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Während sich kleine 25mm Figuren noch sehr gut mit dem Pinsel bemalen lassen, und kleinere (1/72 WW2-Flugzeuge oder Panzer, nicht größer als 20 cm) Modellbausätze zur Not auch noch so bemalbar sind, sollte man doch für größere auf Sprühfarbe umsteigen, da nur so eine saubere und gleichmäßige Oberfläche gewährleistet werden kann, und auch bei kleineren sieht es deutlich besser als eine Bemalung mit dem Pinsel aus. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten:
Für den Gelegenheitsbauer, der nicht gleich ein Vermögen ausgeben will, sind fertige Sprühfarben aus Dosen die beste Möglichkeit. Es gibt sie von verschiedenen Modellbauherstellern (Revell & Tamiya) aber auch in vielen Baumärkten für den Universaleinsatz. Sie sind vollkommen ausreichend für große Flächen, und mit Abdeckung/Schablonen kann man auch Tarnstreifen oder ähnliches hinbekommen. Für denjenigen, der das ganze etwas intensiver betreibt, empfiehlt sich jedoch die Anschaffung eines richtigen Airbrush-Equipments, bei welchem man jedoch wenigstens 300 EUR einkalkulieren muss. Der "Luftpinsel" ist schon über 100 Jahre alt und wurde 1893 von Charles Burdick in Amerika zum Patent angemeldet. Früher wurde der Airbrush sehr oft für Retouchierung, Illustrationen und technische Zeichnungen benutzt - heute wurde dies fast vollständig durch den Computer übernommen und hat zu einem relativen Aussterben der Airbrush Branche geführt (man muß ziemlich suchen, um Läden zu finden, die Kompressor + Pistole + Farben verkaufen - aber dank Internet und Versandhandel ist dies kein großes Problem, ihr findet einige Adressen in der Linksammlung. ... |
Das andere Prinzip ist die Innenmischung - hierbei treffen Farbe und Luft im Kopfteil zusammen und werden dann durch eine feine Düse gepustet, was natürlich einen wesentlich feineren Farbnebel als bei der Außenmischung erzeugt. Beim Airbrush unterscheidet man grob 3 Verschiedene Düsengrößen - 0.1 bis 0.3 mm für relativ feine Detailarbeiten und Striche - 0.3 bis 0.5 für mittelere Arbeiten und 0.5 bis 1.0 für gröbere Arbeiten, schon fast eher Flächen. In dieser Düse befindet sich noch eine Nadel, die verhindert, dass die Farbe einfach so heraustropfen kann (bei Farbnapf oben an der Airbrush), bzw je nachdem, wie weit sie herausgezogen ist, kann man die Farbmenge sehr genau dosieren und sowohl feine Linien von weniger als einem Milimeter als auch größe Flächen besprühen.
Bei den Innenmischungspistolen unterscheidet man noch zwischen 2 verschiedenen Funktionen des Bedienhebels. Bei der Single Action Pistole wird durch drücken des Hebels die Luftmenge geregelt, die Position der Nadel (und damit die Farbmenge) wird meistens durch drehen eines hinteren Griffteils separat bestimmt. Bei den Double Action Prinzip läßt sich mit nur einen Bedienhebel sowohl die Druckluft als auch die Farbmenge fein regulieren. Je weiter der Hebel nach hinten gezogen wird, destso weiter wird die Nadel nach hinten gezogen und je mehr Farbe kommt nach unten. Wird der Hebel nach unten gedrückt strömt die Druckluft raus. Dieses Prinzip ermöglicht leicht und schnell eine genaue Dosierung sowohl der Luft- als auch der Farbmenge, so dass man mit ein und der selben Pistole sowohl große Flächen (Viel Farbe, viel Druck) als auch feine Linien (wenig Farbe, weniger Druck) ziehen kann. Ich habe eine Sogolee HP101 (Innenmischung, Double Action, 0.3 mm Düse) von Conrad (50 EUR) und bin damit halbwegs zufrieden, auch wenn es problematisch sein könnte, für sie Ersatzteile zu bekommen. Sie eignet sich sowohl für relativ großflächige Lackierungen (wenn das Modell nicht viel größer als 20 cm ist ... eine größere Düse wäre hier doch besser) als auch relativ feine Linien (ca 1mm) und natürlich auch Tarnstreifen/Flecken. Dann habe ich noch eine Sogolee AB350 Außenmischung, ebenfalls von Conrad (15 EUR), die noch ein Überbleibsel meiner Dosenzeit ist (incl Adapter für die Durckluftdose und Schlauch mit 1/4" Anschluß - Adapter für 1/8" Kompressoranschluß kostet ca 3 EUR), aber auch noch ganz gute Dienste leistet. Sie ist auch dank ihrer Mischung in einem Trichter und die fein justierbare Nadel für den Farbbehälter auch für feinere Arbeiten wie Tarnstreifen geeignet und relativ leicht zu zerlegen und reinigen.
Und vor einiger Zeit habe ich mir auch noch das gegönnt, was zur Zeit wohl als Topgerät aus Deutscher Fertigung gilt - das Triplex Airbrush Koffer Set der Firma Gabbert - ein kleiner Koffer enthält die Pistole, 3 austauschbare Düsen + Nadelsets (0.25, 0.35 und 0.5 mm - also praktisch 3 Pistolen in einer für alle Bereiche, egal ob großflächige Lackierungen oder feine Details) sowie 2 verschieden große Fließbecher und einen Saugbecher. Allerdings hat sie einen recht stolzen Preis von ca 130 EUR (nicht wirklich teuer für die Ausstattung, von anderen Firmen zahlt man ähnliche Preise für eine Pistole mit nur einem Düsensatz, aber auch nicht wirklich günstig). Ersatzteile hierfür sind auch relativ leicht zu bekommen (2 Ersatznadeln kosten ca 10 EUR, ein Düsen/Dichtung/Nadel Set ca 20 EUR, eine einzelne Düse 10 EUR und ein kompletter Dichtungsatz ca 7 EUR).
Die Pistole gibt es auch einzeln (die 0.35er Düse ist meistens Standard) mit verschiedenen Köpfen (fester Fließbecher, aufsteckbare Fließ/Saugbecher oder kleine Farbmulde) und die zusätzlichen Teile (andere Köpfe oder Düsen) kann man sich nach Bedarf kaufen. |
Airbrush-Pistolen-Reinigung (Hier beschrieben bei meiner Sogolee HP101 mit seitlich anschraubbarem Farbbecher): Nachdem man die restliche Farbe aus den Farbnapf zurückgeschüttet hat, sollte man erstmal solange sprühen bis nur noch Luft aus der Pistole kommt. Danach sollte man den Farbnapf mit einen fusselfreien Tuch, Wattestäbchen oder einer Bürste ausputzen und mehrfach mit geeigneter Verdünnung durchspülen (Bei Emailfarben Nitro oder Universalverdünnung, bei Acrylfarben genügt Wasser [bei Acrylfarbe NIEMALS Nitro oder Universalverdünnung nehmen, die Farbe flockt dann aus und wird hart!]) - Dabei bewegt ihr die Nadel immer vor und zurück. Nachdem nur noch die Verdünnung und keine Farbe mehr aus der Pistole rauskommt (und wirklich nur noch die Klare Verdünnung - sprüht dazu am besten auf 2 Blatt weiße Küchenrolle, dort sieht man Farbe am besten - wenn ihr eine aggresive Verdünnung wie Nitro benutzt, macht das NUR bei geöffnetem Fenster und evtl mit richtiger Atemschutzmaske) folgt der nächste Schritt - ihr nehmt die komplette Pistole gemäß der Anleitung auseinander. Im Normalfall schraubt ihr zuerst die Düsenkappe ab, dann das Hinterteil, löst die Nadeeinstellschraube und zieht die Nadel vorsichtig heraus. Dann reinigt ihr sie vorsichtig, indem ihr sie über einem mit Verdünnung getrockneten Tuch rollt. Wenn Farbe an der Nadelspitze festgetrocknet ist, zieht ein Tuch von unten nach oben oder benutzt einen in Reiniger getauchten Pinsel. Achtet darauf die Nadel, i.b. die Spitze, nicht zu verbiegen. Als nächstes nehmt ihr die Düse ab (Schraubdüsen mit Schraubenschlüssel der beiliegen sollte, Steckdüsen einfach so - geht dabei sehr vorsichtig vor, denn die Düsen sind empfindlich und ziemlich teuer) und steckt sie am besten auf einen Borstenpinsel (der mit Verdünnung/Reiniger für die jeweilige Farbe benetzt ist), oder legt sie in Verdünnung ein - Achtet bei Steckdüsen darauf, dass ihr vorher den Dichtungsring herausnehmt (Schraubdüsen sind selbstdichtend). Den Farbkanal spült ihr noch einmal mit Verdünnung aus, und geht mehrfach mit einer Reinigungsbürste (gibt es als Zubehör, aber Pfeifenreiniger tun es auch) durch den Kanal. Anschließend noch einmal ausspülen (dann sollte nur noch reine Verdünnung rauskommen). Danach baut ihr die Pistole wieder zusammen, ab und an solltet ihr die Nadel auch mit wenig (!) Säurefreiem Öl/Fett (Vaseline oder Spezialöl) bestreichen, damit sie nicht rostet und gut beweglich bleibt. Außerdem werden die Dichtungen im Nadelkanal, die die Farbe bei zurückziehen abstreifen, so abgedichtet und vor Verdünnung geschützt, und Farbe trocknet nicht mehr so schnell an der Nadelspitze an (vorsicht, wenn ihr überwiegend
mit wasserlöslicher Farbe arbeitet, ist das nicht so eine gute Idee).
Zuletzt könnt ihr dann noch etwas speziellen Airbrushreiniger durchsprühen, i.b. da sie meistens Bestandteile enthalten, die die Pistolen, i.b. Dichtungen, pflegen und man so sieht, ob alles wieder richtig funktioniert. Im Normalfall hält eine Airbrush-Pistole ein Leben lang, die einzigen Teile, die verschleißen, bzw beim Reinigen beschädigt werden können, sind die Düse, die Nadel sowie Dichtungsringe (vertragen Reiniger/Verdünnung auf Dauer nicht und werden Spröde). Bei den meisten Pistolen (achtet beim Kauf darauf) gibt es diese Ersatzteile auch einzeln zu kaufen, je nach Teil mal mehr mal weniger günstig ... Wenn man sich eine Pistole kauft (i.b. bei Versandhändlern), sollte man sich wenigstens eine Ersatznadel (sie geht am schnellsten kaputt) mitbesorgen, um sie im Notfall auf Reserve zu haben und nicht tage/wochenlang auf Ersatz warten zu müssen. |
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Übliche Fehlerquellen:
Eine Airbrushpistole (i.b. der Typ Innenmischungen) ist ein recht komplexes mechanische Gebilde, bei welchem leicht irgendetwas schief gehen kann, was zu den unterschiedlichsten Auswirkungen führt, die aber allesamt mehr oder weniger unangenehm sind. Damit man nicht jedesmal ein Modellbausatz ruiniert, sollte man am besten bevor man an das Modell geht einige Spritzübungen (Mehrere Linien und Punkte auf ein Blatt Papier) machen und kontrollieren, ob einem das Ergebnis gefällt, bzw irgendwelche Funktionsstörungen auftreten, und das Sprühen immer erst neben dem Modell machen. Hier mal eine Auflistung aller Fehler, die bei mir bisher aufgetreten sind und woran es lag.
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