und besonders auf die Goldenbaum-Dynastie. Im Gegensatz zu Kircheis und Reinhard ist er ein extrem gefühlskalter Mensch, wenn auch ein sehr guter Stratege, der ohne zu zögern Millionen von Menschen opfert, wenn es seiner Sache dient.
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Die Allianz
Die "Free Planets Alliance" ist ein förderalistischer Zusammenschluß von einzelnen Planeten, die sich damals von dem Galactic Empire unter ihrem Anführer Heinessen abgespalten haben. Bei dem Regierungssystem handelt es sich um eine republikanische Demokratie. Doch der Schein drückt, schon längst ist die Regierung korrupt und versucht alles, um an der Macht zu bleiben. Der Krieg gegen das "Galactic Empire" wird als Propaganda eingesetzt. Hauptsitz der Regierung ist Heinessenpolis auf dem Planet Heinessen (benannt nach dem Anführer der "Rebellen" von damals).
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Yang Wenli
Der als Sohn eines Händlers geborene, zum Start der Serie Brigadegeneral seiende Yang Wenli wollte nie ein großer Soldat werden, noch war er ein großer Fan des Krieges, sondern ein Gelehrter der Geschichte. Als jedoch sein Vater mittellos verstarb, verpflichtete sich Yang beim Militär, das so seine Studienkosten übernahm. Er ist ein brillianter und sehr kompetenter Stratege, der nichtsdestsotrotz den Krieg für sich verabscheut, ebenso wie die Politiker, für die er wohlwissend kaum mehr als eine Marionette ist. Aber die Angst, was ohne ihn aus der Allianz werden würde, läßt ihn von einem Rücktritt Abstand nehmen.
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Job Trunith
Der Verteidigungsminister der Allianz und ein Politiker für den, wie bei sehr vielen seiner Kollegen, die nächste Wahl mehr bedeutet als das Schicksal der Personen, das er dadurch zerstört. Das Imperium ist ein guter Sündenbock, den er für das Leid der Bevölkerung verantwortlich machen kann, und indem er den Kampf gegen es weiter schürt, sorgt er für die Sympathie eines Großteils der leidenden Bevölkerung. Außerdem hat er sehr gute Beziehungen zum PKC (Partiotic Knight Corps), einer halblegalen Gruppe von fantatischen Patrioten, die jede Art von Oppositionellen und Friedensbewegungen mit allen Mitteln auf den "Rechten Weg" zurückführen.
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Julian Minci
Der durch den Krieg beide Elternteile verlorene Junge wurde durch einen glücklichen Zufall zu Yangs Schützling. Er bewundert ihn sehr und setzt entgegen der Wünsche von Yang alles daran, ein großer Soldat zu werden, auch dann noch als er feststellt, dass die Armee, insbesondere Yang Wenli, für die Politiker nichts weiter als ein Werkzeug für ihre Zwecke ist, das sie, sobald sie es nicht mehr brauchen wegschmeissen.
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Jessica Edwards
Die Verlobte von Jead Robert Lapp, einem Freund von Yang Wenli, der beim Kampf gegen das Imperium getötet wurde, machte sich durch die Bloßstellung von Job Trunith bei einer Ansprache einige Feinde und machte PKC auf sich aufmerksam. Nur durch die Intervention von Yang Wenli, der mit Verteidigungsminister Trunith einen Handel (man könnte es auch Erpressung nennen) zu ihrer Sicherheit abschließt, konnte ihr Leben gerettet werden. Nach diesen Ereignissen schloß sie sich einer engagierten Friedensbewegung an, für die sie bei der späteren Wahl für einige Überraschungen sorgen wird.
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Frederica Greenhill
Die Tochter von Dwight Greenhill, einen General, welcher sehr oft von Politikern für deren Ziele ausgenutzt wurde, ist eine der wenigen Soldatinnen der Serie und wurde bei der Aushebung der 13ten Flotte Yang Wenli als Adjutantin unterstellt. Seit Yang ihr und vielen anderen Zivilisten bei der Evakuierung von El Facile, einem System, das von dem Imperium angegriffen und erobert wurde, einige Jahre zuvor geholfen hat, empfindet sie sehr viel für ihn, auch wenn sie ihre Gefühle ihm gegenüber nicht zugibt.
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Phezzan Land
Das Dominion Phezzan-Land. Phezzan spielt eine besondere Rolle in der ganzen Geschichte. Eigentlich gehört Phezzan zum Imperium, doch dem damaligen Landsherr (Gouverneur von Phezzan) ist es gelungen, Phezzan zu einem neutral feudalen Gebiet zu erklären und beide Seiten beachten das. Phezzan selbst besitzt keine Armee aber dafür ist es eine wirtschaftliche Machtbasis. Durch die geschickte Lage und den Handel mit beiden Parteien ist Phezzan eigentlich der einzige Gewinner bei dem andauernden Krieg der beiden. Deswegen gibt es auch Gerüchte, dass Phezzan beide Seiten beeinflußt, um den Krieg am laufen zu halten und so Profit herauszuschlagen. Doch hinter Phezzan steht noch viel mehr als man zunächst glaubt, das aber lange im Dunkeln bleibt. |
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Adrian Rubinsky
Der Landesherr von Phezzan ist ebenso wie seine Ziele und Motive eine sehr undurchsichtige Person, die jeden um sich herum sohingehend lenkt, wie es seinen Zielen gerade dienlich ist. Wie jeder vorherige Landesherr von Phezzan untersteht er der im Schatten agierenden, mysteriösen "Earth Cult Church", einer Sekte deren Ziel es ist Terra wieder zu ihrem ursprünglichen Status als Zentrum der Menschheit zu verhelfen und welche schon viele Anhänger und Einfluß in der Allianz hat. Für dieses Ziel hat eine Vereinigung der Reichen beider Großmächte oberste Priorität.
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