Gott ist allmächtig!
Das ist uns Christen völlig klar. Selbst die Kinder lernen in der
Sonntagsschule schon, daß Gott allmächtig und allwissend ist. Er kann alles tun.
Kein Spatz fällt vom Himmel fällt, ohne daß er es weiß.
Gott ist ein Souverän, also ein Alleinherrscher, der alle Macht hat und niemandem
Rechenschaft schuldig ist.
Diese Aussagen sind uns selbstverständlich. Was gibt es da in einer Predigt noch zu
sagen? Es geht mir in dieser Predigt darum, dieses theoretische Wissen anzuwenden. Ich
möchte helfen, die Geschehnisse um uns herum neu zu betrachten und zu bewerten unter
dem Aspekt: Da ist der allmächtige Gott am Werk!
Zur Erklärung, worum es mir geht, erst mal ein Beispiel:
Eines Sonntags sitzt ihr am Frühstückstisch und habt das Radio an. In
den Nachrichten wird berichtet, daß in der letzen Nacht, genau um Mitternacht, alle
Bordelle, alle Sex-Shops, alle Spielhöllen und sonstige Orte des Lasters mysteriös
zusammengestürzt sind. Wie würdet ihr diesen Vorfall erklären?
"Das war die Hand Gottes! Gott hat das getan. Preist den Herrn!"
Ihr hättet wahrscheinlich recht, auch wenn die Ungläubigen diese Erklärung
nicht annehmen würden. Die Zeitungen und die Fernsehe-Reporter würden wohl alle
möglichen und unmöglichen Erklärungen erfinden. Aber wir wüßten:
Da war der allmächtige Gott am Werk.
Jetzt stellt euch vor, ihr sitzt am Sonntag daraus wieder beim Frühstück und
hört folgende Meldung: "In der letzten Nacht sind unerklärlicherweise alle Kirchen
zusammengestürzt. Auch die Versammlungsräume der bibeltreuen Gemeinden sind total
zerstört worden."
Wie würdet ihr diese Nachricht bewerten? Das war der Teufel!
Warum würdet ihr die Zerstörung der Lasterhöhlen Gott anrechnen und die
Zerstörung der Kirchen dem Teufel anlasten? Zwei Stellen aus der Bibel, die uns
eigentlich zu einem anderen Ergebnis kommen lassen sollten:
Röm 11,36: Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge!
Röm 8,28: Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten
dienen.
Wir sollten eigentlich anerkennen, daß in allen Dingen, also auch in beiden
Situationen, Gottes Hand am Werk war. Gott kontrolliert souverän alle Dinge, die
geschehen, ob sie nun gut oder schlecht sind. Gott ist auf die eine oder andere Ort an jeder
Sekunde, an jedem Detail, beteiligt.
Wenn das nicht so ist, dann haben wir keine Sicherheit für unser Leben. Dann haben wir
keine Gewißheit mehr in diesen haltlosen Zeiten.
Ich stelle hier eine These auf: Dualismus ist Ketzerei!
Wenn Menschen alles Gute Gott zuschreiben und für alles Böse den Teufel
verantwortlich machen, ist das eine sehr alte Idee, die Dualismus genannt wird. Dualismus
sieht Gott und den Teufel, oder das Gute und das Böse, als zwei unabhängige und
souveräne Mächte, die ständig um die Weltherrschaft kämpfen.
Wir hoffen dabei natürlich sehr, daß unsere Seite gewinnt. Aber wenn wir die
Geschehnisse in der Welt ansehen, scheint eher die andere Seit zu gewinnen.
Viele Christen glauben an diese ketzerische Lehre. Wenn wir verkünden, daß
Christen geradezu ein Recht auf Gesundheit, Wohlstand und Sorgenfreiheit haben und den
Teufel verantwortlich machen für alles, was unser persönliches Glück
behindert, dann ist das dualistische Ketzerei.
Warum denken wir so? Müssen wir Gott verteidigen? Vielleicht ist es uns damit
einfacher, Gott zu lieben, wenn wir ihn von allem befreien was uns schlecht scheint und ihm
für alles danken, was uns gut scheint.
Sind wir uns bewußt, daß wir mit solchen Gedanken die Allmacht Gottes
verleugnen?
Zum Verständnis, was ich damit sagen will, eine erfunde Anekdote:
In einer großen Stadt war eine "Health and Wealth" Gemeinde zu Hause, also
eine die Gesundheit und Wohlstand für ihre Gläubigen predigt. Sie hatte sehr viele
Mitglieder und einen sehr regen Pastor. Wenn dieser hörte, daß eines seiner
Schäfchen einen Unfall hatte und im Krankenhaus lag, dann kam er immer sehr schnell zu
einem Besuch dort hin. Und seine ersten Worte waren immer: "Sei dir sicher, daß Gott
nichts mit dem Unfall zu tun hatte."
Das Beispiel zeigt etwas überspitzt, wie dramatisch solch eine Aussage ist. Der Pastor
versucht, Gott und seine Art von Evangelium zu beschützen. Aber in Wirklichkeit legt er
damit die Basis für Zweifel und Unglauben. Er läßt damit das Unfallopfer
völlig in den Händen Satans oder eines grausamen Zufall-Schicksals. Er nimmt Gott
aus dem Spiel in dem Moment, wo der Verletzte am dringendsten die Gewißheit für
Gottes Allmacht bräuchte.
Ein Gegenbeispiel, wie man mit einer solchen Situation besser umgehen
könnte:
Ein Offizier muß der Frau eines mit dem Flugzeug verunglückten
Kameraden die traurige Nachricht bringen. Er sagt: "Es war ein völlig unvorhersehbarer
Unfall. Eine Verkettung von Zufällen, die es eigentlich gar nicht geben dürfte.
Niemand konnte etwas dagegen tun. Es gibt einfach keine Erklärung dafür."
Die Frau war eine Christin, die das begriffen hatte, was ich versuche zu erklären. Sie
antwortete: "Sie glauben sicher nicht, daß Gott in diesem Flugzeug war. Aber ich
weiß es ganz sicher. Ich verstehe nicht, warum Gott es zugelassen hat, daß das
Unglück geschah. Aber ich weiß, daß das ein Teil seines Planes war und
daß seine Hand die volle Kontrolle über das Flugzeug und das Leben meines Mannes
hatte."
Zwei völlig verschiedene Theologien, die Sicht des Priesters auf ein Unglück
und die der Soldatenfrau!
Die Frage, die sich hier unbedingt stellt ist: Wie mächtig ist Gott
wirklich?
Angenommen, ihr wärt das Opfer eines Verkehrsunfalls und lägt da mit euren
Schmerzen im Krankenhaus. Würde euch die Theologie des Priesters und sein Evangelium
von Gesundheit und Glück weiterhelfen? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn er
euch sagt, daß Gott nichts mit eurem Schicksal zu tun hat? Wie lange würde es
dauern, bis ihr ins Grübeln kämt und euch einige schwerwiegende Fragen stellen
würdet?
Wo war Gott, als das passiert ist? Hätte er es verhindern können? Warum hat er es
nicht verhindert? War der Teufel stärker als Gott in dieser Situation? Hat wirklich der
Teufel diesen Unfall verursacht, obwohl Gott versucht hat, ihn zu verhindern?
Wenn der Priester Recht hat mit seiner Aussage, dann ist Gott doch wohl nicht mächtig.
Vielleicht stehen wir sogar auf der falschen Seite, wenn wir zu den Siegern gehören
wollen!
Wenn Gott nicht mächtig genug ist, die bösen und die guten Dinge zu
kontrollieren, dann haben wir ein ernstes Problem. Wenn das Böse überhand nimmt,
so wie es heutzutage immer mehr aussieht, dann sieht es aus, als wären wir auf der
Verliererseite.
Heutzutage wird die Allmacht Gottes immer mehr vergessen und die Allmacht des freien
Willens des Menschen tritt in den Vordergrund. Wir vergessen die Heiligkeit Gottes und
erheben unser persönliche Glück zum Ziel des Evangeliums. Wir sind so eingenommen
von uns selbst und unserem Vergnügen, daß wir glauben, Gott existiere nur um uns
glücklich zu machen indem er uns alles gibt, was unser eigensüchtiges Herz
begehrt. Jakobus sagte schon: 4,3: Ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel
bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden.
Gott wird als himmlischer Hotelboy angesehen, der den Koffer unserer Selbstverwirklichung
dorthin trägt, wo wir ihn haben wollen. Und das wird oft noch "Beten im Glauben"
genannt. Und wenn wir nicht bekommen, was wir wollen, dann beschuldigen wir uns entweder,
daß wir unser Glaube nicht groß genug ist, oder wir verlieren das Vertrauen in
Gottes Zusagen bzw. was wir meinen, was seine Zusagen sind.
Worin liegt der Grund für die Verzweiflung, die sie oft breit macht?
Je mehr die Sünde sich ausbreitet in unserer Welt, desto mehr sieht es als
würde Gott den Kampf mit dem Teufel verlieren, weil er schwach und hilflos ist. Die
Verzweiflung und Frustration unserer Generation wächst mit dem Unverständnis
für Gottes souveräne Kontrolle aller Geschehnisse. Und die schlimmsten Zeiten
werden erst noch kommen.
Es wird sich herausstellen, daß das Evangelium "Gott will uns reich und gesund" der
Hauptgrund dafür ist, daß diese Generation den Glauben verliert. Der liebende
Gott, der uns alles geben muß, was unser Herz begehrt, wird verachtet und verlacht,
wenn er die Dinge nicht liefert.
Ich möchte die richtige Sichtweise, um die Ereignisse dieser Welt zu betrachten, mit
einem Gleichnis erklären:
Eine Gruppe von Kindern spielt Baseball. Ein Mann kommt vorbei und frägt einen: "Wie
ist der Spielstand?". Der Junge antwortet: "Vierzig zu Null." Der Mann frägt weiter:
"Und wer gewinnt?". Darauf der Junge: "Die andere Mannschaft." Da sagt der Mann: "Du
mußt aber sehr entmutigt sein." Ein Lächeln geht über das Gesicht des Jungen
als er antwortet: "Nein, nein, wir sind überhaupt nicht entmutigt. Wir waren bis jetzt
noch überhaupt nicht am Schlag!"
Christen sehen die auf die Schlagzeilen der Zeitungen, sie geben nichts auf die Urteile der
Experten und sie lassen sich nicht beeindrucken von falschen Propheten. Kinder Gottes nehmen
ihr Wissen und Verständnis aus der Bibel. In seiner Schrift hat der allmächtige
Gott nämlich die einzige richtige Deutung für die Ereignisse dieser Zeit gegeben.
Ein bibelfester Christ weiß, daß er auf der Gewinnerseite steht, obwohl der
Punktestand in diesem Spiel gar nicht so aussieht. Er weiß, daß Jesus Christus
der Herr ist, egal was in der Welt und in seinem persönlichen Leben passiert. Er
vertraut darauf, daß alles schließlich zu seinem Besten dient und zur
Verherrlichung Gottes.
Golgatha war ein Tag des Sieges
Jesus Christus war nie mehr der Herr und sein Vater hatte nie mehr die totale
Kontrolle über die Dinge, als an diesem Tag. Als Sünder mit ihren bösen
Händen unseren Heiland ans Kreuz genagelt haben, das haben sie unwissend Gottes Plan
durchgeführt. Unser Herr hatte hatte nie mehr die Kontrolle, er war nie mehr
souverän und allmächtig als in dem Moment, in dem die Leute spotteten: "Wo ist nun
dein Gott?" und ihn herausforderten, vom Kreuz herunterzusteigen als Beweis dafür,
daß er Gottes Sohn sei.
Wenn ihr und ich an diesem Tag unter dem Kreuz geständen wären, würden wir
uns sicher gefragt haben, ob Gott wirklich der Vater von Jesus ist. Wenn er das wirklich
war, war kam er dann nicht, um seinem lieben Sohn zu helfen? Aus der Betrachtung der
Geschehnisse hätten wir nie verstanden, was da passierte.
Erst durch die Offenbarung der Bibel können wir erkennen, daß Gottes Plan auf
genau diesen Tag, auf diese Stunde hinzielte seit dem Tag des Sündefalls.
Es gab nie einen Tag, an dem Gott mehr triumphierte in seiner Macht, seiner Liebe und
seiner Heiligkeit als am Tage der Kreuzigung. Jesus Christus war kein Märtyrer, sondern
er war Sieger mit seinem Vater. Golgatha war keine Niederlage sondern der absolute Sieg.
Gott war der Zeremonienmeister und kontrollierte jedes Detail dieses Ereignisses. Die Welt
und der Teufel haben gedacht, daß Gottes Plan hiermit vereitelt war, aber sie irrten
sich. Die Sünder haben hämisch gegrinst und gespottet ohne sich bewußt zu
sein, daß ihre Gedanken und Taten Gottes vorherbestimmtem Zweck dienten.
Gott läßt oft andere die Schmutzarbeit tun. Aber er läßt nur das
zu, was er will und was seinem Zweck und Plan dient. Auch wenn es oft anders aussieht. Zum
Schluß noch eine Geschichte, die das verdeutlichen soll:
Ein sehr reicher Mann, nennen wir Herrn Rich, hatte einen wunderschönen Landbesitz,
auf dem alle Arten von Bäumen wuchsen. Herr Rich mochte keine Frauen und war deshalb
Junggeselle. Er mochte auch keine Tiere und hielt sich deswegen kein Haustier. Seine ganze
Liebe und Fürsorge konzentrierte er auf die Bäume und er gab sogar jedem einen
Namen. Und ein besonders prächtiger Baum war sein Liebling, auf den er ganz stolz war.
Leider hatte er auch einen Feind, den Herrn Böse. Der Herr Böse haßte den
Herrn Rich. Sein ganzes Bestreben war darauf ausgerichtet, ihm zu schaden und ihn zu
verletzen. Eines Nachts hatte Herr Böse eine geniale Idee, wie er Herrn Rich treffen
könnte. Er schlich sich in den Garten und begann, den Lieblingsbaum zu fällen. Es
war ein großer und starker Baum. Aber die Vorstellung, wie tief das seinen Feind
verletzen würde, ließ ihn hart arbeiten und im Morgengrauen endlich begann der
Baum zu fallen. Herr Böse war so aufgeregt, daß in die falsche Richtung rannte
und der fallende Baum klemmte ihn unter sich ein.
Am Morgen kamen Herr Rich und ein anderer Mann in den Garten und gingen auf den
gefällten Baum zu. Als Herr Böse sie kommen sah, rief er: "Ich weiß
daß ich erwischt wurde und daß ich bestraft werde. Aber das macht mir nichts
aus. Ich habe ihren Lieblingsbaum ruiniert und das ist meine größte Freude."
Herr Rich schaute ihn an und sagte: "Der Mann hier neben mir ist ein Bauunternehmer. Ich
will nämlich ein Haus für meine Eltern in diesem Garten bauen. Ich habe ihn
mitgebracht, um ihm zu zeigen, wo das Haus stehen soll und welchen Baum er dazu fällen
muß. Aber wie ich sehe, haben sie genau den dafür ausgewählten Baum schon
gefällt. Sie haben mir damit viel Arbeit erspart. Vielen Dank!"
Wenn ihr begreift, daß Gott alles in seiner Hand hält und nichts geschieht ohne sein Einverständnis, dann hat diese Predigt ihren Zweck erfüllt.