Teil 4: Interpretation - "Wir amüsieren uns zu Tode"

 

„Wir amüsieren uns zu Tode“ ist eine nicht ganz humorlose Darstellung der Entwicklung der einzelnen Informationsmedien im Laufe der Zeit. Postman kommt dabei immer wieder zu einem Schluss, der auch die Kernaussage des Buches darstellt: Fernsehen ist ein Medium, das auf Bildern basiert und deswegen ungeeignet zum Übermitteln von Informationen wie Nachrichten ist.

Zugleich möchte er aber auch wissen lassen, dass er vom Fernsehen an sich sehr viel hält, wenn er schreibt: „Gegen das dumme Zeug, das im Fernsehen gesendet wird, habe ich nichts, es ist das Beste am Fernsehen, und niemand und nichts wird dadurch ernstlich geschädigt.“ Postman meint, dass die meisten Informationssendungen oder Nachrichtensendungen zwar Informationen vermitteln, dies jedoch nur auf der Idee der Unterhaltung basiert, weswegen die Bedeutung des Inhalts grundlegend geändert wird. Der Beweis für diese These ist für ihn das gute Aussehen der Nachrichtenleute, was sie zu den am Besten aussehenden Menschen in Amerika macht. Man sieht in den Nachrichten nie Menschen, die älter als 50 Jahre sind, die eine Glatze haben, die etwas dicker sind oder anders optisch unsympathisch wirken. Der Grund dafür ist, wie Postman ausführt, dass die Glaubwürdigkeit in diesem Medium darunter leiden würde. Niemand will ernsthaft die Neuigkeiten des Tages von einer übergewichtigen, ungepflegten Moderatorin präsentiert bekommen.

In fast jeder Publikation Postmans kritisierte er die neuen Medien und stellte den Lernfaktor eben dieser in Frage. In einer Rede unter dem Motto „Five Things We Need to Know About Technological Change“, die mit 27. März 1998 datiert, erklärte er, dass man sich nicht nur die Frage „Was wird die neue Technologie machen“ stellen sollte, sondern sich auch überlegen sollte, „was die neue Technologie rückgängig macht“ . Obwohl letztere Frage viel seltener gestellt wird, ist sie trotzdem oder gerade deswegen wichtiger.

In seinem 1992 erschienenen Buch „Technopoly“ formulierte er seinen Zweifel an dem Nutzen des heute alltäglichen Einsatzes eines EDV-gestützten Schullernprogramms wie folgt: „Ich behaupte nicht, dass es [das Programm], von einem geschickten Lehrer richtig eingesetzt, nicht hilfreich sein kann, aber ich zweifle daran, dass es mehr leistet als Papier und Bleistift und das Sprechen selbst, wenn sie von einem geschickten Lehrer richtig eingesetzt werden.“ Ähnlichen Tenor findet man in fast allen Aussagen zu dem Brennpunkt „neue Medien“.

Weiters befürchtete er, dass der Zwang zur Bebilderung zu einer Entleerung der Inhalte führe. Diesem Zustand gab er mit „Infotainment“ – welches eine Kombination der Wörter Information und Entertainment darstellt - einen passenden Überbegriff.

 

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