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Was ist eigentlich Glück ?
Beim Plaudern berührten wir auch das Thema ‘Glück’.
"Glück ist ja", sagte Annemarie, eine nachdenkliche
Frau von etwa 50 Jahren, "für jeden etwas anderes. Was ist es
eigentlich für dich?"
Natürlich weiß ich, was für mich Glück ist. Ich spüre es ja bei
den verschiedensten Gelegenheiten. Aber das nun in eigene Worte zu fassen,
die dem entsprechen, was es für mich ist und die gleichzeitig vom anderen
verstanden werden können, ist - finde ich - schon ganz schön schwer. Ich
versuchte es also:
"Ja, was ist für mich Glück ? - Es ist nicht ‘das’
Glück, also etwas Fortdauerndes, Langanhaltendes (z.B. eine Situation
oder ein Zusammensein), sondern es sind Momente des Glücks. Es ist
ein Hochgefühl, das mich innerlich durchflutet. Unbeschreiblich! Ein
inneres Jauchzen, ein Moment, wie eine kleine Ewigkeit. Eine Ahnung von
Ekstase, vielleicht ist es auch Ekstase, wenn auch nur für Augenblicke.
Das kann zum Beispiel sein, wenn ich einen geliebten Menschen sehe oder
berühre, wenn ich eine Landschaft auf mich wirken lasse und dieses Bild
einatme, wenn ich die Terrassentüre öffne und den neuen Tag mit seinem
rosa Aufglühen der Sonne am sonst noch dunklen Himmel begrüße. - Glück
ist für mich also eine kurzfristig aufflammende Steigerung alltäglicher
Freude und alltäglichen Wohlgefühls.
Momente des Glücks sind, auch wenn sie noch so intensiv sein können,
zart und flüchtig. Um wahrgenommen und gespürt zu werden, brauchen sie
‘Zeit’ und die Bereitschaft, dankbar das zu beachten und
anzunehmen, was gerade da ist und das dann auch zu genießen. *)
Ich kann Glück weder bestellen, noch machen, aber ich kann viel dafür
tun, dass es mich immer wieder und immer öfters besucht, mir also ‘passiert’."
"Und was tust du dafür, dass du immer wieder dieses Glück,
wie du es beschreibst, erfährst?", warf Annemarie ein.
"Ich sorge in meinem Alltag dafür, dass Freude, Lachen und
Wohl-fühlen immer mehr werden und jeder Tag so viel davon bekommt, wie
nur irgend möglich - alleine und mit anderen zusammen.
Interessant ist, dass es ein Geheimrezept zu sein scheint, nicht nur mir
zur Freude etwas zu machen, sondern auch Freude zu teilen und
zu verschenken (ein freundliches Wort, ein Lächeln, ein
anerkennendes Kompliment, ein Lob, eine Geste der Versöhnung usw.). Das
tut allen gut!
Momente des Glücks sind für mich wie die nach oben gehenden Spitzen
des Herzschlages - nur nicht so regelmäßig. Je bewusster und intensiver
ich meinen Alltag gestalte und lebe, desto überwältigender werden auch
die ‘Spitzen’. - Das beobachte ich zumindest bei mir."
"Bist du glücklich?" fragte Annemarie wieder.
Ich wiegte den Kopf und antwortete lächelnd:
"Unter Glücklich-sein verstehe ich etwas anderes, als unter
Glück.
Glücklich-sein verbindet sich für mich mit ‘für mich sorgen’
und ’bewußt und gestaltend handeln’. Die freudevollen und
wohltuenden Anteile meiner Lebensinhalte also über 50 % und weiter zu
mehren, die weniger erfreulichen und belastenden Anteile auf unter 50 %
und weiter zu vermindern (bzw. erfreulich umzugestalten). - Wenn ich, wie
heute, sagen kann, dass ich gefühlsmäßig etwa 75 % Licht und nur 25 %
Schatten in meinem Leben habe, dann ist das nicht nur schön und ich
spüre ein Gefühl der Zufriedenheit und der Dankbarkeit, sondern das ist
für mich ‘Glücklich-sein’.
Natürlich möchte ich auch dann noch vieles mehr und auch besser - und
ich strebe auch danach. Aber das ändert nichts daran, dass ich mich wohl,
zufrieden und ausgeglichen fühle und auch spüre, dass die Richtung
stimmt, weil es mir selbst (und auch anderen, mit denen ich in Berührung
komme) so gut tut."
"Und Alltagsprobleme? Ärger, Schmerzen, Angst, Traurigkeit,
Krankheiten usw.? Kennst du die auch?"
"Aber selbstverständlich! - Doch das ändert nichts an meinem
Grundgefühl. Im Gegenteil! Auf dem Hintergrund eines guten inneren
Zustandes kann ich das, was zu meinem Alltag gehört, leichter und
erfolgreicher bewältigen. Auch wenn es gerade weh tut! Ich stürze dann
nicht mehr so tief ins Loch und komme schneller wieder heraus, weil ich
tief in mir sicher bin, dass ich immer wieder einen Weg nach oben und ins
Licht finde. Das klingt vielleicht komisch, aber ich empfinde es wirklich
so. - Ja - das ist es also - Glück und Glücklich-sein. - Für mich! -
Bist du zufrieden?"
"Ich danke dir! - Ich glaube, dass ich deine Sichtweise jetzt
verstanden habe. - Für mich ist es so ......!" - Und dann
erzählte Annemarie mir ihre Vorstellungen vom ‘Glück’.
Es war wieder ein schönes und reiches Beisammensein. ‘Beglückend!’
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Besonders auch Meditatives
Laufen und Meditatives Gehen
helfen,
Bewußt-sein, Achtsamkeit und Wohl-fühlen weiter zu steigern.
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Willst du Recht
haben oder glücklich sein?
Beides zusammen geht nicht.
Marshall Rosenberg |
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