Heckkoffer Meuffeleien
Es ist eigentlich ganz einfach. Für alle, die sich inspirieren lassen,
hier eine detailierte Anleitung. Es klingt brutal, ist aber wirklich sehr
einfach: Was zuviel ist wird abgeschnitten und wo was fehlt, wird halt noch
was drangeklebt. Ärzte haben es von der Überwindung her leichter.
Die sind es gewohnt ein Skalpel mutig in's Fleisch zu ritzen. Allen
anderen: NUR MUT!
Material
- geschlossenporiger (gibt es überhaupt offenporigen?) PE-Schaum
(sog. Iso-Matte) in verschiedenen Dicken,
wobei die Wahl eher nach dem vorhandenen Material getroffen wurde.
- Heissklebepistole mit viel Stoff. Hilfreich war Hannos "Drahtlose", es
tut aber auch meine billige von Aldi & co.
- sehr! scharfes Messer
- Aufklebbare Klettbänder, z.B. 50x10cm von Conrad.
Ablauf
Die Beschreibung meines Arbeitsablaufes erhebt keinerlei Anspruch auf den
besten und ultimativen Weg, sondern beschreibt lediglich, was ich mit Hilfe
von Hanno Hirsch und Wolfgang Bion zustande gebracht habe. (War eine tolle
Einstimmung auf die Spezi2000. DANKE Hanno!)
- Über den Gepäckträger wird als Unterbau ein Rechteck
0,8mm (schwarz) gelegt und mit kleinen Drahtstückchen fixiert. Nach
vorne werden zum Sitz Dreiecke stumpf angeklebt.
- Dann werden seitlich unter den Sattel 15 cm breite Streifen in der Form
des Sitzes angeklebt. (An den Unterbau, nicht an den Sitz!)
Der Stabilität wegen hier 15mm dick. In der Mitte wird das
fehlende Dreieck einfach nur stumpf angesetzt.
- Das naechste ist die Unteseite, ebenfalls 15 cm breit.
- Oh, da fehlt doch glatt oben noch ein kleines Stück. Na, dann kommt
halt noch was dran. Nun wird die obere Kante mit einem Draht am Sitz
fixiert.
- Die unteren Böden werden nach hinten spitz zulaufend gescnitten. Das
abgeschnittene Stueck dient auf der anderen Seite als Schablone. So
erhaelt man Symetrie.
- Und schon kommt die Seitenwand (10mm) aussen drauf. Vorsicht bei der
Kalkulation. Das Zeug geht quadratmeterweise weg wie nix.
Und was zuviel ist wird abgesäbelt. Oder wie ich schon als
Dreijähriger gesagt hab: weggemessert ;-)
- Entsprechend die andere Seitenwand. Vorne wird entsprechend der
Koerperlinie abgeschnitten. Kann ruhig überstehen um sich besser
am Körper anzulegen. Fördert ausserdem die Hinterlüftung
am Sitz durch gezielteren Strömungsverlauf.
- Am Gepäckträger wird nochmal ein Dreieck eingesetzt und ansonsten
die Seitenteile aneinandergeklebt. Die Kanten könen prima schräg
abgeschnitten werden und ausserdem etwas nach hinten überstehen.
Die Oberseite bildet sich durch stumpfes aneinanderkleben der
Seitenteile. Der Schaumstoff ist so flexibel, dass der Übergang
von hinten platt aneinander auf oben stumpf mit etwas angefaster Kante
(ca 10cm) sehr problemlos möglich ist.
- Wenn der Koffer jetzt endlich eine geschlossene Einheit bildet, wird er
wieder kaputt geschnitten ==> Der Deckel. Aber Achtung: Damit kein
Regenwasser reinläuft den Schnitt schräg führen! Da er
sofort nach dem Abschneiden wieder die flache Haltung einnimmt, wird
er vorne durch ein Stück mit der gleichen Rundung wie die Box wieder
in Form gebracht. Die Schnittkante verläuft genau hinter der
Vorderwand der Box.

Damit er auch im spitzen Teil hinten die Form behält, wird ein Keil
eingesetzt. Damit der Deckel gut schliesst wird innen einfach noch eine
Fürung eingeklebt.
- Auch in den Koffer wird innen ein Keil zur Stabilisierung eingesetzt.
- Damit mir der Deckel nicht unterwegs wegfliegt und damit auch hier kein
Wasser eindringt, kommt noch ein Streifen (schräge Kanten)
obendrüber. Bleiben für das Wasser nur noch auf jeder Seite
4 cm vorne am Deckel. Damit lebe ich erst mal. Evtl. kommt da später
Türdichtungsband auf die Kante. Damit hält der Deckel sehr gut
und muss nicht mit irgendwelchen Scharnieren versehen werden.
- Jetzt werden die Drahtfixierungen entfernt und die Box mit
Klettverschlüssen an Gepäckträger und Sitz befestigt.
- Da der Koffer etwas nach hinten über den Gepäckträger
hinaussteht, muss ich auch mein Rücklicht noch weiter nach hinten
versetzen.
Fortsetzung
Der Koffer ist ja schon ganz brauchbar geworden. Zur Verfeinerung und zum
besseren Schutz des Schaumstoffes empfiehlt sich allerdings noch eine
Auflage. Entweder aus einer Lage Epoxy oder mit Pattex flächig verklebter
Kunststofftischdecke. Ich tendiere zu letzterem, eine Beschreibung dazu findet
sich bei Wolfgang Bion (Menü Technik)
Und dann kommt noch eine Nase. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist....
Fehlt nur noch die Zeit dazu.
Und die Zeit durch Rollversuche mal nachzumessen, was der ganze Aufwand
wirklich bringt.