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Eine der bekanntesten zeitgenössischen Abbildungen
über Brettchenweberei stammt aus der Großen Heidelberger Lieder-hand-schrift
(besser bekannt als Codex Manesse) auf der Tafel 94 Rost, Kirchherr zu Sarnen.
Diese Abbildung ist jedoch sehr verwirrend gezeichnet. Es wird vermutet,
daß dem Nachtragsmaler verschiedene Bildvorlagen durcheinander geraten
sind. Zudem wird der Maler bei Erstellung der Zeichnung keine direkte Abbildung
einer Brettchenweberei vor Augen gehabt haben, bzw. nur eine Vorlage, die
er nicht verstanden hat. Besonders ungewöhnlich ist, dass sich der Webkamm
zwischen Borte und den Sechslochbrettchen befindet. Mir ist keine Technik
bekannt, in der eine Brettchenweberei in dieser Reihenfolge angeordnet ist,
da es mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden ist, nach dem Drehen
der Brettchen an dem Webkamm vorbeizugreifen um den Schuß mit dem
Webschwert an die Borte anzuschlagen. |
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Das mittelalterliche Glasfenster aus St. Dionys in Esslingen ist um 1330 entstanden. Es zeigt eine Verkleinerung des klassischen Gewichtwebstuhls, der zum Brettchenweben genutzt wurde. Das fertige Gewebe ist oben und die Fäden wurden unten auf einem Holzrahmen aufgewickelt. So wird es auch relativ einfach gewesen sein, die Spannung zu halten und eine regelmäßige Borte zu weben. | ![]() |
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Die linke Abbildung aus einem Pariser Stundenbuch um 1410 (Atelier des Bedford-Meisters) zeigt auf dem fol. 81v 'Maria am Webstuhl, von einem Engel bedient' einen 'typischen' Brettchenwebstuhl der damaligen Zeit. Die Weberei ist zwischen zwei Stangen aufgespannt und die Weberin sitzt seitlich zu der Borte. Ich persönlich halte diese Methode des Brettchenwebens zwar für nicht wirklich bequem und recht unpraktisch, aber sie ist praktikabel. |
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Eine Abbildung von einem recht ungewöhnlicher Brettchenwebstuhl, habe ich vor unendlichen Zeiten per Mail bekommen. Deswegen kann ich leider nicht sagen, wo das Original zu finden ist. Vom Stil her ist es eine flämische Malerei des 15. Jahrhunderts. Ungewöhnlich ist, dass man erkennen kann, dass mit sechsloch Brettchen gewebt wurde. Ich frage mich nur, wie der Webstuhl die zunehmende Spannung ausgehalten hat, die entsteht, je weiter man webt. | ![]() |
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In einem Auktionskatalog aus dem Jahr 2005 gab es die Abbildung von Maria, flankiert von zwei Engeln.
Ob sie jetzt webt, oder eine primitive Harfe spielt... ich kann es nicht sagen. Tatsache ist nur, dass sie etwas in ihrer rechten Hand hält.
Vom Stil her würde ich diese Buchmalerei ins beginnende 15. Jhd. einordnen. |
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Aus dem Stundenbuch der Katharina von Kleve, das um 1440 entstanden ist, stammt dieses Bild. Es zeigt Maria, die ein schmales Band webt. Man kann deutlich ein Webschiffchen in ihrem Schoß und ein Webschwert in ihrer Hand sehen, aber Brettchen sind keine vorhanden. Somit ist es 'nur' ein Bortenwebstuhl. |
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Aus 'De mulieribus claris', das im 15. Jahrhundert entstanden ist, stammt dieses Bild Hier sieht man wieder ein Webschwert, aber keine Brettchen zum Brettchenweben. Sehr schön ist zu erkennen, wie die Borte an den Enden des Webstuhls geknotet ist, somit ist auch die Frage geklärt, wie hier die Spannung reguliert wird. |
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Eine Wandmalerei aus dem Kanonikerhaus in Konstanz. Sie ist um 1320 entstanden. Leider sind die Details verblichen, aber man kann deutlich ein Webschwert erkennen. Und dann hält sie noch etwas in der Hand, was ich als Brettchen interpretiere. |
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Diese Buchmalerei zeigt drei Königinnen (aus dem Avis aus Roys ca. 1340 -1360. Hier fällt das große Webschwert auf. Und dass die Brettchen (??) rund sind. ich gehe davon aus, dass es Brettchen sind, eine bessere Erklärung habe ich noch nicht gefunden. |
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Diese Buchmalerei zeigt Maria webend aus einem Stundenbuch, dass zwischen 1400 und 1410 entstanden ist. Ich bin mir nicht ganz sicher, was der Maler gezeichnet hat, man sieht ein gigantisches, unpraktisches Webschwert und Brettchen, die Maria in ihrer linken Hand hält. Aber da ist noch etwas auf der linken Seite der Borte. Was es ist, kann ich leider nicht erkennen, vielleicht ein Webkamm. Aber Sinn macht er an diesem Platz nicht. |
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Maria, webend in einem Stundenbuch aus der Zeit von 1430 - 1435. Während Marie die Sechslochbrettchen dreht, hat sie das Webschwert in die Kette gesteckt. Irgendwie sieht es so aus, als ob alle Fäden durch alle Brettchen laufen - ich stelle mir die Frage, ob der Maler nicht in der Lage war, die Technik wiederzugeben, oder ob er Probleme mit dem dreidimensionalen Malen hatte. |