Polarlicht am 29. Oktober 2003
Am Wochenende vom 25. zum 26. Oktober entfachte die Sonne fast schon
unerwartet hohe Aktivität. Zwei riesige Fleckengruppen sorgten für
starke Strahlungsausbrüche. In der Folge ereigneten sich seit längerer
Zeit auch wieder X-Flares. Dadurch stieg meine Hoffnung endlich
mal wieder Polarlicht beobachten zu können. Am 28. Oktober sollten die
Schockfronten eintreffen. Als ich abends auf die einschlägigen Polarlichtseiten
im Internet schaute, traute ich meinen Augen kaum. Ein neuer "MEGA"-Flare der
Stärke X 17.2 hatte sich ereignet, der einen coronalen Massenauswurf in Richtung
Erde bließ. Das musste einfach Polarlicht ergeben!
Dieses erste Polarlicht kann man sich auch als kleines DivX4-Filmchen (206 kB) anschauen. Sehr schön sind hier die schnellen Bewegungen der Beamer zu beobachten. Bemerkenswert sind auch die Altocumulus lenticularis-Wolken, die scheinbar an Ort und Stelle verharrten. Bei Außentemperaturen von 1°C und starkem Wind wurden mir schnell die Finger steif. Also erst mal nach Hause und aufwärmen. Einen zweiten Anlauf habe ich gegen 21:30 Uhr gestartet. Diesmal präsentierte sich das Polarlicht als sehr ruhiges, grünliches Band entlang des Nordhorizontes. Der obere Rand zeigt sich auf den Fotos leicht rötlich.
Auch hierzu die Bildsequenz als DivX-Film (560 kB). Ich rechnete nicht mit steigender Aktivität und wärmte mich zunächst zuhause wieder auf. Im Polarlichforum war mittlerweile eine Vielzahl von Beobachtungsberichten eingegangen. Aus Neugier machte ich einfach von zuhause aus dem Fenster ein Bild. Bild zeigte wieder schöne Beamer und das mitten in der Stadt. Also zum dritten Mal ins Auto und aus der Stadt herausgefahren. Ich kam gerade recht um die "Polarlicht-Abschiedsvorstellung" zu bewundern. Bevor die WOlken eine Sichtung unmöglich machten, stieg die Aktivität nochmals an. Schöne rote Beamer zeigten sich und das grüne Band war jetzt sehr hell. Es tauchte den nördlichen Horizont in ein eigenartiges Dämmerlicht.
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| © Alexander Wünsche, 30. Oktober 2003 |