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Mensch werden - und Mensch sein
Kaum war ich als Säugling frisch
auf der Welt, da wusste ich schon, was ich will und was mir gut
tut. Auch, wie ich es am einfachsten bekommen konnte. Ich verzauberte und nervte
Eltern und Mit-Menschen mit Lachen und Schreien, Lallen und Gestikulieren - und
alle waren begeistert von diesem, nur an sich selbst denkenden,
ausdrucksstarken Menschlein.
Kurze Zeit später wollten dann
plötzlich alle - Eltern, Freunde, Schule, Kirche usw. - etwas Gescheites aus
mir machen. Sie versuchten mich zu dem zu erziehen, was sie für richtig,
klug und erstrebenswert hielten. - Das "du musst, du sollst, du darfst
nicht, so ist es ordentlich und richtig, anders böse und verkehrt", hielt
in meinem Leben Einzug.
Jeder wusste es für mich besser
- und jeder meinte es mir bestimmt gut.
Doch mir nahm das zunehmend die
eigenen Möglichkeiten. Es engte mich ein.
Immer seltener spürte ich noch,
was ich für mich wirklich wollte und was mir dann auch gut tat.
Ich beachtete das kaum noch, weil von außen Beifall, Ermahnungen und Druck mehr
und mehr zum Maßstab wurden. Sie drängten sich an die Stelle von eigenem Spüren
und Herausfinden, was ich wirklich will und brauche und danach eigenem Entscheiden.
Ich hatte begonnen, zu funktionieren. Mal, wie es den Erwartungen und
Forderungen entsprach - und mal dagegen (‘ja - nein’, ‘dafür
- dagegen’, ‘entweder - oder’ usw.).
Das ging eine ganze Weile so, bis
sich dann immer öfters mein Körper zu Wort meldete. Mit Wehwehchen, Schmerzen
und Krankheiten begann nun er immer eindringlicher auf diese Missstände
des Auseinanderklaffens meines äußeren Verhaltens und meiner inneren
Bedürfnisse aufmerksam zu machen.
Schließlich wurde mir klar, dass
ich der kindliche, überwiegend selbst- und gefühls-bezogene Mensch der
Vergangenheit nicht hatte bleiben können. - Ich musste wachsen. - Doch der
aufgezwungene (an-erzogene), überwiegend außen-orientierte Weg des Wissens,
der Regeln, des Nur-machens und der Stärke, konnte, das spürte ich nun (!),
auch
nicht das alleinige Ziel der Entwicklung sein.
Da fiel es mir wie Schuppen von
den Augen: Damit es mir, alleine und mit anderen zusammen, immer besser geht -
im Sinne von wohler fühlen, mehr Freude und Lachen spüren und glücklicher
sein - muss ICH (und so wohl jeder für sich) weiter wachsen und immer mehr
lernen, in meiner Realität ein ganzer, ein authentischer Mensch zu sein, der in
der eigenen Art sowohl nach Innen die eigenen Gefühle und
Bedürfnisse spürt, beachtet und wichtig nimmt, als auch gleichzeitig
nach Außen die guten Verbindungen zum Partner, zu anderen Menschen und zur
Umgebung sucht und erfreulich mit-gestaltet. Der mit Überzeugung und Freude
lebt, was er sagt.
Das bedeutet also:
-
Nicht nur reden oder
irgend etwas glauben,
sondern die eigenen Ziele klären, nächste Schritte überlegen,
-
dazu die notwendigen eigenen Entscheidungen
treffen,
-
das dann auch
tun, so gut es schon geht -
in eigener Zuständigkeit und in eigener Verantwortung,
-
und dran bleiben!
Es ist wie mit einer Blume: Sie sprießt aus dem Boden und muss
wachsen, die in ihr steckende Fülle und Blütenpracht also entfalten, so
gut es die Verhältnisse eben erlauben. Kümmert sie sich nicht darum oder
sperrt sie sich gar, dann beginnt sie im Momentanen zu erstarren und stirbt
früher oder später ab, ohne den in ihr ruhenden Auftrag des Lebens - zu
blühen, zu duften und in der ganz eigenen Art bereichernd dabei zu sein - zu
erfüllen.
siehe auch: Mensch
Mensch sein unten:
Zit.19
MOSAIK / Mensch
LABYRINTH / Egoist
MOSAIK / Miteinander
MOSAIK / Schmerzen
Heute! - Jetzt! - In diesem Augenblick!
Das ‘Heute’ steht -
leicht bebend - an der Tür und sagt mit leiser Stimme: "Ich geh' mit dir! - Ich bin bereit, ich stimme zu! - Und du?"
siehe auch: MOSAIK / Heute
Zitate 11:
Selbst tun - und nicht 'erwarten'
und 'nur träumen'
| Wenn du willst, dass
etwas getan werden soll, dann tu es selbst. |
Meditation - Mystik, Worte und persönliche
Wahrheit
Mindestens einmal pro Jahr nahm ich in der Vergangenheit eine Woche
lang an einer Zen-Meditations-Gruppe teil. Vor den Vormittags-,
Nachmittags- und Abendsitzungen erzählte unser Meditations-Lehrer jeweils
Geschichten großer Meditationsmeister oder er las uns Texte von Mystikern
verschiedener Religionen und Kulturen vor. Dieses Angebot von Erfahrungen
und Weisheiten war immer beeindruckend und anregend.
Auf die Frage, warum er sich denn als Buddhist nicht auf die Lehren des
Buddhismus im allgemeinen und des Zen-Buddhismus im besonderen
beschränke, antwortete er lächelnd:
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"Für den einen ist gerade dieser Text wichtig, für den anderen
jener. Das, was dem einen gerade unverständlich erscheint, löst beim
anderen eine wichtige Erkenntnis aus. Ich weiß nicht, was jeder von euch
gerade braucht. Deshalb biete ich euch alles an, was mir wertvoll
erscheint. Jeder darf sich dann das herausnehmen, was für ihn von
Bedeutung ist, was ihn also auf seinem ganz persönlichen Weg gerade
anregt, ermutigt und fördert.
Entscheidend ist nicht so sehr, wer welchen Text wann
geschrieben hat, sondern wozu du dich im einzelnen für dich anregen
lässt!
Erkenntnis ermöglicht gute Ziele - und die sind wichtig für
überzeugtes und erfolgreiches eigens Üben und Tun!" |
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siehe auch: Entwickeln
Grenzen Meditation1
Worte
LABYRINTH /
Meditation MOSAIK
/ Meditation
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Magie des JA - für jede Beziehung
Fünf JAs - langsam und bewusst (laut
oder auch leise) ausgesprochen
- zum Beginn eines Tages,
- bei heraufziehenden (spürbar werdenden) Krisensituationen,
- in besonders schönen und beglückenden Situationen
- und auch immer wieder mal zwischendurch,
helfen mit, die gemeinsame Beziehung (Liebe) zu nähren und auf diesem
Boden immer wieder ein achtsames und respektvolles Miteinander-umgehen
zu finden.
Ich
sage und lebe
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"JA" |
zu
mir !
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Ich
sage und lebe
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"JA" |
zu
dir !
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Ich
sage und lebe
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"JA" |
zu uns, zu unserer gegenseitigen Liebe und zu gegenseitigem
Respekt !
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Ich
sage und lebe
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"JA" |
zu ständiger und ausdrücklicher Einigung (2 x und
eindeutig 'JA') in Dingen unserer Beziehung !
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Ich
sage und lebe
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"JA"
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zu diesem Augenblick !
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siehe auch: Beziehung
Partnerschaft
MOSAIK /
Beziehungs-Check
Zitate 19: Leben - "Ein
Beispiel"
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Auch
ungelebtes Leben
geht zu Ende.
Zwar vielleicht langsamer,
wie eine Batterie
in einer Taschenlampe,
die keiner benützt.
Aber das hilft nicht viel:
Wenn man
(sagen wir mal)
diese Taschenlampe
nach so - und so vielen Jahren
anknipsen will,
kommt kein Atemzug Licht mehr heraus
und wenn du sie aufmachst,
findest du nur deine Knochen.
Und falls du Pech hast
auch diese
schon ganz zerfressen.
Da hättest du
genauso gut
leuchten können.
Erich Fried
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Thema der Woche ab
10.12.07 (01.01.03)
Zitate 19 - von Erich Fried - Gerade der kalendarische Jahreswechsel
oder auch das hin und wieder spürbare Gefühl "Ich sollte in meinem
Leben weitergehen und nicht nur mehr oder minder erfolgreich auf der
Stelle verharren!" regen an, auch zurückzuschauen zu Höhen und
Tiefen der vergangenen Zeit, hinzuschauen zum gegenwärtigen
Augenblick "Wie mache ich es jetzt? Immer noch so - oder habe
ich Neues in mein Leben herein und mit dazu geholt?"
und nach Vorne zu schauen, zu fragen und festzulegen: "Wie möchte
ich immer mehr leben, immer mehr sein?" - Ich wünsche Ihnen
ein gutes, bewegtes und buntes NEUES LEBENSJAHR (wann immer es 'für
Sie' beginnt). -
Sie dürfen aus Ihrem NEUEN LEBENSJAHR das 'für Sie' Allerbeste machen -
in jedem Augenblick! Geben Sie sich einen Schubs und trauen Sie
sich, fangen Sie jetzt an! - Es wäre traurig, weitere Lebenszeit ungelebt versickern zu lassen.
siehe auch:
Leben
oben: Mensch werden
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