Leuchtende Nachtwolken 2004

2004 habe ich die Überwachung der Leuchtenden Nachtwolken am sommerlichen Nachthimmel fortgesetzt. Von Anfang Juni bis Ende Juli habe ich von Görlitz aus Beobachtungen durchgeführt. Mitte Juni war ich für 10 Tage an der vorpommerschen Ostsee im Urlaub. Leider gelangen mir während dieser Zeit keine Beobachtungen.

Insgesamt war die Saison 2004 recht erfolgreich. Ein großes, helles Display blieb zwar aus, dennoch konnte ich in 7 Nächten leuchtende Nachtwolken in der Zeit zwischen 27. Juni und 11. Juli beobachten. Das sind 4 Nächte mehr als 2003. Da auch andere Beobachter wieder mehr NLC beobachtet haben, könnte der Trend bestätigt werden, dass bei geringer Sonnenaktivität mit vermehrt NLC auftreten.

Datum Uhrzeit
[UT]
Ort AZI
[°]
Höhe
[°]
Form Helligkeit Fotos
26./27.06. 0.15 - 1.25 Görlitz 0 - 80 10 IIa, IIIb 1 [5]
01./02.07. 20.50 - 21.05 Görlitz 315 - 0 20 IIa, IIIa, IVb 3 [5]
02./03.07. 21.00 - 21.45 Görlitz 345 - 015 5 I, II, IIIa 2 [5]
03./04.07. 21.00 -  21.25 Görlitz 330 - 030 7 IIa, IIIa, IVb 3 [5]
05./06.07. 20.45 - 21.15 Görlitz 345 - 015 5 IIb 1 [5]
0.30 - 1.10 Görlitz 005 - 020 3 I, IIb 1 [5]
10./11.07. 0.40 - 1.15 Görlitz 010 - 040 3 II 1 [5]
11./12.07. 20.30 - 21.00 Görlitz 325 - 020 10 I, IIa, IIb; III 2 [5]

Die Bedeutung der Zahlen und Abkürzungen ist auf den AKM-Seiten erläutert.

Korrelation zu OSWIN-Messungen des IAP Kühlungsborn

Von OSWIN gemessene Radarechos in der Mesosphäre (PSME) liegen von Görlitz aus betrachtet etwa 12° über dem Horizont. Leuchtende Nachtwolken mit einer geringeren Höhe über dem Horizont können kaum von OSWIN nachgewiesen werden. Von Görlitz aus beträgt der Azimut von OSWIN 328°.

Die Korrelation von NLC-Sichtungen und OSWIN-Daten ist somit nur für die Beobachtungen vom 1./2. Juli und 11./12. Juli möglich. Alle anderen Sichtungen sollten außerhalb der Reichweite von OSWIN gelegen haben.

Die nachfolgenden Grafiken sind aus dem Onlinearchiv der OSWIN-Daten entnommen.

An beiden in Frage kommenden Sichtungen sind die Radarechos von OSWIN bereits abgeklungen. Dies bestätigt den Trend, der sich auch aus den Daten von 2003 ergeben hat, dass die OSWIN-Daten nur einen Trend wiedergeben. Es treten aber real mehr NLC auf. Somit bleibt die Beobachtung leuchtender Nachtwolken weiterhin spannend.

Eine erfolgreiche NLC-Sichtung ohne Übereinstimmung mit OSWIN-Daten ergibt sich schon aus dem Fakt heraus, dass viele NLC-Sichtungen sehr horizontnah waren und somit noch nördlicher als das OSWIN-Messfeld lagen. Auch NLC mit einem Azimuth über 0 können nicht mit OSWIN korrelieren. Das trifft besonders auf die Sichtung am 27. Juni 2004 zu, da die sichtbaren NLC weit nach Osten reichten (AZI 0 - 80).

© Alexander Wünsche