Der Höhenmesser

Funktion

Das Prinzip des barometrischen Höhenmessers, wie er im Segelflug verwendet wird, beruht auf der Luftdruckabnahme mit der Höhe.

Kernstück ist eine. im Gegensatz zum Fahrtenmesser – geschlossene Membrandose mit verringertem Innendruck (Aneroiddose). Sie lässt sich unter erhöhtem äußerem Druck zusammendrücken und dehnt sich bei Druckverringerung aus. Diese Bewegungen der Dose werden von einer Mechanik auf ein Zeigerwerk übertragen. Die Skala ist entweder in Meter oder Fuß geeicht.

       Der Höhenmesser benötigt nur eine Zuleitung für den statischen Druck.

Mit einer Nachstellschraube stellt man den Bezugdruck für die Anzeige des Höhenmessers ein. Dabei unterscheidet man zwei Möglichkeiten:

Bei der QNH-Einstellung dreht man die Höhenmesseranzeige auf die Platzhöhe, wenn das Flugzeug am Boden steht. Im Luftdruckfenster erscheint dann der aktuelle QNH-Wert. Stimmt er nicht mit der QNH-Angabe einer Start- oder Landeinformation überein, so behält man die Höhenanzeige bei und merkt sich die Differenz. Damit werden dann die weiteren QNH-Einstellungen korrigiert.

Stellt man dagegen den Höhenmesser am Boden auf Null Meter Höhe ein, so wird im Druckfenster der aktuelle Luftdruck, das QFE, angezeigt. Die Druckanzeige im Nebenfenster verändert sich nicht mit dem Luftdruck, so dass man auch beim Flug beim Einstellen des QNH stets die Höhe über MSL, beim Einstellen des QFE stets die Höhe über dem entsprechenden Platz ablesen kann. Alle Höhenmesseranzeigen beziehen sich also immer auf die Druckhöhe, die dem eingestellten Wert im Druckfenster entspricht. Stellt man den Höhenmesser auf einen höheren Druckwert um, dann erhöht sich auch die Höhenanzeige und umgekehrt. Andererseits lässt sich aus einer veränderten Höhenanzeige die Luftdruckänderung erkennen. Nehmen wir an, ein Flugzeug wurde am Tag zuvor mit einer Höhenmesseranzeige von 500m abgestellt. Am nächsten Morgen zeigt der Höhenmesser 540m an. Das entspricht einem Luftdruckabfall um5hPa, wenn man ein barometrisch Höhenstufe von 8m pro hPa in Bodennähe annimmt.

Höhenmesserfehler

Hysteresis: Steigt man auf große Höhen, so dehnt sich die Dose des Höhenmessers relativ weit aus. Beim Abstieg nimmt sie nicht mehr ganz ihr ursprüngliche Form an, sondern bleibt in etwas überdehnten Zustand, von dem sie sich erst nach einiger Zeit „erholt“. Diesen Effekt nennt man Hysteresis. Er ist umso stärker, je schneller man den Höhenunterschied zurück legt. Erfolgt zum Beispiel nach einem Thermikflug ein rascher Abstieg aus 2000m, so muss man beim Landen damit rechnen, dass sie Höhenmesseranzeige nachhinkt. Es kann durchaus sein, dass man unmittelbar vor dem Aufsetzen noch eine Höhe von 50m angezeigt bekommt. Für ungeübte Piloten bildet daher der Hystersis-Effekt eine Gefahr.

Fehler durch Luftdruck und Temperaturschwankungen: Auch Höhenmesser sind nach den Werten einer angenommen Durchschnittsatmosphäre gebaut. Weichen die tatsächlich vorgefundenen Luftdruck- und Temperaturwerte von denen der sog. Standardatmosphäre ab, so zeigt der Höhenmesser falsch an.

Quelle:Winfried Kassera: Flug ohne Motor, erschienen im Motorbuch Verlag, Stuttgart