Halophänomen am 05. Oktober 2001 in Görlitz

Beobachtungsort: Görlitz (Ostsachsen)
Datum/Uhrzeit: 05. Oktober 2001, 13.45 - 16.00 MESZ
Wettersituation:

morgens klar; vormittags Aufzug einzelner Cirren von Süden her;
gegen Mittag Verdichtung zu einem geschlossenen Cirrenschleier;
zur Zeit der Beobachtung traten betreits tiefere Wolkenfelder hinzu, die sich zum Ender der Beobachtungszeit zu einer geschlossenen Wolkendecke entwickelten.

Gegen 13.45 Uhr bemerkte ich um die Sonne eine Haloerscheinung. Cirrusbewölkung bildete eine gleichmäßige Wolkendecke, die sich nach Süden verdichtete. Zunächst fielen mir der umschriebene Halo und die beiden sehr farbigen Nebensonnen auf. Beide Erscheinungen waren sehr hell und farbig. Der umschriebene Halo ließ sich bis auf die Höhe der Nebensonnen verfolgen. Innerhalb des umschriebenen Halos war der 22°-Ring schwach, aber deutlich erkennbar. Die Nebensonnen mündeten in den Horizontalkreis, der sich beiderseites der Sonne bis weit über 90° Sonnenabstand verfolgen ließ. Ob der Horizontalkreis geschlossen war, konnte ich aufgrund versperrter Sicht nach Norden nicht erkennen. Jedoch konnte vermutlich die rechte 120°-Nebensonne als markante Aufhellung des Horizontalkreises gesichtet werden. Diese Erscheinungen konnten bis ca. 14.20 Uhr beobachtet werden. Dann schwächten sie sich ab oder tiefere Wolken zogen durch das Sichtfeld.
Durch Hinweise von Wofgang Hinz und Benjamin Kühne (AKM e.V.) konnten zwei weitere Haloarten identifiziert werden:

Von den Nebensonnen in Richtung 22°-Ring ist ansatzweise der Lowitzbogen erkennbar und die farbige Verbreiterung des umschriebenen Halos oberhalb der Sonne stammt vom Parrybogen.

Kurz gegen 15.45 Uhr wurden die Haloerscheinungen wieder stärker. Nun war der umschriebene Halo aufgrund des tieferen Sonnenstandes deutlich breiter. Innerhalb war noch der 22°-Haloring erkennbar, sowie die immernoch farbigen Nebensonnen. Hinzu kam nun ein sehr schön farbiger Zirkumzenitalbogen. Dieser berührte einen schwachen Supralateralbogen (oder 46°-Ring?) am oberen Rand. Zeitweise waren auch noch Abschnitte des Horizontalkreises sichtbar.

Dieses Halophänomen ging danach schnell zu Ende, da dichtere Wolkenfelder von Süden heranzogen.

Erklärungen der beschriebenen Haloerscheinungen sind hier zu finden. Vielen Dank für die Hinweise von Benjamin Kühne und Wolfgang Hinz!


Und hier drei Bilder:

Das erste Bild entstand ca. 14.00 Uhr MESZ und zeigt den umschriebenen Halo, den 22°-Ring,
die rechte Nebensonne sowie den Horizontalkreis.

Umschriebener Halo

Das zweite Bild zeigt den Zentralbereich des umschriebenen Halo.

Das dritte Foto zeigt den Zirkumzenitalbogen und sehr schwach den Supralateralbogen gegen 15.45 Uhr.
Beide Aufnahmen mit Praktica und 28-70 mm ZoomObjektiv (f/3.9-4.8)

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© Alexander Wünsche, 06.Oktober 2001, aktualisiert am 16.Dezember 2001