Der Schienenverkehr stellt seine Probleme. Eines davon ist die rationelle Lösung der vielfältigen Verschiebearbeiten, wie sie z.B. in Bahnbetriebswerken beim Umsetzen von Triebwagen, Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven auftreten oder wie sie in Industriebetrieben, Hafen- oder Lageranlagen beim Verschiebe-, Versand- und Zulieferdienst anfallen, um nur einige der wichtigsten Aufgaben zu nennen. Wenn hierfür eine rationelle Lösung gefordert wird, dann gehört dazu nicht nur ein leistungsfähiges Fahrzeug mit günstigen Anschaffungskosten und geringem Wartungsaufwand, sondern auch ein Fahrzeug mit umweltfreundlichen Eigenschaften ohne Staub-, Geräusch- und Geruchsbelästigungen sowie ohne behindernde Oberleitungs-Fahrdrahtüberspannungen u.ä..
Auf diesen Katalog von Forderungen ist unsere EL 16 eingestellt. Gestützt auf bewährte Bauteile der LEW-Akku-Grubenlokomotive EL 8 entstand das Elektro-Schleppfahrzeug mit Batterie-Antrieb. Bereits über 100 Akku-Schleppfahrzeuge haben sich unter harten Betriebsbedingungen bewährt.
Das Fahrzeug wird mit seinen zahlreichen technologischen und ökonomischen Vorteilen bereits von vielen Bahn- und Industriebetrieben mit Erfolg genutzt. Mit dem Akku-Schleppfahrzeug wurde eine echte Bedarfslücke geschlossen, die besonders bei kleineren Betrieben in Erscheinung trat. Gerade sie sind mit ihrem Zubringer- und Versanddienst auf ein wirtschaftliches und leistungsfähiges Schienenschleppfahrzeug angewiesen und müssen auf die Anschaffung einer Diesel- oder Elektrolokomotive aus ökonomischen Gründen verzichten. Mit einer EL 16 aus dem LEW-Kombinat Hennigsdorf können u.a. auch diese Betriebe ihre innerbetrieblichen Schienenverkehrsprobleme rationell lösen.
Der Rahmen ist als geschweißte Kastenrahmen-Konstruktion ausgebildet und nimmt das Führerhaus mit den sich nach vorn und hinten anschließenden Vorbauten zur Unterbringung der Batterien auf.
Am Bedienungsstand im Führerhaus sind alle Geräte und Instrumente für die Bedienung und Überwachung des Schleppfahrzeuges übersichtlich und bequem erreichbar untergebracht und können von zwei Seiten aus bedient werden. Die Rundumverglasung bietet ausgezeichnete Sichtmöglichkeiten. Eine Einstiegsleiter an jeder Fahrzeugseite und nach innen zu öffnende Türen ermöglichen einen leichten und sicheren Zutritt. Die Türen sind verschließbar und mit Fallfenstern ausgerüstet. Zur Ausstattung des Führerhauses gehören weiterhin ein Klapptisch, ein Klappsitz und ein Aufbewahrungsfach.
An den Trageösen auf dem Dach kann da gesamte Führerhaus nach den Lösen der entsprechenden Schrauben mittels Kran vom Rahmen abgehoben werden. Auf diese Weise kann das Schleppfahrzeug unter Einhaltung des erforderlichen Lichtraumprofils auch per Waggon über längere Strecken befördert werden. Die in den Vorbauten untergebrachten beiden Batteriebehälter lassen sich mit Hilfe einer Hebevorrichtung leicht auswechseln. Die seitlichen Klappen an den Vorbauten sowie die nach oben aufklappbaren Hauben gewährleisten eine einwandfreie Wartung der Batterien. Die mittleren Stirnfenster des Führerhauses sind schwenkbar, so dass eine bequeme Batteriewartung auch vom Führerhaus aus möglich ist.
Die Radsätze laufen in Wälzlagern. Beide Achswellen sind durch eine Rollenkette miteinander verbunden, wodurch trotz der beim Ziehen und Drücken auftretenden unterschiedlichen Achsbelastungen die volle Zugkraft erreicht wird. Die Achswellen tragen die aufgepressten Radscheiben mit den aufgeschrumpften Radreifen. Weiterhin sind das Antriebszahnrad und das Rollenkettenrad auf die Achswelle aufgepresst. Die Rollenkette wird über eine entsprechende Vorrichtung gespannt. Die Achswelle besitzt eine Lagerstelle für das Tatzlager des Zwischengetriebes. Die Kräfte, die durch die Achsbelastung auftreten, werden, ohne die zulässige Spannung zu überschreiten, von stabilen Blattfedern aufgenommen.
Die Zug- und Stoßvorrichtung besteht aus einer Verschiebkupplung, die beim Gegenfahren gegen ein mit Zughaken ausgerüstetes Schienenfahrzeug selbsttätig einrastet. Das Auskuppeln kann nur über die Betätigung des entsprechenden Fußhebels im Führerhaus erfolgen. Ein selbsttätiges Entkuppeln ist ausgeschlossen.
Kupplungspedale und Handräder des Fahrschalters sind an beiden Stirnseiten des Führerhauses so angeordnet, dass eine gleichzeitige Betätigung möglich ist.
Als Stossvorrichtung sind je Stirnseite zwei Hartholzscheiben in Pufferhöhe vorhanden.
Die Bremse ist als handbetätigte mechanische Spindelbremse ausgebildet und versieht sowohl die Funktion einer Betriebs- als auch die einer Feststellbremse. Mit einer Handkraft von 50 kp werden 78% der Fahrzeugmasse abgebremst. Alle vier Bremsklötze wirken einseitig auf die Räder. Im Bremsgestänge lässt sich die Bremse nachstellen.
Die Sandstreueinrichtung wird über ein Fußpedal betätigt und gestattet das Sanden der jeweils in Fahrtrichtung vorlaufenden Achse und ermöglicht so die volle Ausnutzung der Zugkraft auch bei schlüpfrigem Schienenzustand.
Die Batterie eine langlebige Gewebetaschen-Bleibatterie liefert die notwendige Elektroenergie für die beiden Fahrmotoren. Kapazität und Spannung der Batterie sind so ausgelegt, dass sie der Motorgröße bei einer Tagesbetriebszeit entsprechen. Zum Anschluss an das Schleppfahrzeug oder an die Ladevorrichtung sind die Batteriebehälter mit unverwechselbaren Steckvorrichtungen ausgerüstet.
Die Fahrmotoren zwei speziell für den Akkumulatorenbetrieb entwickelte geschlossene Gleichstrom-Reihenschlussmotoren in Tatzlagerbauart treiben über ein Zweistufen-Zwischengetriebe je eine der beiden Achsen an.
Die Verbindung der beiden Antriebsachsen mittels nachstellbarer Gelenkkette sichert trotz Achsent- und belastung beim Schieben oder Drücken die volle Zuglast.Jeder Fahrmotor besitzt eine Stundenleistung von 8,5 kW. Zur Gruppierung der Motorfelder sind die Feldwicklungen mit entsprechenden Anzapfungen ausgestattet.
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Die Steuerung der Fahrmotoren erfolgt vom Bedienungsstand aus über einen Starkstrom-Nockenfahrschalter und wird in widerstandsloser Schaltung durch Gruppierung der Batterie, der Fahrmotoren und der Fahrmotorenfelder vorgenommen. Insgesamt 9 Stufen ermöglichen ein verlustloses Anfahren. Die Stufen 3, 6 und 9 sind Dauerfahrstufen.
Der Starkstrom-Nockenfahrschalter ist mit zwei Handrädern ausgerüstet und kann so von der linken oder rechten Seite des Bedienungsstandes aus betätigt werden. Das Umschalen der Fahrtrichtung erfolgt durch einen der beiden Umschalthebel. Nockenwalze und Richtungswalze sind mechanisch gegeneinander so verriegelt, dass die Richtungswalze nur in der Nullstellung der Nockenwalze betätigt werden kann.
Die notwendigen Betätigungselemente wie Schalter und Drucktasten sowie die erforderlichen Messinstrumente sind auf einem Steuerpult auf dem Fahrschalter übersichtlich angeordnet.Die Schutzeinrichtungen sichern den elektrischen Teil de Schleppfahrzeuges gegen unerwünschte Schäden. Als Hauptschalter zum Abschalten der Batterien dient ein zweipoliges elektromagnetisches Schütz, dass über einen Drucktaster vom Bedienungsstand aus betätigt wird. In Verbindung mit einem thermischen Überlastrelais versieht das Batterie-Schütz einen Überlastschutz für die Fahrmotoren.
Sicherungen in den Steckvorrichtungen schützen die gesamte elektrische Anlage gegen Kurzschluss.Die in der Abdeckhaube des Fahrschalters untergebrachten beiden Voltmeter ermöglichen eine ständige Kontrolle des Ladezustandes der Batterien. Die weiteren elektrischen Ausrüstungen dienen im wesentlichen der Beleuchtung und der Signalabgabe. Das Schleppfahrzeug verfügt über zwei Signalleuchten, die an den Stirnseiten über dem linken Puffer installiert sind und aus einer Batteriehälfte mit 56 V gespeist werden. Das Führerhaus ist mit einer Raumleuchte und einer Steckdose für den Anschluss einer Handlampe ausgestattet. Die Beleuchtungseinrichtungen werden über einen gemeinsamen Schalter betätigt.
Für die Abgabe von Warnsignalen besitzt das Schleppfahrzeug zwei Elektro-Signalhörner, die über einen Drucktaster vom Bedienungsstand ausgelöst werden.
Zur Gewährleistung einer einwandfreien Sicht und Gleisbeobachtung befinden sich an den beiden äußeren Stirnfenstern elektromotorisch betriebene Scheibenwischer, die sich auch einzeln betätigen lassen.
| Dienstmasse Achslast Länge über Kupplung Größte Breite Größte Höhe über SO Raddurchmesser Achsstand Batteriespannung Batteriekapazität Stundenleistung Zugkraft bei Stundenleistung Geschwindigkeit bei Stundenleistung Max. Anfahrzugkraft Höchstgeschwindigkeit Anzahl der Fahrstufen Dauerfahrstufen Spannung des Fahrschalters |
12 t
+/- 3 % 6 Mp +/- 3 % 4250 mm 3000 mm 2800 mm 650 mm 1520 mm 112 V 455 Ah 17 kW 2000 kp 2,8 km/h 4000 kp 6 km/h 9 3, 6, 9 110 V |
Bedingt durch die ständige Weiterentwicklung sind die technischen Daten erst nach schriftlicher Bestätigung verbindlich.
Die Seite www.akkuschlepper.de wurde erstellt von Grunar Löfsund.