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© by Aisling (Aisling@gmx.net), November 2007
"Komm raus! So kalt ist es gar nicht und ich brauche deine Hilfe!" Als Alexa aus dem Fenster sah und die große Schneekugel erblickte, die Adam rollte, öffnete sie das Fenster. "Ich komme gleich. Muss mir nur etwas Warmes anziehen." "Wenn du dich nicht beeilst, dann baue ich ihn ohne dich." "Wehe dir!" Adam lächelte in seiner unwiderstehlichen Art und Alexa wurde ganz warm. "Gib mir zwei Minuten." So schnell war sie schon lange nicht mehr in ihre Winterschuhe und den warmen Mantel geschlüpft, dann noch Handschuhe und Schal eingesteckt und schon war sie draußen.
Drei Stunden später hatten sie einen über zwei Meter hohen Weihnachtsmann gebaut. Es hatte ein ganz normaler Schneemann werden sollen, doch dann organisierte Adam eine rote Mütze und einen Sack. Während Alexa auf den Zehenspitzen stehend versuchte, ein leidlich ansehnliches Gesicht zu formen, füllte Adam den Sack mit Schnee und warf ihm den Weihnachtsmann über die Schulter. Zum Schluss setzte Alexa ihm die Mütze auf und trat zurück, um ihr gemeinsames Werk zu betrachten. Der Weihnachtsmann sah wirklich gut aus. "Entschuldigen Sie..." Adam sprach einen Passanten an und gab ihm seine Kamera. Lächelnd folgte Alexa der unausgesprochenen Bitte und stellte sich mit Adam neben ihr Kunstwerk. Nachdem es Klick gemacht hatte, wollte Alexa zur Seite gehen, doch Adam hielt sie fest, nahm sie in den Arm und gab ihr einen tiefen Kuss. Da machte es noch einmal Klick. Adam löste sich von ihr und holte die Kamera zurück. "Du siehst ganz schön verfroren aus. Lass uns rein gehen und während du duschst, mache ich einen heißen Tee." Alexa kannte ihren Freund gut genug, um seiner Fürsorge nicht zu widersprechen. Sie gab ihm einen Kuss auf die Nasenspitze und Arm in Arm gingen sie ins Haus.
Erst unter der Dusche merkte Alexa, wie kalt ihr wirklich geworden war. Ihre Zähne klapperten trotz des heißen Wassers und sie fühlte sich ganz schwach. Dabei wollte sie nicht schwach sein. Sie hatten noch so viel vor. Adam wollte mit ihr hier, im Schnee, Weihnachten feiern, anschließend sollte es nach Ägypten zu den Pyramiden gehen und dann wollte er ihr die Akropolis zeigen. Sie hatten noch viele andere Träume, aber Alexa war realistisch genug, um zu wissen, dass sie sich glücklich schätzen konnte, wenn sie die Akropolis sehen würde. Jeden Tag verlor sie ein klein wenig mehr an Kraft. Adam konnte sie es schon lange nicht mehr verheimlichen. So wie er seine Sorge um sie nicht mehr verbergen konnte. "Alexa, Liebe? Wie weit bist du?", klang es dumpf durch die Badezimmertür. "Ich komm gleich raus." Das hielt Adam nicht davon ab, das Bad zu betreten. Als Alexa den Duschhahn zudrehte, stand er schon bereit und hielt ihr ein flauschiges Handtuch hin. Sie lehnte sich an ihn, als er ihr liebevoll die Haare trocken rubbelte, und sie lachte übermütig, als er sie anschließend hochhob, ins Schlafzimmer trug und sie auf dem Bett absetzte. Hoffnungsvoll sah Alexa zu ihm hoch. Adam beugte sich zu ihr, gab ihr einen Kuss, doch dann löste er sich von ihr. "Nicht jetzt, später. Du musst dich erst ausruhen, du hast dich eben sehr angestrengt." "Das heißt aber nicht, dass ich deswegen wie eine Schwerkranke ins Bett gesteckt werden muss." "Liebes, bitte." Alexa sah Adams resignierten Ausdruck und gab nach. "Zwei Stunden schlafe ich jetzt, aber wehe, du versuchst dich dann mit Migräne rauszureden." Adam nahm ihre Hand, drückte sie und hauchte Küsse auf ihre Fingerspitzen. "Glaubst du ernsthaft, dass ich mit einer so billigen Ausrede ankommen würde. Ich würde mir etwas viel phantasievolleres ausdenken." "Und was?" "Das verrate ich dir nicht. Ansonsten wirst du es mir nicht glauben." Er gab ihr noch einen Kuss auf die Stirn, dann deutete er auf den Nachttisch. "Dein Tee. Möchtest du einen Schluck?" "Gerne." Alexa wollte nicht, dass Adam schon ging. Alexa blies ein paar mal in die Tasse, sog dabei das Aroma ein. Vorsichtig nahm sie einen Schluck. Die Wärme und Adams Nähe taten so gut. Als sie die Hälfte des Tees ausgetrunken hatte, machte sich ihre Erschöpfung wieder bemerkbar. Sie ließ zu, dass Adam ihr die Tasse abnahm, und legte sich hin. "Schlaf gut, Alexa. In einer Stunde wecke ich dich." Er deckte sie zu und ging hinaus, ließ aber die Tür einen Spalt breit offen, so dass das Licht hinein schien. Alexa wusste, dass er nur einen einzigen Weihnachtswunsch hatte: so lange wie möglich mit ihr zusammen zu sein. Sie würde alles tun, um dies möglich zu machen.
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