Polarlicht am 20. November 2003
An diesem Tag war der Feierabend wiedermal sehr spät. Es gab viel zu tun und über die aktuellen Polarlichtchancen konnte ich mich erst recht nicht informieren. Gegen 18:40 Uhr ging ich zum Auto. Obwohl ich der Nähe zum Dredner Elbtal arbeite, das einen mächtigen Lichtdom produziert, fiel mir sofort der helle Horizont auf. Die Richtung stimmte auch nicht mit der Lage von Dresden überein. Es blieben also nur zwei Möglichkeiten übrig: Polarlicht oder eine mir noch unbekannte Lichtquelle. Ein kleines "Diagnosefoto" mit der Digitalkamera bestätigte sofort, dass es sich nur um Polarlicht handeln konnte. Also habe ich mich ins Auto gesetzt und bin ein paar Kilometer gefahren. Bei Porschendorf fand ich eine netten Platz an einer kleinen Landstraße. Leider hatte ich mein Stativ nicht dabei und auch nicht die Spiegelreflexkamera. So blieb mir nichts anderes übrig ein wenig zu improvisieren und die Digitalkamera mit Unterlage auf das Autodach zu legen.
Gegen 19:25 Uhr kam von Osten her ein neues Band auf. Es wurde schnell heller und stieg empor. Rot und grün &umml;berlappten sich teilweise zu orange. Das zweite Bild in der nachstehenden Bilderfolge zeigt dieses Band südlich der Plejaden. Nachfolgend zog sich das Band über den südlichen Himmel gen Westen. Gegen 19:35 stand Mars (Höhe: 32°) mitten im Polarlichtband!
Gegen 19:40 musste ich vorerst meine Fotosession abbrechen, da der Kameraakku leer war. Ich setzte mich ins Auto und fuhr die Autobahn A 4 nach Görlitz. Während der gesamten Fahrt (1 Stunde) begleitete mich helles Polarlicht. Besonders beeindruckend war ein helles grünes Band, dass von Osten her wie eine Fackel aufstieg und kurz bevor in zuhause ankam zeigte sich über dem Nordhorizont ein grünes Band mit grünen Strahlen, die wie eine Strahlenkrone aussahen. Dannach flaute die Aktivität langsam ab. Der Nordhorizont glimmte immernoch gleichmäßig. Gegen 22.00 Uhr tauchten im AKM-Polarlichtforum Meldungen über steigende Aktivität auf. Ein Blick aus dem Fenster zeigte mitten in der Stadt einen tiefroten Himmel im Osten und Westen. Die Intensität nahm sogar noch zu. Da die Kamera auch schon wieder aufgeladen war, bin ich schnell mit dem Auto an den Stadtrand gefahren. Dort konnte ich noch einige Bilder machen. Der gesamte Himmel von Ost bis West war rot. Die Strahlen reichten bis in den Zenith. Danach verblasste das Polarlicht schnell wieder und ich konnte endlich schlafen gehen. |
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| © Alexander Wünsche, 26. November 2003 |