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„Die Farbe des Regenbogens“ Mein Heimatdorf
Schaephuysen
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Ortsansicht Schaephuysen:
Bücherei und Dorfkirche – oben
Bild -
aufgenommen im Jahre 2003.
Bild oben - Früher - : Pastoratstraße in Schaephuysen – vermutlich in den 50er Jahren aufgenommen. Bild Quelle:
Mitteilungsblatt und Amtsblatt der Gemeinde Rheurdt. 21 Jahrgang, Freitag,
den 18. Februar 2005, Nummer 4 / Woche 7
Kirche
und Bücherei (Herbstimpressionen) – oben,
aufgenommen 2003.
Blick auf den Ortskern, Hauptstraße ( Quelle: Wikipedia )
Postkarte von Schaephuysen. Schaephuysen war Bundessieger im Wettbewerb: „Unser Dorf soll schöner werden“ – Preis in Gold 1977. Es wurde auch das „Rosendorf“ genannt, weil auf vielen Flächen – unter anderem an den Straßen – die Rosen blühten. Obige Postkarte ist aber später entstanden und zeigt nicht das „Rosendorf“ in seiner ursprünglichen Schönheit.
Luftaufnahme von Schaephuysen vermutlich 70er Jahre (Postkarte) Bemerkenswertes
Das Gemeindegebiet Rheurdt / Schaephuysen weist eine Höhenlage von
30-80 m über NN auf und ist von
weiträumigen Landschaftsschutzgebieten umgeben, die teilweise bis an
die Wohnbebauung heranreichen. Naturschutzflächen und geschützte Biotope, wie
die Naturwaldzelle „Littard“, runden das idyllische Gesamtbild ab. In den
Vogelschutzgehölzen findet man Vogelarten, die längst auf der „Roten Liste“
stehen. Zitiert aus früherer
Quelle: Historisches
Schaephuysen
/ Rheurdt – die zum Kreis Kleve gehörende Gemeinde verdankt ihre
einzigartige, von Höhenzügen und Wasserläufen geprägte Landschaft,
erdgeschichtlichen Ereignissen, nämlich dem Eisvorstoß aus der
Saale-Eiszeit vor etwa 300.000 Jahren
und der Urstromrinne des Rheins. In
den verlandeten Flussbetten gruben die Anwohner früher nach Torf und ließen
so die reizvollen und ökologisch wertvollen Kuhlen entstehen. Die bewegte Historie der Dörfer Rheurdt und Schaephuysen mit den Weilern
Finkenberg, Kengen, Lind (mein Wohnort), Saelhuysen und dem Ortsteil Neufeld
lässt sich kurz so zusammenfassen: 1294 erstmals urkundlich als „Rurde“ oder „Rorde“ erwähnt, haben die Dörfer
die wechselvolle Geschichte des Herzogtums Geldern geteilt, kommen 1713 zu
Preußen und stehen von 1798 bis 1814 unter französischer Herrschaft. 1815
wurden die Ortschaften dem neuen Kreis Rheinberg zugeordnet, der wiederum
vereinigte sich 1823 mit dem Kreis
Geldern. Hieraus trennte man 1858 den Kreis Moers ab, der immerhin bis zum Jahre 1975 Bestand hatte.
In dieser Zeit „kämpften“ die beiden Ortschaften Rheurdt und Schaephuysen um ihre Selbstständigkeit,
bis sie sich nach wechselnden, verwaltungsmäßigen Zuständigkeiten im Zuge von
kommunalpolitischen Erfordernissen am 01.07.1969 endgültig zur Gemeinde
Rheurdt zusammenschlossen. Dies hat dazu beigetragen, dass die
Selbstständigkeit der Gemeinde Rheurdt im neuen Kreis Kleve auch nach dem
01.01.1975 erhalten blieb. Damit kehrte der Ort kommunalpolitisch in einen
Raum zurück, mit dem er jahrhundertelang geschichtlich und wirtschaftlich eng
verbunden war.
Zitiert aus früherer Quelle: Die gesamte Geschichte…… [ Um die Geschichte der
Ortschaft Schaephuysen vollständig zu beschreiben, müssen wir in der
„Zeittafel“ viel weiter zurückgehen. Der Zeitpunkt einer ersten Besiedlung ist leider nicht genau definiert, jedoch waren die ersten Bewohner die Kelten, welche sich v. Christi hier niederließen. Völkerstämme wie die Menapier wurden 55 v. Christi Geburt durch die
Usipeter und den Tenchterern vertrieben. Überliefert wurde dies auch durch
die Römer. Der Feldherr Julius Cäsar, bezwang 58 v. Christi die
linksrheinischen Stämme. Der Rhein kennzeichnete somit die Grenze der
neugegründeten römischen Provinz. Später wurden durch Kaiser Tiberius im
Jahre 8. nach Christi - 40.000 besiegte Sigrambrer angesiedelt, welche auch
den Namen „Gugerner“ annahmen. Später wurde die Römerherrschaft durch das Vordringen germanischer Völker
gebrochen, welche sich dann unter dem Namen „Franken“ zusammenschlossen.
Anfang des fünften Jahrhunderts hatten dann die Römer unsere Gegend
verlassen. Schaephuysen
– woher kommt dieser Ortsname ? Zur Zeit Karls des Großen (768 – 814) wurden auch Sachsen in unseren
heimischen Gebieten angesiedelt. Auf sächsischen Ursprung sind die Endungen
der Namen -hausen, und -husen zurückzuführen. Die Silben –scaep
und -scap ist eine Bezeichnung für
Berg, Hügel oder Anhöhe. Die beiden letzt genannten sind womöglich auf
keltischen Ursprung zurückzuführen. Interessant ist, dass viele Höfe in der
karolingischen und sächsischen
Kaiserzeit (700 – 1000 n.Ch.) mit den Endungen -husen entstanden sind. Später haben sich
durch eine Anhäufung mehrerer Höfe die Ortschaften mit den heutigen Namen
entwickelt. So heißt übersetzt Scaephusen, wie der Name 1369 geschrieben
wurde, „Haus am Berge, Berghaus, oder Berghof.“ Dies ist auch nicht gerade
abwegig, wenn man unsere Topografie in Augenschein nimmt. Nahgelegene
kleinere Bauernschaften Saelhuysen: Bezeichnet alte Herrenhöfe, die Haupthöfe einer Ansiedlung waren. Man nannte diese auch Saelhöfe. So gibt es auch heute noch den Saelmanshof (Mangen). Vielleicht war dies ein Haupthof in der Bauernschaft Saelhuysen. Finkenberg: Der Name der Bauernschaft Finkenberg (früher auch Vinckenberg
geschrieben) kennzeichnet vermutlich durch die Endung – berg den nahegelegenen
Höhenzug. Neufeld und Lind: Matthias Huers,
Kirchmeister (Kirchenvorstandsmitglied oder Rendant) der katholischen
Pfarrgemeinde Tönisberg, hatte im Jahre 1731 sinnbildliche Zeichnungen der
damals zur Pfarre Tönisberg gehörenden Bauernschaften Neufeld und Lind
angefertigt. Diese haben sich in einem alten Erbrentenregister der
Tönisberger Pfarrkirche erhalten.
In der obigen Neufelder
Zeichnung sind bäuerliche Verrichtungen mit dem Untertitel „Neiuwe Veldt“, neues
Feld – dargestellt, was auf die Neuerschließung von Acker- und Weideland hinweisen soll.
In dem Wappen mit der
Bezeichnung „Leindt“, Lind, sind ein
Lindenbaum und zwei Füchse dargestellt; möglicherweise ist der Name Lind
darauf zurückzuführen, dass dort früher besonders viele Lindenbäume wuchsen.
Wie heute noch die Gaststätte „Zum Fuchsbau“, früher hieß sie „Zum Fuchs“,
erinnern die Füchse in der Zeichnung an einen Räuber, der den Bauern einst
das Geflügel stahl. Vogtei
Geldern Schaephuysen und Rheurdt gehören von alters her zur Vogtei Geldern,
welche in sieben Honschaften wie Eyll (bei Aldekerk), Schaephuysen, Sevelen,
Stenden, Rheurdt, Vernum, und Winternam eingeteilt war. Als Vorsteher jeder
Hohnschaft war der sogenannte Honne, der als Scheffe (Schöffe) auch Mitglied
des vogteilichen Gerichts war. Diesem saß der Vogt als Richter vor, während
die Verwaltung der Vogtei vom „Drosten“ geleitet wurde. Christentum
und Kirche Das Christentum gelangte schon mit den römischen Niederlassungen in unsere
Gegend, wenngleich unser Umland noch sehr spärlich besiedelt war. Die
allgemeine Christianisierung hat im 7. und 8. Jahrhundert ihren Anfang
genommen. Die Vogtei unterstand später kirchlich dem Erzbistum Köln und wurde
dann vom Archidiakonat Xanten verwaltet. Aufgrund der aber immer noch
spärlichen Besiedlung gab es bis ins späte 14. Jahrhundert nur wenige
selbstständige Pfarreien. Die Vogtei musste somit von den Pfarrkirchen in
Nieukerk und Aldekerk betreut werden. Rheurdt und Schaephuysen unterstand
somit der Pfarrei Aldekerk. Um 1500 hatten beide Ortschaften zwar eigene Kapellen, doch es wurden
dort nur wochentags Gottesdienste abgehalten. Sonntags mussten alle Gläubigen
die Kirche in Aldekerk aufsuchen. Messen zur Taufe, zur Heirat und die
Totenmessen wurden in der Aldekerker Kirche durchgeführt. Oft war es für die
Einwohner der entfernteren Ortschaften schwer jeden Gottesdienst zu besuchen.
Es wurde auch erwähnt, dass Klage darüber geführt wurde, dass weit entfernte
Einwohner ohne Empfang der Sterbesakramente gestorben seien. 1626 wurde dann
auch den Schaephuysenern gestattet, auch Sonntags eine Messe in ihrer Kapelle
lesen zu lassen. Ausgenommen jedoch waren die hohen Feiertage. Erst im Jahre 1718 wurde Rheurdt nach langen Bemühungen zur selbstständigen Pfarre erhoben und 1804 folgte auch Schaephuysen. Wie schon erwähnt, gab es in Schaephuysen schon vor dem Jahre 1500 eine Kapelle. Diese war dem Heiligen Hubertus geweiht. Nachdem diese Kapelle 1648 einen neuen Turm erhalten hatte, errichtete man 1663 bis 1665 für die baufällig gewordene alte – eine neue Kapelle unter der Einbeziehung des Turmes von 1648.
Die im
17 Jahrhundert erbaute Hubertuskapelle, die bei der Schaephuysener
Pfarrerhebung im Jahre 1804 zur Pfarrkirche wurde.
1893 wich sie dem Bau der neuen Kirche, so – wie wir diese
Kirche vom äußeren Erscheinungsbild auch heute kennen.
Ansicht
Gaststätte „Zur Linde“ ca. 1890 in
Schaephuysen – rechts steht die Kirche s.o. Im Laufe der Zeit aber waren, durch die wachsende Zahl der Einwohner, die
Platzverhältnisse in der kleinen Kapelle nicht mehr ausreichend. Daher
gründete der damalige Schaephuysener Pfarrer Schaffers im Jahre 1857 einen
Kirchenbauverein der Mittel für den Bau einer neuen, größeren Kirche
sammelte. So begann am 20 März 1893 der erste Spatenstich. Nach der feierlichen
Einsegnung am 7. Juni 1894 konnte nun der Gottesdienst in der neuen Kirche
gehalten werden, obwohl der Turm noch nicht ganz fertiggestellt war. Am 24.
Oktober 1895 heißt es in den Aufzeichnungen im Pfarrarchiv: „Heute ist der
Hahn auf die Spitze des Turmes gesetzt worden und der ganze Bau ist gottlob
ohne Unglück ausgeführt worden.“ Napoleon
am Niederrhein Politisch und wirtschaftlich blieb die Vogtei als auch die in ihr
gelegenen Dörfer Rheurdt und Schaephuysen bis zur Franzosenzeit 1794 eng mit
dem Schicksal des Herzogtums Geldern verbunden. 1789 brach dann die
französische Revolution aus. Die europäischen Fürsten sahen in dem neuen
gesellschaftlichen Umbruch eine große Gefahr und wandten sich somit gegen
Frankreich. Ihre drohende Haltung gegen die französischen Machthaber führte
im Jahre 1792 zur Kriegserklärung durch Frankreich. Im Dezember 1792 fielen
französische Truppen in das von preußischen
Streitkräften entblößte Gelderland ein. Zwar wurden die Franzosen 1793 zurückgedrängt, sie schlugen aber
im Oktober 1794 die Preußen wieder und nahmen dann das ganze linke Rheinufer
in Besitz. Die Bürger begrüßten wohl die Gleichstellung mit den Franzosen, dennoch
stießen sie durch ihre Requirierungen auf starken Wiederstand, mit dem sie
nicht gerechnet hatten. Die Bevölkerung war demnach auch nicht mehr
franzosenfreundlich eingestellt und die Parole : „Freiheit, Gleichheit,
Brüderlichkeit“ machten auf die Niederrheiner wenig Eindruck. Insbesondere
der gewerbliche Mittelstand und der Bauernadel war so feindselig gegen
Frankreich eingestellt, dass die französische Besatzung allen Grund hatte,
vorsichtig mit den Einwohnern zu verfahren. Auf Ablehnung stießen die
Franzosen auch bei dem neu eingeführten Revolutionskalender und der
Verwaltungsreform. Hätten die Franzosen nicht auch noch die Kirche bekämpft,
dann hätte auch die Antipathie nicht solche Formen angenommen. Aber so trafen
sie das rheinische Volk an der ehrwürdigsten Stelle welches sich dann mit
wahrem Fanatismus zur Wehr setzte. Wenn auch die Franzosenzeit reich an
Unterdrückung und Opfern war, so war dies auch eine Zeit, in der das
Rechtswesen im Rheinland durch eine freiheitliche Gestaltung aus
Jahrhundertalter Erstarrung befreit wurde. Napoleon war inzwischen von Sieg
zu Sieg geeilt. Preußen war unterworfen, Österreich zum Frieden gezwungen,
Italien erobert, und Holland war besetzt. Auf dem Zenit seiner Macht begann
der französische Kaiser 1812 einen Feldzug gegen Russland, der mit dem
vollständigen Untergang der großen französischen Armee endete. Die nun
folgenden Freiheitskriege brachten das Gelderland 1814 wieder unter
preußische Herrschaft. Rheurdt und Schaephuysen wurden während der Franzosenzeit von der Vogtei
Geldern getrennt und dem Kanton Moers (Arrondissement Krefeld) im Roer (Rur)
Departement eingegliedert. Nach den Freiheitskriegen kamen beide Ortschaften
am 5. April 1815 zum neuen Kreis Rheinberg, der 1823 mit dem Kreis Geldern
vereinigt, aber am 1. Januar 1858 als Kreis Moers wieder abgetrennt wurde. Ab
1. Januar 1824 wurden mehrere Gemeinden zu einer Bürgermeisterei
zusammengelegt. Schaephuysen wurde der Bürgermeisterei Aldekerk zugeteilt und
Rheurdt mit Camp und anderen umliegenden Ortschaften vereinigt. Später wurden
die Verwaltungsgeschäfte für Schaephuysen, das aber selbstständige Gemeinde
blieb, von Rheurdt mit übernommen. Neugliederung
im 20. Jahrhundert Die Territorialeinteilung zur Zeit der französischen Verwaltung hatte
eine kuriose Grenzziehung zwischen Schaephuysen und Tönisberg gebracht. Die
durch Tönisberg führende Landstraße von Vluyn nach Hüls, bildete die Grenze
zwischen der Gemeinde Tönisberg (Kreis Kempen) und einem Teil der Gemeinde
Schaephuysen mit der Bauernschaft Lind (Kreis Moers). Dadurch lagen alle
Gebäude auf der rechten Straßenseite , von Vluyn aus gesehen, auf
Schaephuysener Gebiet , während die Gebäude auf der anderen Straßenseite zu
Tönisberg gehörten. Dadurch ergaben sich erhebliche kommunalpolitische
Probleme. Beispiel: Die Hauptgeschäfte als auch die meist besuchten Gaststätten
befanden sich auf der Schaephuysener Seite. Dort kauften die Bewohner des
Tönisberger Gebietes ein und besuchten auch die dortigen Gaststätten, so dass
die zu entrichtenden Steuern Schaephuysen zufielen. Diese Unliebsamkeiten
führten dazu, dass Tönisberger Kommunalpolitiker ab 1920 versuchten, eine
Abänderung dieser Zustände herbeizuführen. Durch das „Gesetz über die kommunale
Neugliederung des rheinisch –westfälischen Industriegebietes“ vom 29. Juli
1929 musste Schaephuysen 86,5 ha Land und 123 Einwohner an Tönisberg
abtreten. Am 1. April 1935 werden die Gemeinden Rheurdt und Schaephuysen zur
Gemeinde Rheurdt vereinigt und verwaltungstechnisch dem Amt Vluyn
unterstellt. Nach Kriegsende 1945 folgte die Loslösung von Vluyn. Ab 1. April 1953 – Wiederherstellung der Selbstständigkeit von Rheurdt
und Schaephuysen unter Weiterführung ihrer Ortsbezeichnungen und Zusammenschluss
zum „Amt Rheurdt“. Ab 1. Juli 1969 – Zusammenschluss auf freiwilliger Basis zur „neuen“
Gemeinde Rheurdt. Am 1. Januar 1975 Zuordnung zum neuen Kreis Kleve, der aus den bisherigen
Kreisen Kleve und Geldern gebildet wurde. Schaephuysen als Töpferort Im späten 17. vornehmlich aber im 18. und 19. Jahrhundert, war
Schaephuysen ein bedeutender Töpferort. Zahlreiche Prunkschüsseln, Wandbilder
und Tongegenstände für den Alltagsgebrauch dokumentieren noch heute in vielen
Museen des In- und Auslandes die Kunstfertigkeit unserer Vorfahren. Außer den erhaltenen zahlreichen Arbeiten, beweist auch noch die Höhe der
Geldleistungen, welche die Schaephuysener während des siebenjährigen Krieges (1756-1763) abführen mussten, dass
neben der Landwirtschaft hier ein blühendes Töpferhandwerk bestand.
Wahrscheinlich wurde in Schaephuysen schon im 17. Jahrhundert getöpfert.
Charakteristisch für die Schaephuysener Werkstätten ist ein rotbrauner bis
dunkelbrauner „Lehm“. Dieser Farbton
wurde durch einen Zusatz von fein pulverisiertem Braunstein zur
Angußmasse erzielt. Ein besonderes
Merkmal ist auch die stark glänzende Glasur der Exponate, welche durch einen
dickeren Auftrag erzielt wurde. Zu
den anderen niederrheinischen Töpferorten bekannten Malfarben kommt hier ein
besonders häufig verwendetes Kobaltblau hinzu. Die Verwendung dieser Farbe
setzt ein hohes Maß an Fertigkeiten voraus. In Schaephuysen ist diese
charakteristische blaue Farbe in den Arbeiten der Werkstatt des Töpfers
Gerrit Evers wiederzufinden. Jedoch die älteste und bedeutenste Töpferfamilie waren die Hammeckers.
Ihre Werkstatt, welche später von den Eickmanns und dann von Kölschen
übernommen wurde, lag an der Ecke der Tönisberger Straße / Grünstraße.
Mitglieder der Kölschen haben die Werkstatt noch bis zum Anfang des vorigen
Jahrhunderts betrieben und stellten zuletzt Gebrauchsgeschirr her. Die
daneben bekannteste Töpferei war die von Gerrit Evers, die hinter der Kirche
lag. Seine wohl bedeutenste Arbeit ist eine Folge von Passionsschüsseln, die
einzelne Szenen des Leidensweges Christi zeigt. Die älteste aus Schaephuysen
erhaltene Arbeit ist die aus dem Jahre 1738 entsprechende sogenannte
„Ständeschüssel“ der Gebrüder Nicolaus und Paul Hammeckers im Museum für
niederrheinische Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer. Siehe dazu das
untere Bild der Ständeschüssel.
Bild aus einem Foto-Wandbild Weitere Töpferfamilien waren: Mellen, Pasch, genannt Hoebben, Bissels,
Pottbeckers, Schieten – oder Scheiten, Döllings – oder Düllings, van Wickelen.
Überblickt man die Große Anzahl der erhalten gebliebenen Schaephuysener
Töpferartikel mit den Prunkschüsseln, den Wandbildern, den plastischen
Arbeiten und den Gebrauchsgegenständen, so erkennt man, dass dieser Töpferort
im 18. und 19. Jahrhundert eine bedeutende
Stellung hatte. Die letzte Schaephuysener Töpferwerkstatt war die der Familie Pottbeckers
– Im Ströttchen – die bis 1914 betrieben wurde.
Prunkschüssel
des Schaephuysener Töpfers Gerrit Pottbeckers aus
dem Jahre 1752. Dargestellt ist der Kampf des hl. Georg mit
dem Drachen Damit ist die historische Betrachtung der Ortschaft Schaephuysen beendet. ] Die Informationen stammen aus
dem Jahrbuch der Feuerwehr Schaephuysen. Das Buch trägt den Titel „ 100 Jahre
Feuerwehr Schaephuysen 1903 und 2005 (100 Jahre Löschzug Schaephuysen).
Herausgeber: Verein zur Förderung des Feuerschutzes und der Jugendfeuerwehr
in Schaephuysen e.V. Druck: Druck – Service Meyer e.K. Inh.: Werner van
Treek, Veendyk 10, 46519 Alpen-Veen. (obiger Bericht – siehe eckige Klammern)
Der Text wurde aber durch mich nicht immer orginalgetreu übernommen. Mein Heimatdorf Schaephuysen - Ende |