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Nadia - Das Geheimniss von Blue Water

Gainax, die wohl mit Neon Genesis Evangelion ihren größten Erfolg feierten, entwarfen auch diese 1990 entstandenen TV Serie - allen voran Hideaki Anno, welcher hier auch Regie führte und der Serie seinen unvergleichlichen Stempel aufdrückt. Eine kleine Besonderheit in dieser Serie ist das sie schon mehrfach im deutschen Fernsehen auf RTL2 lief ...


Gruppenbild der Hauptpersonen Zeichnungen: Die Character Designs von Yoshiyuki Sadamoto (Neon Genesis Evangelion) sind trotz des auf den ersten Blick recht simplen Designs relativ gut gelungen und verleihen den Figuren selbst für Animeverhältnisse eine sehr gute Gesichtsmimik. Ebenso wechsen die Figuren oft ihre Kleidung, bewegen sich flüssig und ohne wiederholungen und sind recht aufwändig schattiert - die Mechaanimationen, allen vorand die teilweise furiosen Kampf und Verfolgungsjagten sind ähnlich gut gemacht. Die sehr guten und abwechslungsreichen Hintergrundbilder lassen ebenso kein Grund zur klage und heben Nadia insgesammt gesehen ziemlich weit oben bei den älteren TV Serien ... an neuere TV Produktionen wie Noir oder X kommt die Serie verständlicherweise nicht heran.

Musik: Durschnittlich bis unterdurchschnittlich ... vom ganz netten Opening Song abgesehen gibt es wenig bis nichts nennenswertes. Die Musik dümpelt meistens unauffällig vor sich hin ohne großartig aufzufallen ... schade, hier hätte man etwas mehr machen könnne.

Story und Charaktere: Was am Anfang recht harmlos mit dem Diebstahlversuch einer Halskette mit einem Blauen Stein beginnt entwickelt sich zu einer spannenden Geschichte des in einem Bürgerkrieg zerstörten Kontinent Atlantis, dessen Nachfahren sich in 2 Gruppen gespalten haben von denen eine Versucht die Weltherschafft an sich zu reißen, während die andere dies zu verhindern versucht. Recht geschickt werden ebenso mehrere Elemente aus Jules Vernes "20000 Meilen unter dem Meer" in die Story verwoben.

Die Hauptchcaraktere sind durchaus etwas komplexer und machen auch viele entwicklungen durch, und auch die meisten Nebencharaktere werden ansatzweise beleuchtet (auch ein Punkt der die Serie über viele andere hebt - jeder Charakter hat ein Gesicht, auch abseits der Hauptpersonen). Leider gibt es auch zwei Maskottchen, welche für einen unpassenden Comedy Faktor zuständig sind (Marie und das Löwenbaby King).

Syncro: Von der Serie gibt es neben der Syncro deutschen TV Ausstrahlung, auch noch ein US DVD Release, welches sowohl die Japanische als auch eine extra angefertigte Englische Version enthält. Die deutsche Syncro ist meiner Meinung nach relativ gut gelungen - bis auf eine einzige Sprecherrin, welche im Verlauf der Serie zwar besser wird (oder man gewöhnt sich an sie ;)) - Nadia. Sie spricht extrem hölzern und betont, was umsomehr katastrophal ist, das sie eine der Hauptpersonen ist. Alle anderen Sprecher klingen relativ natürlich und passen zu den Charakteren.

Die Japanische Syncro ist wie gewohnt auch hohen standart, und auch die englische ist sehr brauchbar.


Die Nautilus Crew
Fazit: Alles in allen kann die Serie recht überzeugen - die Zeichnungen sind für ihr alter gut bis sehr gut und übertreffen die sonst hier üblichen lieblosen TV Komerzanimes (Pokemon, Sailormoon oder Dragonball) um längen. Ebenso wird eine Spannende sich weiterentwickelnde Story, nebst einigen recht interesannten Charakteren die einige entwicklungen durchmachen, geboten. Für TV Maßstäbe hierzulande ist es meiner Meinung nach wohl noch immer die beste Serie die hier bisjetzt gelaufen ist (Anfang 2002).

Allerdings leidet die Serie auch an vielen "Fehlern", teilweise sogar noch extremer, wie auch schon Evangelion - es gibt extreme schwankungen im Ernstheitsgrad der Serie, der wechsel von alberner Comedy zu toternst und ziemlich grausam, ist sehr sprunghaft, und zerstört meiner meinung nach viel der Atmosphäre, denn gerade die ernsteren Folgen (allein voran das Ende der erste Hälfte der Serie wo die Nautilus von Gargoyle versenkt wird incl Elektras Rückblick worum sich das ganze Drama überhaupt dreht) sind sehr gut gelungen und fesseln richtig.

Ebenso wie bei Evangelion gibt es auch hier eine extreme Anzahl von Füllfolgen (z.B. Einsame Insel), die die Serie unnötig in die Länge ziehen, den Zuschauer von der Hauptstory ablenken und die Serie auf eine länge 40 Folgen bringen ... ich wage sogar zu behaupten mehr als doppelt so viel wie nötig gewesen währen.

Trotz dieser Mängel ist sie sehr sehenswert und die zeit die man vor dem TV investiert durchaus wert ... ob man sie sich allerdings auf DVD holen sollte (dt und US Release verfügbar, beide Uncut), ist insbesondere durch die doch recht lange (künstlich hochgetriebene) Laufzeit nicht leicht und für jedermann zu beantworten. Mir ist sie es nicht wert, es gibt zwar einige sehr gute Episoden die ich auch gerne mehrfach sehe, aber diese kann man an 2 Händen abzählen ...


SK


Links
http://www.thesecretofbluewater.de/

Auf dieser Fanseite findet ihr sehr viele Informationen über die Serie. Am interesanntesten fand ich die Schnittberichte welche die Japanischen mit der deutschen Version vergleichen - i.b. in den letzten Episoden wurde sehr heftig zur Schere gegriffen, und einige Szenen wurden entschärft.


Copyright Informationen:

Nadia - The Secret of Blue Water : Gainax, Hideaki Anno, Yoshiyuki Sadamoto
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Letzte Überarbeitung: 17 November 2004