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UNSER VEREIN

Vereinsgeschichte


Über 120 Jahre Stenografenverein Schalke 1892 E. V.

Schon allein der Entschluss zur Gründung eines Vereins setzte vor 120 Jahren viel Mut und Einsatzbereitschaft voraus. Die Anfänge des Vereins fielen in die Zeit der stürmischen Entwicklung Gelsenkirchens auf bergbaulichem und industriellem Gebiet, womit die Entfaltung der kaufmännischen Bürotätigkeit und der Aufschwung von Handel und Verkehr ebenfalls einsetzten. So dauerte es nicht lange, bis auch die Stenografie in Erscheinung trat.

Kaufmännische Beamte aus den Nachbarstädten Bochum, Essen und Steele, wo schon seit Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts Stenografenvereine bestanden, suchten ihre Kollegen aus den Gelsenkirchener Büros für die Erlernung der Stenografie zu gewinnen. So bildeten sich hier und da bereits stenografische Arbeitsgemeinschaften, die schließlich zu Vereinsgründungen führten.

Kurz vor der Gründung des Vereins in Schalke gab es schon Vereine nach dem System Gabelsberger in Gelsenkirchen, Ückendorf und Rotthausen. Auch nach anderen Systemen wie Schrey, Stolze, Arends und Velten arbeiteten bereits einige Vereine, was schon frühzeitig zu den leidigen Systemkämpfen führte. Von all diesen Vereinen besteht heute keiner mehr.

Die zwölf jungen Männer, die in dieser bewegten Zeit am 26. April 1892 im Restaurant Thiemeyer am Schalker Markt die Gründung eines weiteren Vereins wagten, hatten sich dem System des Müncheners Franz Xaver Gabelsberger verschrieben.
Mit unermüdlichem Fleiß warben sie schon in den ersten Jahren durch die Entfaltung einer regen Tätigkeit für den jungen Verein und konnten bald viele Schriftfreunde zu ihren Mitgliedern zählen. Ein schöner Erfolg war die Tatsache, dass die Gabelsbergersche Stenografie an sämtlichen Höheren Schulen und der hiesigen Handelslehranstalt eingeführt worden ist. Nach diesem bewährten System wurde bis 1924 geschrieben, dann aber auf die neue Deutsche Einheitskurzschrift umgestellt.

Bei einem Stenografenverein handelte es sich damals um eine Gemeinschaft Gleichgesinnter, die sich zur gemeinsamen Beschäftigung mit der Kunst des Stenografierens zusammengefunden hatte. Das Maschinenschreiben und die Bürotechnik kamen erst viel später dazu. Deshalb ist die Bezeichnung "Stenografenverein" im Vereinsnamen nur noch historisch aufzufassen, weil sich der Verein nach seiner Gründung zunächst ausschließlich mit der Kurzschrift befaßt hat. Die Schreibmaschine war damals gerade erst bekannt geworden, aber noch längst nicht allgemein verbreitet. Der Stenografenverein Schalke hat den Schreibmaschinenunterricht erst im Jahre 1952 aufgenommen.

Bei einer ganzen Reihe von Wettbewerben in Kurzschrift und Maschinenschreiben haben sich im Laufe der Zeit auch Schriftfreunde aus dem Verein Schalke als Einzel- und Mannschaftsschreiber bewährt. So haben zum Beispiel der Bezirk Rhein-Ruhr, der Westdeutsche Stenografenverband und sogar der Deutsche Stenografenbund Meisterwürden an Schalker Schreiber verliehen. Dazu gehören Inge Wollenberg, Hans-Josef Christes, Klaus Christes, Ingolf Wallow und Hans-Jochen Allrutz.

Bei der Rückschau auf die Geschichte des Stenografenvereins Schalke erinnern wir auch an die inzwischen verstorbenen Leiter des Vereins nämlich an Schriftfreund Franz Kraume, des Mitbegründers und ersten Vorsitzenden, sowie seiner Nachfolger Robert Baumgarth, Hermann Paul, Willi Christes und Alfred Korte. Diese alle haben sich als erste Vorsitzende nach Kräften für den Verein eingesetzt und sich damit Anerkennung und Hochachtung erworben.

Aus der Reihe der ebenfalls verstorbenen Mitstreiter wären noch folgende Schriftfreunde zu nennen:

Josef Lenzen, Helmut Grotensohn, Maria Brinkhof, Hans Hohmann, Hans Hiester, Hannelore Obluda, Hans Hermann, Gerda Korthas, Günter Kluge, Josef Buchholz und andere, die sich über Jahrzehnte für den Verein eingesetzt haben.




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