Die Mennoniten sind eine evangelische Freikirche, die aus der Wiedertäuferbewegung zur Zeit der Reformation hervorgegangen ist. 1525 entstand in Zürich um den Reformator Zwingli ein Bibellesekreis, der nach Reformen für die Kirche suchte. Mitglied dieses Bibelkreises waren unter anderem Konrad Grebel und Felix Manz, die weitergehende Reformen suchten und ein Gemeindeverständnis hatten, das nah am heutigen mennonitischen Verständnis war. Als der Rat der Stadt Zürich (und mit ihm auch Zwingli) ein Redeverbot für Konrad Grebel, Felix Manz und ihre Anhänger erließ, berieten sie sich im Gebet. Als Georg Blaurock, ein ehemaliger Mönch, nach dem Gebet um die wahre, echte christliche Taufe auf seine Erkenntnis und seinen Glauben bat, vollzog Grebel sie. Anschließend taufte Blaurock die übrigen Versammlungsteilnehmer. Dies war die Geburtsstunde der Täuferbewegung oder auch der Wiedertäufer, wie sie oft genannt wurden, weil die meisten Getauften damals bereits die Kindstaufe erhalten hatten und sich nun, als Erwachsene, auf ihren Glauben hin taufen ließen.
Die weitere Geschichte der Täuferbewegung ist eine Geschichte von Verfolgung, aber auch von tiefem Glauben. Trotz (oder gerade wegen) härtester Verfolgung breitete sich die Täuferbewegung rasch aus, vor allem in der Schweiz, Österreich, Mähren und Süddeutschland, hier unter anderem durch das "Schleitheimer Bekenntnis" unter der Leitung von Michael Sattler, einem ehemaligen Prior des Benediktinerklosters St. Peter im Schwarzwald. Auch nach Norddeutschland und in die Niederlande wurde die Täuferbewegung getragen, vor allem durch Melchior Hoffmann.
Ein dunkles Kapitel dieser frühen Bewegung war die Übernahme der Stadt Münster im Jahr 1534. Hier hatten sich viele Täufer eingefunden, alle nicht täuferisch gesinnten Bewohner wurden aus der Stadt ausgewiesen. Über ein Jahr lang terrorisierten fanatische Schwärmer die Stadt, bis sie am 25. Juni 1535 von einem bischhöflichen Heer im Sturm genommen wurde. Dieses wiederum nahm schreckliche Rache an den Einwohnern. All diese Ereignisse brachten viel Leid über die Gemeinschaft der Taufgesinnten, denn man machte keinen Unterschied zwischen den friedlichen Taufgesinnten und den radikalen Elementen. Bis heute schaden die damaligen Ereignisse der Täuferbewegung. Die Täufer-Ältesten Obbe und Dirk Phillips aus Leeuwarden im niederländischen Friesland wandten sich scharf gegen diese Auswüchse und es gelang ihnen, die Täuferbewegung in den Niederlanden in eine ähnliche Richtung wie die Schweizer Brüder zu beeinflussen.
Zum bedeutensten Führer der Taufgesinnten in den Niederlanden wurde Menno Simons, ein katholischer Priester in Westfriesland. Nach vermehrtem Bibelstudium kam er zu dem Schluß, daß die Kindtaufe biblisch nicht zu begründen sei. Nach schweren inneren Kämpfen gab Menno sein Priesteramt auf und verließ am 30. Januar 1536 die katholische Kirche, ließ sich taufen und wurde Ältester der Gemeinde in Groningen.
Menno Simons unternahm weite Reisen durch Holland, Norddeutschland und bis nach Danzig. Wertvolle Schriften sind uns vom ihm erhalten. Seine ganze Kraft stellte er in den Dienst der Gemeinde. Schon ab 1545 nannte man seine Anhänger "Mennisten", später ging der Name Mennoniten auf die ganze Glaubensgemeinschaft über.
Mennoniten bekennen sich zu dem Wahlspruch Menno Simons: Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus (1. Kor. 3,11)
Wir sehen die Heilige Schrift als Offenbarung Gottes in Christus Jesus und stehen auf dem Boden des apostolischen Glaubensbekenntnisses. Einige grundlegende Merkmale kennzeichnen den täuferisch-mennonitischen Glauben:
1. Das Gemeindeprinzip nach dem Vorbild der apostolischen Gemeinden
2. Die Taufe auf das Bekenntnis des Glauben nach vorheriger Unterweisung
3. Die strenge Wahrhaftigkeit und damit die Ablehnung des Eides (Matth. 5,33-37)
4. Die Einheit von Lehre und Leben
5. Die Selbständigkeit jeder Gemeinde und volle Unabhängigkeit vom Staat
6. Die Friedfertigkeit.
Seite geändert: 28.02.2000