Die hier beschriebenen Ausbildungsmethoden entstammen den Anfängen der Ertrunkenensuchausbildung in den 90zigern. Obwohl inzwischen längst überholt wird von vielen Staffeln immer noch auf diese Weise ausgebildet - teils aus Unkenntnis, teils weil nur Übungs- aber keinerlei Einsatzerfahrungen vorliegen.
Leider wird auch heute immer noch mit Tauchern ausgebildet. Dabei wird vollkommen außer Acht gelassen, daß es ein Taucher immer nach einem lebenden Menschen riecht.

Verschiedene Ausbildungsarten mit Tauchern werden praktiziert um mögliche Fehlerquellen auszuschließen und trotzdem kann die Ausbildung nicht erfolgreich sein. Es spielt überhaupt keine Rolle ob geschlossene Systeme, Taucherglocken oder das Ausleiten der Atemluft über Schläuche am Ufer praktiziert werden. Zwar hat je nach Ausbildungsart der Hund keine Möglichkeit sich nach den Luftblasen zu orientieren - dafür wird er meist auf einen speziellen Teil des Übungssees konditioniert, in welchem sich die Taucherglocke befindet. Zudem wird für den Hund ein zu suchendes Geruchsbild geschaffen aus einer Mischung aus Neopren und menschlichem Geruch.

Da Wassersuche immer Leichensuche ist, ist die Ausbildung mit Tauchern (auch wenn sie vielerorts gemacht wird) vollkommen ungeeignet - ja sogar kontraproduktiv. Solche Hunde werden zwangsläufig im Einsatz auch die im Wasser befindlichen Bergungstaucher anzeigen.

Das Argument, daß ein soeben ertrunkener Mensch noch nicht nach einer Leiche riecht ist richtig. Allerdings kommen in solchen Fällen immer die Taucher vor den Hunden zum Einsatz (man sollte leider sagen - sie sollten vor den Hunden zum Einsatz kommen). Besteht noch die minimale Hoffnung einer Reanimation müssen Taucher als erste zum Einsatz kommen, alles andere wäre grob fahrlässig. Da die Suchhunde vorrangig zur Suche nach Lebenden ausgebildet sind (Vermissten- und Verschüttetensuche) kennen sie dieses Geruchsbild bereits und zeigen dieses auch im Wasser an. Ebenfalls auch eine Mischung aus einem Großteil Lebendgeruch und einem anderen Teil Leichengeruch.

Die Konditinonierung der Hunde auf den Geruch von Nor-Adrenalin ist mit Tauchern nicht möglich, bzw. wird nicht gemacht. Nor-Adrenalin ist ein Stresshormon welches in gefahrvollen Situationen ausgeschüttet wird. Allerdings kommt der Taucher bei der Ausbildung nicht in solche Situationen, schüttet also auch nicht Nor-Adrenalin aus. Man könnte zwar synthetisches Nor-Adrenalin zusätzlich verwenden, allerdings ist dieses nicht in wasserresistenten Tabletten erhältlich, sondern nur als Flüssigkeit.

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