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Lackierung mit Airbrush
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Während sich kleine 25mm Figuren noch sehr gut mit dem Pinsel bemalen lassen, und kleinere (1/72 WW2-Flugzeuge oder Panzer, nicht größer als 20 cm) Modellbausätze zur Not auch noch so bemalbar sind, sollte man doch für größere auf Sprühfarbe umsteigen, da nur so eine saubere und gleichmäßige Oberfläche gewährleistet werden kann, und auch bei kleineren sieht es deutlich besser als eine Bemalung mit dem Pinsel aus. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten:

Für den Gelegenheitsbauer, der nicht gleich ein Vermögen ausgeben will, sind fertige Sprühfarben aus Dosen die beste Möglichkeit. Es gibt sie von verschiedenen Modellbauherstellern (Revell & Tamiya) aber auch in vielen Baumärkten für den Universaleinsatz. Sie sind vollkommen ausreichend für große Flächen, und mit Abdeckung/Schablonen kann man auch Tarnstreifen oder ähnliches hinbekommen.

Für denjenigen, der das ganze etwas intensiver betreibt, empfiehlt sich jedoch die Anschaffung eines richtigen Airbrush-Equipments, bei welchem man jedoch wenigstens 300 EUR einkalkulieren muss.

Der "Luftpinsel" ist schon über 100 Jahre alt und wurde 1893 von Charles Burdick in Amerika zum Patent angemeldet. Früher wurde der Airbrush sehr oft für Retouchierung, Illustrationen und technische Zeichnungen benutzt - heute wurde dies fast vollständig durch den Computer übernommen und hat zu einem relativen Aussterben der Airbrush Branche geführt (man muß ziemlich suchen, um Läden zu finden, die Kompressor + Pistole + Farben verkaufen - aber dank Internet und Versandhandel ist dies kein großes Problem, ihr findet einige Adressen in der Linksammlung. ...

Eine Sogolee 350 Außenmischungspistole - links sieht man sehr gut wie die Farbe in den Luftstrom gelangt - durch drehen am Kopf ist die Menge bestimmbar Funktionsweise und Art der Pistolen: Ohne jetzt eine halbe Doktorarbeit zu schreiben, funktioniert eine Airbrush nach einem relativ simplen System - es fließt Luft mit hoher Geschwindigkeit über eine Unebenheit und daher entsteht hinter ihr ein Unterdruck. Bringt man in diesen Bereich ein Rohr mit Farbe, wird diese durch das Rohr gesaugt, durch den Luftstrom zerstäubt und in eine bestimmte Richtung geschleudert.

Beim Airbrush unterscheidet man zwischen zwei Systemen wie Farbe und Luft zusammenkommen. Bei Pistolen mit Außenmischung, die relativ preiswert (10-15 EUR) zu haben sind, strömen Luft und Farbe durch separate Rohre und werden außen am Kopf gemischt. Durch Justierung der Höhe des Farbrohres (und damit Ändern der Position im Luftstrom) kann man die Farbmenge bestimmen, die versprüht wird. Diese Art von Pistolen eignet sich recht gut für große, gleichmäßige Flächen, sind allerdings richtige "Nebelwerfer", bei denen man nicht sehr gezielt Farbe aufbringen kann. Bessere Pistolen haben daher meistens einen Trichter in dem die Mischung erfolgt und erlauben zumindest ansatzweise feinere Striche wie sie z.b. bei Tarnfarben/Flecken benutzt werden können.


Eine Sogolee 101 Innenmischungspistole mit seitlich anschraubbarem Farbbecher Das andere Prinzip ist die Innenmischung - hierbei treffen Farbe und Luft im Kopfteil zusammen und werden dann durch eine feine Düse gepustet, was natürlich einen wesentlich feineren Farbnebel als bei der Außenmischung erzeugt. Beim Airbrush unterscheidet man grob 3 Verschiedene Düsengrößen - 0.1 bis 0.3 mm für relativ feine Detailarbeiten und Striche - 0.3 bis 0.5 für mittelere Arbeiten und 0.5 bis 1.0 für gröbere Arbeiten, schon fast eher Flächen. In dieser Düse befindet sich noch eine Nadel, die verhindert, dass die Farbe einfach so heraustropfen kann (bei Farbnapf oben an der Airbrush), bzw je nachdem, wie weit sie herausgezogen ist, kann man die Farbmenge sehr genau dosieren und sowohl feine Linien von weniger als einem Milimeter als auch größe Flächen besprühen.

Bei den Innenmischungspistolen unterscheidet man noch zwischen 2 verschiedenen Funktionen des Bedienhebels. Bei der Single Action Pistole wird durch drücken des Hebels die Luftmenge geregelt, die Position der Nadel (und damit die Farbmenge) wird meistens durch drehen eines hinteren Griffteils separat bestimmt.

Bei den Double Action Prinzip läßt sich mit nur einen Bedienhebel sowohl die Druckluft als auch die Farbmenge fein regulieren. Je weiter der Hebel nach hinten gezogen wird, destso weiter wird die Nadel nach hinten gezogen und je mehr Farbe kommt nach unten. Wird der Hebel nach unten gedrückt strömt die Druckluft raus. Dieses Prinzip ermöglicht leicht und schnell eine genaue Dosierung sowohl der Luft- als auch der Farbmenge, so dass man mit ein und der selben Pistole sowohl große Flächen (Viel Farbe, viel Druck) als auch feine Linien (wenig Farbe, weniger Druck) ziehen kann.


Ich habe eine Sogolee HP101 (Innenmischung, Double Action, 0.3 mm Düse) von Conrad (50 EUR) und bin damit halbwegs zufrieden, auch wenn es problematisch sein könnte, für sie Ersatzteile zu bekommen. Sie eignet sich sowohl für relativ großflächige Lackierungen (wenn das Modell nicht viel größer als 20 cm ist ... eine größere Düse wäre hier doch besser) als auch relativ feine Linien (ca 1mm) und natürlich auch Tarnstreifen/Flecken.

Dann habe ich noch eine Sogolee AB350 Außenmischung, ebenfalls von Conrad (15 EUR), die noch ein Überbleibsel meiner Dosenzeit ist (incl Adapter für die Durckluftdose und Schlauch mit 1/4" Anschluß - Adapter für 1/8" Kompressoranschluß kostet ca 3 EUR), aber auch noch ganz gute Dienste leistet. Sie ist auch dank ihrer Mischung in einem Trichter und die fein justierbare Nadel für den Farbbehälter auch für feinere Arbeiten wie Tarnstreifen geeignet und relativ leicht zu zerlegen und reinigen.

Triplex Alround Koffer Und vor einiger Zeit habe ich mir auch noch das gegönnt, was zur Zeit wohl als Topgerät aus Deutscher Fertigung gilt - das Triplex Airbrush Koffer Set der Firma Gabbert - ein kleiner Koffer enthält die Pistole, 3 austauschbare Düsen + Nadelsets (0.25, 0.35 und 0.5 mm - also praktisch 3 Pistolen in einer für alle Bereiche, egal ob großflächige Lackierungen oder feine Details) sowie 2 verschieden große Fließbecher und einen Saugbecher. Allerdings hat sie einen recht stolzen Preis von ca 130 EUR (nicht wirklich teuer für die Ausstattung, von anderen Firmen zahlt man ähnliche Preise für eine Pistole mit nur einem Düsensatz, aber auch nicht wirklich günstig). Ersatzteile hierfür sind auch relativ leicht zu bekommen (2 Ersatznadeln kosten ca 10 EUR, ein Düsen/Dichtung/Nadel Set ca 20 EUR, eine einzelne Düse 10 EUR und ein kompletter Dichtungsatz ca 7 EUR).

Die Pistole gibt es auch einzeln (die 0.35er Düse ist meistens Standard) mit verschiedenen Köpfen (fester Fließbecher, aufsteckbare Fließ/Saugbecher oder kleine Farbmulde) und die zusätzlichen Teile (andere Köpfe oder Düsen) kann man sich nach Bedarf kaufen.


Möglichkeiten der Luftversorgung: Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten der Luftversorgung einer Airbrushpistole - am einfachsten erscheinen kleine Druckluftdosen, welche es in jedem Modellbauladen gibt. Meiner Meinung nach taugen sie wenig, zum einen liefern sie keinen Konstanten Druck (bei längeren Arbeiten kühlt die Dose ab und das Ventil kann vereisen), der Druck ist nicht einstellbar und man weiß nie, wieviel Luft noch enthalten ist. Für erste Airbrush-Experimente durchaus geeignet, aber auf Dauer nicht zu empfehlen, i.b. wegen der nicht unerheblichen Preise für diese Dosen. Andere Möglichkeiten der Druckluftversorgung sind Autoreifen (mit zugehörigem Adapter). Allerdings sind diese auch nicht wirklich optimal.
Die erste wirklich brauchbare Alternative sind große CO²-Flaschen, wie sie auch im Getränkesektor verwendet werden. Stattet man sie mit einen Manometer aus, läßt sich der Arbeitsdruck fein einstellen und eine Airbrushpistole anschließen. Allerdings sind solche Flaschen sehr schwer und vom Preis (und auch die Befüllung kostet) nicht wirklich attraktiv.

Ein kleiner Saturn A25 Kompressor mit 2.5l Tank Um nicht noch länger mit Alternativen aufzuwarten die nicht wirklich welche sind - die beste Möglichkeit sind Kompressoren. Kompressoren unterteilt man erstmal in 2 Kategorien. Membrankompressoren und Kolbenkompressoren:

Bei Membrankompressoren geschieht die Lufterzeugung durch eine Welle, die eine Membrane bewegt und dadurch im Zylinder Luft unter Druck bereitstellt. Sie sind relativ simpel von der Mechanik (allerdings auch nicht wirklich langlebig) und daher auch nicht soooo teuer, haben allerdings das Problem, dass sie meistens recht laut sind, recht vibrationsstark und die meisten Modelle auch keinen Tank haben und die Luft daher nicht immer konstant ist und pulsieren kann. Meiner Meinung nach sind sie nicht zu empfehlen (und auch relativ ausgestorben).

Bei Kolbenkompressoren wird die Luft mit einen Kolben, ähnlich bei Motoren, verdichtet. Sie arbeiten erheblich effizienter als Membrankompressoren und liefern auch ohne Tank einen gleichmäßigen und ausreichenden Druck zum Arbeiten mit kleinen Düsen. Aber die meisten haben auch einen mehr oder weniger großen Tank in dem die Luft zwischengespeichert wird (und die auch über eine Automatik verfügen, die den Kompressor abschaltet, wenn ein bestimmter Schwellwert überschritten wird, und wieder anschaltet - sowas verkürzt die Laufzeit eines Kompressors und erhöht damit seine Lebenszeit. Billigere Modelle haben ein Überdruckventil, das überschüssige Luft nach außen abläßt). Am Tank befindet sich dann meistens ein Manometer über den der gewünschte Arbeitsdruck genau eingestellt werden kann (maximal so groß wie der Druck im Tank).

Ein weiterer Punkt, den es zu unterscheiden gibt, ist, ob der Kompressor ölfrei ist oder nicht. Bei nicht ölfreien Kompressoren muss in regelmäßigen Abständen Öl nachgefüllt werden, das die Mechanik schmiert, und sind daher auch relativ unverwüstlich. Ölfreie sind so designt, dass dies nicht mehr nötig ist, und auch keine Öldämpfe austreten oder ins Luftgemisch kommen können. Ebenso sind sie im allgemeinen deutlich leichter (ca 5kg vs ca 15 kg) als ihre Öl benötigenden Vettern. Einige Leute sind allerdings der Meinung, dass ölfreie Kompressoren nicht lange halten sollen, was ich jedoch nicht bestätigen kann (die Anleitung nennt die [austauschbaren] Kolbenringe als Teile, die sich am meisten abnutzen, und gibt ihnen eine Lebenserwartung von ca 8000 Stunden - bei jeden Tag eine Stunde arbeiten sind das 20 Jahre).

Kompressoren, egal ob Membran oder Kolben, werden mit der Zeit relativ warm (heiß) und verfügen im Normalfall über eine Schutzschaltung die ihn abschaltet, wenn er zu warm wird. Bei längerem arbeiten (i.b. im Sommer) ist es daher evtl nützlich, einen Tischventilator bereitstehen zu haben, der für zusätzliche Kühlung sorgt.

Ein Baumarktkompressor und der Saturn25 Die Auswahl an Kompressoren ist relativ groß, von großen Baumarktkompressoren die sehr laut sind bis zu relativ leisen Airbrushkompressoren reicht das Angebot, und die Preise beginnen bei 50 EUR und nach oben sind keine Grenzen gesetzt ... ein Kompressor ist ohne Zweifel das teuerste beim Airbrush Equipment und hier sollte man nicht an der falschen Stelle sparen, denn selbst bei billigen Kompressoren tut ein Fehlkauf den Geldbeutel ziemlich weh.

Hier mal eine kleine Empfehlung was meiner Meinung nach Merkmale eines guten Airbrushkompressors sind. Zuerst einmal sollte es ein leiser Kolbenkompressor sein, der über eine Ansaugleistung von wenigstens 15 Litern in der Minute verfügt (entspricht ca eine Dauerleistung von ca 2 Bar), gerne auch mehr. Der Tank (der eine niedrigere Ansaugleistung auch kurzzeitig ausgleichen kann) sollte so 1 bis 5 Liter fassen können (mehr ist nicht so empfehlenswert, da der Tank vor den Sprühen immer erst gefüllt werden muß und das etwas dauern kann) und mit einen Druckschalter für die Abschaltautomatik verbunden sein der den Kompressor bei erreichen eines bestimmten Drucks ausschaltet und bei unterschreiten wieder einschaltet.

Ein Druckminderer/Manometer, welches das Einstellen eines variablen Arbeitsdrucks erlaubt, ist Pflicht (Ein Kompressor, der es nicht erlaubt den Druck einzustellen sondern immer nur einen festen liefert, sollte man meiden), ein zweiter, das den Druck im Tank anzeigt imho unnötiger Luxus (dafür hat man die Automatik :)). Am Manometer sollte ein Wasserabscheider angebracht sein, der Wassertropfen herausfiltert bevor sie in den Druckluft kommen (i.b. bei längeren Arbeiten kann das passieren und sehr leicht die lackierung ruinieren), bzw dies verzögern ...

Am Wasserabscheider ist meistens ein Anschluß für einen Druckschlauch - bei normalen Airbrushkompressoren gibt es einen 1/8 Zoll Anschluß, welcher der Standard für Innemischungspistolen ist. Für Außenmischungspistolen ist der Standard 1/4" ... es gibt allerdings Adapter um auch eine 1/4 an einem 1/8 Anschluß benutzen zu können (ca 3 Euro). Einige Kompressoren verfügen auch über mehrere Anschlüsse.

Als letztes braucht man noch einen Druckschlauch mit den passenden Anschlüssen - einigen Kompressoren liegt so einer bei, bei anderen nicht und er muß gekauft werden. Druckschlauch kostet je nach Material (Gewebeschläuche, Vinyl, Klarsicht [um Wassertropfen zu sehen]) 10-25 EUR. Außerdem gibt es Schnellkupplungen, die das auswechseln von Pistolen schnell möglich macht, sich jedoch erst bei mehreren Pistolen lohnt. Ein weiteres Kriterium, das bei der Auswahl eine bedeutung spielen soll, ist die Herstellergarantie ...


Ich selber habe einen Saturn A25 Kompressor - einen relativ leisen Ölfreien Kolbenkompressor mit 2,5 Liter Tank, 18 Liter/Min Ansaugleistung, einer Abschaltautomatik (Bei 4 bar schaltet er sich ab, bei unter 3 bar wieder an - imho wären hier 6/4 bar besser gewesen), sowie einen Druckminderer/Manometer incl Wasserabscheider. Außerdem liegt noch ein Luftschlauch mit beidseitigem 1/8" Anschluß dabei. Gekostet hat er mit 240 EUR allerdings auch nicht wenig ...

Sprühtechniken:

Allgemeines: Bei einer Double Action Pistole sollte man darauf achten, dass man bevor man die Nadel zurückzieht Druck gibt, und ihr erst nachdem man die Nadel zurück schiebt wieder wegnimmt, da sonst evtl die Farbe an der Nadel antrocknet oder gar in den Luftkanal fließt und die spätere Reinigung erschwert - also mit reiner Luft anfangen zu arbeiten und mit reiner Luft auch aufhören ... Bei einer Single Action (und Außenmischungspistolen) hat man dieses "Problem" nicht.

Noch ein kleines Wort zu den Farben - je kleiner die Düse ist, desto dünnflüssiger muss die Farbe sein, um ein vernünftiges Ergebnis zu bekommen - für Düsen unter 0.5 mm sollte die Farbe eine Konsistenz ähnlich wie Milch haben, bei größeren Düsen oder Außenmischungspistolen kann sie aber auch ruhig etwas dickflüssiger sein.

Der übliche Arbeitsdruck bei Airbrush liegt je nach Düse und dicke (je größer die Düse, je dicker die Farbe desto mehr Druck - die Angaben hier sind meine Erfahrungen mit einer 0.35er Düse) der verwendeten Farbe bei 1.0 bis 2.0 bar. Weniger ist nicht empfehlenswert (es sei denn man geht sehr nah ans Objekt, da kann man auch schonmal auf 0.5 bar runter), viel mehr aber auch nicht, da die Farbe sonst verwirbelt wird (kommt trocken und zuviel auf einmal an = unschöne Oberfläche). Außerdem solltet ihr nie sofort auf den Modell anfangen, sondern erst daneben sprühen und gucken, ob das Spritzbild in Ordnung ist.

Und noch ein kleines Wort zum Arbeiten mit Airbrush und Sprühfarben - macht das Sprühen, egal welche Farbe ihr verwendet, nur in einem gut belüfteten Raum und verwendet eine Staubschutzmaske.

- Große Flächen: Bei einer Außenmischungspistole sollte man die Farbzufuhr so einstellen, dass ein relativ großer Sprühstrahl erstellt wird. Bei einer Double Action Innenmischung gibt man relativ viel Farbe (Hebel nach hinten) und viel Druck (Hebel nach unten), um eine großflächigen Sprühstrahl zu ehalten.

Der Abstand zum Objekt sollte dabei ungefähr 5 bis 10 cm betragen (nicht mehr, sonst wird das Spritzbild zu grobkörnig) und der Arbeitsdruck sollte bei 1.0 bis 2.0 bar liegen. Man lackiert am besten im Kreuzgang bei einen Winkel Objekt/Pistole von ca 90° (oder nah daran - aber auf jedenfall nicht weniger als 45°). Kreuzgang heißt einmal horizontal (also von oben nach unten, dann etwas zur seite und von unten nach oben und soweit bis das Modell fertig ist) und einmal vertikal (von links nach rechts, dann etwas nach unten und dann von rechts nach links). Das erlaubt eine gleichmäßige, flächige Lackierung. Diesen Vorgang sollte man 1-3 mal (=2-6 Schichten Farbe) wiederholen, bis man mit der Oberfläche zufrieden ist.

Beispiel für Freihand Tarnflecken - Tarnstreifen / Flecken: Nachdem man das gesamte Modell mit der Grundfarbe lackiert hat und diese etwas getrocknet ist (einige Minuten genügen), könnt ihr einfach die Tarnfarben draufsprühen. Dafür gibt es mehrere möglichkeiten. Die einfachste ist, dass man die Pistole auf einen relativ feinen Strahl einstellt (bei Außenmischungen die Farbzufuhr so verstellen, dass sie nicht mehr voll im Luftstrom ist und entsprechcend klein, bei Double Action Innenmischung relativ wenig Farbe und nicht den vollen Druck geben), recht nah an das Objekt geht (ca 5 cm) und dann die Streifen/Flecken sprüht. Das ganze hat den schönen Effekt, dass die Farbe nicht 100% deckend ist, sondern nach Außen hin immer transparenter wird.

Dabei sollte man aufpassen, nicht zu lange und zu viel auf eine Stelle zu sprühen, da sich sonst kleine Krater/Unebenheiten bilden.

Die andere Möglichkeit sind Schablonen (für Tarnflecken ist Papier, in das man Löcher geschnitten hat, ausreichend) bzw Maskierfilm, bei denen es im Gegensatz zu Freihandarbeit "scharfe" Kanten gibt. Bei Schablonen läßt sich dies "beheben" (falls es nicht gewollt ist), indem man sie etwas anbebt und nicht direkt auf den Untergrund legt. Falls ihr Maskierfilm verwendet, achtet darauf, dass die Farbe der Grundlackierung richtig durchgetrocknet ist (nicht nur oberflächlich, also mehrere Stunden, am besten sogar über Nacht), da es sonst passieren kann, dass beim Ablösen des Maskierfilms die Lackierung beschädigt wird (einige Maskierfilme kleben auch viel zu stark). Experimentiert ruhig mal etwas rum, bis ihr die Technik heraus habt und mit den Ergebnis zufrieden seid (Sprich übt auf Alufolie, einer CD oder ähnliches - Papier eignet sich aufgrund seiner Saugfähigkeit nicht so gut).

- Shading: Eine weitere interessante Möglichkeit beim Einsatz der Airbrush sind die Shadingeffekte, oder zu deutsch Schattierungen. Hierbei gibt es 2 verschiedene Arten.

Beim Preshading, wird, bevor die "normale" Farbschicht aufgetragen wird, an die Flächen/Stellen, die später dunkler werden sollen, mit einer dunklen Farbe, z.b. Schwarz/Dunkelgrau gesprüht, die, die später heller werden sollen, mit Grau oder Weiß besprüht (grundiert). Hierbei kann man die stärken der Airbrush voll ausspielen und schöne weiche Übergänge in den Zwischenbereichen hinbekommen. Danach erfolgt mit relativ stark verdünnter Farbe die eigentliche Lackierung. Dadurch, dass die Farbe relativ stark verdünnt ist, ist sie nicht so stark deckend sondern schon fast transparend, so dass man den unterschiedlichen Untergrund noch immer durchschimmern sieht (kleiner Tip - verdünnt nicht nur mit Verdünnung [sonst haftet die Farbe evtl nicht mehr] um die Farbe transparent zu bekommen, sondern nehmt etwas Klarlack um das ganze Transparent zu bekommen ohne die Haftung zu negativ zu beeinflussen) und damit die unterschiedlichen Schattierungen/Abnutzungen gut zur Geltung zu bringen.

Hiermit lassen sich recht plastische Effekte bei Blechstößen (die, wo das drumherum etwas dunkler wird) oder außenliegende Flächen bei Flügeln oder Panzeroberflächen, die stärker abgenutzt sind als andere, die eher innen liegen (Außenliegenden Flächen dunkel, innenliegende heller).

Beispiel für Schattierungen, die mit Postshading gemacht wurden

Beim Postshading, wird das ganze erst nach der Grundlackierung gemacht - dazu wird die Farbe, die man gewählt hat, wiederum etwas stärker verdünnt (evtl wieder mit Klarlack) um ihr die Deckkraft zu nehmen, sowie etwas aufgehellt (highlight) oder abgedunkelt (shading), und dann werden die entsprechenden Stellen aufgetragen. Es eignet sich auch recht gut für Panel-Lines/Flügel/Panzerplatten (z.b. erst mittelgrün, an den Außenbereichen etwas dunkler, in den Mittelbereichen etwas heller) als auch für Schmutzeffekte (z.b. Abgase bei Propellerflugzeugen oder an den Mündungen von Geschützen, Rauchspuren von Raketen, Ölspuren, ect) ...

Diese beiden Techniken sind allerdings eher im Gebiet der Profitechnik einzuordnen, und bevor man sie versucht, sollte man erst einmal "normale" Oberflächen gut beherschen. Um sie richtig hinzubekommen (vor allen die richtige Konsistenz der eigendlichen Farbschicht) braucht es recht viel Übung, aber wenn man sie richtig beherrscht lassen sich damit relativ leicht phantastische Ergebnisse erzielen.

Mit Tamiya Maskierband abgeklebtes Cockpit einer 1/72 F16C - Maskieren: Ein weiteres wichtiges Thema beim Airbrushen ist das Maskieren von Stellen, an die keine Farbe kommen soll. Der "übliche" Weg, um dies zu erreichen ist, Maskierfolie zuerst zurechtzuschneiden und anschließend auf die Stellen, wo keine Farbe hinsoll, aufzukleben - für den Modellbau ist das oftmals nicht so einfach, da die Modelle stark strukturiert und unförmig sind und normale Airbrush Maskierfolie recht ungeeignet ist (Farbe fließt unter die feinen Gravuren, läßt sich nicht richtig um Rundungen legen, sie klebt recht stark und kann beim Ablösen die ursprüngliche Lackschicht beschädigen ect). Hier muss man wohl oder übel ausprobieren, bis man etwas gefunden hat, was einen gefällt - ich für meinen Teil verwende keine spezielle Airbrush Maskierfolie mehr, sondern fast nur noch Tamiya Maskierband (gibt es in den Stärken 6, 10 und 18 Millimeter und sie kostt mit Abroller 250, 280 und 350 Yen (2-3 EUR), ohne Abroller 120, 150 und 220 Yen (1-2 EUR) - hierzulande gibt es sie zwar auch, aber da kostet sie deutlich mehr als wenn man sie sich aus Japan schicken läßt). Für große Arbeiten Tesa Malerkrepp oder matten (leicht klebenden) Tesafilm, welchen ich jedoch nicht über die ganze Fläche anbringe sondern nur ein Teil und danach mit Papier arbeite.

Eine andere Art, die vor kurzem in Mode gekommen ist, ist Parafilm, eine Folie aus der Chemietechnik die, wenn sie auf das 4-5 Fache ihre größe gestreckt wird, von alleine leicht haftet und auch sehr gut um Unebenheiten gelegt werden kann. Allerdings muss man sie mit einem sehr scharfen Messer von dem Modell runterschneiden, da man sie nicht vorher zurechtschneiden kann ...

Die Anwendung ist relativ simpel, einfach auf die Stelle, die keine Farbe bekommen soll (bei Flugzeugen z.b. die Triebwerke, Nase, ect), anbringen und dann sprühen - da Double Action Pistolen sehr genau sind, genügt es im Normalfall die nähere Umgebung (das 6mm Tamiya Band) abzukleben ...

Kleine Sonderfälle sind z.b. Cockpitinnenräume, Triebwerksöffnungen und Intakes - hierzu empfiehlt es sich, kleine Kugeln aus Küchenrolle zu machen, diese etwas anzufeuchten und in die Hohlräume zu stecken und abschließend die Oberseite mit Maskierfolie/Tape abzudecken, damit keine Farbe hereinkommen kann, und wenn sie es doch tut, keinen Schaden anrichtet.

Andere Problemzonen sind Klarsicht-Cockpitkanzeln - hier hat sich flüssiger Maskierfilm (z.b. Color Stop von Revell oder Mr.Mark Sol von Gunze) bewährt - zuerst schneidet ihr Maskierband (z.b. das von Tamiya) in kleine 1-2mm breite Streifen und klebt damit die Außenbereiche rahmenmäßig ab - das hat den Vorteil, dass ihr dort scharfe Kanten hinbekommt. Auf die anderen Bereiche der Kanzel, die im Rahmen liegen, tragt ihr flüssigen Maskierfilm auf - die Unterseite der Kanzel (Die Pistolen können leicht nebeln) deckt ihr mit Malerkrepp ab. Nun einfach sprühen, warten bis die Farbe getrocknet ist und fertig ist die perfekt lackierte Kanzel.

Noch ein paar allgemeine Anwendungstips - Achtet bei allen Maskierarbeiten darauf, dass die Farben komplett durchgetrocknet sind und lasst das Maskierband nicht zu lange drauf.



Eine zerlegte Airbrush Pistole Airbrush-Pistolen-Reinigung (Hier beschrieben bei meiner Sogolee HP101 mit seitlich anschraubbarem Farbbecher): Nachdem man die restliche Farbe aus den Farbnapf zurückgeschüttet hat, sollte man erstmal solange sprühen bis nur noch Luft aus der Pistole kommt. Danach sollte man den Farbnapf mit einen fusselfreien Tuch, Wattestäbchen oder einer Bürste ausputzen und mehrfach mit geeigneter Verdünnung durchspülen (Bei Emailfarben Nitro oder Universalverdünnung, bei Acrylfarben genügt Wasser [bei Acrylfarbe NIEMALS Nitro oder Universalverdünnung nehmen, die Farbe flockt dann aus und wird hart!]) - Dabei bewegt ihr die Nadel immer vor und zurück. Nachdem nur noch die Verdünnung und keine Farbe mehr aus der Pistole rauskommt (und wirklich nur noch die Klare Verdünnung - sprüht dazu am besten auf 2 Blatt weiße Küchenrolle, dort sieht man Farbe am besten - wenn ihr eine aggresive Verdünnung wie Nitro benutzt, macht das NUR bei geöffnetem Fenster und evtl mit richtiger Atemschutzmaske) folgt der nächste Schritt - ihr nehmt die komplette Pistole gemäß der Anleitung auseinander. Im Normalfall schraubt ihr zuerst die Düsenkappe ab, dann das Hinterteil, löst die Nadeeinstellschraube und zieht die Nadel vorsichtig heraus. Dann reinigt ihr sie vorsichtig, indem ihr sie über einem mit Verdünnung getrockneten Tuch rollt. Wenn Farbe an der Nadelspitze festgetrocknet ist, zieht ein Tuch von unten nach oben oder benutzt einen in Reiniger getauchten Pinsel. Achtet darauf die Nadel, i.b. die Spitze, nicht zu verbiegen. Als nächstes nehmt ihr die Düse ab (Schraubdüsen mit Schraubenschlüssel der beiliegen sollte, Steckdüsen einfach so - geht dabei sehr vorsichtig vor, denn die Düsen sind empfindlich und ziemlich teuer) und steckt sie am besten auf einen Borstenpinsel (der mit Verdünnung/Reiniger für die jeweilige Farbe benetzt ist), oder legt sie in Verdünnung ein - Achtet bei Steckdüsen darauf, dass ihr vorher den Dichtungsring herausnehmt (Schraubdüsen sind selbstdichtend). Den Farbkanal spült ihr noch einmal mit Verdünnung aus, und geht mehrfach mit einer Reinigungsbürste (gibt es als Zubehör, aber Pfeifenreiniger tun es auch) durch den Kanal. Anschließend noch einmal ausspülen (dann sollte nur noch reine Verdünnung rauskommen). Danach baut ihr die Pistole wieder zusammen, ab und an solltet ihr die Nadel auch mit wenig (!) Säurefreiem Öl/Fett (Vaseline oder Spezialöl) bestreichen, damit sie nicht rostet und gut beweglich bleibt. Außerdem werden die Dichtungen im Nadelkanal, die die Farbe bei zurückziehen abstreifen, so abgedichtet und vor Verdünnung geschützt, und Farbe trocknet nicht mehr so schnell an der Nadelspitze an (vorsicht, wenn ihr überwiegend mit wasserlöslicher Farbe arbeitet, ist das nicht so eine gute Idee).

Zuletzt könnt ihr dann noch etwas speziellen Airbrushreiniger durchsprühen, i.b. da sie meistens Bestandteile enthalten, die die Pistolen, i.b. Dichtungen, pflegen und man so sieht, ob alles wieder richtig funktioniert.

Im Normalfall hält eine Airbrush-Pistole ein Leben lang, die einzigen Teile, die verschleißen, bzw beim Reinigen beschädigt werden können, sind die Düse, die Nadel sowie Dichtungsringe (vertragen Reiniger/Verdünnung auf Dauer nicht und werden Spröde). Bei den meisten Pistolen (achtet beim Kauf darauf) gibt es diese Ersatzteile auch einzeln zu kaufen, je nach Teil mal mehr mal weniger günstig ...

Wenn man sich eine Pistole kauft (i.b. bei Versandhändlern), sollte man sich wenigstens eine Ersatznadel (sie geht am schnellsten kaputt) mitbesorgen, um sie im Notfall auf Reserve zu haben und nicht tage/wochenlang auf Ersatz warten zu müssen.

Übliche Fehlerquellen:

Eine Airbrushpistole (i.b. der Typ Innenmischungen) ist ein recht komplexes mechanische Gebilde, bei welchem leicht irgendetwas schief gehen kann, was zu den unterschiedlichsten Auswirkungen führt, die aber allesamt mehr oder weniger unangenehm sind. Damit man nicht jedesmal ein Modellbausatz ruiniert, sollte man am besten bevor man an das Modell geht einige Spritzübungen (Mehrere Linien und Punkte auf ein Blatt Papier) machen und kontrollieren, ob einem das Ergebnis gefällt, bzw irgendwelche Funktionsstörungen auftreten, und das Sprühen immer erst neben dem Modell machen. Hier mal eine Auflistung aller Fehler, die bei mir bisher aufgetreten sind und woran es lag.


- Grobkörniger Farbauftrag = ... dieses Problem ist leider erst nach dem Trocknen der Farbe feststellbar (also wenn es zu spät ist ;)) und kann mehrere Ursachen haben. Im Normalfall war die Farbe einfach zu dickflüssig und muß verdünnt werden (Acrylfarben mit Wasser oder Alkohol, Revellfarben mit Colormix oder Terpentin). Die Farbe sollte ungefähr die Konsistenz von Milch haben. Bei mir mußte ich zu den "Spritzfertigen" 25 ml Revell Airbrush Farben noch ca 5 ml Verdünnung geben (ca 10-15%). Da man es erst merkt wenn es zu spät ist, gibt es allerdings auch eine Möglichkeit dieses Problem nachträglich auzubessern. Nachdem die Farbe über Nacht (wenigstens 10 Stunden) getrocknet ist, schleift ihr über die Flächen mit sehr feinem (ich benutze eine Körnung von 1200) Sandpapier vorsichtig naß drüber, bis die Fläche glatt ist. Wenn ihr hierbei zu tief geht, kommt ihr allerdings aufs Plastik bzw die Grundierung. Falls das passiert, lackiert nach dem Schleifen einfach nochmal ... evtl noch ein Hinweis - matte Farben sind von der Oberfläche niemals richtig glatt, das erreicht man nur mit glänzenden Farben.

Es gibt auch noch zwei andere mögliche Ursachen für dieses Problem, die jedoch eher unwahrscheinlich sind/selten auftreten. Zum einen kann es sein, dass der Arbeitsdruck zu niedrig ist. Hier solltet ihr ihn einfach erhöhen (Bei Druckluftdosen oder den billigeren Kompressoren nicht möglich). Der normale Arbeitsdruck liegt wie gesagt bei ca 1 bis 2.0 bar (eine zu große Entfernung beim Sprühen hat natürlich den gleichen negativen Effekt wie zuwenig Druck, daher nie aus einer größeren Entfernung als 15 cm sprühen).

Die andere Ursache ist eine Verschmutzung der Nadel oder der Düse und läßt sich durch eine gründliche Reinigung der Teile beheben.


- Farbe fließt von der Oberfläche runter: Im Normalfall habt ihr die Farbe zu stark verdünnt, sodass sie nicht mehr richtig haftet (kann sehr schnell passieren, wenn ihr Acrylfarben mit Wasser verdünnt) und von der Oberfläche runtergepustet wird - mit etwas Glück läßt sich das ganze beheben, indem man von etwas weiter weg sprüht und/oder den Arbeitsdruck reduziert. Mit etwas Pech reicht das allerdings nicht, ist etwas komplizierter und läßt sich nicht auf die schnelle lösen - sprich ihr müsst neue Farbe anmischen und diesmal weniger verdünnung nehmen. Wenn ihr die Farbe im Glas gemischt habt, in der Hoffnung auch für die Zukunft gleich ein spritzfertiges Gemisch zu haben, habt ihr nun ein kleines Problem, das sich jedoch beheben läßt. Lasst das Glas einige Tage still stehen - die Pigmente sind im Normallfall schwerer als das Lösungsmittel und sinken zu Boden, die Verdünnung setzt sich oben ab, und läßt sich mit einer Pipette entfernen.

Eine andere Möglichkeit ist, dass die Farbe nicht für den Modellbau geeignet ist - im Normalfall läßt sie sich trotzdem verwenden wenn ihr die Oberfläche grundiert.

- Stotterndes Sprühbild = Normale Spritzpistolen machen ein Geräusch, das ähnlich klingt wie "Pffffffffffffff". Wenn es jedoch Probleme mit der Düse gibt (evtl auch verbunden mit Luftblasen), kann es leicht passieren, dass sie "stottert" und "Pffffpffffffpfffffpffffff"-mäßig klingt - verbunden mit einem stotterigen und unsauberen Spritzbild, eventuell tauchen sogar Luftblasen im Farbbecher auf. Falls das passiert, ist im Idealfall nur die Düse verschmutzt und muß gereinigt werden, oder bei Steckdüsen sitzt die Dichtung nicht richtig - im GAU Fall ist sie defekt und muß ausgetauscht werden ...

- Farbe tropft heraus obwohl Nadel nicht zurückgezogen wurde = Dieses hat den Nachteil, dass die Farbe aus der Pistole raustropfen kann, oder zumindest langsam an der Nadel herausfließt und i.b. beim ersten Betätigen des Lufthebels richtige Farbspritzer kommen (daher auch am Anfang erst neben den Modell sprühen).

Die Ursache ist immer, dass die Nadel nicht richtig in der Düse sitzt oder zurückgleitet, was jedoch sehr viele verschiedene Gründe haben kann. Die am häufigsten vorkommende und auch am leichtesten zu lösende Variante ist das die Nadel nicht richtig fest setzt. Nachdem man den Farbhebel wieder nach vorne geschoben hat, kommt die Nadel nicht richtig zurück - im Normalfall ist die Nadeleinstellschraube nicht festgezogen und die Nadel ist irgendwie leicht zurück gerutscht und schließt nicht mehr. Oder bei längeren Arbeiten kann Farbe an der Nadel/Düse antrocknen und verhindert daher, dass die Düse richtig verschlossen wird. Das alles läßt sich recht leicht beheben, indem man die Pistole einmal kurz durchspühlt und die Nadel wieder zurück schiebt ...

Es kann aber auch größere Probleme geben - die schlimmeren Fälle sind, dass die Nadel z.b. stark verbogen ist, oder die Düse gar Beschädigungen aufweist. Hier hilft nur noch ein Austausch ...

Ausfransungen am Rand
- Starke "Ausfransungen" am Rand des Sprühstrahls
Eins vorweg, mit Airbrush bekommt man ohne Maskierungen/Schablone keine Linien wie mit einem Stift oder Pinsel hin, leichte Ausfransungen nach Außen hin hat man immer. Trotzdem sollten sie nicht so stark sein wie beim seitlichen Bild (das war eines meiner ersten unrühmlichen Airbrush-Versuche bei einer 1/32 F-16 Tigermeet) sondern kaum zu sehen (mit einer 0.35 Düse kriegt man ca 1/2 mm Linien hin wo man Ausfransungen kaum sieht - auf den oberen Bild sind die Ausfransungen allein schon fast 5 mm breit.).

Die Ursache ist im Normalfall die Farbe - sie ist zu dickflüssig und kommt daher nicht gut aus einer nur leicht geöffneten Düse und verursacht diese Ausfransungen. Also verdünnt die Farbe etwas mehr und ihr solltet keine Probleme mehr haben (wie gesagt, immer erst neben dem Modell testen, damit sowas frühzeitig bemerkt wird)

Eine andere mögliche Ursache (aber seltener) ist, dass die Nadelspitze verbogen ist, und es daher starke Ausfransungen gibt, da die Farbe nicht richtig von der Spitze runtergesprüht wird. Hier hilft im Prinzip nur ein Austausch.

Eine Verschmutzte Nadelkappe
- "Versprenkeltes" Sprühbild
Ab und an kann es passieren, dass das Sprühbild Sprenkel (kleine Farbkleckse) aufweist - die Ursache dafür ist meistens eine verschmutzte Nadelkappe wie auf dem seitlichen Foto. Die Ursachen dieser Verschmutzung können vielfältig sein. Sie tritt mit der Zeit fast immer auf, i.b. wenn man große Flächen sprüht und die Nadel weit nach hinten aufreißt (Sprühstrahl wird breit, Farbreste bleiben an der Kante der Nadelkappe hängen und verengen sie so immer mehr) ist es nur eine Sache von einigen Minuten. Nun kann man die Nadelkappe reinigen (mit wenig (!) Druck in Gläschen mit Verdünnung kurz gurgeln lassen. Oder auch die Nadelkappe abschrauben und kurz mit Bürste reinigen und wieder draufschrauben - falls es zu störend wird, kann man auch ohne Nadelkappe sprühen). Wenn sich die Farbablagerungen an der Nadelkappe nur an einer Stelle sammeln, kann auch die Nadel verbogen sein und ein Austausch oder eine Berichtigung Abhilfe schaffen, bzw das Problem lindern.

Andere Ursachen können auch eine defekte Düse oder Nadelspitze sein (Spitze ist verbogen, die Farbe sammelt sich ungleichmäßig an der Spitze und kommt stoßweise raus), oder dass Kondenzwasser in die Luft gekommen ist (Wasserabscheider zögert es hinaus, verhindert es aber nicht ewig).


SK

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Copyright-Informationen:

Eigene Bilder + Texte: Sascha Kohlmann



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Letzte Überarbeitung: 29 Mai 2005