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Dialog 3
und Partnerschaft
'Dialog!' - Sich miteinander
austauschen, einander verständlich machen! - Friedlich, ohne sich
gegenseitig verletzen oder gar angreifen zu wollen! Einander begreifen!
- Nicht gegeneinander argumentieren!
Was gibt es daran so Besonderes? Es ist halt einfach ‘miteinander
reden’! - Oder?
Wie kennst du bis jetzt das ‘Miteinander-reden’? In der
Form - im Ablauf - in den Wirkungen?
Ich kenne halt ‘Diskussion’! - Man sitzt zusammen und
redet - über irgendein Thema. - Entweder - dass die Zeit vergeht, so
ein bisschen Bla-bla - oder eben um ein Problem auszuleuchten. Da kann
es dann schon ganz schön hitzig werden.
Was meinst du mit ‘hitzig’?
Ja, dass eben einer auf den anderen losgeht, ihn mit Worten,
Lautstärke und Argumenten angreift und versucht, ‘sich
durchzusetzen’. Behauptet, es ‘besser zu wissen’,
‘klüger und intelligenter’ zu sein, die ‘wahre
Wahrheit’ zu haben. ‘Nur so’ ist es richtig - und
alles andere ist verkehrt!
Ach - du kennst das ja! - Eigentlich ungut - und doch auch wieder
spannend! - KRIEG MIT WORTEN ! Mit dem Ziel: ICH setze mich durch! - ICH
mach' den anderen klein! - ICH schaffe das!
Und das muss gar nicht unbedingt bedeuten, ‘den anderen’
bekämpfen zu wollen!
Nein! - Aber ‘Recht will ich haben und behalten’, mit dem
was ICH sage, denke, meine, tue! - Und zwar allgemeingültig! - ICH
weiß das, behaupte ich! - Wenn alle dann so spuren, wie ich mir das
vorstelle, bin ich der friedlichste Mensch! - Im Prinzip ist mir JEDES
Mittel recht, um MICH durchzusetzen! - Der andere ‘Mensch’
ist mir da dann ziemlich gleichgültig!
In der Wirkung also: ‘Der Gewinn des einen geht zu Lasten des
anderen! Der Schwächere bleibt auf der Strecke!’
Mehr oder minder schon - zumindest oft! ‘Ich bin der Bessere,
der Stärkere, derjenige, der den Ton angibt, der Sieger!’ - Eine
Möglichkeit, das zu demonstrieren, ist auch die ‘Diskussion’.
Wie führst du eigentlich Gespräche in der Partnerschaft? - Dort also,
wo es besonders um ‘verstehen’ und ‘verstanden werden’,
um ‘annehmen’ und ‘angenommen werden’ geht ?
Ähnlich! - Andere Möglichkeiten kenne ich nicht.
Und wie sind da die Wirkungen?
Wie sollen sie schon sein? - Das kennt man doch in Partnerschaften:
Auseinandersetzungen, Vorwürfe, Forderungen, Streit - mitunter schon
übel! - Trotzdem ist das immer noch besser, als überhaupt nicht
miteinander zu reden!
Aber - es nervt - und zerstört! - Irgendwann gibt es dann Bruch, wenn
es zu viel ist - und wenn es, wie meist, nicht besser, sonder langsam,
aber sicher, immer schlechter wird! - Erst zerbricht das Wohlbefinden
(Spannungen, Schmerzen, Krankheiten) und dann oft auch der hohl
gewordene äußere Rahmen. - Tragisch - aber so ist es nun mal!
Und das Leid? - Die Tränen? - Die Verletzungen? - Die Kränkungen?
Wo ist die ‘Liebe’ mit der alles einmal so schön und
leuchtend begonnen hat?
Tja: Wo ist der Weihnachtsmann, an den ich soo geglaubt habe?
Also ‘Krieg’? - Ich fresse dich vor Liebe - oder
Leidenschaft - oder Begeisterung. - Und wenn es hakt, aus welchen Gründen
auch immer, dann ‘bist DU Schuld’ - mit allen Konsequenzen!
So ungefähr! - Es ist ja wirklich oft schlimm! Und es tut auch immer
wieder scheußlich weh!
Erst vor kurzem habe ich nach einem verletzenden Streit geklagt: ‘Ich
will gut und in lebendiger Un-Ruhe mit dir zusammen sein können -
gleichzeitig spüren, dass ich angenommen bin, wie ich eben gerade bin -
und mich in meiner Art und meinem Tempo verändern und weiter-entwickeln
dürfen, wie ICH es will und kann!’
Weißt ‘du’, wie's besser gehen könnte? - Mit weniger
Verletzungen und Schmerzen?
Mit (letztlich) mehr Freude und Leichtigkeit? - Ja sicher! - Mit dem
‘Dialog’!
Das ist eine Gesprächsform, die zwar dem Namen nach bekannt ist und von
der auch immer wieder gesprochen wird. Sie wird aber selten geübt und
kaum wirklich angewandt, weil sie Zeit, Geduld, Achtsamkeit und die
Bereitschaft fordert, sich mit Persönlichem in das Gespräch einzubringen
und den anderen (mit seinem Persönlichen) mit Zuhören und Verstehen bei
sich ein-zu-lassen.
Ausgangspunkt, Ziel und Anliegen ist hier ‘Miteinander in (bewegtem,
also un-ruhigem) Frieden’! Ein respektvolles und aufmerksames
Einander-wahrnehmen und Zueinander-Verbindungen-suchen.
Erzähl' mir mehr davon!
Wie geht DIALOG, wie kann man im DIALOG miteinander reden, wie sind die
WIRKUNGEN ?
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Ich verwende jetzt mal einen Vergleich! Der macht vermutlich leichter
verständlich, was ich meine:
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Wir sitzen ‘miteinander’ am Tisch. Jeder hat Papier und
Farben und jeder malt ein Bild - ‘sein’ Bild!
Danach beginnt einer von uns, sein Bild zu erklären. Ist er fertig, kommt
selbstverständlich in gleicher Weise auch der andere an die Reihe. -
Also, der erste zeigt dem anderen sein Bild, um es anschauen zu lassen
(ohne zu reden!). Dann ergänzt der Maler sein Bild, indem er beschreibt,
was es ausdrücken möchte und auch von seinem dazugehörigen Erleben, von
seinen Gefühlen und Vorstellungen erzählt, von dem eben, was für ihn
wichtig war und dazu gehört (z.B. Erinnerungen, Träume, Sehnsucht usw.).
Jetzt bekommt der vorher nur sichtbare Eindruck des Bildes plötzlich auch
noch die Worte, Beschreibungen und Erklärungen des Malenden. Seine
Sichtweise, sein Persönliches kommt dazu! Das Bild und der Maler - beide
werden verständlich!
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Für den Zuschauenden und Zuhörenden ist zunächst nicht wichtig:
"Gefällt mir das, würde ich mir das auch ins
Wohnzimmer hängen, könnte ich das anders besser und
wirkungsvoller mache, finde ich das gut / richtig / logisch usw.
Also, wie bewerte ich dein Bild (für mich und mit meinen
Maßstäben)." Das alles hat, solange es darum geht, das Du zu
‘verstehen’, k e i n e n Platz!
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Für den Zuschauenden und Zuhörenden geht es im Dialog darum, zu
sehen, zu hören, zu begreifen und zu verstehen:
"Was machst DU? - Wie machst DU es? - Welche Bedeutung hat es
für DICH? - Was bewegt DICH? - Wo bist DU in DEINEM Leben? - Jetzt? - Wo
willst DU hin (für DICH alleine und bezogen auf uns zwei)? - Möchtest DU
auf mich zu-gehen? - Was stellst DU DIR vor? - Was wäre DIR schon
möglich?"
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Um anschließend dann ‘für sich selbst’ zu klären
(Ich-Bewertung und Ich-Beurteilung des bisher Zuhörenden):
"Wie mag ICH MICH jetzt und künftig zu dir in Beziehung setzen?
Nachdem ich dich und deine Vorstellungen und Bedürfnisse besser
verstanden habe. - Welchen Beitrag will ICH selbst dazu leisten, um unsere
Beziehung in diesem Sinne mit-zu-gestalten (z.B. nur zuhören, Anteil
nehmen, trösten, öfters treffen, gemeinsame Unternehmungen vorschlagen,
eine Bitte äußern, Verständnis und Lob ausdrücken, deine Ideen
weiterspinnen usw.)?"
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Und wenn es der Maler (Erzähler) möchte, kann er dem anderen auch
noch Fragen stellen - z.B. "Wie würdest du diesen Inhalt
darstellen?" - Er kann also zu einer Meinungsäußerung ‘einladen’!
- Auch mit der Frage: "Wovon träumst du?"
Genau!
Und wenn der Zuschauende und Zuhörende es möchte, kann er den Maler
(Erzählenden) fragen - z.B. ‘Darf ich dir erzählen, wie ich
versuchen würde, diesen, 'deinen' Inhalt zu lösen?’
Er kann also fragen, ob er eine Meinungsäußerung - und zwar ‘ohne
(Du-) Beurteilungen oder
(Du-) Bewertungen’ abgeben, vielleicht auch eigene Erfahrungen und
Erlebnisse dazu erzählen ‘darf’. Im Mittelpunkt steht ja das
Bild des Erzählenden!
Der Dialog will also
Austausch - Miteinander - Beziehung - Zuhören - Verstehen - Teilen - (Mit-)
Gestalten
- Vereinbaren - Verbindungen herstellen - Lösungen fördern - Gutes und
Erfreuliches für BEIDE - gleichzeitig und im Gleichgewicht!
Genau so ist es!
Für jeden gilt:

Und in einer Partnerschaft? ‘Ich über mich!’ - und ‘Du
über dich!’ - und dann haben wir eine gute Beziehung zueinander?
Geht das denn so einfach?
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Sagen wir mal so: Es ist nicht schwierig, aber es geht
selbstverständlich nur mit
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- dem Dazu-lernen und sorgsamen Beachten
von: "Ich bin zuständig
und verantwortlich für mich und meine Beziehung zu dir!" |
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- dem Dazu-lernen und Üben, wie gute und haltbare Brücken zueinander
gebaut und erhalten werden können (vor allem offen, ehrlich und
verständlich miteinander zu reden - und ständig dafür zu sorgen, dass die Freude und das Lachen, die Leichtigkeit und Zufriedenheit -
miteinander und aneinander - wachsen). |
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- dem Engagement, zu ergänzen und durch Neues zu erweitern - so,
dass es
BEIDEN nicht nur gut geht, sondern sie sich auch immer wohler fühlen -
alleine, zu zweit und mit anderen zusammen! |
Es liegt also immer in ‘meiner’ Verantwortung und
Zuständigkeit, wie ich mich in ein Gespräch einlasse und einbringe! -
‘Ich entscheide für mich - Dialog!’ - Somit greife ich nicht
an! Ich bleibe bei mir, bei ‘Ich über mich!’ - und: ‘Ich
lasse mich auch nicht angreifen und verletzen!’ - Oder?’
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Wie ich es sehe ...!
Wie ich es erlebe ...!
Was ich mache ...!
Was ich
gerne
von dir hätte ...!
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Wie ich es höre .. !
Welche Gefühle ich spüre ...!
Wie ich dich verstehe ... !
Was ich an dir besonders
schön finde!
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Welche Schlüsse ich für
mich daraus ziehe ... !
Was meine Ziele, Träume
und Hoffnungen sind ... !
Was mir hilft und
geholfen hat ... !
Was ich gerne von dir
wissen möchte ... !
Welche Gefühle ich dir
gegenüber empfinde ... !
usw.
- usw. |
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Was mich bewegt ... !
Wie du mir besonders gut tust ... !
Wie es mir damit geht ... !
Was mich ärgert und belastet ... !
Was mir das bedeutet ... !
Was ich von dir will und wozu
ich selbst bereit bin ... !
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Das ist zutreffend!
Es ist wichtig, dazu zu lernen und immer wieder auch zu üben, ein
bestimmtes Maß an Angriff des anderen abfangen zu können, ohne (wie ein
Spiegel) mit Angriff dagegen gehen zu müssen (als un-gewollte Re-aktion)!
Doch - ich muss mich natürlich nicht als Punchingball (Prellbock) des
anderen missbrauchen lassen, an dem dieser sein Mütchen (seine Wut,
seinen Ärger, seine Aggressionen, seine Unlust oder seinen Frust usw.)
abreagieren kann.
Ich kann, wenn's mir reicht, sagen: "Stopp! Bitte nicht weiter so!
- Ich steige aus unserem Gespräch aus!" Ich kann mich also
abgrenzen und aus dem Gespräch zurückziehen, verbunden z.B. auch mit
einem die Verbindung fördernden Angebot: "Bitte lass uns unser
Gespräch / den Dialog fortsetzen, wenn wir wieder einen guten gemeinsamen
Boden dazu haben - also gute Stimmung, inneres Gleichgewicht und klare
Sicht! - Wie wäre es mit morgen Abend?"
Eine Nacht darüber schlafen! Da beruhigt und klärt sich vieles und
jeder bekommt ein bisschen Abstand zu der entstandenen Hitze!
Es soll ja ein gutes, dem Verstehen und die Verbindung zueinander
förderndes Gespräch (Dialog) gefunden werden - und nicht aus einer
momentanen Verärgerung heraus das Du verletzt und die Beziehung weiter
belastet oder gar zerstört werden. Gute Lösungen - und um die geht es ja
letztlich - setzten auf beiden Seiten einen ‘entspannten und (wieder)
gut gelaunten Zustand’ voraus!
Dialog ist also etwas Wunderbares und gleichzeitig auch etwas sehr
Zerbrechliches. Eine in diesem Augenblick entstehende ‘besondere’
Beziehung zwischen zwei Menschen. - Wie lange sie anhält, ob sie sich
wiederholt und wie tief sie geht, hängt von BEIDEN ab.
Ja! - Unbedingt!
Kennst du das Gefühl "Ich möchte mit dir zusammen ein Kind
haben!" ?
Schon! - Das ist etwas ungemein Beglückendes! - Genau dieses Gefühl
sollte zwischen Partnern länger lebendig bleiben! - -
Das wäre beglückend! - Doch woran liegt es, dass es sich verliert?
Dialog zwischen Partnern, achtsam und einfühlsam ge’führt’,
kann nicht nur diesem Gefühl Worte geben und es verständlichen werden
lassen (es auf die Welt bringen), sondern Dialog kann auch die Beziehung
zwischen zwei sich nahe stehenden Menschen zu einem ‘bewussten Kind’
beider machen!
Wie ein ‘gemeinsames Kind’! - Hm! - Dialog kann also viel
Freude, Momente des Glücks und tiefer Verbundenheit schenken.
Gleichzeitig verlangt er aber auch - wieder wie ein gemeinsames Kind -
Verzicht auf das spontane (automatische) Schießen-lassen von Ärger,
Nachlässigkeit und Sich-auf-den-anderen-stürzen, Konzentration und die
umsichtige ‘Sorge dafür’, dass jeder in dem Gespräch
gleich-berechtigt seinen Platz hat! Ohne anzugreifen oder selbst
angegriffen zu werden! Ganz schön anstrengend! - Der Gewinn an
gemeinsamer Freude und Intensität hat also seinen Preis!
Zweifellos! - Aber es ist lohnend - beglückend!
Denn jetzt tun sich neue Welten auf! - Im Dialog lerne ich mehr
Einzelheiten meiner ‘eigenen’ Sicht der Welt bewusst wahrzunehmen. Denn, um sie nach Außen ‘er-klären’ zu
können, muss ich sie innerlich erst mal ‘klären’ und Worte
dafür suchen. - Außerdem wird mir wieder ein Stückchen der Welt-Sicht
und der inneren Zusammenhänge des Du verständlich und damit vertraut. -
So wird auch der Boden vorbereitet für neue Möglichkeiten der Verbindung
und des Sich-einigens.
Das klingt ermutigend!
Ich als Mensch - in meinem jetzigen So-sein - mit meiner Sicht und
meinem Erleben der Welt - mit meinen Freuden und Nöten - mit meinen
Stärken und Schwächen usw. - darf mich zeigen - ‘und so sein, wie
ich jetzt bin’!
Natürlich muss ich nicht so bleiben! - Gott sei Dank! - Ich darf mich
verändern und weiter-entwickeln, wenn ‘ich’ es will - und wie
‘ich’ es will
Gehen tut's also nur darum, dass der andere die Möglichkeit erhält,
mich - ‘so, wie ich jetzt bin, denke, handle, fühle’ besser
zu verstehen! Wo ich gerade bin, wo ich hänge und wo ich hin-will.
Jetzt kann er ‘sein’ Denken und Handeln auf eine neue und
aktuelle Grundlage stellen und ‘für sich’ herausfinden, wie
er an unserer gemeinsamen Beziehung weiterhin mitwirken will!
Genau! - So ist es für jeden, der am ‘Dialog’ beteiligt
ist!
‘Dialog’ bedeutet also: Friedliches, dem Erkennen und
Verstehen des Du (auch von mir selbst!) - und dem Gestalten der Beziehung
(und damit des Miteinanders) - dienendes Gespräch.
Treffend formuliert!
Ein bisschen ironisch könnte man auch sagen, dass Dialog ‘Krieg’
(Konfrontation) mit friedlichen Mitteln und mit Respekt vor dem
gegenseitigen Verschieden-sein und Verschieden-denken, auch vor den je
anderen Bedürfnissen und Gefühlen ist. Ein ‘Krieg’ der das
Verschiedene (er-) klärt und gleichzeitig zum Ziel hat, gemeinsam Neues zu
erschaffen, das ‘beiden’ Freude macht. So werden Blumen
gepflanzt - und Vielfalt und Lachen nehmen zu!
Puh! Das lockt mich, ist mir aber gleichzeitig auch ein bisschen unheimlich.
Krieg war für mich bisher immer mit der Vorstellung von Verletzten und
Toten verbunden. Jetzt kommt plötzlich die Variante: Krieg mit Lachen,
Blumen und glücklicheren Mensch. - Stark! - Eine Diskussion als Dialog!
Das geht also auch!
‘Schweigt’ eigentlich der Zuhörende im ‘Dialog’
immer, wenn der andere von sich erzählt?
Im Regelfall: - Ja!
Bis auf gelegentliche ‘Hm! - Aha! - Verstehe! - usw.!’, die
den Erzählfluss unterstützen und signalisieren, dass der Zuhörer noch
wach dabei - und nicht eingeschlafen oder auf innere Gedanken-Reisen
gegangen ist.
Der Zuhörer ist mit ‘zuhören’ beschäftigt! - Er darf
sich von dem, was er da hört, ganz gefangen nehmen lassen und mitgehen!
So, wie wenn einer ein Märchen erzählt?
So etwa! - Wenn ich ein eigenes Märchen erzähle, so erzähle ich es
aus meiner Fantasie. - Wenn ich im Dialog ‘Ich über Mich’
erzähle, erzähle ich aus meiner Wirklichkeit - innen und außen. Das ist
auch ein Märchen, eben ein selbst gelebtes und erlebtes.
Und das soll dann auch ‘verstanden’ werden! - Oder?
Auf jeden Fall! - Darum braucht der Dialog auch - mehr Zeit - mehr
Aufmerksamkeit - mehr Geduld! Er braucht ‘Langsamer-werden’
und ‘Zeit-lassen’! - Meine Seele will sich entfalten dürfen -
und deine Seele (als Zuhörer) will mitkommen können (verstehen)!
Und wenn ich nun als Zuhörender ‘nicht verstehe’?
Wenn ich es noch nicht innerlich nach-vollziehen kann, weil mir
Verbindungen, Zusammenhänge oder Einzelheiten fehlen, die ich nicht kenne - und die der
Erzählende bis jetzt noch nicht erwähnt hat? - Was dann?
Dann kannst du natürlich Fragen stellen - behutsam und einfühlsam
(z.B. wie genau machst du
das ..., wie ist 'schwer' für dich, welches Anliegen hast du, wenn du ...
sagst - usw. usw.). Also Fragen, um das ‘Du’ besser verstehen
zu können!
Einfach so - hineinplatzen mit meinen Fragen?
Das ist nicht so toll! - Gut ist es, mit einem Zeichen - oder dem
Einwurf: "Ich habe eine Frage - geht das jetzt?" anzuzeigen, dass
mir was unklar ist.
Ist es für den Erzählenden o.k., kann er unterbrechen - und du kannst
deine Frage stelle. - Möchte er aber jetzt gerade nicht unterbrechen,
vielleicht weil er mitten in einem Gedanken-Zusammenhang ist, dann ist es
eine gute Möglichkeit, die Frage ‘aufzuschreiben’ und sie
später zu stellen, wenn's passt.
Und wie passiert ‘Gesprächswechsel’ - also z.B. ich höre
auf zu reden - und du fängst an?
Für ein gutes Klima und einen guten Kontakt ist es wertvoll, wenn ich
als bisher Zuhörender ganz kurz zusammenfasse, vielleicht nur mit einem
Satz, was ich von dir gehört und wie ich dich verstanden habe - und dann
herüber-wechsle zu mir und nun erst zu erzählen beginne - ‘Ich
über Mich!’.
Das macht ‘Innere Verbindung’!
Wie die Holz-Übergabe beim Stafettenlauf ! ?
Ja - kann man sagen! - Ein kurzes Miteinander und Nebeneinander - die
Übergabe - die Übernahme - und dann ist der neue Läufer in der Bahn -
und der bisherige geht aus der Bahn - fließend!
Muß ‘Dialog’ eigentlich gelernt werden ?
Auf jeden Fall! -
Dialog muss gelernt, trainiert und mit jedem neuen Partner neu
eingeübt werden!
Es geht ja darum, die eigenen Gefühle und die momentanen
Lebens-Inhalte selbst zu erkennen und zu er-klären. Also dazu zu stehen
und sie nun mit Worten verständlich zu machen, deren persönliche
Bedeutungen das Du erst herausfinden und verstehen-’lernen’ muss, will es sich nicht in eigenen Interpretationen (Illusionen)
verlieren.
Es lohnt sich also! - Freude teilt man ja gerne - sie verdoppelt sich
dann!
Und Leid wird auf diesem Wege ‘nicht vermehrt’! - Im
Gegenteil: Zusätzliche Verletzungen und Angriffe ‘werden vermieden’.
Nun spielt es auch keine Rolle mehr, ob es der Partner ‘scheinbar
verdient’ hat, angegriffen und bestraft (verletzt) zu werden oder
nicht.
Im Dialog geteiltes Leid halbiert sich! - Es wird wieder leichter!
Dialog ist also eine Entscheidung! ‘Wir verzichten freiwillig und
gegenseitig auf Angriffe und Verletzungen. Jeder versucht sich so klar und
ehrlich zu zeigen, wie er es im Moment eben kann!’
Genau so ist es! - ‘Dialog’ ist eine Gesprächsform, die
vereinbart sein will!
Und wenn Ausrutscher passieren, wenn trotzdem da oder dort Verletzungen
oder Angriffe passieren?
Dann lassen sich die so viel leichter und schneller heilen!
Es ist ja der ‘gemeinsame Vorsatz’ da - das ‘gemeinsame
Bemühen’!
Und es gibt auch Zauberworte: - z.B. "Verzeih' mir, entschuldige
bitte! Das nehme ich zurück! - usw." - Dazu vielleicht auch noch:
"Ich mag dich sehr! - Du bist mir sehr wichtig!" - Außerdem
soll es auch noch liebevolle Kosenamen geben!
Na ja - mit der Zeit wächst die Aufmerksamkeit - und die Ausrutscher
werden weniger!
Und wenn ich nicht angreife und nicht verletze - aktiv - und der andere
fühlt sich trotzdem verletzt und gekränkt? - Und auch Zauberworte helfen
im Moment nicht - was dann ?
So etwas gibt es!
Hilfreich ist das ‘gute Miteinander’! - Hilfreich ist auch
das Wissen und das gegenseitige Vertrauen: "Wir haben auf Angreifen
und Verletzen verzichtet! - Jeder tut sein Bestes!"
Helfen und zur Heilung solcher Wunden beitragen können Zuneigung und
gegenseitiges Sich-beachten, auch wenn es im Moment vielleicht nur um das
Annehmen und Lassen gehen kann.
Es tut gut zu spüren: "Ich bin wahrgenommen und angenommen - so,
wie ich bin - jetzt - in meiner Schönheit - und auch in meinem Schmerz
und meiner Bedürftigkeit - und der andere bleibt da und kümmert sich um
mich. Vielleicht sogar schweigend! - Ich bin nicht alleine! - Ich bin
‘ihm’ wichtig!"
Es lohnt sich also auf jeden Fall, es zu probieren!
Doch - wie ist das nun in der Partnerschaft, wenn ‘Miteinander’
gestaltet werden will - und der eine möchte ‘das’ und der
andere möchte ‘was anderes’?
Es geht nur ums ‘Anfangen’ und ‘Probieren’ !
Wenn zwei den ‘Dialog’ suchen, sind sicherlich
gegenseitiger Respekt, ‘Ich mag dich!’ und die Entscheidung
‘Mit dir!’ da. Jeder wird sich dann bemühen, die eigenen
Wünsche zu erklären und die jetzigen Bedürfnisse des anderen zu
erkennen, zu verstehen und zu berücksichtigen.
Und wenn das Verstehen dafür da ist, dann ist auch das Finden von
‘neuen Möglichkeiten, mit denen es dann beiden gut geht - zu denen dann auch ‘beide’ ohne
Einschränkungen und innere Vorbehalte ‘Ja!’ sagen können - nicht mehr weit!
Das ist eine Herausforderung! - - -
Es bewirkt: ‘Beziehung!’
Zwei Menschen gestalten ihr Miteinander schöpferisch und friedlich - so gut es nur geht - jetzt!
Danke - für unser Gespräch! Es war für mich sehr interessant und
anregend!
Danke auch dir!
Mir sind in unserem Gespräche wieder einige neue Zusammenhänge
aufgegangen und Feinheiten klarer geworden. Die werde ich in Zukunft
stärker mit-einbeziehen!
Immer wieder staune ich, dass ich - bei aller Konzentration und
Anstrengung - aus solchen Gesprächen, wie wir heute eines hatten, reicher
und glücklicher herausgehe. Dazu tragen nicht nur neue Ideen, Einfälle
und Erkenntnisse bei, die sich zwischendurch - einfach so - einstellen,
sondern auch die Zufriedenheit darüber, dass es mir wieder mal ganz gut
gelungen ist, ‘bei mir’ zu bleiben und mich bei dir nicht
einzumischen.
Es hat mir viel Freude gemacht, mit dir zusammen im Dialog einige
Möglichkeiten des Dialoges zu erkunden! - Nochmals: "Danke! -
Schön war's!"
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