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© by Aisling (Aisling@gmx.net), November 2007
Das Essen war fast fertig, als Eddie nach einem sehr langen Telefongespräch aus dem Wohnzimmer zurück kam. Er schlang seine Arme um Chris' Taille und versuchte über dessen Schulter in die Töpfe zu schauen. Chris grinste. Wahrscheinlich hatte der Currygeruch ihn dazu gebracht, das Telefonat zu beenden. "Hmmm, das riecht gut. Was gibt es?" "Indisch. Ich hab da was ausprobiert. Mit Hähnchen und vielen Früchten." "Ist es scharf?" Gleichzeitig zupfte Eddie das Hemd aus Chris' Hose. "Scharf genug für dich. Und nimm deine Finger weg. Vor dem Essen wird nicht genascht." "Du bist gemein zu mir", schmollte Eddie. "Nein, ich will nur nicht, dass alles verkocht. Du kannst schon mal den Tisch decken." Chris drehte die Herdplatten ab. "Was wollte eigentlich deine Mutter?" Er nahm einen Topf und schüttete den Reis über ein Sieb ab. "Woher weißt du, dass es meine Mutter war?" "Weil ihr ewig telefoniert habt. Selbst Mike wimmelst du nach 'ner halben Stunde ab." "Mein Bulle merkt wieder alles:" "Dein Bulle fragt sich, was Iris wollte. Gibt es Probleme mit ihrem ,Lebensabschnittsgefährten' und sie sucht Rat bei dir?" Chris drehte sich um und sah seinen Freund an. Eddies Gesichtsausdruck war sehr zerknirscht. "Sag nicht, dass sie Weihnachten..." Eddie nickte nur. "Scheiße. Warum bist du weich geworden?" Sie hatten doch nur den 24. für sich allein. Am ersten Weihnachtstag musste Chris arbeiten und am zweiten wollten einige Freunde vorbei kommen. "Sie hörte sich so allein und verloren an", verteidigte Eddie sich. "Iris ist eine begnadete Schauspielerin", konterte Chris. "Peter hat sie versetzt, weil er doch lieber in Familie machen will. Was sollte ich machen, Chris?" "Sie hat doch ihre Bridge-Damen." "Die haben einen Flug nach Gran Canaria gebucht. Alles ist ausgebucht und Mutter kann sich nicht mehr dranhängen." "Scheiße!", fluchte Chris schon wesentlich lauter. "So schlimm ist meine Mutter nun nicht, ohne sie wären wir gar nicht zusammen." Das brachte Chris zur Vernunft. "Hast ja Recht. Ich liebe sie. Aber nicht genug, um sie drei Jahre hintereinander über Weihnachten hier zu haben. Denn wenn sie da ist, läuft bei uns im Bett gar nichts. Und wenn sie bei der Bescherung mit dabei ist, bekommst du nur ein Paar Socken." Das eigentliche Geschenk war nur für Eddies Augen bestimmt. "Es tut mir leid. Sie sagte, dass wir nicht kochen sollen, da sie uns zum Essen einladen wird." "Dann müssen wir für mich 'nen neuen Anzug kaufen." Der alte hatte Rotweinflecken, die nicht mehr rausgingen. "Bist du verrückt?" Eddie starrte Chris schockiert an. "Ich stürze mich doch nicht an einem Adventssamstag freiwillig ins Gewühl." "Wann sollen wir das sonst machen? Bei den Überstunden, die wir beide schieben, geht das doch in der Woche nicht mehr. Außerdem müssen wir jetzt doch noch einen Weihnachtsbaum kaufen. Du sorgst dieses Jahr dafür, dass er weder zu groß ist noch am 24. nadelt." Chris setzte sich hin. Irgendwie hatte er gar keine Lust mehr auf Weihnachten. Er hatte sich so auf einen ruhigen, gemütlichen Abend mit Eddie gefreut. Gemeinsam kochen, jede Menge Verwöhnsex und die Geschenke sollten etwas ganz besonderes sein. Doch mit Iris... Nein, wenn sie dabei war, musste Chris noch ein anderes Geschenk kaufen. "Wenn du möchtest, ruf ich sie an. Sag ihr, dass du für uns als Weihnachtsüberraschung eine Suite in Paris gebucht hast." Eddie war von seinem eigenen Vorschlag nicht begeistert. Chris konnte ihn sehr gut verstehen. Sie hatten Iris viel zu verdanken. Eddies Werkstatt wäre ohne ihre Unterschrift und tatkräftige Hilfe nur ein Traum geblieben. Chris stand auf, ging zu seinem Freund und wuschelte ihm durchs Haar. "Ist schon gut. Bisher hat es auch immer Spaß gemacht, mit ihr zu feiern, sie ist ein prima Kerl. Nur..." "Du hattest dir etwas anderes für dieses Jahr gewünscht." "Hm." "Ich auch." Eddie stand auf und nahm Chris in den Arm. "Können wir nicht unser Weihnachten vorfeiern? Nächstes Wochenende hast du doch frei. Wir gehen morgens einkaufen und danach feiern wir. Mein Geschenk für dich ist nicht für die Augen meiner neugierigen Mutter gedacht." Unwillkürlich musste Chris grinsen. "Du meinst, sie will wissen, woher du es hast, damit sie es ihrem Peter schenken kann?" "Das will ich mir gar nicht vorstellen. Danke für das Bild, das wirkt besser als jede kalte Dusche." "Was hast du für mich gekauft?" Chris war nur ein ganz kleines Bisschen neugierig. Eddie war sonst immer erst zwei Tage vor Weihnachten losgezogen. Es musste also etwas Besonderes sein. "Nix da! Du erfährst überhaupt nichts von mir. Das Geschenk bekommst du erst zur Bescherung. Und bevor mein neugieriger Bulle anfängt zu suchen, sollte er daran denken, dass ich auch eine Werkstatt habe, in der ich die Sachen verstecken könnte." "Wo deine Leute drüber stolpern?" Als Eddies Finger sich an Chris' Hemd zu schaffen machten, grinste Chris. Er beugte sich vor und knabberte an Eddies Hals. "An den Safe komm nur ich. Keine Sorge. Und wenn du noch tiefer wanderst, dann vernasch ich dich doch vor dem Abendessen." "Warum nicht?" Chris knöpfte Eddies Hemd auf, um mehr Haut zu spüren. "Mir ist da eben etwas ganz schwer auf den Magen geschlagen. Besser ich befriedige erst einen anderen Appetit." Als Antwort bekam Chris einen heißen Kuss, der ihn alles andere vergessen ließ.
Erst viel später dachte er, dass Iris' Besuch auch einen Vorteil hatte: Er würde viel mehr Geschenke bekommen.
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