ABu's Wandertour:
Von Pompei über Vàlico di Chiunzi an die Amalfische Küste  


Blick vom Vesuvio auf Halbinsel Sorrento Der Golf von Neapel in Italien wird im Süden von der Halbinsel Sorrent begrenzt. Auf ihr erstreckt sich der Gebirgszug Monti Lattari, der am Monte S.Michele bis 1443m ansteigt, bis hin nach Salerno im Osten (Foto: Blick von dem 1280m hohen Vesuvio auf die Monti Lattari. Rechts die Halbinsel Sorrento, am linken Bildrand liegt Pompei). Auf der Südseite der Halbinsel und des Gebirgzuges, am Golf von Salerno, befindet sich die steile, klippenreiche Amalfische Küste (Costiera Amalfitana). Über 45km windet sich hier die schmale kurvenreiche Küstenstraße "Amalfitana" von Piano di Sorrento im Westen durch Positano, Praiano, Amalfi, an Ravello vorbei, über Minori und Maiori bis hin zu Vietri sul Mare bei Salerno im Osten. Eine Fahrt auf ihr ist ein beeindruckendes Erlebnis.

Will man nun aus dem Golf von Neapel auf die Südseite der Monti Lattari an die Amalfische Küste gelangen, kann man entweder auf der Autobahn A3 Richtung Salerno über Vietri sul Mare (N40.6732°/E14.7270°) oder Richtung Sorrento über Castellammare di Stabia, Vico Equense, Meta (N40.6430°/E14.4170°) und Piano di Sorrento fahren. Oder man nimmt die Monti Lattari mittig und fährt über Pagani und Corbara (N40.7206°/E14.5950°) die serpentienenreiche Straße hoch zum Pass Vàlico di Chiunzi und durch die Hochebene Tramonti hinunter nach Maiori oder Ravello.
...und diese letzte Variante über den Pass Vàlico di Chiunzi werde ich im Hauptteil der nachfolgenden Tages-Tour vorstellen. Allerdings fahren wir nicht mit dem Auto, sondern legen die 25km "a piedi" (zu Fuß) zurück. Damit das Ganze aber keine pure Wanderung wird, ist Pompei unser Ausgangs- und Zielpunkt zugleich, und so werden wir im Laufe des Tages alle 3 im Golf von Neapel verkehrenden öffentlichen Verkehrssysteme benutzen: den Fernzug FS (Ferrovia), die Schmalspurbahn Circumvesuviana und die blauen Überlandbusse der SITA. Wir werden 2/3 der Amalfischen Küste und die Halbinsel Sorrent befahren und abends wissen was wir gemacht haben.


Wir starten in Pompei
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Pompei (NA) am Golf vom Neapel verdankt seine tragische Berühmtheit seiner Zerstörung und Verschüttung durch den Ausbruch des 10km nord-westlich gelegenen Vesuvio im Jahre 79 n.Chr. Die Ausgrabungen "Pompei Scavi" (N40.751°/E14.495°) vermitteln ein beeindruckendes Bild des damaligen Lebens, und wer sich am Golf von Neapel aufhält, kommt um eine Besichtigung nicht herum. Aber zurück zu unserer Tour ...

Pompei hat 3 Bahnstationen:  die im Westen von Pompei gelegene Circumvesuviana-Stazione "Pompei Scavi" an der Linie Napoli-Sorrento, die im Norden hinter der Basilika mit dem weithin sichtbaren Glockenturm gelegene Circumvesuviana-Stazione der Linie Napoli-Sarno und die im Süden gelegene FS-Stazione des Fernzuges Napoli-Salerno.

Von der FS-Stazione an der Via Giuseppe Mazzini fahren wir mit dem Fernzug zu dem 10km östlich von Pompei gelegenen kleinen Ort Pagani. Tags zuvor haben wir uns nach der Abfahrtszeit des Zuges erkundigt, denn er verkehrt nicht regelmäßig und hält auch nur selten an allen Stationen. Alternativ könnte man auch von der Circumvesuviana-Stazione hinter der Basilika bis Scafati und dort am Zeitungskiosk gegenüber dem Bahnhof in die Bus-Linie 4 nach Pagani einsteigen oder man nimmt gleich den Bus von Pompei (irgendwo auf der Via Giuseppe Mazzini, wahrscheinlich Ecke Via Lepanto, ist die Haltestelle) nach Pagani.


"A piedi" von Pagani hoch zum Vàlico di Chiunzi
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Von der FS-Stazione in Pagani (30m üNN) laufen wir durch den Ort Richtung Süden. Nach ca. 1km mündet die in südlicher Richtung gehende "Via Guiseppe Torre" auf die in ost-westlicher Richtung, parallel zur Autobahn A3, verlaufende Umgehungsstraße "Via Carlo Trumantone". Dort (N40.7382°/E14.6149°) CAI20-Weg geht es durch die Unterführung unter der Autobahn in südlicher Richtung in die "Via Perone". Unmittelbar nach der Unterführung biegt die Straße nach rechts. Wir folgen ihr einige Meter und biegen dann links in südlicher Richtung in die "Via Tramontana" ein. Diese breite Straße führt zwischen Orangen- und Zitronenplantagen bergan - bis wir nach ca. 900m zwischen Hausnummer 24 und 26 (N40.7319°/E14.6113°, 120m) im spitzen Winkel nach links (in östlicher Richtung) auf einen kleinen Treppenweg abbiegen. Wenige Meter später reduziert sich dieser auf einen recht zugewachsenen Anstieg über Steine. Nach gut 150m haben wir ca. 50 Höhenmeter gewonnen und steigen über einen offenen Kanalschacht und eine Straßenmauer (siehe Foto links) auf den asphaltierten CAI20-Weg (N40.7325°/E14.6132°). Diesem folgen wir in südlicher (ansteigender) Richtung und nach 250m zweigen wir von der asphaltierten Straße nach links in nord-östlicher Richtung ab. Ab jetzt geht es auf Schotter und Steinen weiter. Der CAI20-Weg führt hoch zum Valico, nach Markierungen hält man aber vergeblich Ausschau.

CAI20 Abzweig Waldweg 1km weiter, nach mehreren Kehren, verlassen wir in einem Linksknick den breiten Schotterweg (N40.7297°/E14.6167°, 330m) Torre di Chiunzi über dem Valle del Lupo und wandern in südlicher Richtung den schmalen Waldweg (siehe Foto rechts). An dem nach 100m kommenden Abzweig geht es geradeaus den ansteigenden und nicht den rechten Weg, und weitere 100m später öffnet sich rechts der Blick auf das Tal "Valle del Lupo". Im Süden erkennt man in gut 1km Entfernung auf 685m Höhe den Torre (Wachturm) oben am Vàlico di Chiunzi (siehe Foto links), in süd-westlicher Richtung den 527 hohen Falanga, auf dem man die Serpentienen der Straße von Corbara hinauf zum Vàlico di Chiunzi und das rosa Haus des Night-Clubs erkennt. Im Nord-Westen liegt der Golf von Napoli, und wenn es nicht zu dunstig ist, sieht man auch den 19km entfernten Vesuvio.

Später an der Rechts-Kehre, wo von Süden ein normalerweise trockenes Bachbett den Hang hinunter kommt und den Weg kreuzt, halten wir uns noch 20m des Weges und steigen dann links den Weg an. Und einige 100m weiter, an einer Trockensteinmauer, gehen wir 50m, anfangs auf der Mauer, nach links und dann wieder rechts. Kurz danach wird links die Sicht auf den Monte Chiunzi (855m) frei, an dessen Fuß wir ab jetzt weiterlaufen.

Vesuvio Ca. 2,5 Stunden und 6km Wegstrecke nach Verlassen von Pagani (man hat über 1l Wasser konsumiert) endet der CAI20-Weg und wir steigen auf den nördlich vom Vàlico di Chiunzi Tramonti-Ebene gelegenen Parkplatz. Von der Passhöhe hat man einen phantastischen Ausblick auf den Golf von Neapel (siehe rechtes Bild: Blick vom Vàlico di Chiunzi in nord-westlicher Richtung über den Falanga auf den Vesuvio.)
Auf der Straße wandern wir die paar Schritte durch den Pass (N40.7181°/E14.6190°, 656m) hindurch und betreten die Tramonti-Hochebene. Auch hier genießt man eine tolle Aussicht (siehe linkes Bild: Blick vom Vàlico di Chiunzi in süd-östlicher Richtung über die Tramonti-Ebene bis hinunter zum Meer. In der Bildmitte, teils verdeckt von dem Baum, sieht man vor dem Hügel unseren nächsten Wegpunkt Corsano in 2km Entfernung. Hinter dem Hügel liegt dann Polvica).


Vom Vàlico di Chiunzi durch die Tramonti-Ebene hinunter nach Maiori
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Vom Vàlico di Chiunzi führen 2 Straßen hinunter zur Amalfischen Küste. Die rechte in südlicher Richtung über Cesarano nach Ravello und die linke in östlicher Richtung nach Maiori. Auf der linken Straße gehen wir ca. 600m bis zu einem 4-stöckigen Haus auf der rechten Seite und verlassen dann die Straße, um hinter diesem Haus den Weg entlangzugehen. Einen knappen Kilometer später, kurz nachdem wir links an einem verfallenen Haus vorbeigegangen sind, wählt man an einer T-Kreuzung den rechten Weg Richtung Westen. Dieser führt, anfangs in einem Linksbogen, unmittelbar nach Corsano (N40.7030°/E14.6358°, 380m).
(400m nach der T-Kreuzung, unmittelbar nach dem Linksbogen, kommt übrigens aus nördlicher Richtung ein kürzer Weg vom Vàlico di Chiunzi herab - Allerdings habe ich oben den Anfang dieses Weges nicht gefunden, und auch befragte Anwohner konnten nicht helfen. Von der Straße nach Cesarano, etwa 200m vom Vàlico di Chiunzi entfernt, muß dieser Weg abzweigen.)

Kirche von Paterno-S.Arcangelo Geradeaus durch den kleinen Ort Corsano hindurch geht es auf der Straße weiter hinunter nach Polvica, dem Hauptort der Tramonti-Ebene. In Polvica (N40.6936°/E14.6407°, 276m) passieren wir die Kirche S.Antonio und kommen an eine Kreuzung, gehen knapp 50 Schritte nach links in östlicher Richtung (hier ist auch die Bushaltestelle des Tramonti-SITA-Busses) Glockenturm Paterno-S.Arcangelo und biegen dann rechts auf die in südlicher Richtung führende Straße. 100m später macht die Straße eine Rechtskurve und führt uns ca. 400m hinab zu einer Brücke. 100m hinter der Brücke gehen wir links den Weg in südlicher Richtung hinauf, und nach gut 300m an der T-Kreuzung halten wir uns links in östlicher Richtung, parallel zum Tal. Dieser breiteren Straße folgen wir etwa 800m bis wir 100m vor der Kirche von Paterno-S.Arcangelo an der Verzweigung mit dem Schild "Chiesa dell' Ascensione sec.XI" links die schmale Straße hinunter gehen. Sie führt uns unterhalb der Kirche vorbei (253m) und nach 50m steigen wir rechts zu der kleinen Piazza in Paterno-Sant'Arcangelo hoch (Foto rechts: Blick zurück auf die Kirche, im Hintergrund erkennt man in 1km Entfernung Polvica). Dieser Platz (N40.6864°/E14.6390°) mit dem kleinen eigentümlichen Glockenturm (siehe Foto links) bietet eine gute Gelegenheit für eine Rast.

Treppenweg in Paterno-S.Arcangelo Die nun folgende Strecke wird sich auf der rechten Talseite durch 4 aufeinanderfolgende kleine Seitentäler winden. An der Piazza von Paterno-S.Arcangelo gehen wir nach links, biegen nach 50m rechts ab und folgen dieser Straße durch das erste Seitental. 100m nachdem die Straße den höchsten Punkt erreicht hat, knickt sie scharf nach links und endet an einem Haus. Hier gehen wir rechts am Haus vorbei Kirche von Paterno-S.Elia auf Steinstufen geradeaus bergab (siehe Foto rechts, 50m vor der Verzweigung). 150m später biegen wir an der Verzweigung nach rechts und folgen diesem Weg durch das zweite Seitental (Valle Vene d.Madonna). Über einen Treppenweg steigen wir dann hoch zur Kirche von Paterno-Sant'Elia (N40.6817°/E14.6394°, 230m). Vor bzw. westlich der Kirche beginnt eine breite Straße (Foto links: Blick zurück auf die Kirche von Paterno-S.Elia). Nach 600m biegt sie nach links ab, wir gehen hier aber den rechts vom Haus ansteigenden Weg und umrunden das dritte Seitental (Valle Capo d'Acqua). Ungefähr hier ist die südliche Grenze der Tramonti-Ebene. An der Südseite des Tales geht es durch einen kleinen Wald und nach Umrunden des Bergrückens folgen wir dem Weg links bzw. unterhalb eines Hauses mit Hangterrasse. Nach 250m erreichen wir das Ende der Hangterrasse, gehen schräg links über Stufen hinab und wandern an der tieferliegenden Hangterrasse bis zu deren Ende entlang. Hier, bei einer auffällig stabilen Stangenkonstruktion, gehen wir nach rechts und umrunden parallel zum Hang das vierte Seitental (Valle Orasiero).

Bald erreichen wir die oberen Häuser von Ponteprimàrio und folgen links dem Weg über Stufen hinunter. Zwischen den Häusern geht es über Wege und Treppen bergab, und wir halten uns an allen Verzweigungen links, immer der braun-weißen Porphyr-Pflasterung entlang bis hinunter auf die kleine Piazza von Ponteprimario (N40.6700°/E14.6432°, 80m). Links geht es zu Hauptstraße, die auf der linken Talseite nach Maiori führt. Wir aber biegen nach rechts ab und wandern auf der rechten Seite des Tales auf der Nebenstraße die 3km nach Maiori hinab, 50 bis 100m parallel (westlich) der Hauptstraße. Unterwegs ist diese Straße durch eine Gärtnerei unterbrochen. Hier gehen wir auf der niedrigen Mauer, biegen mit der Mauer nach rechts und kommen nach einigen Metern wieder auf die Straße.


Von Maiori über Amalfi, Positano und Sorrento zurück nach Pompei
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In Maiori (N40.6482°/E14.6407°) laufen wir bis zur Uferpromenade, der Amalfitana hinunter. 100m weiter östlich mündet übrigens die Straße vom Vàlico di Chiunzi auf die Uferpromenade - und dort fährt auch der SITA-Bus nach Polvica ab. Als altenative kleine Nachmittags-Wanderung könnte man von hier mit dem Tramonti-Bus bis nach Polvica fahren und dann den oben beschrieben Weg zurück nach Maiori laufen. Wir gehen aber nach rechts in westlicher Richtung und kommen nach wenigen Schritten an einer Tankstelle vorbei. Hier geht nachher der SITA-Bus nach Amalfi ab. Auf der anderen Straßenseite (zum Meer hin) steht das Haltestellenschild "FERMATA SITA" und ein Wartehäuschen. Die Fahrkarte bis Sorrento (4700LIT = 2,50EUR) erhalten wir 50m weiter im Tabacci-Laden oder nochmal 50m weiter in der Bar Oriente. Die Karte ist beim Einsteigen in den Bus abzustempeln.

Von der Haltestelle an der Tankstelle in Maiori fährt der SITA-Bus auf der Amalfitana über Minori und Atrani bis auf den grossen Busparkplatz an der Uferpromenade von Amalfi (N40.6343°/E14.6028°). Dort steigen wir in den SITA-Bus nach Positano. In Positano, fährt der Bus in einem Linksbogen rechts um Positano herum und hält dann unmittelbar vor einer Bar. Hier steigen wir aus und warten auf den SITA-Bus nach Sorrento. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist die westliche Einfahrt von Positano, die Viale Pasitea. Der Bus nach Sorrento fährt noch einige Kilometer auf der Amalfitana bis zu deren Ende und verläßt dann die Küste, um über Piano di Sorrento und S.Agnello in Sorrento vor der Circumvesuviana-Stazione (N40.6262°/E14.3790°) anzukommen. Wir gehen in den Bahnhof, lösen eine Fahrkarte bis "Pompei Scavi" (2200LIT = 1,20EUR) und fahren mit der Circumvesuviana-Bahn nach Pompei zurück.

Und wenn wir wieder in Pompei ankommen, sind je nach Wandergeschwindigkeit und Wartezeiten an den Haltestellen 12-14 Stunden vergangen, seit wir am Morgen von Pompei aufgebrochen sind.


Seiten-Statistik seit Mai 1999 (12064)   http://home.arcor.de/abu/italia/chiunzi.htm
 © April 1999 Axel Bug email to Axel Bug axel015 @ arcor,de,   Letztes Update: 02.10.2005  


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