„Die Farbe des Regenbogens“

 

Mein Heimatdorf  Schaephuysen

Geschichte - Bilder und Links !

aus:  http://www.abelius.de.vu/

 

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   Bilder vom Elternhaus: Früher - Heute   Bilder - Album

 

   Bilder vom „alten“ Schaephuysen 

 

   http://www.mitteilungsblatt-rheurdt.de/

 

   http://www.rheurdt.de/

 

 Ortsansichten von Schaephuysen

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Ortsansicht Schaephuysen: Bücherei und Dorfkirche – oben

Bild -  aufgenommen im Jahre 2003.

 

 

Bild oben - Früher - : Pastoratstraße in Schaephuysen – vermutlich in den 50er Jahren aufgenommen.

Bild Quelle: Mitteilungsblatt und Amtsblatt der Gemeinde Rheurdt.

21 Jahrgang, Freitag, den 18. Februar 2005, Nummer 4 / Woche 7

 

   http://www.mitteilungsblatt-rheurdt.de/

 

 

 

Kirche und Bücherei (Herbstimpressionen) – oben,

aufgenommen 2003.

 

 

Blick auf den Ortskern, Hauptstraße ( Quelle: Wikipedia )

 

 

Postkarte von Schaephuysen. Schaephuysen war Bundessieger im Wettbewerb: „Unser Dorf soll schöner werden“ – Preis in Gold 1977. Es wurde auch das „Rosendorf“ genannt, weil auf vielen Flächen – unter anderem an den Straßen – die Rosen blühten. Obige Postkarte ist aber später entstanden und zeigt nicht das „Rosendorf“ in seiner ursprünglichen Schönheit.

 

      Luftaufnahme Schaephuysen - vergrößert

      Altes Schaephuysen um 1890

 

Luftaufnahme von Schaephuysen

vermutlich 70er Jahre (Postkarte)

 

Bemerkenswertes

 

Das Gemeindegebiet Rheurdt / Schaephuysen weist eine Höhenlage von 30-80 m über NN auf und ist von  weiträumigen Landschaftsschutzgebieten umgeben, die teilweise bis an die Wohnbebauung heranreichen. Naturschutzflächen und geschützte Biotope, wie die Naturwaldzelle „Littard“, runden das idyllische Gesamtbild ab. In den Vogelschutzgehölzen findet man Vogelarten, die längst auf der „Roten Liste“ stehen.

Zitiert aus früherer Quelle:    http://www.rheurdt.de/

 

Historisches

                                      

Schaephuysen / Rheurdt – die zum Kreis Kleve gehörende Gemeinde verdankt ihre einzigartige, von Höhenzügen und Wasserläufen geprägte Landschaft, erdgeschichtlichen Ereignissen, nämlich dem Eisvorstoß aus der Saale-Eiszeit  vor etwa 300.000 Jahren und der Urstromrinne des Rheins.

 

In den verlandeten Flussbetten gruben die Anwohner früher nach Torf und ließen so die reizvollen und ökologisch wertvollen Kuhlen entstehen.

 

Die bewegte Historie der Dörfer Rheurdt und Schaephuysen mit den Weilern Finkenberg, Kengen, Lind (mein Wohnort), Saelhuysen und dem Ortsteil Neufeld lässt sich kurz so zusammenfassen:

 

1294 erstmals urkundlich als „Rurde“ oder „Rorde“ erwähnt, haben die Dörfer die wechselvolle Geschichte des Herzogtums Geldern geteilt, kommen 1713 zu Preußen und stehen von 1798 bis 1814 unter französischer Herrschaft. 1815 wurden die Ortschaften dem neuen Kreis Rheinberg zugeordnet, der wiederum vereinigte  sich 1823 mit dem Kreis Geldern. Hieraus trennte man 1858 den Kreis Moers ab, der  immerhin bis zum Jahre 1975 Bestand hatte. In dieser Zeit „kämpften“ die beiden Ortschaften Rheurdt und  Schaephuysen um ihre Selbstständigkeit, bis sie sich nach wechselnden, verwaltungsmäßigen Zuständigkeiten im Zuge von kommunalpolitischen Erfordernissen am 01.07.1969 endgültig zur Gemeinde Rheurdt zusammenschlossen. Dies hat dazu beigetragen, dass die Selbstständigkeit der Gemeinde Rheurdt im neuen Kreis Kleve auch nach dem 01.01.1975 erhalten blieb.

 

Damit kehrte der Ort kommunalpolitisch in einen Raum zurück, mit dem er jahrhundertelang geschichtlich und wirtschaftlich eng verbunden war.

Zitiert aus  früherer Quelle:    http://www.rheurdt.de/

 

Die gesamte Geschichte……

 

[ Um die Geschichte der Ortschaft Schaephuysen vollständig zu beschreiben, müssen wir in der „Zeittafel“ viel weiter zurückgehen.

 

Der Zeitpunkt einer ersten Besiedlung ist leider nicht genau definiert, jedoch waren die ersten Bewohner die Kelten, welche sich v. Christi hier niederließen.

Völkerstämme wie die Menapier wurden 55 v. Christi Geburt durch die Usipeter und den Tenchterern vertrieben. Überliefert wurde dies auch durch die Römer. Der Feldherr Julius Cäsar, bezwang 58 v. Christi die linksrheinischen Stämme. Der Rhein kennzeichnete somit die Grenze der neugegründeten römischen Provinz. Später wurden durch Kaiser Tiberius im Jahre 8. nach Christi - 40.000 besiegte Sigrambrer angesiedelt, welche auch den Namen „Gugerner“ annahmen.

Später wurde die Römerherrschaft durch das Vordringen germanischer Völker gebrochen, welche sich dann unter dem Namen „Franken“ zusammenschlossen. Anfang des fünften Jahrhunderts hatten dann die Römer unsere Gegend verlassen.

 

Schaephuysen – woher kommt dieser Ortsname ?

 

Zur Zeit Karls des Großen (768 – 814) wurden auch Sachsen in unseren heimischen Gebieten angesiedelt. Auf sächsischen Ursprung sind die Endungen der Namen  -hausen, und  -husen zurückzuführen. Die Silben –scaep und  -scap ist eine Bezeichnung für Berg, Hügel oder Anhöhe. Die beiden letzt genannten sind womöglich auf keltischen Ursprung zurückzuführen. Interessant ist, dass viele Höfe in der karolingischen und sächsischen  Kaiserzeit (700 – 1000 n.Ch.) mit den Endungen  -husen entstanden sind. Später haben sich durch eine Anhäufung mehrerer Höfe die Ortschaften mit den heutigen Namen entwickelt. So heißt übersetzt Scaephusen, wie der Name 1369 geschrieben wurde, „Haus am Berge, Berghaus, oder Berghof.“ Dies ist auch nicht gerade abwegig, wenn man unsere Topografie in Augenschein nimmt.

 

Nahgelegene kleinere Bauernschaften 

 

Saelhuysen:

Bezeichnet alte Herrenhöfe, die Haupthöfe einer Ansiedlung waren. Man nannte diese auch Saelhöfe. So gibt es auch heute noch den Saelmanshof (Mangen). Vielleicht war dies ein Haupthof in der Bauernschaft Saelhuysen.

 

Finkenberg:

Der Name der Bauernschaft Finkenberg (früher auch Vinckenberg geschrieben) kennzeichnet vermutlich durch die Endung – berg den nahegelegenen Höhenzug.

 

Neufeld und Lind:

Matthias Huers, Kirchmeister (Kirchenvorstandsmitglied oder Rendant) der katholischen Pfarrgemeinde Tönisberg, hatte im Jahre 1731 sinnbildliche Zeichnungen der damals zur Pfarre Tönisberg gehörenden Bauernschaften Neufeld und Lind angefertigt. Diese haben sich in einem alten Erbrentenregister der Tönisberger Pfarrkirche erhalten.

 

 

In der obigen Neufelder Zeichnung sind bäuerliche Verrichtungen mit dem Untertitel „Neiuwe Veldt“, neues Feld – dargestellt, was auf die Neuerschließung  von Acker- und Weideland hinweisen soll.

 

 

In dem Wappen mit der Bezeichnung  „Leindt“, Lind, sind ein Lindenbaum und zwei Füchse dargestellt; möglicherweise ist der Name Lind darauf zurückzuführen, dass dort früher besonders viele Lindenbäume wuchsen. Wie heute noch die Gaststätte „Zum Fuchsbau“, früher hieß sie „Zum Fuchs“, erinnern die Füchse in der Zeichnung an einen Räuber, der den Bauern einst das Geflügel stahl.

 

Vogtei Geldern  

 

Schaephuysen und Rheurdt gehören von alters her zur Vogtei Geldern, welche in sieben Honschaften wie Eyll (bei Aldekerk), Schaephuysen, Sevelen, Stenden, Rheurdt, Vernum, und Winternam eingeteilt war. Als Vorsteher jeder Hohnschaft war der sogenannte Honne, der als Scheffe (Schöffe) auch Mitglied des vogteilichen Gerichts war. Diesem saß der Vogt als Richter vor, während die Verwaltung der Vogtei vom „Drosten“ geleitet wurde.

 

Christentum und Kirche

 

Das Christentum gelangte schon mit den römischen Niederlassungen in unsere Gegend, wenngleich unser Umland noch sehr spärlich besiedelt war. Die allgemeine Christianisierung hat im 7. und 8. Jahrhundert ihren Anfang genommen. Die Vogtei unterstand später kirchlich dem Erzbistum Köln und wurde dann vom Archidiakonat Xanten verwaltet. Aufgrund der aber immer noch spärlichen Besiedlung gab es bis ins späte 14. Jahrhundert nur wenige selbstständige Pfarreien. Die Vogtei musste somit von den Pfarrkirchen in Nieukerk und Aldekerk betreut werden. Rheurdt und Schaephuysen unterstand somit der Pfarrei Aldekerk.

Um 1500 hatten beide Ortschaften zwar eigene Kapellen, doch es wurden dort nur wochentags Gottesdienste abgehalten. Sonntags mussten alle Gläubigen die Kirche in Aldekerk aufsuchen. Messen zur Taufe, zur Heirat und die Totenmessen wurden in der Aldekerker Kirche durchgeführt. Oft war es für die Einwohner der entfernteren Ortschaften schwer jeden Gottesdienst zu besuchen. Es wurde auch erwähnt, dass Klage darüber geführt wurde, dass weit entfernte Einwohner ohne Empfang der Sterbesakramente gestorben seien. 1626 wurde dann auch den Schaephuysenern gestattet, auch Sonntags eine Messe in ihrer Kapelle lesen zu lassen. Ausgenommen jedoch waren die hohen Feiertage.

Erst im Jahre 1718 wurde Rheurdt nach langen Bemühungen zur selbstständigen Pfarre erhoben und 1804 folgte auch Schaephuysen. Wie schon erwähnt, gab es  in Schaephuysen  schon vor dem Jahre 1500 eine Kapelle. Diese war dem Heiligen Hubertus geweiht. Nachdem diese Kapelle 1648 einen neuen Turm erhalten hatte, errichtete man 1663 bis 1665 für die baufällig gewordene alte – eine neue Kapelle unter der Einbeziehung des Turmes von 1648.

 

Die im 17 Jahrhundert erbaute Hubertuskapelle, die bei der

Schaephuysener Pfarrerhebung im Jahre 1804 zur Pfarrkirche

wurde. 1893 wich sie dem Bau der neuen Kirche, so – wie wir

diese Kirche vom äußeren Erscheinungsbild auch heute kennen.

 

Ansicht Gaststätte „Zur Linde“ ca. 1890

in Schaephuysen – rechts steht die Kirche s.o.

 

   Altes Schaephuysen um 1890

 

Im Laufe der Zeit aber waren, durch die wachsende Zahl der Einwohner, die Platzverhältnisse in der kleinen Kapelle nicht mehr ausreichend. Daher gründete der damalige Schaephuysener Pfarrer Schaffers im Jahre 1857 einen Kirchenbauverein der Mittel für den Bau einer neuen, größeren Kirche sammelte.

So begann am 20 März 1893 der erste Spatenstich. Nach der feierlichen Einsegnung am 7. Juni 1894 konnte nun der Gottesdienst in der neuen Kirche gehalten werden, obwohl der Turm noch nicht ganz fertiggestellt war. Am 24. Oktober 1895 heißt es in den Aufzeichnungen im Pfarrarchiv: „Heute ist der Hahn auf die Spitze des Turmes gesetzt worden und der ganze Bau ist gottlob ohne Unglück ausgeführt worden.“

 

Napoleon am Niederrhein

 

Politisch und wirtschaftlich blieb die Vogtei als auch die in ihr gelegenen Dörfer Rheurdt und Schaephuysen bis zur Franzosenzeit 1794 eng mit dem Schicksal des Herzogtums Geldern verbunden. 1789 brach dann die französische Revolution aus. Die europäischen Fürsten sahen in dem neuen gesellschaftlichen Umbruch eine große Gefahr und wandten sich somit gegen Frankreich. Ihre drohende Haltung gegen die französischen Machthaber führte im Jahre 1792 zur Kriegserklärung durch Frankreich. Im Dezember 1792 fielen französische Truppen in das von preußischen  Streitkräften entblößte Gelderland ein.  Zwar wurden die Franzosen 1793 zurückgedrängt, sie schlugen aber im Oktober 1794 die Preußen wieder und nahmen dann das ganze linke Rheinufer in Besitz.

 

Die Bürger begrüßten wohl die Gleichstellung mit den Franzosen, dennoch stießen sie durch ihre Requirierungen auf starken Wiederstand, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Die Bevölkerung war demnach auch nicht mehr franzosenfreundlich eingestellt und die Parole : „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ machten auf die Niederrheiner wenig Eindruck. Insbesondere der gewerbliche Mittelstand und der Bauernadel war so feindselig gegen Frankreich eingestellt, dass die französische Besatzung allen Grund hatte, vorsichtig mit den Einwohnern zu verfahren. Auf Ablehnung stießen die Franzosen auch bei dem neu eingeführten Revolutionskalender und der Verwaltungsreform. Hätten die Franzosen nicht auch noch die Kirche bekämpft, dann hätte auch die Antipathie nicht solche Formen angenommen. Aber so trafen sie das rheinische Volk an der ehrwürdigsten Stelle welches sich dann mit wahrem Fanatismus zur Wehr setzte. Wenn auch die Franzosenzeit reich an Unterdrückung und Opfern war, so war dies auch eine Zeit, in der das Rechtswesen im Rheinland durch eine freiheitliche Gestaltung aus Jahrhundertalter Erstarrung befreit wurde. Napoleon war inzwischen von Sieg zu Sieg geeilt. Preußen war unterworfen, Österreich zum Frieden gezwungen, Italien erobert, und Holland war besetzt. Auf dem Zenit seiner Macht begann der französische Kaiser 1812 einen Feldzug gegen Russland, der mit dem vollständigen Untergang der großen französischen Armee endete. Die nun folgenden Freiheitskriege brachten das Gelderland 1814 wieder unter preußische Herrschaft.

 

Rheurdt und Schaephuysen wurden während der Franzosenzeit von der Vogtei Geldern getrennt und dem Kanton Moers (Arrondissement Krefeld) im Roer (Rur) Departement eingegliedert. Nach den Freiheitskriegen kamen beide Ortschaften am 5. April 1815 zum neuen Kreis Rheinberg, der 1823 mit dem Kreis Geldern vereinigt, aber am 1. Januar 1858 als Kreis Moers wieder abgetrennt wurde. Ab 1. Januar 1824 wurden mehrere Gemeinden zu einer Bürgermeisterei zusammengelegt. Schaephuysen wurde der Bürgermeisterei Aldekerk zugeteilt und Rheurdt mit Camp und anderen umliegenden Ortschaften vereinigt. Später wurden die Verwaltungsgeschäfte für Schaephuysen, das aber selbstständige Gemeinde blieb, von Rheurdt mit übernommen.

 

Neugliederung im 20. Jahrhundert

 

   Bilder vom „alten“ Schaephuysen

 

Die Territorialeinteilung zur Zeit der französischen Verwaltung hatte eine kuriose Grenzziehung zwischen Schaephuysen und Tönisberg gebracht. Die durch Tönisberg führende Landstraße von Vluyn nach Hüls, bildete die Grenze zwischen der Gemeinde Tönisberg (Kreis Kempen) und einem Teil der Gemeinde Schaephuysen mit der Bauernschaft Lind (Kreis Moers). Dadurch lagen alle Gebäude auf der rechten Straßenseite , von Vluyn aus gesehen, auf Schaephuysener Gebiet , während die Gebäude auf der anderen Straßenseite zu Tönisberg gehörten. Dadurch ergaben sich erhebliche kommunalpolitische Probleme.

Beispiel: Die Hauptgeschäfte als auch die meist besuchten Gaststätten befanden sich auf der Schaephuysener Seite. Dort kauften die Bewohner des Tönisberger Gebietes ein und besuchten auch die dortigen Gaststätten, so dass die zu entrichtenden Steuern Schaephuysen zufielen. Diese Unliebsamkeiten führten dazu, dass Tönisberger Kommunalpolitiker ab 1920 versuchten, eine Abänderung dieser Zustände herbeizuführen. Durch das „Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch –westfälischen Industriegebietes“ vom 29. Juli 1929 musste Schaephuysen 86,5 ha Land und 123 Einwohner an Tönisberg abtreten.

 

Am 1. April 1935 werden die Gemeinden Rheurdt und Schaephuysen zur Gemeinde Rheurdt vereinigt und verwaltungstechnisch dem Amt Vluyn unterstellt.

 

Nach Kriegsende 1945 folgte die Loslösung  von Vluyn.

 

Ab 1. April 1953 – Wiederherstellung der Selbstständigkeit von Rheurdt und Schaephuysen unter Weiterführung ihrer Ortsbezeichnungen und Zusammenschluss zum „Amt Rheurdt“.

 

Ab 1. Juli 1969 – Zusammenschluss auf freiwilliger Basis zur „neuen“ Gemeinde Rheurdt.

 

Am 1. Januar 1975 Zuordnung zum neuen Kreis Kleve, der aus den bisherigen Kreisen Kleve und Geldern gebildet wurde.

 

Schaephuysen als Töpferort 

 

Im späten 17. vornehmlich aber im 18. und 19. Jahrhundert, war Schaephuysen ein bedeutender Töpferort. Zahlreiche Prunkschüsseln, Wandbilder und Tongegenstände für den Alltagsgebrauch dokumentieren noch heute in vielen Museen des In- und Auslandes die Kunstfertigkeit unserer Vorfahren.

Außer den erhaltenen zahlreichen Arbeiten, beweist auch noch die Höhe der Geldleistungen, welche die Schaephuysener während  des siebenjährigen Krieges (1756-1763) abführen mussten, dass neben der Landwirtschaft hier ein blühendes Töpferhandwerk bestand. Wahrscheinlich wurde in Schaephuysen schon im 17. Jahrhundert getöpfert. Charakteristisch für die Schaephuysener Werkstätten ist ein rotbrauner bis dunkelbrauner „Lehm“. Dieser  Farbton wurde durch einen Zusatz von fein pulverisiertem Braunstein zur Angußmasse  erzielt. Ein besonderes Merkmal ist auch die stark glänzende Glasur der Exponate, welche durch einen dickeren Auftrag erzielt wurde.  Zu den anderen niederrheinischen Töpferorten bekannten Malfarben kommt hier ein besonders häufig verwendetes Kobaltblau hinzu. Die Verwendung dieser Farbe setzt ein hohes Maß an Fertigkeiten voraus. In Schaephuysen ist diese charakteristische blaue Farbe in den Arbeiten der Werkstatt des Töpfers Gerrit Evers wiederzufinden.

Jedoch die älteste und bedeutenste Töpferfamilie waren die Hammeckers. Ihre Werkstatt, welche später von den Eickmanns und dann von Kölschen übernommen wurde, lag an der Ecke der Tönisberger Straße / Grünstraße. Mitglieder der Kölschen haben die Werkstatt noch bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts betrieben und stellten zuletzt Gebrauchsgeschirr her. Die daneben bekannteste Töpferei war die von Gerrit Evers, die hinter der Kirche lag. Seine wohl bedeutenste Arbeit ist eine Folge von Passionsschüsseln, die einzelne Szenen des Leidensweges Christi zeigt. Die älteste aus Schaephuysen erhaltene Arbeit ist die aus dem Jahre 1738 entsprechende sogenannte „Ständeschüssel“ der Gebrüder Nicolaus und Paul Hammeckers im Museum für niederrheinische Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer. Siehe dazu das untere Bild der Ständeschüssel.

 

 

Bild aus einem Foto-Wandbild

 

Weitere Töpferfamilien waren: Mellen, Pasch, genannt Hoebben, Bissels, Pottbeckers, Schieten – oder Scheiten, Döllings – oder Düllings, van Wickelen. Überblickt man die Große Anzahl der erhalten gebliebenen Schaephuysener Töpferartikel mit den Prunkschüsseln, den Wandbildern, den plastischen Arbeiten und den Gebrauchsgegenständen, so erkennt man, dass dieser Töpferort im 18. und 19. Jahrhundert eine bedeutende  Stellung hatte.

Die letzte Schaephuysener Töpferwerkstatt war die der Familie Pottbeckers – Im Ströttchen – die bis 1914 betrieben wurde.

 

Prunkschüssel des Schaephuysener Töpfers Gerrit Pottbeckers

aus dem Jahre 1752. Dargestellt ist der Kampf des hl. Georg

mit dem Drachen

 

Damit ist die historische Betrachtung der Ortschaft Schaephuysen  beendet. ]

 

 

   Bilder vom „alten“ Schaephuysen

 

Die Informationen stammen aus dem Jahrbuch der Feuerwehr Schaephuysen. Das Buch trägt den Titel „ 100 Jahre Feuerwehr Schaephuysen 1903 und 2005 (100 Jahre Löschzug Schaephuysen). Herausgeber: Verein zur Förderung des Feuerschutzes und der Jugendfeuerwehr in Schaephuysen e.V. Druck: Druck – Service Meyer e.K. Inh.: Werner van Treek, Veendyk 10, 46519 Alpen-Veen. (obiger Bericht – siehe eckige Klammern) Der Text wurde aber durch mich nicht immer orginalgetreu übernommen.

 

 

Mein Heimatdorf Schaephuysen - Ende